Polartag und Polarnacht. Ein Unterrichtsentwurf für die 10. Klasse Gymnasium


Unterrichtsentwurf, 2011
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Analyse des Lehr- und Lernfeldes
1.1 Lehrkraft und Klasse
1.2 Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe
1.3 Das Thema
1.3.1 Behandlung im Lehrplan
1.3.2 Behandlung in Schulbuch und Atlas
1.3.3 Relevanz des Themas
1.4 Die Lernvoraussetzungen
1.5 Die Rahmenbedingungen

2. Sachanalyse
2.1 Die solare Strahlung
2.2 Die solaren Klimazonen
2.3 Die Beleuchtung der Erde
2.3.1 Die Entstehung von Polartag und Polarnacht
2.3.2 Die Auswirkungen von Polartag und Polarnacht auf das menschliche Leben

3. Didaktische und methodische Entscheidungen
3.1 Didaktische Reduktion
3.2 Lernziele
3.3 Begründung des methodischen Vorgehens
3.4 Lernerfolgskontrollen
3.5 Hausaufgaben
3.6 Tafelanschrift

4. Stundenverlauf
4.1 Gliederung der Stunde
4.2 Zu erwartende Schwierigkeiten und Lösungsmöglichkeiten

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang
6.1 Tafelanschrift
6.2 Hausaufgaben mit Erwartungshorizont
6.4 Overheadfolien

1. Analyse des Lehr- und Lernfeldes

1.1 Lehrkraft und Klasse

Ich unterrichte die Klasse 10 des X Gymnasiums in Y seit dem 22.02.2011 in beiden Wochenstunden. Sie ist mir bereits seit Beginn des Schuljahres durch regelmäßige Hospitationen bekannt. Die Lerngruppe setzt sich aus 24 Schülern1, 4 männliche und 20 weibliche, im Alter von 16-17 Jahren zusammen. Von Beginn an zeigte sich die Klas-se mir gegenüber freundlich und aufgeschlossen. Das Verhältnis zwischen den Schülern und mir als Lehrperson ist positiv, was sich in einem produktiven Arbeitsklima äußert. Die Lern-gruppe zeigt sich in der mündlichen Beteiligung insgesamt eher zurückhaltend. Disziplinprobleme treten nicht auf. Die Schüler sind generell an den Inhalten des Erdkundeunterrichts interessiert, wobei das Leistungspotential und die Mitarbeit der Klasse recht heterogen sind. Zur Gruppe der Leistungsträger gehören A, B und C, da sie sowohl quantitativ als auch qualitativ die besten Leistungen zeigen. Sie erfassen neue Unterrichtsinhalte schnell und sind häufig in der Lage Transferleistungen zu erbringen. D ist eine sehr zurückhaltende Schülerin, die sich aus eigenem Antrieb in der Regel nicht meldet. Sie folgt dem Unterrichtsgeschehen aber aufmerksam und ist nach Aufforderung ebenfalls imstande gute Beiträge zu leisten. E ist bisher nicht durch aktive Beteiligung aufgefallen, er wirkte immer etwas zerstreut. Im Verlaufe der Unterrichtseinheit ist E offensiver geworden und beteiligt sich nun rege am Unterricht. Diese Schülergruppe ist in der Lage bekannte Inhalte und Methoden auf neue Sachverhalte anzuwenden und kann häufig mit neuen Problemstellungen reflexiv umgehen (AfB2 II-III).

F, G, H, I, J und K beteiligen sich regelmäßig. Die Qualität ihrer Beiträge ist bei der Reorganisation bekannter Sachverhalte (AfB II) gut.

Eher zurückhaltend zeigen sich L, M, N, O, P, Q und R. Sie beteiligen sich bei Reorganisations- und Reproduktionsfragen. Die Qualität ihrer Beiträge ist in der Regel zufriedenstellend. Diese Schülergruppe ist in der Lage erlernte Sachverhalte im Zusammenhang wiederzugeben und zum Teil auf neue Kontexte zu übertragen (AfB I-II). S, T, U, V, W und Z muss ich meist gezielt ansprechen, da sich diese Schüler aus eigenem Antrieb nicht melden. Um ihnen die Gelegenheit zur gelungenen Beteiligung zu geben, nehme ich diese Schüler gezielt bei Fragestellungen mit reproduktivem oder reorganisatorischem Charakter an die Reihe. Die Schüler können diese Fragen (AfB I-II) in der Regel zufriedenstellend beantworten, sodass davon auszugehen ist, dass sie dem Unterricht folgen.

1.2 Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe

Die Lehrprobenstunde stellt die neunte Stunde der Unterrichtsreihe „Klimatologische Grund- lagen“ dar. Der Einstieg in die Reihe vollzog sich über das Thema „Aufbau und Zusammen- setzung der Atmosphäre“. Da die Sonne im Wesentlichen die Energie für alle atmosphärischen Prozesse liefert, wurde anschließend „Der Strahlungshaushalt der Erde“ be- trachtet, in dem die Energieflüsse innerhalb des Systems Weltall - Atmosphäre - Erde darge- stellt werden. Der Einfallswinkel, unter dem die solare Strahlung auf die Erde in einer bestimmten geographischen Breite auftrifft, bedingt die unterschiedliche Strahlungsbilanzen und Temperaturverteilungen, was durch verschiedene Aufgaben zur Strahlung belegt wurde. Aufgrund der Kugelgestalt der Erde, ihrer Rotation, der Neigung der Erdachse und ihrem Um- lauf um die Sonne schwankt die Einstrahlungsintensität in den verschiedenen geographischen Breiten im Jahresgang. Daraus ergeben sich einem jährlichen Rhythmus unterliegende Strah- lungsbilanzen und Beleuchtungsverhältnisse, die eine Einteilung der Erde in solare Klimazo- nen bedingen. Besonderheit der Mittelbreiten ist das Vorhandensein von Jahreszeiten, deren Entstehung in Verbindung mit dem wechselnden Zenitalstand der Sonne geklärt wurde. In- nerhalb dieses umfangreichen Komplexes „Die solaren Klimazonen der Erde“ ist auch die Lehrprobenstunde angesiedelt. Es folgt die Betrachtung der Klimafaktoren, die das solare Klima in vielfacher Weise beeinflussen.

1.3 Das Thema

1.3.1 Behandlung im Lehrplan

Der Lehrplan für die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe3 steht insgesamt unter der Thematik „Physisch-geographische und soziökonomische Aspekte der ökologisch orientierten Raumanalyse“. Dabei gehört das Lehrprobenthema „Polartag und Polarnacht“ zu Leitthema 2 „Klimatologische Grundlagen“. Es kann dem verbindlichen Lerninhalt „Die Allgemeine Zir- kulation der Atmosphäre“ zugeordnet werden, dem „Die Bedeutung der Klimaelemente“ sub- summiert sind. Unter dem Stichpunkt „Die Strahlung“ ist die Behandlung der solaren Klimazonen vorgesehen. Das Thema „Polartag und Polarnacht“ ist im Lehrplan nicht explizit aufgeführt und geht daher über diesen hinaus. Das Phänomen des Polartages/ der Polarnacht stellt aber ein entscheidendes Charakteristikum der polaren Zone dar und zusätzlich lassen sich über diese Thematik die Kenntnisse der Schüler zu den Strahlungs- und Beleuchtungs- verhältnissen der Erde überprüfen, womit seine Stellung innerhalb der Unterrichtsreihe durch- aus angebracht ist.

Für das Leitthema 2 „Klimatologische Grundlagen“ sieht der Lehrplan die Behandlung in 15 Stunden vor, was so nicht realisierbar ist. Der Lehrplan greift hier zu kurz und wird der gene- rellen Bedeutung des Themas in Vorbereitung auf die Hauptphase und bezüglich seiner le- bensweltlichen Relevanz nicht gerecht. Eine Schwerpunktsetzung ist nicht feststellbar.

1.3.2 Behandlung in Schulbuch und Atlas

Am X Gymnasium in Y sind das Schulbuch „Mensch und Raum. Raum-analyse“4 und der „Diercke Weltatlas“5 als regelmäßige Arbeitsmaterialien für Klasse 10 eingeführt. Das Lehrwerk hält zwar ein Kapitel zum Thema „Das Klima der Erde“ bereit, in welchem auch die Beleuchtung und die Temperaturzonen der Erde thematisiert werden. Dies geschieht in einer knappen Darstellung, die sich auf die Abhandlung einiger Fachbegriffe, zwei Abbildungen und eine tabellarische Übersicht beschränkt. Das Thema „Polartag und Polarnacht“ wird nicht aufgegriffen. Das Schulbuch kommt im Verlauf der Unterrichtsreihe zum Einsatz, in der Lehrprobenstunde selbst wird auf diesen allerdings aus genanntem Grund verzichtet. Das Lehrwerk „Seydlitz Geographie 2“6 bietet im Kapitel „Der Planet Erde“ eine Doppelseite zur Bestrahlung der Erde und thematisiert dort auch Polartag/ -nacht. Der eingeführte Atlas stellt auf einer Doppelseite „Die Erde im Weltall“7 dar. Hier findet sich eine Abbildung zur „Bahn der Erde um die Sonne“ (242.5), wie sie allerdings in einer, der Lehrprobenstunde vorangegangenen, Unterrichtsstunde bereits erarbeitet wurde. Der „Haack Weltatlas“ bietet eine Abbildung „Beleuchtung der Erde: im Wechsel der Jahreszeiten“8, wie sie in ähnlicher Form von den Schülern erarbeitet werden soll. Diese werde ich für den Fall, dass die Schüler mit der Erarbeitung Schwierigkeiten haben, bereithalten.

1.3.3 Relevanz des Themas

Die lebensweltliche Relevanz des Themas „Polartag und Polarnacht“ ist für Schüler der Klas- senstufe 10, realistisch betrachtet, zunächst als gering anzusehen. Für die Schüler ist der Raum der Polarzone fremd und die Kenntnis der Charakteristika dieses Raumes von geringer Bedeutung. Allerdings erkennen die Schüler die Notwendigkeit, sich ein umfassendes Wissen über die Erde in ihrer Gesamtheit anzueignen. Da die Polarzone eine Besonderheit im System Erde darstellt und gerade aufgrund dessen dieser Lebensraum so fern erscheint, ist seine Be- handlung in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe berechtigt. In der Lehrproben- stunde wird der scheinbar geringen lebensweltlichen Relevanz mit der handlungsorientierten Durchführung eines Demonstrationsexperimentes und der resultierenden Anschaulichkeit begegnet (vgl. 3.3).

Aus fachlicher Sicht betrachtet, ist die Relevanz dagegen evident. Es geht um die Fähigkeit, das System Erde als Teil des Sonnensystems, also eines übergeordneten Systems, zu charakte- risieren und die Auswirkungen der Stellung und Bewegung des Erdkörpers innerhalb des Sonnensystems zu erläutern.9 Die methodische Herangehensweise innerhalb der Lehrproben- stunde fördert speziell den Kompetenzbereich „Erkenntnisgewinnung/ Methoden“. Im Vor- dergrund steht die „Fähigkeit, Informationen zur Behandlung geographischer/ geowissenschaftlicher Fragestellungen auszuwerten“ und hierzu „geographisch relevante In- formationen aus klassischen und technisch gestützten Informationsquellen sowie aus eigener Informationsgewinnung strukturieren und bedeutsame Einsichten herausarbeiten“ zu können und „die gewonnenen Informationen mit anderen geographischen Informationen zielorientiert verknüpfen“ sowie „die gewonnenen Informationen in andere Formen der Darstellung um- wandeln“ und beschreiben zu können.10 So wird die Fähigkeit zu kausalgenetischem Denken geschult, was wiederum in Bezug auf die lebensweltliche Relevanz eine Kompetenz darstellt, die in der Hauptphase der Oberstufe fächerübergreifend und im späteren Berufsleben der Schüler stetig gefordert sein wird.

1.4 Die Lernvoraussetzungen

Die Schüler kennen die Faktoren des Systems Erde-Sonne (Erdrotation, Erdrevolution, Ekliptikschiefe) und die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Strahlungs- und Wär- mehaushalts der Erde. Die entsprechende Darstellung in Skizzen wurde in den voran- gegangenen Stunden praktiziert. Mit den geplanten Aktions- und Sozialformen sind die Schü- ler vertraut.

1.5 Die Rahmenbedingungen

Üblicherweise findet der Erdkundeunterricht im Klassenraum statt. Da zur Realisierung des Demonstrationsexperimentes allerdings die Möglichkeit einer vollständigen Verdunklung benötigt wird, wird der Unterricht für die Lehrprobenstunde in Raum B 21 verlegt. Dieser bietet genügend Platz für Schüler und Gäste und zur Durchführung der Demonstration. Die Ausstattung ist gut, da der Raum sowohl über eine Tafel als auch über eine fest installierte Projektionsfläche und sehr gute Verdunklungsmöglichkeiten verfügt. Ein Overheadprojektor wird bereitgestellt. Die Sitzordnung eignet sich gut zur Partnerarbeit.

[...]


1 Hier und im Folgenden impliziert der Begriff „Schüler“ immer auch die weibliche Form.

2 Die Abkürzung „AfB“ steht hier und im Folgenden für „Anforderungsbereich“.

3 MINISTERIUM FÜR BILDUNG, KULTUR UND WISSENSCHAFT (2006): Lehrplan Erdkunde für die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe. Saarbrücken.

4 ERNST, M. & W. SALZMANN (Hrsg.) (2006): Mensch und Raum. Raumanalyse. Berlin: Cornelsen.

5 DIERCKE WELTATLAS (2002).

6 SEYDLITZ GEOGRAPHIE für Gymnasien in Rheinland-Pfalz. Schülerband 2 (2008): Braunschweig: Schroedel.

7 DIERCKE WELTATLAS (2002), S. 242/243

8 HAACK WELTATLAS (2007), S. 246.3

9 Vgl. DGfG (2010), S. 13.

10 Vgl. DGfG (2010), S. 21.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Polartag und Polarnacht. Ein Unterrichtsentwurf für die 10. Klasse Gymnasium
Hochschule
Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Saarlouis
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V189632
ISBN (eBook)
9783668257337
ISBN (Buch)
9783668257344
Dateigröße
982 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
polartag, polarnacht, unterrichtsentwurf, klasse, gymnasium
Arbeit zitieren
Marie Burger (Autor), 2011, Polartag und Polarnacht. Ein Unterrichtsentwurf für die 10. Klasse Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189632

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