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Mediation als Form moderner Gouvernementalität unter besonderer Berücksichtigung des Modells der reflexiven Institutionalisierung

Title: Mediation als Form moderner Gouvernementalität unter besonderer Berücksichtigung des Modells der reflexiven Institutionalisierung

Seminar Paper , 2011 , 22 Pages

Autor:in: Mathis Diemer (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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[...] In dieser Arbeit soll untersucht werden, ob mit dem Modell der Mediation ein Instrument geliefert werden kann, das eine konstruktive Ergänzung der bestehenden Institutionen ermöglicht und den Wünschen vieler Bürgerinnen und Bürger nach verstärktem Einfluss auf die Erarbeitung und Umsetzung politischer Inhalte gerecht wird. Um der institutionellen Komponente des Problems gerecht zu werden, bedient sich der Autor dem Modell der reflexiven Institutionalisierung und untersucht, ob Mediation den Ansprüchen dieses institutionellen Modells genügt. Im nächsten Schritt soll aufgezeigt werden, ob das Modell der Mediation einen Ausdruck moderner Gouvernementalität im Sinne Michel Foucaults darstellt und damit als Instrument der Verbindung von Herrschaftstechnik und Selbsttechnologie bezeichnet werden kann.
Die analyseleitenden Fragestellungen lauten: Kann das Modell der Mediation als Ausdruck reflexiver Institutionalisierung bezeichnet werden? Kann Mediation als Ausdruck neoliberaler Gouvernementalität angesehen werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemdefinition und Fragestellungen

1.2 Vorgehensweise

1.3 Forschungsstand

2. Gouvernementalität, Reflexive Institutionalisierung, Mediation

2.1 Gouvernementalität nach Foucault und „gouvernmentality studies“

2.2 Reflexive Institutionalisierung

2.3 Das Modell der Mediation

3. Beantwortung der analyseleitenden Fragestellungen

3.1 Mediation als Ausdruck reflexiver Institutionalisierung?

3.2 Mediation als Ausdruck neoliberaler Gouvernementalität?

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Modell der Mediation als Instrument zur Ergänzung bestehender Institutionen dienen kann, um dem gestiegenen Bedürfnis nach bürgerlicher Partizipation gerecht zu werden. Dabei wird analysiert, ob Mediation sowohl als Ausdruck reflexiver Institutionalisierung als auch als Form neoliberaler Gouvernementalität nach Michel Foucault verstanden werden kann.

  • Analyse von politischer Mediation als Konfliktmanagement
  • Reflexive Institutionalisierung in Entscheidungsprozessen
  • Gouvernementalität nach Foucault und Neoliberalismus
  • Fallbeispiel: Mediationsverfahren zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens
  • Verbindung von Herrschaftstechniken und Selbsttechnologien

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemdefinition und Fragestellungen

„Herrschaft soll heißen die Chance, auf einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden.“

Diese klassische Definition von Herrschaft nach Max Weber impliziert, dass der Souverän eines Staates Befehle erteilt und seine Untergebenen diesen Folge leisten. Seit der berühmte Soziologe diese verfasste hat sich jedoch einiges in der gesellschaftlichen und politischen Kultur vieler Nationalstaaten geändert: Konzepte staatlichen Handeln, politischer Steuerung oder regulativer Politik werden zunehmend in Frage gestellt. Scharpf bezeichnete diesen Tatbestand im Jahre 1991 als Problem der „Handlungsfähigkeit des Staates am Ende des 20. Jahrhunderts.“ Was ist geschehen? Der überkommene Institutionenbestand der repräsentativ parlamentarischen Demokratie ist aus verschiedenen Gründen in die Kritik geraten. Anna Geis formuliert hierzu: „Auf der Input-Seite ist der Institutionenbestand auf einen Bürger angelegt, der kein besonderes Partizipationsbegehren entwickelt und rechtmäßig zustande gekommene Entscheidungen ohne weiteres als legitim anerkennt.“

Problem- und Konfliktlagen haben sich jedoch stark verändert, denn die Komplexität von Politik ist dramatisch gestiegen. „Vernetzte Problemlagen, Unsicherheit über Folgen, multipolare Konfliktkonstellationen überfordern einen positionellen Politikstil und erzeugen Dysfunktionalitäten in einer repräsentativ-parlamentarischen Demokratie.“

Neben der Steigerung von Komplexität politischer Entscheidungsprozesse, hat sich ebenso das Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger verändert. Ausdruck fand diese neue Haltung gegenüber dem Staat in den sogenannten neuen sozialen Bewegungen, die sich über Arbeitnehmerfragen hinaus auch mit Themen der bürgerlichen Partizipation beschäftigen. Auch im digitalen Raum hat der Bürger inzwischen die Möglichkeit auf Einflussnahme. Der Begriff des Web 2.0, welcher vom O’Reilly-Verlag in Zusammenarbeit mit Media- Live International für die Benennung einer neuen Konferenz kreiert wurde, steht für diese Veränderung. Sie manifestiert sich beispielsweise im Ende der klaren Trennung von Produzent und Konsument. Derartige Übergänge verlaufen heute fließend. Internetnutzer erstellen eigene Inhalte und veröffentlichen diese auf Plattformen wie You Tube und

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Problem der sinkenden Handlungsfähigkeit des Staates in einer komplexer werdenden Gesellschaft und führt in die Fragestellung zur Rolle der Mediation ein.

2. Gouvernementalität, Reflexive Institutionalisierung, Mediation: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Gouvernementalität nach Foucault, das Konzept der reflexiven Institutionalisierung und die Charakteristika von Mediationsverfahren.

3. Beantwortung der analyseleitenden Fragestellungen: Anhand des Fallbeispiels der Flughafenerweiterung in Frankfurt wird geprüft, ob Mediation tatsächlich als reflexive Institutionalisierung und neoliberale Gouvernementalität fungiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Mediation eine sinnvolle Ergänzung institutioneller Prozesse darstellt, jedoch für eine volle Wirkungskraft einer stärkeren gesetzlichen Verankerung bedarf.

5. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche für die Arbeit verwendeten Quellen systematisch aufgelistet.

Schlüsselwörter

Mediation, Gouvernementalität, Reflexive Institutionalisierung, Politische Partizipation, Michel Foucault, Neoliberalismus, Konfliktmanagement, Repräsentative Demokratie, Frankfurter Flughafen, Machttechnik, Selbsttechnologien, Bürgerinitiativen, Politische Steuerung, Dispositive der Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Modell der Mediation als ein Instrument zur Bewältigung komplexer politischer Konflikte und dessen Einordnung in moderne Regierungstheorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle von Politikwissenschaft, Soziologie und moderner Konfliktregelung im Kontext der Gouvernementalität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Mediation als Ausdruck reflexiver Institutionalisierung und neoliberaler Gouvernementalität betrachtet werden kann, um politische Entscheidungsprozesse zu ergänzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine theoretische Analyse der Konzepte von Foucault und March/Olsen, kombiniert mit einer Fallstudie zum Mediationsverfahren des Frankfurter Flughafens.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Begriffe und deren Anwendung auf das konkrete Mediationsverfahren am Frankfurter Flughafen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Mediation, Gouvernementalität, Reflexive Institutionalisierung und Politische Partizipation.

Warum wurde der Flughafen Frankfurt als Fallbeispiel gewählt?

Da dieses Verfahren durch politische Akteure initiiert wurde und gesellschaftspolitische Interessen sowie Konflikte in einem öffentlichen Bereich exemplarisch vereint.

Welche Rolle spielt die Gesetzgebung laut dem Autor für Mediation?

Der Autor betont, dass Mediation ohne eine klare gesetzliche Verbindlichkeit und Definition des Mediatorenberufes in ihrer Wirkung begrenzt bleibt.

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Details

Title
Mediation als Form moderner Gouvernementalität unter besonderer Berücksichtigung des Modells der reflexiven Institutionalisierung
College
University of Trier
Author
Mathis Diemer (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V189651
ISBN (eBook)
9783656140252
ISBN (Book)
9783656140610
Language
German
Tags
mediation form gouvernementalität berücksichtigung modells institutionalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mathis Diemer (Author), 2011, Mediation als Form moderner Gouvernementalität unter besonderer Berücksichtigung des Modells der reflexiven Institutionalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189651
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