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Sojaanbau in Brasilien

Title: Sojaanbau in Brasilien

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 36 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Joris Pfahler (Author)

Geography / Earth Science - Regional Geography
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Soja gehört zu den ältesten und wertvollsten Lebensmitteln der Welt. In Asien wird die Pflanze deswegen auch als „Heiliges Korn“ verehrt, „Gelber Edelstein“ oder „Großer Schatz“ genannt. Man kennt Soja aus dem alltäglichen Leben, in Form von Sojamilch oder Sojaöl, als Sauce oder Spieße, gekocht, gedämpft, gekeimt oder gebacken: die Sojabohne lässt sich hervorragend verarbeiten und dient daher Millionen von Menschen auf der ganzen Welt als Grundnahrungsmittel. Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Sojapflanze, die ursprünglich in Asien beheimatet ist, nach Brasilien exportiert und angebaut. Schnell wurde die große Bedeutung der kleinen, gelben Pflanze erkannt, wodurch riesige Waldgebiete gerodet, Straßen und Häfen errichtet, Düngemittel und Pestizide importiert wurden. So stieg Brasilien sehr schnell zu einem wichtigen Sojaexporteur der Welt auf und exportiert heutzutage mehr Soja als die USA, davon 30 % nach Deutschland, was wichtige Devisen für das hoch verschuldete Land bringt. Kilometerlange Monokulturen bedecken den Boden der brasilianischen Bundesstaaten Parana, Santa Carina, Rio Grande do Sul und Mato Grosso. Doch Soja landet nicht nur auf den Tellern der Menschen, sondern auch in Millionen von Trögen und Mägen von Schweinen, Hühnern und Rindern in den Intensivmastbetrieben der reichen Industrieländer. So wurde das für viele Menschen so wichtige Nahrungsmittel bei uns zum Futtermittel, damit wir günstiges Fleisch kaufen können. Ein Ende der Weltnachfrage nach der „Wunderbohne“ mit dem sehr hohen Eiweißgehalt ist nicht in Sicht. Lange Zeit hat man sich kaum Gedanken über die Sojapflanze in Deutschland gemacht. Erst die Debatten über genmanipulierten Sojaanbau rückten Soja wieder in den Fokus, nachdem 1996 das erste Schiff mit gentechnisch veränderten Sojabohnen in Hamburg landete. Für die Einen ist der Sojaanbau in Brasilien ein Segen, für Andere eine Katastrophe. Diese Ausarbeitung thematisiert den Sojaanbau in Brasilien, erklärt Brasiliens Weg zum Sojaexporteur Nummer eins auf der Welt, stellt die derzeitige Situation des Sojaanbaus in Brasilien dar und setzt sich mit den positiven und negativen Folgen auseinander.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Sojabohne

2.1 Die Sojabohne als Anbaufrucht in Brasilien

2.2 Sojaindustrie: Von der Saat bis zum Exportprodukt

2.3 Verwendung von Sojabohnen und Sojaprodukten

3 Sojaanbau in Brasilien

3.1 Entwicklung bis zum Jahre 1973

3.2 Entwicklung nach 1973

3.3 Gegenwärtiger Sojaanbau

4 Auswirkungen und Folgen des Sojabooms

4.1 Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Zulieferindustrie

4.2 Beschäftigungsveränderungen

4.3 Ökologische und soziale Folgen

4.4 Cashcrops vs. Nahrungsmittelproduktion

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den rasanten Aufstieg des Sojaanbaus in Brasilien, analysiert die historischen Entwicklungsphasen der Sojawirtschaft und beleuchtet kritisch die damit verbundenen sozioökonomischen sowie ökologischen Konsequenzen für das Land und seine Bevölkerung.

  • Historische Entwicklung des Sojaanbaus in Brasilien ab 1960.
  • Die Rolle internationaler Großkonzerne in der landwirtschaftlichen Zulieferindustrie.
  • Transportinfrastruktur und deren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit.
  • Ökologische Folgen wie Entwaldung und Bodenerosion durch Monokulturen.
  • Konflikt zwischen Cashcrop-Exportorientierung und lokaler Nahrungsmittelversorgung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Entwicklung bis zum Jahre 1973

Der Sojaanbau wurde für die brasilianischen Farmer interessant, indem Soja als Zwischenfrucht zur Senkung der Kosten des Weizenanbaus benutzt wurde. Jedoch war es nicht nur die Benutzung der Sojafrucht als Zwischenfrucht, die eine Initialzündung gab. Es waren vielmehr zwei Ereignisse im Jahre 1964. Zum einen gab es neue Maxime in der Wirtschaftspolitik, die den Sojaanbau am Weltmarkt orientierend und auf eine Exportsteigerung hin anpassen wollten. Viel mehr ins Gewicht fällt der zweite Punkt – die Abschaffung von Zöllen und Handelsbedingungen für Ölsaaten und deren Derivate in die EG-Länder. Beides brachte die Gründung des EG-Agrarmarktes mit sich. Der sich für Brasilien somit neu öffnende Markt wurde als Chance gesehen und es wurde viel daran gesetzt, diese Chance des neuen Absatzmarktes wahr zu nehmen. In dieser Angelegenheit wurde die brasilianische Regierung unterstützt von der US-Regierung und einer Vielzahl von Agrarkonzernen (vgl. LIEBERG 1988, S. 58).

Vielerlei Maßnahmen zur Steigerung der Weizen- und Sojaproduktion wurden durchgeführt. Erstens die großflächige Kalkung des Anbaubodens, die aufgrund der von Natur aus kalkarmen Böden dringend notwenig war und in den Augen vieler US-amerikanischer Entwicklungshelfer unabdingbar war. Zweitens wurde der Einsatz von Mineraldünger eingeführt. Drittens wurden erstmals Traktoren für Düngung, Aussaht und Ernte verwendet. Viertens wurde die Ausbringung von Pestiziden forciert, die bei einer Verwendung von Hochertragssorten zwingend war (vgl. LIEBERG 1988, S. 58).

Des weiteren gab es zahlreiche ausländische Berater, die von einer großen Nachfrage nach Protein auf dem Weltmarkt wussten. Zu den Ländern mit der höchsten Nachfrage zählten zu dieser Zeit Japan und vor allem Westeuropa. Außerdem nahmen die Berater an, dass die Nachfrage in der Zukunft noch deutlich höher werden würde. Jedoch sind nicht nur die Reaktionen auf dem Weltsojamarkt für die Initialzündung verantwortlich, da sich zur selben Zeit eine technologische Revolution in Brasiliens Geflügelindustrie vollzog, die eine Hohe Nachfrage an Eiweißfuttermitteln mit sich brachte (vgl. LIEBERG 1988, S. 59).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die globale Bedeutung von Soja als Nahrungsmittel und Futtermittel sowie die Entwicklung Brasiliens zum weltweit führenden Sojaexporteur.

2 Die Sojabohne: Dieses Kapitel beschreibt die botanischen Eigenschaften der Sojabohne, ihre Anforderungen an das Klima, die Anbauvoraussetzungen in Brasilien sowie die industrielle Verarbeitung zu Sojaöl und Sojakuchen.

3 Sojaanbau in Brasilien: Der Abschnitt skizziert die historische Entwicklung des brasilianischen Sojaanbaus von 1963 bis zum gegenwärtigen Stand, wobei der Fokus auf staatlichen Fördermaßnahmen, Infrastrukturproblemen und der geografischen Verlagerung der Produktionszentren liegt.

4 Auswirkungen und Folgen des Sojabooms: Dieses Kapitel analysiert kritisch die sozialen und ökologischen Kosten, einschließlich der Dominanz multinationaler Konzerne, der Zerstörung von Regenwaldflächen, der Sklavenarbeit und der Verdrängung lokaler Grundnahrungsmittel.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die künftigen Herausforderungen und Abhängigkeiten des brasilianischen Sojasektors im Kontext der globalen Marktentwicklungen.

Schlüsselwörter

Sojabohne, Brasilien, Landwirtschaft, Agrarexport, Monokultur, Entwaldung, Agrarpolitik, Sojaboom, Infrastruktur, Ernährungssicherheit, Triturationsverfahren, Agroindustrie, Bodenqualität, Pestizide, Weltmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Aufstieg Brasiliens zu einem der weltweit führenden Sojaexporteure und beleuchtet die damit einhergehenden wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Folgen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben der botanischen Grundlage der Sojabohne liegt der Fokus auf der historischen Entwicklung der Agrarwirtschaft, den logistischen Herausforderungen beim Export sowie den negativen Auswirkungen wie Waldrodungen und sozialer Ungerechtigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den "Sojaboom" in Brasilien ganzheitlich darzustellen und sowohl die staatlich geförderte Expansion als auch die Schattenseiten der exportorientierten Sojawirtschaft kritisch zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Auswertung statistischer Daten und grafischer Darstellungen der Sojaproduktion und -exporte.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil behandelt die technologische Entwicklung des Anbaus, die Dominanz internationaler Konzerne, die Rolle der Infrastruktur für den Export sowie die ökologischen und sozialen Folgen der industriellen Sojawirtschaft.

Wie lässt sich die Arbeit durch Schlagworte charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Sojaanbau in Brasilien, ökologische Zerstörung, Exportwirtschaft, Agrarpolitik, sozioökonomische Folgen und globale Marktabhängigkeiten.

Welche Bedeutung hat der Sojaanbau für das Ökosystem in Mato Grosso?

Der Anbau in Mato Grosso hat durch massive Rodungen zur Zerstörung von Regenwaldflächen und des Cerrado geführt, was die Bodenfruchtbarkeit reduziert und die Erosion verstärkt hat.

Warum spielt die Infrastruktur eine so entscheidende Rolle beim brasilianischen Sojaexport?

Da die Hauptanbaugebiete im Landesinneren liegen, verursachen lange Transportwege zu den Häfen hohe Kosten, was Brasilien im Vergleich zu anderen Exporteuren einen Wettbewerbsnachteil verschafft, den das Land durch infrastrukturelle Erschließungen zu minimieren versucht.

Excerpt out of 36 pages  - scroll top

Details

Title
Sojaanbau in Brasilien
College
University of Marburg  (Geographie)
Course
Ländliche Räume in den Tropen
Grade
1,7
Author
Joris Pfahler (Author)
Publication Year
2007
Pages
36
Catalog Number
V189675
ISBN (eBook)
9783656140160
Language
German
Tags
sojaanbau brasilien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joris Pfahler (Author), 2007, Sojaanbau in Brasilien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189675
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