Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation

Ethnische Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt

Titel: Ethnische Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dimitrij Gede (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung
Die folgende Hausarbeit entstand in Folge eines Seminars der Universität Trier mit dem Titel „Moderne Ungleichheitsforschung im Vergleich“, in dem wir in reger Diskussion Theorien bekannter Soziologen diskutierten. Im Zuge dieser Diskussion erwachte das Interesse des Autors an dem Thema des Arbeitsmarkts. Dieser ist nach der soziologischen Betrachtung eine „Maschine der Ungleichheitsproduktion“, da er die zentrale Instanz zur Distribution von sozialen Position, gesellschaftlichem Status und Lebenschancen darstellt. In der folgenden Hausarbeit werden theoretische Konzepte, die sich mit Ungleichheit von Migranten auf dem Arbeitsmarkt beschäftigen vorgestellt. Hierbei dienen drei Grundfragen als Leitfaden:

1. Was sind die Gründe für den geringen Arbeitsmarkterfolg von Migranten?
2. Welche Erklärung gibt es für den unterschiedlichen Erfolg zwischen verschiedenen Migrantengruppen?
3. Gibt es Gruppen, die eine Sonderrolle spielen?

Da eine ausführliche Darstellung aller Theorien den Rahmen einer Hausarbeit sprengen würde konzentriert der Autor sich auf 3 grundliegende. Zum ersten gilt die Analyse der unterschiedlichen Ausstattung mit Humankapital. Verfügen jedoch 2 Akteure über die gleiche Menge eines solchen, bedeutet das jedoch nicht, dass beide dieselben Erträge erzielen. Daher wird im weiteren Verlauf die These der Diskriminierung von Migranten auf dem Arbeitsmarkt untersucht. Um obige Theorien auf eine Wirkung im realen sozialen Raum zu prüfen, folgt die Darstellung einer empirischen Analyse, erhoben durch Frank Kalter. Hier werden die Chancen der ersten und zweiten Generation von Migranten mit denen der Deutschen verglichen. Die dritte Theorie (Signaling- Theorie) betrachtet weiterführend den Signalwert einer deutschen Ausbildung für Migranten. Als zentrale Fragestellung dient hier „Gleiche Chancen bei gleicher Ausbildung, auch für Migranten?“ Auch diese wird auf den empirischen Prüfstand gestellt. Schließlich werden die Ergebnisse kurz zusammengefasst und in einem Fazit erörtert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien unterschiedlicher Ausstattung mit Humankapital

2.1 Die Entwertung spezifischen Kapitals

2.2 Die selektive Migration

2.3 Spezifische Präferenzen und Motive

3. Unterschiedliche Erträge trotz gleichem Humankapital

3.1 Das Präferenzmodell von Becker

3.2 Statistische Diskriminierung

4. Empirische Untersuchung ethnischer Ungleichheit

4.1 Die erste Generation der Migranten

4.2 Die zweite Generation der Migranten

5. Gleiche Chancen dank einer abgeschlossenen Ausbildung?

5.1 Signaling- Theorie

5.2 Darstellung der Empirie

5.3 Ergebnisse der Erhebung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die Chancenungleichheit von Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum Migranten trotz formal gleicher Qualifikationen häufig schlechtere Arbeitsmarktchancen aufweisen und inwiefern Diskriminierung oder Unterschiede im Humankapital sowie dessen Verwertbarkeit hierfür verantwortlich sind.

  • Analyse soziologischer und ökonomischer Theorien zu Humankapital und Diskriminierung
  • Vergleich der Arbeitsmarktchancen zwischen der ersten und zweiten Migrantengeneration
  • Untersuchung der Signalwirkung deutscher Bildungszertifikate für Migranten
  • Diskussion ethnienspezifischer Leistungsannahmen und deren Einfluss auf Rekrutierungsprozesse
  • Empirische Überprüfung der Persistenz ethnischer Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt

Auszug aus dem Buch

3.2 Statistische Diskriminierung

Eine zweite Theorie der Diskriminierung, bildet die Benachteiligung von bestimmten Gruppen anhand statistischer Verfahren. Die Annahme dabei ist, dass Arbeitgeber nicht über vollkommene Informationen über die Produktivität und Leistungsfähigkeit einzelner Bewerber verfügen. Um Transaktionskosten in Form von Screening zu sparen, vertrauen die Akteure auf repräsentative Erhebungen, die Merkmale von Gruppen, wie zum Beispiel Nationalität, Geschlecht und Qualifikationsniveau, einschätzen. Auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten werden so bestimmten Gruppen spezifische Eigenschaften zugeschrieben. Die Theorie der statistischen Diskriminierung besagt, dass solche Zusammenfassungen von Gruppen nicht der wahren Leistung individueller Akteure entsprechen. Es kann somit dazu kommen, dass produktive Akteure die jedoch einer niedrig geschätzten Gruppe angehören, als „schlechter“ angesehen werden und somit einen geringeren Lohn bekommen und andersherum, weniger produktive Akteure einer besser geschätzten Gruppe einen Höheren. Weiterhin ist zu beachten, dass sich aus einer statistischen Diskriminierung, eine self- fulfilling prophecy entwickeln kann. Eine benachteiligte Gruppe könnte auf Dauer selbst weniger in ihr Humankapital investieren, da sie keinen zusätzlichen Nutzen mehr davon wahrnimmt. Zumal, dass die Auszahlung von Bildungsinvestitionen nicht sicher und mit Kosten verbunden ist. Letztlich weisen diese Gruppen tatsächlich einen Produktivitätsunterschied auf, basierend auf der, fälschlicherweisem anfangs als korrekt angenommenen Statistik.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die soziologische Betrachtung des Arbeitsmarktes als „Maschine der Ungleichheitsproduktion“ ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Theorien unterschiedlicher Ausstattung mit Humankapital: Das Kapitel erläutert drei Haupterklärungen für die Benachteiligung der ersten Migrantengeneration: Entwertung spezifischen Kapitals, selektive Migration sowie spezifische Präferenzen und Motive.

3. Unterschiedliche Erträge trotz gleichem Humankapital: Es werden mit dem Präferenzmodell von Becker und der statistischen Diskriminierung zwei zentrale theoretische Ansätze diskutiert, die Ungleichheiten bei gleichem Humankapital erklären können.

4. Empirische Untersuchung ethnischer Ungleichheit: Dieses Kapitel prüft anhand von Mikrozensus-Daten die Arbeitsmarktchancen der ersten und zweiten Generation und vergleicht diese mit den Ergebnissen der klassischen Studie von Chiswick.

5. Gleiche Chancen dank einer abgeschlossenen Ausbildung?: Anhand der Signaling-Theorie wird analysiert, ob deutsche Bildungszertifikate als Signal für Leistungsfähigkeit wirken und ob sie Migranten zu gleichen Chancen verhelfen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Qualifikationsunterschiede zwar einen Großteil der Ungleichheit erklären, für bestimmte Gruppen jedoch diskriminierende Mechanismen weiterhin eine wesentliche Rolle spielen.

7. Literaturverzeichnis: Hier sind die in der Hausarbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Online-Quellen systematisch aufgelistet.

Schlüsselwörter

Arbeitsmarkt, Ungleichheitsforschung, Migration, Humankapital, Diskriminierung, Signaling-Theorie, Migranten, Chancengleichheit, Bildungszertifikate, Statistische Diskriminierung, ethnische Präferenzen, Erwerbstätigkeit, Qualifikationsgefälle, Arbeitsmarktsoziologie, Integration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Ursachen für die schlechteren Arbeitsmarktchancen von Migranten in Deutschland im Vergleich zu Einheimischen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Themenbereiche Humankapital, Diskriminierungstheorien, den Arbeitsmarkterfolg verschiedener Migrantengenerationen sowie die Signalwirkung von Ausbildungsabschlüssen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, ob die beobachtbare Chancenungleichheit auf dem Arbeitsmarkt primär durch Unterschiede im Humankapital erklärbar ist oder ob Diskriminierungsmechanismen, etwa aufgrund ethnischer Herkunft, eine eigenständige Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine theoretische Literaturanalyse durch und kombiniert diese mit der Sekundäranalyse empirischer Daten aus dem deutschen Mikrozensus, um die theoretischen Annahmen zu überprüfen.

Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle (Humankapital und Diskriminierung) und deren empirische Prüfung mittels Regressionsanalysen zu Erwerbstätigkeit und Qualifikationsniveau.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Humankapital, statistische Diskriminierung, Signaling-Theorie, ethnische Herkunft, Chancenungleichheit und Arbeitsmarktintegration.

Welche Rolle spielt die „zweite Generation“ in der Untersuchung?

Die Analyse der zweiten Generation dient dazu, Faktoren wie mangelnde Sprachkenntnisse auszuschließen, um eine etwaige Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft präziser isolieren zu können.

Was besagt die Signaling-Theorie in Bezug auf Migranten?

Die Theorie postuliert, dass Arbeitgeber bei Unsicherheit über die Produktivität eines Bewerbers Bildungszertifikate als „Signale“ nutzen; die Arbeit untersucht kritisch, ob dieser Effekt bei Migranten durch ethnische Leistungsannahmen neutralisiert wird.

Zu welchem Ergebnis kommt die Arbeit bei türkischen Migranten?

Die Daten deuten darauf hin, dass türkische Migranten selbst bei vorhandenen Bildungsabschlüssen weiterhin Nachteile erfahren, was auf ethnienspezifische Vorurteile bei Arbeitgebern schließen lässt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ethnische Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt
Hochschule
Universität Trier
Note
1,3
Autor
Dimitrij Gede (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V189690
ISBN (eBook)
9783656140078
ISBN (Buch)
9783656140696
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ethnische ungleichheiten arbeitsmarkt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dimitrij Gede (Autor:in), 2012, Ethnische Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189690
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum