Die Studie ist im Oeuvre Marattis äußerst prägnant. Sein Nachlass ist geprägt von einer Unmenge an Skizzen. Im Zentrum der Arbeit steht das Deckenfresko der Sala Clementina im Palazzo Altieri in Rom. Es wird vor allem die Studiensammlung des Düsseldorfer Kupferstichkabinetts herangezogen, um den Werkprozess zum Deckenfresko zu veranschaulichen. Das im Auftrag des Papstes Clemens X ausgeführte Fresko beschreibt nicht nur Marattis Auffassung von Kunst im barocken Rom, sondern repräsentiert die allegorische Verwendung spezifischer Motive im Zuge der Gegenreformation. Aus rechtlichen Gründen wurde in der Publikation auf Abbildungen verzichtet. Informationen zur Bildrecherche können über das Profil des Autors auf der Verlagshomepage eingeholt werden. Zur Vereinfachung der Bildrecherche wurden die Abbildungshinweise beibehalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Malerei im barocken Rom
3. Carlo Maratti - Vita
3.1. Accademia di San Luca
3.2. Maratti Schüler – stilistische Beeinflussung
4. Palazzo Altieri
4.1. Clemens X – Auftraggeber zu politisch schwierigen Zeiten
4.2. Giovanni Pietro Bellori – Programmatiker und Kunstliterat
5. Allegorien zur Zeit der Gegenreformation
6. Entwurfsprozesse bei Maratti
7. Clementia. Allegorie auf das Pontifikat Papst Clemens X.
8. Skizzen und Entwürfe
8.1. Gesamtentwurf
8.2. Studien zur Abundantia und dem Engel mit Tiara
8.3. Studie zum Schoß der Clementia
8.4. Studien zum Kopf und zum Schoß der Clementia
8.5. Studien zur Fortitudo
8.6. Studien zum Engel mit dem Schlüssel Petri dem Cherub mit der Devise
9. Bellori, Maratti und der Palazzo Altieri nach der Clementia
10. Forschungsstand zu Maratti
10.1. Provenienz der Skizzen
10.2. Düsseldorfer Kupferstichkabinett
10.3. Sammlung Schloss Windsor
10.4. Nationalbibliothek der Accademia di San Fernando – Madrid
11. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das zeichnerische Oeuvre von Carlo Maratti im Kontext seines Deckenfreskos im Palazzo Altieri in Rom, analysiert die politischen und künstlerischen Rahmenbedingungen unter Papst Clemens X. und dokumentiert den wissenschaftlichen Forschungsstand zu Marattis Skizzen und Entwürfen in bedeutenden europäischen Sammlungen.
- Analyse der Entwurfsprozesse und der zeichnerischen Methodik Marattis
- Untersuchung der Zusammenarbeit zwischen Maratti und dem Kunsttheoretiker Giovanni Pietro Bellori
- Aufarbeitung der allegorischen Bildsprache zur Zeit der Gegenreformation
- Kritische Bestandsaufnahme des Forschungsstandes und der Provenienz der Skizzenbestände
Auszug aus dem Buch
6. Entwurfsprozesse bei Maratti
Maratti wurde erstmals große Aufmerksamkeit durch eine Vorzeichnung für das Altarbild „die Anbetung des Kindes“ in S. Giuseppe die Falegnami geschenkt (Abb. 4). 1650 kam es zur Aufstellung des Gemäldes. Die Vorzeichnung, so meint Birke, lässt eine starke Nähe zum Venezianischen Kolorismus eines Andrea Sacchis ausmachen. Die Studie sei als Vorzeichnung für ein datiertes Frühwerk ein wichtiger Markstein in einer Entwicklung, die bis über die Jahrhundertwende hinausgereicht hätte. Maratti hinterließ ein breites Spektrum an Skizzen und Vorstudien. Anhand einiger ausgewählter Studien zum Deckenfresko im Palazzo, sollen Strukturen des Entwurfsprozesses herausgearbeitet werden. Es ist festzustellen, dass der römische Barockmaler in seinen Studien sehr detailgenau vorgegangen ist. Viele Studien lassen sich finden, die sich ausschließlich mit einem spezifischen Körperteil, einem Faltenwurf einer Draperie oder anatomischen Proportionen auseinandersetzen. Die Fokussierung auf eine genaue Vorbereitung, wird einerseits auf seine Position als Lehrer der Accademia und seine zahlreichen Schüler, die Zeichnungen als Stütze für bestimmte Übungspraxen benutzten interpretiert, andererseits auch auf seine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Materie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Deckenmalerei im Palazzo Altieri und Darlegung der forschungsleitenden Fragestellungen zu Marattis Werk.
2. Malerei im barocken Rom: Darstellung der künstlerischen Strömungen im Rom des 17. Jahrhunderts und Abgrenzung von Marattis klassizistischem Stil gegenüber der Illusionsmalerei.
3. Carlo Maratti - Vita: Biografischer Abriss des Künstlers und Beschreibung seiner einflussreichen Rolle in der Accademia di San Luca.
4. Palazzo Altieri: Baugeschichte des Palastes und Porträt der Auftraggeber sowie der kunsttheoretischen Berater.
5. Allegorien zur Zeit der Gegenreformation: Erläuterung der Bedeutung und Funktion von Allegorien und Personifikationen innerhalb der katholischen Reformbestrebungen.
6. Entwurfsprozesse bei Maratti: Untersuchung der methodischen Vorgehensweise Marattis bei der Vorbereitung seiner Gemälde anhand ausgewählter Studien.
7. Clementia. Allegorie auf das Pontifikat Papst Clemens X.: Analyse des Deckenfreskos im Palazzo Altieri als politisches und künstlerisches Gesamtkonzept.
8. Skizzen und Entwürfe: Detaillierte Betrachtung spezifischer Vorstudien zu den einzelnen Elementen des Deckenfreskos.
9. Bellori, Maratti und der Palazzo Altieri nach der Clementia: Aufarbeitung der Pläne für eine erweiterte Deckenausstattung, die letztlich nicht zur Ausführung gelangten.
10. Forschungsstand zu Maratti: Diskussion der Provenienz und der wichtigsten Sammlungen, die Marattis zeichnerischen Nachlass bewahren.
11. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungen zum Oeuvre des Künstlers.
Schlüsselwörter
Carlo Maratti, Palazzo Altieri, Barock, Malerei, Giovanni Pietro Bellori, Deckenfresko, Entwurfsprozess, Zeichnung, Allegorie, Gegenreformation, Kunsttheorie, Provenienzforschung, Skizzen, Clemens X., Accademia di San Luca
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation befasst sich mit dem zeichnerischen Nachlass des römischen Barockmalers Carlo Maratti und analysiert dessen Entwurfsprozesse anhand des Deckenfreskos im Palazzo Altieri.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die klassizistische Malweise im 17. Jahrhundert, die Zusammenarbeit mit dem Theoretiker Bellori, die Rolle allegorischer Bildprogramme und die Archivgeschichte der Zeichnungen in europäischen Museen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die künstlerische Arbeitsweise Marattis durch die Analyse von Vorstudien offenzulegen und den aktuellen Forschungsstand zu dessen umfangreichen Zeichnungsbeständen zu bündeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die kunsthistorische Analyse von Skizzen und Studien im Vergleich zur finalen Ausführung sowie die Rekonstruktion von Entwurfsprozessen auf Basis zeitgenössischer Dokumente und moderner Kataloge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung Marattis, eine detaillierte ikonografische Analyse des Freskos im Palazzo Altieri und eine Untersuchung der überlieferten Skizzen aus verschiedenen internationalen Sammlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Carlo Maratti, Barock, Palazzo Altieri, Entwurfsprozess, Zeichnung und Allegorie definieren.
Warum lehnte Maratti die damalige populäre Illusionsmalerei ab?
Er bevorzugte eine strenge, klassizistische Komposition und lehnte perspektivische Kunstgriffe der Illusionsmalerei prinzipiell ab, da er eine klare, auf das Wesentliche reduzierte Darstellung anstrebte.
Welche Bedeutung hat die Figur der Clementia im Deckenfresko?
Die Clementia ist als zentrale Allegorie zu verstehen, die direkt auf den päpstlichen Namen Clemens X. verweist und dessen friedvolle Regierung versinnbildlichen sollte.
Wo befinden sich die bedeutendsten Bestände der Maratti-Zeichnungen?
Die wichtigsten Standorte des zeichnerischen Nachlasses sind die Königliche Bibliothek in Windsor, die Accademia de San Fernando in Madrid und das Düsseldorfer Kupferstichkabinett.
Warum blieb ein Teil der geplanten Deckenausstattung unvollendet?
Das Freskenprogramm wurde durch den Auftraggeber modifiziert, da dieser bei der Raumkonzeption andere Vorstellungen hatte als Maratti und sein Berater Bellori.
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- Daniel Skina (Author), 2012, Il disegno - Studien zu Carlo Marattis Deckenfresko im Palazzo Altieri in Rom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189693