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Das Vulgärlatein

Titel: Das Vulgärlatein

Hausarbeit , 2010 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Annika Helmecke (Autor:in)

Romanistik - Fächerübergreifendes
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wer die romanischen Sprachen näher betrachtet, dem fällt auf, dass zahlreiche Ähnlichkeiten zwischen diesen bestehen. Doch wie ist das möglich?
Die gemeinsame Basis, den Ursprung dieser Sprachen, bildet das Latein. Kaum eine andere historische Sprache weist eine vergleichbare Kontinuität in ihrer Entwicklung auf und hat sich derart prägend auf die modernen Sprachen ausgewirkt.
Wenn wir heutzutage wissen wollen, wie beispielsweise im Lateinischen Verbformen konjugiert werden, so lehren uns Schulgrammatiken, wie dies funktioniert.
Aber wie kann etwas als richtig gelten in einer Sprache, die seit Jahrhunderten niemand mehr als Muttersprache erlernt?
Die beiden Autoren Cäsar und Cicero, mit ihrem individuellen Stil, werden hierbei als Grundlage für das klassische, geschriebene Latein angesehen.
Diese Einengung des Blickfeldes zeigt jedoch diverse Probleme auf. Vergleicht man einige romanische Sprachen miteinander, fallen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf, die ganz und gar nicht mit dem klassischen Latein vereinbar sind. Aus diesem Grund müssen weitere Aspekte der lateinischen Sprache analysiert werden. Die gesprochene Sprache, die wissenschaftlich als Vulgärlatein bezeichnet wird, nimmt dabei eine besondere Stellung ein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakterisierung und Definition des Vulgärlateins

3. Quellen des Vulgärlateins

3.1. Lateinische Autoren

3.2. Zeugnisse lateinischer Grammatiker und Lexikographen

3.3. Lateinische Inschriften, Papyri

3.4. Christliche Texte

3.5. Lateinische Glossare

3.6. Lateinische Fachliteratur

3.7. Frühmittelalterliche Geschichtsschreibung

3.8. Frühmittelalterliche Gesetzessammlungen, Urkunden, Formulare

3.9. Entlehnungen lateinischer Wörter in nichtromanische Sprachen

3.10. Die romanischen Sprachen selbst

4. Sprachliche Merkmale des Vulgärlateins

4.1. Phonologie

4.2. Morphologie

4.3. Syntax

4.4. Lexikologie

5. Fazit

6. Bibliographie

6.1. Literaturverzeichnis

6.2. Internetquellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Vulgärlatein als die gesprochene Basis der romanischen Sprachen, da das klassische, geschriebene Latein die sprachliche Entwicklung über ein Jahrtausend hinweg nur unzureichend abbildet. Ziel ist es, den Terminus „Vulgärlatein“ zu definieren, die Quellenlage zu sichten und die zentralen phonologischen, morphologischen, syntaktischen und lexikalischen Merkmale herauszuarbeiten, um so die Kontinuität und Transformation zum modernen Romanischen zu erklären.

  • Definition und Charakterisierung des Begriffs Vulgärlatein
  • Analyse der Quellenlage (Autoren, Inschriften, christliche Texte)
  • Wandel im Vokalsystem und phonologische Entwicklungen
  • Morphologische Vereinfachungen und der Übergang zur analytischen Syntax
  • Lexikalischer Wandel und Bedeutungstransformationen

Auszug aus dem Buch

4.1. Phonologie

Das klassische Latein unterscheidet in seinem Vokalsystem zehn Phoneme, diese sind Ă, Ā, Ĕ, Ē, Ĭ, Ī, Ŏ, Ō, Ŭ, Ū.

Dabei kam der Quantität eines Vokals, also der Länge und Kürze, mit der er gesprochen wurde, eine bedeutungsunterscheidende Rolle zu. Es wurde zwischen kurzem und langem Vokal unterschieden: ŏs (͵Knochenʹ) ōs (͵Mundʹ).

Doch die Unterscheidung zwischen kurzem und langem Vokal brach schlagartig zusammen, somit bildete sich der sogenannte „Quantitätenkollaps“ aus. Folglich spielte die Qualität der Vokale eine wichtige Rolle, denn nun wurde die Unterscheidung zwischen offenem und geschlossenem Vokal bedeutsam.

Der spanische Vokalismus gründet dabei auf dem „italischen“ System: Klassisches Latein: ī ĭ ĕ ē ā ŏ ō ŭ ū | ˅ | | | ˅ | Vulgärlatein: i e ɛ a ɔ o u. Denn das vulgärlateinische Vokalphoneminventar lässt sich besonders gut im Spanischen nachvollziehen, wie beispielsweise nĭger > span. negro (͵schwarzʹ) zeigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, neben dem klassischen Latein das gesprochene Vulgärlatein zu untersuchen, um die Ähnlichkeiten der romanischen Sprachen zu erklären.

2. Charakterisierung und Definition des Vulgärlateins: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition und verortet das Vulgärlatein als eine Abstraktion der gesprochenen Sprache, beeinflusst durch regionale, soziale und chronologische Faktoren.

3. Quellen des Vulgärlateins: Es werden verschiedene Zeugnisse wie Autoren, Inschriften, Papyri und christliche Texte analysiert, die als Belege für die Abweichungen vom klassischen Latein dienen.

4. Sprachliche Merkmale des Vulgärlateins: Dieses Kapitel behandelt die zentralen sprachwissenschaftlichen Transformationen in den Bereichen Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexikologie.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Vulgärlatein eine Vielzahl an Varietäten darstellt, die trotz schwieriger Quellenlage die unverzichtbare Grundlage für die romanischen Sprachen bilden.

6. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die für die Untersuchung herangezogene Fachliteratur sowie die genutzten Internetquellen auf.

Schlüsselwörter

Vulgärlatein, Romanische Sprachen, Sprachgeschichte, Sprachwandel, Phonologie, Morphologie, Syntax, Lexikologie, Quantitätenkollaps, Lateinische Quellen, Sprachliche Entwicklung, Sprachvarietät, Sprachliche Rekonstruktion, Sprachwissenschaft, Historische Linguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Vulgärlatein als die gesprochene Sprache, die sich vom klassischen Latein der Autoren wie Cicero abspaltet und die Wurzel für die heutigen romanischen Sprachen bildet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit umfasst die Definition des Vulgärlateins, eine Übersicht der relevanten historischen Quellen sowie eine detaillierte linguistische Analyse seiner phonologischen, morphologischen, syntaktischen und lexikalischen Merkmale.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich durch den „Quantitätenkollaps“ und andere sprachliche Veränderungen eine neue sprachliche Basis bildete, die die Entwicklung vom Latein zu den romanischen Sprachen ermöglichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive linguistische Analyse sowie auf den historischen Vergleich der in Texten und Inschriften überlieferten Sprache mit der klassischen Norm.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Quellenanalyse und die detaillierte Beschreibung der sprachlichen Merkmale des Vulgärlateins, insbesondere im Hinblick auf dessen Abweichungen von der klassischen Schriftsprache.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Vulgärlatein, Quantitätenkollaps, Sprachwandel, Romanische Sprachen, Sprachvarietät und historische Linguistik.

Warum ist die Definition des Vulgärlateins so problematisch?

Da Vulgärlatein keine einheitliche historische Sprache darstellt, sondern eine Abstraktion für eine Vielzahl gesprochener Varietäten ist, die regional und sozial stark variierten.

Welche Rolle spielen die Quellen für die Forschung?

Da es keine direkt überlieferte Grammatik der gesprochenen Sprache gibt, sind Quellen wie Graffitis, persönliche Briefe, christliche Texte und die späteren romanischen Tochtersprachen essenziell für die Rekonstruktion.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Vulgärlatein
Hochschule
Universität Leipzig  (Romanistik)
Note
1,3
Autor
Annika Helmecke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V189768
ISBN (eBook)
9783656142003
ISBN (Buch)
9783656142300
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vulgärlatein Sprachwissenschaft Romanistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Annika Helmecke (Autor:in), 2010, Das Vulgärlatein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189768
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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