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Zum Verhältnis von Zuschauer, Akteur und Raum am Beispiel des Site-Specific-Theaterstücks 'Out Trips'

Titel: Zum Verhältnis von Zuschauer, Akteur und Raum am Beispiel des Site-Specific-Theaterstücks 'Out Trips'

Hausarbeit , 2011 , 23 Seiten , Note: gut

Autor:in: Kristina Laudenberg (Autor:in)

Kulturwissenschaften - LGBTIQ+ / Queer-Studien
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Es lebe die Rampe, die die Bühne vom Zuschauerraum trennt [...]“1 lässt der russische Theatertheoretiker und Regisseur Alexander Tairow noch zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in seinen Aufzeichnungen verlauten und fordert damit eine Fortführung der strikten Rollenverteilung im Theater. Dem Schauspieler schreibt er den schöpferischen, dem Zuschauer den empfangenden Part zu.2 In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit dem Wandel der Rolle des Zuschauers vom passiven Teilnehmer zum aktiven Mitgestalter des Theaters, sowie dem daraus resultierenden Verhältnis von Zuschauer, Akteur und Raum während der Aufführung auseinandersetzen.
Als Grundlage meiner Analyse dient das Site-Specific-Theaterprojekt 'Out Trips', das ich im Rahmen eines Praktikums zum Modul „Kultur, Literatur und Medien“ ihm Rahmen des Sommerblut Kulturfestivals betreut und auch besucht habe.
Dieses Stück scheint besonders dafür geeignet zu sein, da das Skript neben einer festgelegten Szenenfolge sehr viele Lücken lässt, in denen Interaktion, also freies Spiel, zwischen Akteuren und Zuschauern stattfinden soll. Zudem werden während des Stückes verschiedene Örtlichkeiten innerhalb der Stadt Köln bespielt, deren architektonischen Begebenheiten nicht darauf ausgelegt sind, zwischen einem Bühnen- und einem Zuschauerraum zu trennen.
Im Folgenden möchte ich zunächst Grundlagen für eine Aufführungsanalyse vorstellen, deren Fokus insbesondere auf das Verhältnis von Zuschauer, Akteur und Raum gerichtet ist. Diesen Teil habe ich in Ansätze zur Analyse der Räumlichkeit der Aufführung und zur Aufführung an sich gegliedert, die sich, wie später näher dargestellt werden soll, aus dem Zusammenspiel der Akteure und Zuschauer erst entwickelt. Zudem werde ich hier auch die Form der Site-Specific-Kunst erläutern.
Zum Schluss möchte ich schließlich exemplarisch die Ko-Präsenz von Zuschauer und Akteur, sowie den räumlichen Aspekt einer Aufführung von 'Out Trips' nach den zuvor herausgearbeiteten Kriterien untersuchen, um in Erfahrung zu bringen, inwieweit sich die Methodik des doch recht jungen Forschungsfeldes dazu eignet, eine solch offene Form wie das Site-Specific-Theater zu analysieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Räumlichkeit

2.1 Der theatrale Raum

2.2 Der szenische Raum

2.3 Der ortsspezifische Raum

2.4.Der dramatische Raum

3. Die Aufführung

3.1 Die Ko-Präsenz von Akteur und Zuschauer

3.2 Die Aufführung als einmaliges Ereignis

3.3 Die Trennung von Inszenierung und Aufführung

3.4 Site-Specific-Theater

4. Das Theaterprojekt 'Out Trips'

4.1 Einführung in das Stück

- Analyse der Einführung

4.2 Die Schulhofszene

- Analyse der Schulhofszene

4.3 Die Paarszene

- Analyse der Paarszene

4.4. Die NS-Szene

- Analyse der NS-Szene

4.5 Die Transident-Szene

- Analyse der Transident-Szene

4.6. Die Hochzeits- und CSD-Szene

- Analyse der Hochzeits- und CSD-Szene

4.7 Das Finale

- Analyse des Finales

5. Fazit

6. Bibliografie

6.1 Zitierte Literatur

6.2 Weiterführende Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der Zuschauerrolle vom passiven Beobachter zum aktiven Mitgestalter im zeitgenössischen Theater. Anhand des Site-Specific-Theaterprojekts 'Out Trips' wird analysiert, wie sich das Verhältnis zwischen Akteuren, Publikum und dem theatralen Raum in einer Aufführungsform gestaltet, die klassische Trennungen zwischen Bühne und Zuschauerraum auflöst.

  • Transformation der Zuschauerrolle im modernen Theater
  • Analyse theoretischer Raumkonzepte (theatraler, szenischer, ortsspezifischer Raum)
  • Die Aufführung als singuläres, interaktives Ereignis
  • Praktische Untersuchung des Site-Specific-Projekts 'Out Trips' in Köln
  • Reflexion über die Grenzen wissenschaftlicher Aufführungsanalyse

Auszug aus dem Buch

4.4. Die NS-Szene

Nachdem die Zeitmaschine auf dem Fußweg einen Unfall hatte, wurd von den 2099ern eine Zeitkapsel (ein Gelenkbus) organisiert, mit der die ganze Gruppe weiterfahren konnte. In der Zeitkapsel werden durch alle Akteure, aber auch durch die Zuschauer Diskussionen angeregt. Man unterhält sich über Geburtenraten, Erziehungsmethoden und den Sinn oder Unsinn der Ehe. Am Rheinauhafen hält der Bus, man erlebt im Jahre 1968 eine Gerichtsverhandlung, bei dem der Angeklagte nach § 175 zu einem Jahr Haft verurteilt wird und nimmt 2060 an einer Konferenz teil, bei der die Rechte am Mond zum Abbau von „Molin“, einem erdölähnlichem Rohstoff, diskutiert werden.

Die Konferenz wird von einem Vulkanausbruch unterbrochen, Akteure, beständige und auch spontane Zuschauer fliehen durch eine Sicherheitsschleuse und gelangen in der Jetztzeit an. Nachdem man ein Stück gelaufen ist, gelangt man an ein Gebäude, welches im Stil der Industriebauten Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut ist. Der Moderator bittet die Gruppe stehenzubleiben und nicht den „braunen Bereich“ (er deutet dabei auf ein Abflussgitter, welches sich längs neben dem Gebäude befindet) zu betreten. Die Zeitmaschine sendet das akustische Signal für das Jahr 1938. Sven wird in die Vergangenheit gezogen und windet sich in Trance, tritt näher an das Gebäude heran.

Von der Längsseite des Gebäudes sieht man, wie zwei Gestapo-Beamte einen Mann, Richard, abführen. An der Hausecke, an der auch die Zuschauer stehen, wird der Gefangene verhört, man erfährt, dass man Richard soeben aus einer „Lokalität für warme Brüder“ geholt hat. Danach wird er hinter das Gebäude geführt. Die Gruppe folgt der Szene auf die andere Gebäudeseite und sieht dort drei Menschen in KZ-Häftlingskleidung, die Steine von einem Haufen auf einen anderen schleppen. Richard wird gezwungen seine Kleidung abzulegen und ebenfalls Häftlingskleidung anzuziehen. Er beginnt wie die anderen Steine zu schleppen. Von einem KZ-Aufseher wird Sven gebracht, im Körper Walters und bereits in Häftlingskleidung. Nach einem Appell schleppen alle Häftlinge weiter Steine.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, den Wandel der Zuschauerrolle vom passiven Teilnehmer zum aktiven Mitgestalter anhand des Projekts 'Out Trips' zu untersuchen.

2. Räumlichkeit: Dieses Kapitel differenziert verschiedene wissenschaftliche Raumkategorien wie den theatralen, szenischen und ortsspezifischen Raum für die Aufführungsanalyse.

3. Die Aufführung: Hier werden theoretische Grundlagen der Aufführungsanalyse erarbeitet, wobei der Fokus auf dem singulären Charakter der Aufführung und der Ko-Präsenz von Akteuren und Zuschauern liegt.

4. Das Theaterprojekt 'Out Trips': Das Hauptkapitel bietet eine detaillierte Szenenbeschreibung und Analyse des konkreten Theaterprojekts, inklusive der Beobachtung spontaner Interaktionen mit Passanten.

5. Fazit: Das Fazit resümiert die Eignung der gewählten theoretischen Ansätze und betont die Bedeutung der subjektiven Wahrnehmung bei der Analyse von Aufführungen.

6. Bibliografie: Dieses Kapitel listet alle zitierten und weiterführenden wissenschaftlichen Quellen auf, die für die Arbeit verwendet wurden.

Schlüsselwörter

Theaterwissenschaft, Aufführungsanalyse, Zuschauer, Akteur, Räumlichkeit, Site-Specific-Theater, performative Wende, Publikumsinteraktion, Out Trips, soziale Realität, szenischer Raum, theatraler Raum, Identität, Zeitreise, Experimentelles Theater

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das veränderte Verhältnis zwischen Zuschauern, Akteuren und dem Aufführungsraum im modernen Theater, speziell am Beispiel des interaktiven Stücks 'Out Trips'.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Transformation der Zuschauerrolle, die Bedeutung verschiedener Raumkategorien für das Theatererlebnis sowie die Dynamik von Aufführungen außerhalb klassischer Bühnenräume.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Wandel vom passiven Zuschauer zum aktiven Mitgestalter zu erforschen und zu prüfen, inwieweit aktuelle wissenschaftliche Methoden für die Analyse so offener, ortsspezifischer Theaterformen geeignet sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt eine methodische Aufführungsanalyse, basierend auf theaterwissenschaftlichen Theorien zur Raumtheorie und Performativität, kombiniert mit eigenen Beobachtungen aus dem Projektpraktikum.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Szenen des Projekts 'Out Trips' (wie der NS-Szene, der Transident-Szene oder der CSD-Szene) und untersucht jeweils die Interaktion zwischen beständigem Publikum, Akteuren und dem spontanen Umfeld.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Site-Specific-Theater, Ko-Präsenz, theatraler Raum, Performativität und die Rolle des Publikums als (Mit-)Schöpfer des Theatererlebnisses.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen den verschiedenen Zuschauertypen?

Die Autorin unterteilt das Publikum in "darstellende" (Schauspieler, die Zuschauer simulieren), "beständige" (das gezielte Publikum) und "spontane" Zuschauer (Passanten, die zufällig in das Geschehen geraten).

Warum ist das Projekt 'Out Trips' laut der Autorin besonders für die Analyse geeignet?

Das Stück ist ideal, da das Skript bewusst Freiräume für Interaktionen lässt und das Stück an verschiedenen öffentlichen Orten in Köln stattfindet, die keine klassische Bühne bieten.

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Details

Titel
Zum Verhältnis von Zuschauer, Akteur und Raum am Beispiel des Site-Specific-Theaterstücks 'Out Trips'
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für neuere deutsche und europäische Literatur)
Note
gut
Autor
Kristina Laudenberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V189871
ISBN (eBook)
9783656141228
ISBN (Buch)
9783656141518
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Performance site-specific gender theater Zuschauer akteur theaterraum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kristina Laudenberg (Autor:in), 2011, Zum Verhältnis von Zuschauer, Akteur und Raum am Beispiel des Site-Specific-Theaterstücks 'Out Trips', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189871
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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