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Der Geschlechterdiskurs in Erich Kästners "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten"

Title: Der Geschlechterdiskurs in Erich Kästners "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten"

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 24 Pages , Grade: 1

Autor:in: Meropi Karpatsi (Author)

German Studies - Genres
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Am Ende jeder Epoche ist der Beginn einer neuen. Die Epoche der Weimarer Republik hat neue Zustände hervorgebracht, die das Leben der Menschen zu dieser Zeit stark verändert haben. Dieser Übergang von der einen Epoche zur anderen hat hauptsächlich das weibliche Geschlecht beeinflusst. Frauen hatten bis zu dieser Zeit geringe Möglichkeiten und keine Auswahl an Bildung und Arbeitstätigkeit. Ihre Rolle war begrenzt, sie mussten sich um die Familie, den Haushalt und um die Kinder kümmern.

Der Beginn der Weimarer Republik bedeutet für die Frauen, die Erlaubnis an den Wahlen teilzunehmen, an allen deutschen Universitäten zu studieren und zahlreiche Berufe auszuüben.
Das Leben der Frauen hat sich aber auch auf anderen Ebenen verändert, welche auch das männliche Geschlecht beeinflusst haben. Die Frau dominiert nicht nur im Spiel der Geschlechterrollen, sondern auch im Arbeitsbereich. Diese Umstellung hat als Folge eine Redefinition der traditionellen Geschlechterrollen. Negative Konsequenzen sind sinkende Geburtenraten, kleinere Familien und Kritik gegenüber der Frauenemanzipation.

Da die Frauen außer der Kindererziehung sich auch beruflich beschäftigen wollen, zögern sie eine Familie zu gründen. Somit vermeiden sie eine große Familie und deshalb sinken die Geburtenraten. Die Männer üben deswegen Kritik gegenüber dieser neuen Frauenemanzipation aus, da sie sich untergewertet fühlen und ihre Rolle als „Kopf“ der Familie verlieren.

Anhand des Romans „Fabian“ werden wir uns mit diesem neuen Geschlechtermodell beschäftigen. Welche Verhältnisse zwischen den zwei Geschlechtern im Roman ablaufen, welche Berufe die Frauen ausüben und welche Haltung die Männer gegenüber dieser neuen Situation einnehmen.

Die Moral und Unmoral spielt im Geschlechterdiskurs eine große Rolle und wir werden sehen, wie leicht es ist, die Grenze von der einen zur anderen, zu überschreiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zwischenmenschliche Beziehungen im Roman

2.1 Allgemein zu der Beziehung zwischen Männern und Frauen in der Weimarer Republik

2.2 Die Beziehung zwischen Fabian und Cornelia Battenberg

2.3 Die Beziehung zwischen Labude und Leda

2.4 Die Beziehung zwischen Herrn und Frau Moll

3. Die Differenzierung der verschiedenen Frauentypen im Roman

3.1 „Heilige oder Hure“

3.2 Die Grenze der Moralität

4. Die Charakterisierung der verschiedenen Männertypen im Roman

4.1 Vater und Sohn: Die Entwicklung der Moralität in zwei Generationen

4.2 Die Moralität und ihre verschiedenen Zweige

5. Die Betriebe

5.1 Haupts Säle

5.2 Männerbordelle

5.3 Frauenbordelle

5.4 Die „Cousine“

5.5 Frau Sommers Etablissement

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Geschlechterdiskurs in Erich Kästners Roman "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten" vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Umbrüche der Weimarer Republik. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der veränderten Rollenbilder, zwischenmenschlichen Beziehungen sowie der Darstellung von Moral und Unmoral in einer durch Arbeitslosigkeit und Emanzipationsbestrebungen geprägten Zeit.

  • Analyse des Wandels traditioneller Geschlechterrollen in der Weimarer Republik
  • Untersuchung verschiedener Männertypen und deren moralische Entwicklung
  • Differenzierung weiblicher Archetypen zwischen "Heiliger" und "Hure"
  • Betrachtung von Institutionen als Spiegel der gesellschaftlichen Verelendung
  • Reflektion über die Subjektivität von Moralität im Romanverlauf

Auszug aus dem Buch

2.4 Die Beziehung zwischen Herrn und Frau Moll

Das Ehepaar Moll verhält sich nicht mehr nach den traditionellen Geschlechterrollen. Irene Moll ist nicht treu zu ihren Mann, weil er ihre sexuellen Triebe und Phantasien nicht befriedigen kann. Ihr enttäuschendes Liebesleben mit ihrem Mann führt sie dazu, andere Liebespartner aufzusuchen. Als Felix Moll ihre außerehelichen Lustspiele herausfand, blieb ihm nichts anderes übrig als einen Kompromiss mit ihr einzugehen. „[Er] zog [sich] zurück, und sie bevölkerte ihr Schlafzimmer mit Chinesen, Ringkämpfern und Tänzerinnen. Was blieb [ihm] übrig? [Sie] schlossen einen Vertrag.“11 Dieser Vertrag den das Ehepaar aufstellt ist ein Kontrakt, der Irene erlaubt mit anderen Männern zu schlafen um ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne das es Konsequenzen in ihrer Ehe geben wird. Damit sie aber mit anderen Männern Sex haben kann muss von ihrer Seite aus eine Voraussetzung erfüllt werden:

Die Vertragspartnerin verpflichtet sich jeden Menschen, mit dem sie in intime Beziehungen zu treten wünscht, zuvor ihren Gatten, Herrn Doktor Felix Moll, vorzuführen. Spricht sich dieser gegen den Betreffenden aus, so ist Irene Moll angewiesen unverzüglich auf die Ausführung ihres Vorhabens zu verzichten. Jedes Vergehen gegen den Paragraphen wird mit einer hälftigen Kürzung der finanziellen Monatszuwendung geahndet. 12

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die soziokulturellen Veränderungen der Weimarer Republik ein, die das weibliche Geschlecht sowie traditionelle Rollenbilder nachhaltig beeinflussten.

2. Zwischenmenschliche Beziehungen im Roman: Dieses Kapitel analysiert die Dynamik zwischen den Geschlechtern unter dem Einfluss von Arbeitslosigkeit und gesellschaftlichem Pessimismus am Beispiel verschiedener Romanpaare.

3. Die Differenzierung der verschiedenen Frauentypen im Roman: Hier werden unterschiedliche Frauenfiguren kontrastiert, um moralische und unmoralische Zuschreibungen im Roman offenzulegen.

4. Die Charakterisierung der verschiedenen Männertypen im Roman: Dieses Kapitel beleuchtet das moralische Spektrum männlicher Protagonisten anhand ihrer individuellen Lebensentscheidungen und Generationskonflikte.

5. Die Betriebe: Die Analyse verschiedener Etablissements zeigt, wie Menschen in einer ökonomisch schwierigen Zeit zu bloßen Objekten degradiert werden.

6. Schluss: Der Abschluss resümiert die Analyseergebnisse und ordnet das Schicksal des Protagonisten Fabian in den Kontext des moralischen Verfalls ein.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Erich Kästner, Fabian, Geschlechterdiskurs, Moralität, Unmoral, Frauenemanzipation, Geschlechterrollen, Arbeitslosigkeit, Zwischenmenschliche Beziehungen, Identität, Soziologie, Literaturanalyse, Objektifizierung, Subjektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Geschlechterdiskurs in Erich Kästners Roman "Fabian" und wie sich die gesellschaftlichen Veränderungen der Weimarer Republik auf zwischenmenschliche Beziehungen und Moralvorstellungen auswirken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Wandel von Geschlechterrollen, der Emanzipation der Frau, dem Einfluss von Arbeitslosigkeit auf die Privatsphäre und der Darstellung von Moralität in verschiedenen gesellschaftlichen Milieus.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kästner die Moralvorstellungen seiner Protagonisten in einer krisengeprägten Gesellschaft darstellt und wo die Grenzen zwischen moralischem und unmoralischem Handeln verlaufen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext ("Fabian") in Beziehung zu zeitgenössischen soziologischen und kulturgeschichtlichen Diskursen über Weiblichkeit und Moral setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung menschlicher Beziehungen, die Typologisierung von Männer- und Frauenrollen im Roman sowie die Analyse verschiedener Betriebe als Orte der gesellschaftlichen Entfremdung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Weimarer Republik, Moralität, Geschlechterrollen, Emanzipation, Arbeitslosigkeit, Objektifizierung und der moralische Verfall.

Wie wird die Rolle der Frau in der Weimarer Republik im Roman interpretiert?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Roman die Frau einerseits als "neues" Subjekt im Arbeitsleben darstellt, andererseits aber auch die Gefahr der Reduzierung auf reine Geschlechtlichkeit und die damit verbundene soziale Ausbeutung thematisiert.

Warum ist die Figur des Jakob Fabian für die Moral-Argumentation entscheidend?

Fabian dient als moralisches Korrektiv. Sein Handeln und letztlich sein Tod verdeutlichen die Schwierigkeit, in einer als "unmoralisch" wahrgenommenen Zeit an ethischen Grundsätzen festzuhalten.

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Details

Title
Der Geschlechterdiskurs in Erich Kästners "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten"
College
Aristotle University of Thessaloniki
Grade
1
Author
Meropi Karpatsi (Author)
Publication Year
2010
Pages
24
Catalog Number
V189878
ISBN (eBook)
9783656141846
ISBN (Book)
9783656142355
Language
German
Tags
Erich Kästner Fabian Geschlechterdiskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Meropi Karpatsi (Author), 2010, Der Geschlechterdiskurs in Erich Kästners "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189878
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