Weiterbildungsmanagement - Fremdsprachen in der Weiterbildung


Hausarbeit, 2009

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprachenlernen in der Weiterbildung- Wer, Was, Wie, Warum?

3. Lerntypen

4. Vergleich zur Schule

5. Besondere Probleme Erwachsener

6. Aufgaben des Kursleiters

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Fremdsprachen sind bereits ein großes Feld innerhalb der Weiterbildung und die Zahlen der belegten Kurse in Deutschland wachsen immer weiter an. Das ist zum einen darauf zurückzuführen, dass die Welt aufgrund der Globalisierung immer weiter zusammen wächst und dass es von vielen Arbeitgebern vorausgesetzt wird mindestens eine Fremdsprache zu beherrschen. Zum anderen liegt es aber auch daran, dass es immer mehr Menschen gibt, die einfach Spaß daran haben fremde Sprachen zu lernen, weil sie sich gerne im Urlaub verständlich machen wollen und gerne ihren Horizont erweitern möchten.

„Koľko jazykov vieš, toľkokrát si človekom. Je mehr Sprachen du sprichst, desto mehr bist du Mensch. (Slowakisches Sprichwort)“ (http://europa.eu/languages/servlets/Doc?id=915) In dieser Hausarbeit möchte ich die Besonderheiten des Fremdsprachenlernens in der Weiterbildung aufzeigen und es mit dem Fremdsprachenlernen in der gesetzlich verpflichtenden Schule vergleichen. Die Arbeit soll aufzeigen, wer Fremdsprachen lernt, was für Sprachen gelernt werden und warum. Außerdem soll herausgestellt werden wo die Schwierigkeiten für Erwachsene liegen und was ihre Vorteile gegenüber Kindern und Jugendlichen sind. Zusätzlich soll auch gezeigt werden, was Fremdsprachenlehrer in der Weiterbildung beachten sollten und welche Tätigkeiten sie ausführen.

2. Sprachenlernen in der Weiterbildung - Wer, Was, Wie, Warum?

Es gibt immer mehr Menschen auf der Welt, die aus den verschiedensten Milieus, die aus unterschiedlichen Gründen eine Fremdsprache lernen möchten. Als Fremdsprachenlehrer muss man sich mit diesen Leuten aktiv auseinandersetzen und ihre Hintergründe durchleuchten. Denn nur, wenn der Lehrer seine Schüler kennt ist er auch dazu imstande angemessen auf ihre Wünsche und Bedürfnisse einzugehen.

„Für das Jahr 2000 wurden für den Volkshochschulbereich -(…)- insgesamt 1.868.106 Belegungen verzeichnet.“ (Handt, 2002, S. 10) Das klingt zwar viel, sagt aber leider noch nichts über die Erfolge der Teilnehmer aus, oder über ihre Persönlichkeit. Für den Fremdsprachenlehrer ist es aber wichtig zu wissen, welche Art von Menschen er vor sich hat, um sie dementsprechend behandeln zu können.

Ein interessanter Aspekt aus der VHS-Statistik „bezieht sich auf das Geschlecht der Lernenden: Mehr als zwei Drittel sind Frauen, wobei sich in den letzten zehn Jahren der Anteil zwar leicht, aber kontinuierlich weiter zugunsten des männlichen Anteils verschoben hat.“ (Handt, 2002, S.10) Diese grobe Verteilung lässt sich einmal dadurch erklären, dass Frauen in der Regel sprachliche Fächer gegenüber den naturwissenschaftlichen bevorzugen. Die Tatsache dass jetzt aber auch immer mehr Männer an Fremdsprachenkursen teilnehmen, lässt sich vermutlich dadurch begründen, dass Fremdsprachenkenntnisse immer häufiger als Voraussetzung angesehen werden um höhere Stellen in Firmen und Betrieben zu besetzen. Da es nach wie vor so ist, dass mehr Männer als Frauen solche Führungspositionen innehaben, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich anzupassen und sich die notwendigen Fähigkeiten anzueignen. Männer scheinen in diesem Falle dann sogar zielstrebiger an das Lernen heran zu gehen, als Frauen: „Männer haben anscheinend öfters einen festen (und günstigen) Lernort als Frauen.“ (Vielau, 1988, S.88) Einen solchen Platz zum Lernen zu haben ist sehr wichtig, weil man dadurch konzentrierter an das Lernen heran geht und an diesem bestimmten Ort in der Regel ungestört ist. Wenn man hingegen den Ort ständig wechselt, dann stört das den Lernprozess und lenkt ab.

Zu den Teilnehmern an sich ist Altersmäßig festzuhalten, dass alle Altersgruppen durchaus vorhanden sind und die Verteilungen sich kontinuierlich verändern. „Der Anteil der 50-65- Jährigen ist von 13,8% (1991) auf 22.6% gestiegen; parallel dazu ist eine Verringerung des Anteils der 18- bis 25-Jährigen zu verzeichnen.“ (Handt, 2002, S. 10, 11) Diese Entwicklung ist durch die geringere Geburtenrate und ein immer höheres Lebensalter zu erklären. Allerdings natürlich auch dadurch, dass der Fremdsprachenunterricht in der Schule immer intensiver und qualitativ besser wird, was dazu führt dass viele junge Leute gar keinen Grund dazu sehen sich noch weitere Fremdsprachenkenntnisse anzueignen, sondern der Meinung sind, dass sie mit ihren Schulkenntnissen auskommen. Die jungen Leute bedenken aber häufig nicht, dass eine Sprache, die man nicht regelmäßig gebraucht auch schnell in Vergessenheit geraten kann. Um eine Sprache immer parat zu haben, muss man sie regelmäßig trainieren, oder ab und zu einen Auffrischungskurs belegen, weil eine einmal erlangte Kompetenz niemals von sich aus erhalten bleiben kann.

Interessant ist auch, dass erwiesenermaßen „eine längere und bessere Schulbildung Interesse und Beteiligung an der Erwachsenenbildung fördert.“ (Quetz, 1981, S.11) Genau dort liegt allerdings das Problem. Denn wenn nur Menschen mit einem höheren Schulabschluss sich für die Weiterbildung interessieren, dann muss man sich überlegen, „wie man nämlich Angehörige derjenigen Schichten zum Kursbesuch ermuntern kann, denen das Bildungsangebot der Volkshochschulen am stärksten nutzen könnte.“ (Quetz, 1981, S.11) Man geht also offenbar davon aus, dass Hauptschüler in besonderem Maße von den Fremdsprachen profitieren könnten, aber es stellte sich andererseits heraus, dass nur wenige ehemalige Hauptschüler im Beruf tatsächlich Fremdsprachenkenntnisse verwenden könnten, weil Berufe in denen Fremdsprachen gebraucht werden meist einen höheren Bildungsabschluss voraussetzen. (Vgl. Quetz, 1981, S.13)

Für Hauptschüler ist ein Fremdsprachenkurs also weniger für den Beruf interessant, obwohl dieser Grund von Kursbesuchern ziemlich oft angegeben wird. Hausfrauen hingegen wollen häufig eine Fremdsprache lernen, um ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen zu können und Senioren möchten sich oft gerne im Urlaub verständigen können. Zu den am häufigsten genannten Motiven zählen: Kontakt und Freizeit, Leistung, Berufsergänzung und Sprachanwendung. Besonders oft wird allerdings auch erwähnt, dass das Sprachenlernen vor allem Spaß machen soll. (Vgl. Handt, 2002, S.14)

Diese Gründe sind allerdings meistens in Kombination vorhanden und werden oft von den Teilnehmern auch nicht klar hervorgebracht, so dass es zu Verwirrungen kommen kann. Der Kursleiter steht dann vor dem Problem, wie er die widersprüchlichen Aussagen seiner Kursteilnehmer interpretieren soll. „Oft wird er zu der Auffassung kommen, dass genannte und wirkliche Motive nicht übereinstimmen.“ (Quetz, 1981, S.14) Es ist aber dennoch wichtig, dass die genannten Motive ernst genommen werden und man versucht den Unterricht daraufhin zu gestalten. Durch Fragebögen kann man versuchen herauszufinden, wofür die Fremdsprachen am Ende wirklich eingesetzt werden.

„Die Frage nach den tatsächlichen Verwendungssituationen für die Zielsprache brachte folgende Antworten: Hobby 24% Zustimmung, ausländische Freunde und Bekannte 65%, bei einer zufälligen Begegnung 39%, in der Familie 18%, im beruflichen Bereich 31%. Dabei schwanken die Zahlen in Abhängigkeit von den Faktoren Sprache, Anfangs-oder Fortgeschrittenenkurs und -ganz erheblichBildungsgrad.“ (Handt, 2002, S.14)

Die Motive eine bestimmte Sprache lernen zu wollen variieren oft auch sehr stark, je nach Sprache. Am häufigsten wird dank seiner Position als lingua-franca natürlich das Englische unterrichtet, weil in dieser Sprache der höchste Bedarf besteht und die höchste Motivation da ist. „Mit beträchtlichem Abstand hinter dem Englischen liegt die Dreiergruppe Französisch, Italienisch und Spanisch.“ (Handt, 2002, S.11) Diese Sprachen sind in Deutschland einerseits sehr beliebt, wegen der geografischen Nähe der Länder, aber auch weil diese Sprachen in großen Teilen der Welt gesprochen werden. Spanisch beispielsweise kann man (Brasilien ausgenommen) überall in Südamerika anwenden.

Andere Sprachen werden erheblich seltener genommen, obwohl sie natürlich für die Wirtschaft auch eine sehr wichtige Rolle spielen. „Der Europarat hat 2001 im Europäischen Jahr der Sprachen besonders den Wert von selten gelernten Sprachen (SGS), Minderheiten- und Migrantensprachen als Merkmal der europäischen Kultur hervorgehoben.“ (Handt, 2002, S.13) Der Wert von Migrantensprachen, wie kurdisch oder türkisch sollte nicht unterschätzt werden, da auch diese Sprachen sehr wertvoll sind und dementsprechend gewürdigt werden sollten. Der Europarat hat auch beschlossen, dass möglichst jeder europäische Bürger zusätzlich zu seiner Muttersprache mindestens zwei Fremdsprachen beherrschen sollte. Dieses Ziel ist sogar durchaus erreichbar, wenn man sich damit zufrieden gibt, dass in manchen Sprachen nur Teilkompetenzen errungen werden. So könnte man beispielsweise parallel zu der Vollkompetenz in Spanisch eine reine Lesekompetenz in Französisch erwerben. Dadurch wird bewirkt, dass man in beiden Sprachen zumindest eine Grundkompetenz hat.

3. Lerntypen

Beim Sprachenlernen gibt es nach Vielau drei verschiedene Lerntypen. Den des „Spracherwerbers“, den des „Erlerners“ und den des „Lernungewohnten“. Diese Typen lassen sich allerdings nicht klar voneinander abgrenzen, sondern laufen ineinander über, sodass es viele grenzwertige Fälle gibt, die sich nicht klar in einen dieser Typen einordnen lassen.

„Zum Typus des ´Spracherwerbers´ gehören Kinder bis zur Pubertät (…), aber auch jener relativ geringe Anteil der besonders ´sprachbegabten´ Jugendlichen und Erwachsenen, die diese Fähigkeit zum direkten, intuitiven Spracherwerb über die ´kritische Periode´ hinaus behalten haben.“ (Vielau, 1988, S.49,50)

Diese Spracherwerber haben von sich aus metakognitive Strategien, um sich neue Sprachen anzueignen. Es muss ihnen nicht gezeigt oder beigebracht werden, wie man eine Sprache lernt, sondern sie wissen intuitiv, wie sie es am besten schaffen sich die Regeln und das Vokabular einer neuen Sprache einzuprägen. „Lerner dieses Typs brauchen also streng genommen gar keinen Lehrer…“ (Vielau, 1988, S.50) Sie sind also dazu imstande sich eine Sprache selber beizubringen.

„Die große Mehrheit der Jugendlichen und Erwachsenen gehören nun allerdings eher zum zweiten Typus, dem des ´Erlerners´. Unter Erwerbsbedingungen entwickelt der ´Erlerner´von sich aus nur eine spezifisch eingeschränkte Kompetenz (Pidgin); unter Unterrichtsbedingungen, d.h. bei zeitlich geringem Sprachkontakt und noch geringeren aktiven Übungsmöglichkeiten, sind in jedem Fall geeignete Lernhilfen erforderlich.“ (Vielau, 1988, S.50)

Bei diesem Lerntyp muss also der intuitive Lernprozess durch geplantes, bewusstes Lernen ergänzt werden. Der „Erlerner“ ist auf Hilfestellung angewiesen, um sich die neue Sprache aneignen zu können. Der Lehrer muss also explizit auf die Bedürfnisse des Lerners eingehen und ihm helfen die Strukturen der neuen Sprache zu verstehen und zu verarbeiten. Er muss ihm Anleitungen dafür geben, wie er sich am besten das Vokabular einprägt und ihn immer wieder motivieren, damit er nicht aufgibt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Weiterbildungsmanagement - Fremdsprachen in der Weiterbildung
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Weiterbildungsmanagement
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V189890
ISBN (eBook)
9783656141808
ISBN (Buch)
9783656143802
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fremdsprachen, weiterbildung, Weiterbildungsmanagement
Arbeit zitieren
Hannah Siebern (Autor), 2009, Weiterbildungsmanagement - Fremdsprachen in der Weiterbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189890

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