Rainer Maria Rilkes Grabsteinrose

Interpretation der Grabinschrift Rilkes


Hausarbeit, 2007
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Rose

3. Rilkes Verhältnis zu den Rosen

4. Die Grabrose

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“, dieses Zitat der amerikanischen Schriftstellerin Gertrude Stein ist weltbekannt. So war es auch Teil meines Monologes in einem Theaterstück und das, obwohl Rosen wohl zu den Blumen gehören, die ich am wenigsten mag. Als ich dann erfuhr, dass Rilke den Rosen gleich einen ganzen Gedichtzyklus widmete, beschloss ich mich auf nicht „kitschigem“ Wege mit der Rose und ihren vielen Bedeutungen und Deutungen zu beschäftigen. Während des ersten Sammelns von Informationen und Materialien für meine Hausarbeit, fiel mir Rilkes Grabschrift in die Hände und ich beschloss, diese zum Hauptanalysepunkt in meiner Hausarbeit zu machen. Das Rilke seine Grabschrift selbst festlegte, faszinierte mich, obgleich es nur ein paar kleine Zeilen sind, trägt fast jedes Wort davon einen großen Inhalt mit sich. Ich möchte zuerst die allgemeine Bedeutung der Rose unter die Lupe nehmen, anschließend fasse ich einige verschiedene Interpretationsansätze der Rilkschen Rosengedichte zusammen, die in einer Interpretation der Grabschrift enden sollen.

2. Die Rose

Der Rose wird seit ewigen Zeiten eine besondere Bedeutung unter den Blumen zugesprochen, bereits in Ägypten hatte die Rose die Funktion eines „Universalmittels“[1]. Da die Rosenprodukte so begehrt waren, mussten sie von den griechischen Inseln, einschließlich Kreta und Zypern importiert werden, um Nachschub garantieren zu können. Die Rose wurde dort in großen Rosengärten extra gezüchtet. In Griechenland glaubte man, dass die Rose ursprünglich weiß gewesen sei. „Die griechischen Dichter sagen, daß das Blut des Eros oder der Aphrodite, das aus einer Fußverletzung getröpfelt sein soll, von den Rosenblättern aufgefangen wurde, die dadurch ihre rote Farbe und ihren himmlischen Wohlgeruch erhalten haben.“[2] Diese göttliche Berührung war wohl der Grund, weshalb viele Arzneien und Salben zu damaliger Zeit mit Rosenblättern veredelt wurden. Die Dichterin Sappho (6.Jh.v.Chr) nannte die Rose die „Königin der Blumen“[3] und der alexandrinische Schriftsteller Achilleus Tatios (2.Jh.v.Chr.) schrieb über die Rose: „Sie ist die Zierde der Erde, der Stolz des Pflanzenreichs, die Krone der Blumen, der Purpur der Wiesen, der Abglanz des Schönen…“[4]. Der Einfluss des Göttlichen auf die Rose scheint unumgänglich, denn die wilde Rose (Rosa canina), soll nach griechischen Sagen aus den Tränen der Aphrodite entsprossen sein, als diese um Adonis weinte. Bis heute wird auf Zypern die Rose in riesigen Rosengärten gezüchtet und zu Rosenwasser verarbeitet, das nicht nur zu Heilzwecken dient, sondern auch in der Küche in vielen exotischen Gerichten gebraucht wird. Heute wird Rosenwasser vor allem bei der Marzipanherstellung verwendet, sowie in Rosenkonfitüre. Besonders die türkische Küche verwendet in vielen Rezepten Rosenwasser. Kandierte Rosenblätter werden oftmals zum Dessert gereicht. Zu Zeiten der Römer wurden riesige Rosenmengen dafür verbraucht, Festsäle, Straßen und Schlafgemächer zu schmücken. Die Rose gehörte zu den höchsten Luxusgütern und wurde zur Parfümherstellung in großen Plantagen und als Heilpflanze kultiviert, dabei schätzten die Römer vor allem den köstlichen Duft der Rose, denn die „hat einerseits den Duft von Reinheit und Unberührtheit, andererseits gilt sie als Aphrodisiakum, als Mittel, das die Sinnlichkeit simuliert“[5], diese Eigenschaft war natürlich besonders in den Schlafzimmern nützlich. Bis heute ist der Rosenduft in Aromatherapien und bei Massagen besonders beliebt. Besonders die „Rosenblüten der Provence-Rose und der Damaszener-Rose werden zur Gewinnung von Rosenöl und Rosenwasser verwendet. Rosenöl ist Grundlage vieler Kosmetikprodukte und Parfüms.“[6] Die Pfingstrose (Paeonia) ist eine heilkräftige Pflanze, „einer der ältesten Heilgötter Griechenlands, Paieon, verhalf ihr zu ihrem Namen. Paieon heilte den von Herakles verwundeten Hades, den Gott der Unterwelt, mit Päonienwurzeln.“[7] Im Mittelalter wurde die Pfingstrose wie viele andere Heilkräuter in Klostergärten kultiviert und wird noch heute zur Gichtbehandlung eingesetzt, daher auch der Name Gichtrose. Der Seerose als Unterart der Rose kommt eine besondere Bedeutung zu, denn „da die Pflanze im dunklen Schlamm des Untergrundes, der Unterwelt, verwurzelt ist, ihren Weg durch das Wasser, den Urozean, findet und sich schließlich zu einer prächtigen Blüte in der Luft, dem Himmel, entfaltet, ist die Pflanze das Symbol für das Leben, Sterben und Wiederauferstehen“[8] und die Wiedergeburt, denn die Blüten öffnen und schließen sie morgens und abends. In der Pharmakologie sind Seerosen bis heute relativ unerforscht, man schreibt ihnen eine narkotische und hypnotische Wirkung zu, was die Seerose zu einer sehr gefährlichen Pflanzen macht. Plinius schreibt der Seerose eine anaphrodisische Wirkung zu, die den Geschlechtstrieb für vierzig Tage aufhebt[9] und auch „wollüstige Träume“[10] verhindert. So ist die Wirkung der Seerose sehr gegensätzlich zu der aphrodisierenden Wirkung der Rose und dies trotz gleicher Abstammung.

[...]


[1] Rätsch, Christian: Heilkräuter der Antike in Ägypten, Griechenland und Rom. S.330

[2] Ebd., S. 331

[3] Ebd., S. 330

[4] Rätsch, Christian: Heilkräuter der Antike in Ägypten, Griechenland und Rom. München 1995, S. 330

[5] Rätsch, Christian: Heilkräuter der Antike in Ägypten, Griechenland und Rom. München 1995, S.332

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Rosen, Datum der Recherche: 4.3.2008

[7] Groß, Elvira: Dumont`s Handbuch Pflanzennamen und ihre Bedeutung. Köln 2001, S. 214

[8] Rätsch, Christian: Heilkräuter der Antike in Ägypten, Griechenland und Rom. München 1995, S. 349

[9] Rätsch, Christian: Heilkräuter der Antike in Ägypten, Griechenland und Rom. München 1995, S. 353

[10] Ebd. S. 353

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Rainer Maria Rilkes Grabsteinrose
Untertitel
Interpretation der Grabinschrift Rilkes
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V189891
ISBN (eBook)
9783656141792
ISBN (Buch)
9783656142195
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rainer, maria, rilkes, grabsteinrose, interpretation, grabinschrift
Arbeit zitieren
Hannah Weyhe (Autor), 2007, Rainer Maria Rilkes Grabsteinrose, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189891

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