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Über Ossian und die Lieder alter Völker

Herders Theorie der naturalen Dichtung am Beispiel „Edward“ und ihr Einfluss auf die neue deutsche Ballade

Title: Über Ossian und die Lieder alter Völker

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Viktoria Kredel (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Die Auffassung des 18. Jahrhunderts, die Ballade sei eine zeitlos wirkende Gattung, lässt sich zumindest in dem Punkt abschwächen, als dass man sagen kann sie hat in der Produktion von Gegenwartsliteratur kaum noch Bedeutung. „Die neuere Ballade, die wir Kunstballade nennen […] ist ein Gebilde des […] 18. Jahrhunderts und vom Aufschwung unserer klassisch – romantischen Literatur nicht zu trennen“ (Müller-Seidel 1963: 17f).

Gothe sagt zu dieser Zeit die Ballade sei eine Art der Dichtung in der „die Elemente noch nicht getrennt, sondern wie in einem lebendigen Ur – Ei zusammen sind, das nur bebrütet werden darf, um als herrlichstes Phänomen auf Goldflügeln in die Lüfte zu steigen“ (GOETHE nach MÜLLER-SEIDEL 1963: 19). In diesen Zeilen ist der Einfluss seiner Sturm und Drang – Zeit stark ersichtlich, Goethe zielt hier auf ein Zusammenspiel der Gattungen anstatt deren Trennung ab, wie sie noch in jüngster Zeit üblich ist.

Die Geschichte der ursprünglichen Ballade1, welche in Abgrenzung zur Kunstballade als Volksballade bezeichnet wird, soll hier nur nebenbei eine Rolle spielen. Im groben Überblick kann man sagen, dass vor allem die Volkslieder der >>Skanden<< und anderer nordischer Völker als Vorbilder für die Kunstballade standen, wie auch in Herders >>Ossian – Aufsatz<<2 ersichtlich wird.3 Herder führt hauptsächlich schwedische, dänische, schottische und andere keltische Lieder als Beispiele seiner Volksliedtheorie an. Herders Theorie der Naturpoesie sieht in der Ballade bzw. dem Volkslied, im Gegensatz zur vorherrschenden Kultur der Kunstdichtung, welche strengen Formalia unterstand, die ideale Art zu dichten. Mit seinen Thesen förderte er die Entstehung der Kunstballade und wird, v.a. bei Bürger, als Quelle der Inspiration angegeben, denn dieser hatte die Herderschen Schriften eingehend studiert und schrieb damals: „Der, den Herder aufgeweckt hat, der schon lang […] in meiner Seele auftönte, hat nun dieselbe ganz erfüllt […]“ (BÜRGER nach MÜLLER-SEIDEL 1963: 34).

Im Folgenden führe ich nun meine Hypothesen an, welche im Laufe der Arbeit überprüft werden sollen:
Hypothese 1: Der Aufsatz Herders >>Über Ossian und die Lieder alter Völker<< unterstützt ein Umdenken in der Dichtkunst und führt dadurch mit zu einer Blüte von(Kunst-)Balladen ab dem späten 18. Jahrhundert.

Hypothese 2: Die >>Edward – Ballade<< kann als gute Dichtung im Sinne Herders bezeichnet werden und unterstützt seine These der >>Volkspoesie<<.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Johann Gottfried Herder und die Lieder Ossians

2. Über Ossian und die Lieder alter Völker

2.1. Historischer und philosophischer Hintergrund

2.2. Herders Theorie der naturalen Dichtung

3. Die Theorie der Volkslieddichtung nach Herder – die „Edward – Ballade“ als Prototyp?

3.1. Die Edward - Ballade – Historischer Kurzüberblick

3.2. Inhaltliche Analyse

3.3. Sprachliche Analyse

3.4. Formale Analyse

3.5. Zusammenfassung

4. Die Wirkung von Herders „Balladenprogramm“ in der Folge der Balladendichtung – Gottfried August Bürgers „Lenore“

III. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Johann Gottfried Herders Theorie der naturalen Dichtung auf die Entstehung der deutschen Kunstballade. Anhand der „Edward-Ballade“ als Prototyp und einer vergleichenden Analyse von Gottfried August Bürgers „Lenore“ wird geprüft, inwiefern Herders Thesen zur Volkspoesie als Impulsgeber für eine neue Ästhetik in der deutschen Literatur des späten 18. Jahrhunderts fungierten.

  • Herders Theorie der Naturpoesie und ihre theoretischen Grundlagen
  • Die „Edward-Ballade“ als literarisches Fallbeispiel für die Umsetzung des Liedhaften
  • Strukturelle, inhaltliche und formale Analyse ausgewählter Balladen
  • Der Rezeptionseinfluss Herders auf Dichter wie Bürger, Goethe und Schiller

Auszug aus dem Buch

3.2. Inhaltliche Analyse

Die inhaltliche Analyse kann direkt an den geschichtlichen Ursprung der Ballade anschließen. Der Inhalt der Ballade beschäftigt sich grobgesagt mit einer grausamen Tat, dem Vatermord durch Edward selbst. Dies ist das eine, was Herder Inhalt nennt: ein Urdrama, welches Seinesgleichen sucht und findet: Denn „könnte der Brudermord Kains [...] mit grausenderen Zügen geschildert werden (HERDER 1773: 491)“? Die Welt, in der sich die Tragödie abspielt, ist eine altertümliche Welt des Adels, die durch typische Merkmale gekennzeichnet ist: Landbesitz, „Hof und Hall“, Jagdfalken, „Geier“; Pferde, „Rotroß“. Hiermit wäre also These 2 bestätigt.

Das andere sind die sogenannten Würfe und Sprünge innerhalb der Handlung: das Dramatische. Im Laufe des Dialogs zwischen Mutter und Sohn, der sich immer weiter zuspitzt und mit Hilfe des drängenden Frage – Antwort – Spiels der Protagonisten entsteht eine starke dramatische Spannung. Es gibt in dessen Verlauf ganze zwei Höhepunkte oder auch Enthüllungen, die den Leser überraschen: zum einen gesteht Edward den Vatermord, „Ich hab geschlagen meinen Vater tot“ (3/5,7); zum anderen wirft er zuletzt der Mutter vor, sie hätte ihn dazu angestiftet und verflucht sie gleichzeitig, „Der Fluch der Hölle soll auf Euch ruhn, / Denn Ihr, Ihr rietets mir! O.“ (7/7,8). Das drängende Fragen der Mutter, zeigt aber auch noch etwas anderes auf, denn sie weiß ja bereits, was sich ereignet hat. Sie möchte eigentlich nicht das Geschehen selbst erfahren, sondern was Edward nun zu tun gedenkt, „Und was wirst du nun an dir tun?“ (4/1,3). Die Mutter scheint große Angst zu haben, was ja, wie wir zum Ende hin wissen, berechtigt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Stellenwert der Ballade im 18. Jahrhundert und führt in Herders Theorie der Naturpoesie ein, die als Basis für die folgenden Hypothesen dient.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert Herders theoretische Ansätze zur naturalen Dichtung, wendet diese auf die „Edward-Ballade“ an und untersucht abschließend den Einfluss dieser Konzepte auf Bürgers „Lenore“.

III. Fazit: Das Fazit resümiert die Bestätigung der aufgestellten Hypothesen und ordnet Herders Bedeutung für den literarischen Umbruch des späten 18. Jahrhunderts ein.

Schlüsselwörter

Johann Gottfried Herder, Edward-Ballade, Lenore, Kunstballade, Volkspoesie, Naturpoesie, Sturm und Drang, Gottfried August Bürger, Balladendichtung, Gattungsgeschichte, Literaturanalyse, Dichtungstheorie, Ossian, Dramatik, Lyrik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Herders Theorie der naturalen Dichtung auf die Entstehung der deutschen Kunstballade des 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen Herders Schrift „Über Ossian und die Lieder alter Völker“, die Analyse der „Edward-Ballade“ und die Wirkung auf die Dichter des Sturm und Drang.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist der Nachweis, dass Herders Thesen zur Volkspoesie ein Umdenken in der Dichtkunst einleiteten und zur Entstehung der Kunstballade beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den historischen Hintergrund betrachtet als auch eine detaillierte formale und inhaltliche Untersuchung der Balladen vornimmt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Herders Theoriekonzept, die Prüfung der „Edward-Ballade“ als Modell sowie eine Untersuchung der „Lenore“ von G.A. Bürger.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Herder, Volkspoesie, Kunstballade, Naturpoesie, „Edward“, „Lenore“ und der Epochenkontext des Sturm und Drang.

Warum wählt die Autorin ausgerechnet die „Edward-Ballade“ als Prototyp?

Die Wahl begründet sich darin, dass Herder diese Fassung selbst als Beleg für sein Ideal der Naturpoesie nutzte, was eine gezielte Überprüfung seiner Kriterien ermöglicht.

Wie unterscheidet sich Herders Sicht von Schillers Kritik an Bürger?

Während Herder die Unmittelbarkeit und Naturverbundenheit der Volkspoesie forderte, kritisierte Schiller, dass Bürger sich zu sehr auf das Niveau des Volkes begab, statt „erhöht“ zu empfinden.

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Details

Title
Über Ossian und die Lieder alter Völker
Subtitle
Herders Theorie der naturalen Dichtung am Beispiel „Edward“ und ihr Einfluss auf die neue deutsche Ballade
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Germanistik und Komparatistik)
Course
HS Ballade
Grade
1,7
Author
Viktoria Kredel (Author)
Publication Year
2012
Pages
23
Catalog Number
V189913
ISBN (eBook)
9783656142539
ISBN (Book)
9783656142737
Language
German
Tags
über ossian lieder völker herders theorie dichtung beispiel edward einfluss ballade
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Viktoria Kredel (Author), 2012, Über Ossian und die Lieder alter Völker , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189913
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