Es waren nur kurze Sprünge der Brüder Paul (1884-1972)und Otto (1872-1937) Timm im Jahre 1910 auf dem ersten deutschen zivilen Motorflugplatz Berlin-Johannisthal. Beide hatten keine Flugzeugführerberechtigung, gehörten aber mit ihren Konstruktionen und Ideen zu den Pionieren der Luftfahrtgeschichte. Im Heft wird ihr Leben und das ihrer Familien beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Zur Familie Paul und Otto Timm
Paul Timm auf dem Flugplatz Johannisthal um 1910
Firma „Automobil- und Aviatik AG“ und die Fahrzeugentwicklung
Patenschrift von Paul Timm und Johann Cenkl
Paul Timm bei der Aviatik AG
Paul Timm und sein Freund Franz Tolinski
Paul Timm und der Autobau
Der Bruder Otto Timm
Ehemaliges Wohnhaus der Familie Timm
Paul Timm baute eine Rad-Renn-Bahn
Erich Timm, Sohn von Otto Timm
Zielsetzung und Themen
Diese Dokumentation widmet sich der Aufarbeitung der Geschichte der Brüder Paul und Otto Timm sowie der Rolle von Pauls Neffen Erich Timm im Kontext der frühen Luftfahrtgeschichte auf dem Flugplatz Berlin-Johannisthal zwischen 1909 und 1914. Ziel ist es, die persönlichen Lebenswege, die fliegerischen Ambitionen und die technologische Innovationskraft dieser Männer anhand von Nachlassunterlagen und historischen Dokumenten für die Nachwelt zu bewahren und den neuen Eigentümern des Areals die lokale Geschichte nahe zu bringen.
- Anfänge der Motorluftfahrt in Berlin-Johannisthal um 1910
- Entwicklung und technisches Wirken von Paul Timm in der Automobil- und Aviatik AG
- Die familiäre und berufliche Verflechtung von Paul und Otto Timm
- Erich Timms Ausbildung und Einsatz als Militärflieger sowie seine spätere Tätigkeit als Architekt
- Dokumentation zeitgeschichtlicher Zeugnisse wie Patente, Verträge und historischer Fotografien
Auszug aus dem Buch
Wer waren die Brüder Paul und Otto Timm:
Zu den Anfängen der Geschichte des ersten deutschen Motorflugplatzes in Berlin-Johannisthal gehörten auch die Brüder Timm. Ende 1909 und im Frühjahr 1910 waren auch Paul und Otto Timm begeistert vom Gedanken Flugzeuge zu bauen und zu fliegen. Es war aber nur eine kurze Zeit und es waren leider nur kurze Sprünge mit den gebauten Flugapparaten.
„Bald nach der Eröffnungsflugwoche im Herbst 1909 waren etliche Schuppen am alten Startplatz, an denen noch die Namen Edwards, Farman, Blériot und die der anderen Teilnehmer prangten, wieder bezogen. Zu den ersten Mietern, die hier bauten und experimentierten wollten, gehörten Bruno Hanuschke, Max Schüler, Hermann Dorner sowie Otto und Paul Timm. Während er (Bruno Hanuschke, AK) anfangs die Brüder Timm in seine Werkstatt aufnahm, um die Schuppenmiete bezahlen zu können, gründete er später eine bescheidene Fliegerschule und bildete selbst seine Schüler aus.
Otto und Paul Timm, die sich mit Hanuschke einen Schuppen geteilt hatten, versuchten den Blériot-Eindecker nachzubauen und rüsteten ihn mit einem Haacke-Motor aus. Aber es gelangen damit im Frühjahr 1910 nur kurze Sprünge. Was sie besaßen, hatten sie in diesen Eindecker investiert. Für weitere Versuche, eventuell mit einem anderen Motor, reichte ihr Geld nicht. Sie gaben auf“.
Die Brüder Paul und Otto Timm hatten keine Flugzeugführererlaubnis.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitende Worte zur historischen Bedeutung des ehemaligen Flugplatzes Johannisthal und zur Intention der Dokumentenreihe.
Zur Familie Paul und Otto Timm: Steckbriefartige Übersicht zu den biografischen Eckdaten der Brüder Paul und Otto Timm.
Paul Timm auf dem Flugplatz Johannisthal um 1910: Darstellung der ersten Flugversuche und der Anfänge als Konstrukteur.
Firma „Automobil- und Aviatik AG“ und die Fahrzeugentwicklung: Erläuterung der Verbindung zum Flugzeugbauunternehmen und technischen Aspekten.
Patenschrift von Paul Timm und Johann Cenkl: Dokumentation eines innovativen Patents für einen Naseninhalator aus dem Jahr 1913.
Paul Timm bei der Aviatik AG: Detaillierte Betrachtung der Anstellung bei den Aviatik-Werken und der Entwicklung der „Aviatik-Taube“.
Paul Timm und sein Freund Franz Tolinski: Einblick in die freundschaftliche Verbindung zum Inhaber des „Flieger-Heim“.
Paul Timm und der Autobau: Bericht über die berufliche Neuausrichtung nach dem Ersten Weltkrieg hin zur Automobilkonstruktion.
Der Bruder Otto Timm: Beschreibung des Lebens und Wirkens von Otto Timm als Bauunternehmer und Unterstützer seines Bruders.
Ehemaliges Wohnhaus der Familie Timm: Historischer Rückblick auf den Wohnort der Familie in Berlin-Neukölln.
Paul Timm baute eine Rad-Renn-Bahn: Darstellung einer weiteren unternehmerischen Unternehmung Ottos bzw. Paul Timms.
Erich Timm, Sohn von Otto Timm: Biografische Aufarbeitung des Lebenswegs von Erich Timm als Flieger und Architekt.
Schlüsselwörter
Flugplatz Berlin-Johannisthal, Paul Timm, Otto Timm, Erich Timm, Automobil- und Aviatik AG, Luftfahrtpioniere, Flugzeugbau, Konstrukteur, Historische Dokumente, Berlin-Neukölln, Aviatik-Taube, Militärflieger, Motorräder, Patente, Familiengeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Dokumentation grundsätzlich?
Das Dokument beleuchtet die Geschichte der Brüder Paul und Otto Timm und deren Angehörigen im Kontext des frühen Flugplatzes in Berlin-Johannisthal sowie ihre späteren unternehmerischen Tätigkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Anfänge der Motorluftfahrt in Deutschland, der Flugzeugbau der Vorkriegszeit, technologische Patente sowie das Leben und Wirken der Familie Timm als Pioniere und Konstrukteure.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Bewahrung von lokalen historischen Informationen durch die Aufarbeitung von Nachlassunterlagen und die Dokumentation einer Ära, die heute weitgehend aus dem Stadtbild verschwunden ist.
Welche Methode wird für die Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine historische Dokumentation, die primär auf der Auswertung von Primärquellen wie Originalrechnungen, Fotos, Briefen, Patenten und Zeitungsberichten aus dem Familiennachlass basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich chronologisch und thematisch den Aktivitäten der Brüder im Flugplatzbetrieb, dem Engagement bei der Aviatik AG, Paul Timms Versuchen im Automobilbau sowie der Laufbahn von Erich Timm als Militärflieger und Architekt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Flugplatz Johannisthal, Paul Timm, Aviatik AG, Konstruktion, Luftfahrtgeschichte und Familiengeschichte.
Welche Rolle spielte der Flugplatz Johannisthal für die Familie Timm?
Er diente als Ausgangspunkt für ihre fliegerischen Ambitionen, als Ort für Schuppenmieten und Werkstattarbeiten sowie als Kontaktbörse zu anderen Luftfahrtpionieren ihrer Zeit.
Wie gestaltete sich die berufliche Laufbahn von Paul Timm nach dem Ersten Weltkrieg?
Durch die Beschränkungen des Versailler Friedensvertrages verlagerte er seinen Fokus vom Flugzeugbau auf den Bau und die Entwicklung von Automobilen und Motorrädern.
Wer war Erich Timm und wie verlief sein Werdegang?
Erich Timm war der Sohn von Otto Timm, ausgebildeter Architekt und Militärflieger während des Ersten Weltkriegs, der später wichtige Funktionen im Bauwesen wahrnahm.
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- Alexander Kauther (Author), Paul Wirtz (Author), 2012, Paul und Otto Timm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189933