Diese Studie fokussiert die Bedeutung von Social Networks [ur die Arbeit von deutschen Auslandsjournalisten. Ein weiterer Aspekt der Studie beinhaltet den Vergleich der Quellennutzung von Auslandskorrespondenten und Auslandsredakteuren. Geprüft wurde, ob und in welcher Form Social Networks für die Arbeit von Auslandsjournalisten von Relevanz sind und inwieweit sich in der Auslandsberichterstattung tätige Korrespondenten und Redakteure in ihrer Quellennutzung unterscheiden. In einer nicht repräsentativen Onlinebefragung wurden die Daten von N = 82 für deutsche Medien tätige Auslandsjournalisten erhoben. Es zeigte sich, dass Social Networks nur eine sehr geringe Bedeutung als journalistische Quelle haben. Stattdessen werden diese in erster Linie zur beruflichen Kontaktpflege genutzt. Zudem konnte ermittelt werden, dass insbesondere internationale Leitmedien aber auch deutsche Medien für die Redakteure eine größere Bedeutung [ur die Themeninspiration haben, als für die Korrespondenten. Hinsichtlich der Quellennutzung für die konkrete Beitragserstellung zeigte sich, dass die persönliche Beobachtung von Ereignissen und die Bevölkerung des Berichtslandes von den Korrespondenten signifikant häufiger als Quelle genutzt werden als von den Redakteuren. Letztere nutzen hingegen die deutschen Medien erheblich häufiger für den Informationsbezug.
This study analyses the relevance of social networks for the work of german foreign journalists. An additional concern is the compare how foreign editors and foreign correspondents may differ in using sources for their work. Reviewed was, if and in which manner social networks are relevant for the work of foreign journalists and to which extent editors and correspondents working in the foreign news field may differ in using sourees. Therefore the data from for german media working correspondents and editors were collected in a non-representative online poIl. It could be identified, that social networks are slightly relevant as an journalistic source. Rather they are primarily used to maintain job-related contacts. It could be also ascertained that particularly international leading media outlets but also german media are more relevant for editors for identiyfying new topics than for correspondents.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Untersuchungsgegenstand und Forschungsfrage
1.2 Konzeption und Struktur der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Social Networks
2.1.1 Begriffsumfeld
2.1.2 Terminologie
2.1.3 Kennzeichen und Merkmale
2.1.4 Handlungskomponenten
2.1.5 Klassifizierung
2.1.6 Nutzungspotentiale für Journalisten
2.2 Auslandsberichterstattung
2.2.1 Forschungsstand Auslandskorrespondenz, Auslandskorrespondenten und Auslandsredakteure
2.2.1.1 Entwicklung der Auslandsberichterstattung und des Korrespondentenwesens
2.2.1.2 Erforschung von Auslandsberichterstattung und Auslandskorrespondenz
2.2.1.3 Erforschung der Arbeit von Auslandskorrespondenten
2.2.1.4 Erforschung der Arbeit von Auslandsredakteuren
2.2.2 Funktionen der Auslandsberichterstattung
2.2.3 Die Auslandsredaktion
2.2.3.1 Begriffs- und Tätigkeitsbeschreibung des Auslandsredakteurs
2.2.3.2 Begriffs- und Tätigkeitsbeschreibung des Auslandskorrespondenten
2.3 Journalistische Quellennutzung
2.4. Das Integrative Mehrebenenmodell im Journalismus nach Esser
2.4.1 Subjekt-Sphäre
2.4.1.1 Subjektive Werte und Einstellungen
2.4.1.2 Berufsmotive und Berufsrollenverständnis
2.4.1.3 Professionalisierung
2.4.1.4 Soziodemografische Position
2.4.2 Institutions-Sphäre
2.4.2.1 Berufsbilder und Tätigkeitsprofile
2.4.2.2 Organisationsstruktur und Kompetenzverteilung
2.4.2.3 Redaktionelle Abläufe, redaktionelle Kontrolle und Sozialisationsmechanismen
2.4.2.4 Redaktionstechnologie
2.4.3 Medienstruktursphäre
2.4.3.1 Ökonomische Rahmenbedingungen des Medienmarktes und Verlegerinteressen
2.4.3.2 Das Presserecht Deutschlands und internationale Presserechtliche Bestimmungen
2.4.3.3 Presseselbstkontrolle und berufsethische Grundsätze
2.4.3.4 System der Journalistenausbildung
2.4.4 Gesellschafts-Sphäre
2.4.4.1 Pressefreiheit
2.4.4.2 Objektivitätsbegriff
2.4.4.3 Politische Kultur
2.4.4.4 Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen
2.4.4.4.1 Das (deutsche) Mediensystem und seine Abhängigkeiten
2.4.4.4.2 Klassifizierung von Mediensystemen
2.4.4.4.3 Das Mediensystem des Berichtslandes
2.4.4.4.4 Informationspolitische, kulturelle und infrastrukturelle Rahmenbedingungen
3. Forschungsintention
3.1 Forschungsfragen
3.1.1 Untersuchungsebene 1
3.1.2 Untersuchungsebene 2
3.2 Hypothesen
3.2.1 Untersuchungsebene 1
3.2.2 Untersuchungsebene 2
3.3 Weitere Forschungsinteressen
4. Methode
4.1 Forschungsdesign und Instrumente
4.2 Fragebogendesign
4.3 Pretest
4.4 Grundgesamtheit und Teilnehmerakquise
4.5 Stichprobenkonstruktion
4.6 Datenerhebung
4.7 Rücklauf und Kooperationsbereitschaft
5. Ergebnisdarstellung
5.1 Die Befragten
5.2 Ausbildung, Sprachgewandtheit, Berufserfahrung und Berufslaufbahn
5.2.1 Ausbildung
5.2.2 Sprachgewandtheit
5.2.3 Berufserfahrung
5.2.4 Berufslaufbahn
5.3 Journalistische Tätigkeitsmerkmale
5.4 Arbeitssituation
5.4.1 Beitragserstellung für Ressort/Redaktion
5.4.2 Berichtsgebiete, betreute Länderanzahl und Zuständigkeitsdauer
5.4.2.1 Berichtsgebiete
5.4.2.2 Betreute Länderanzahl
5.4.2.3 Zuständigkeitsdauer
5.5 Rahmenbedingungen
5.5.1 Zugang zu Informationsquellen
5.5.2 Behinderung der Arbeit
5.5.3 Zensur
5.5.3.1 Umgehen von Zensur
5.6 Informationsbeschaffung
5.6.1 Recherchezeit
5.6.2 Quellennutzung
5.6.2.1 Themenideen
5.6.2.2 Beitragsproduktion
5.6.3 Reiseaktivitäten
5.7 Social Networks
5.7.1 Nutzung für journalistische Tätigkeiten
5.7.2 Recherchezeit in Social Networks
5.7.3 Nutzungssituationen
5.7.4 Beruflicher Nutzen
5.7.5 Nutzungsmotive
5.7.6 Gründe für die Nicht-Nutzung
5.8 Hypothesenüberprüfung
5.8.1 Untersuchungsebene 1
5.8.2 Untersuchungsebene 2
6. Fazit
6.1 Zusammenfassung und Interpretation der Untersuchungsergebnisse
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, welche Bedeutung soziale Netzwerke für die berufliche Tätigkeit deutscher Auslandsjournalisten haben, indem sie die Quellennutzung von Auslandskorrespondenten und Auslandsredakteuren vergleicht und analysiert, inwieweit soziale Netzwerke in den journalistischen Arbeitsalltag integriert sind.
- Vergleichende Analyse der Quellennutzung (Auslandskorrespondenten vs. Auslandsredakteure)
- Einfluss von Rahmenbedingungen auf die Nutzung sozialer Medien
- Stellenwert sozialer Netzwerke bei der Themenfindung und Beitragsproduktion
- Identifikation von Nutzungsmotiven und Barrieren
Auszug aus dem Buch
1.1 Untersuchungsgegenstand und Forschungsfrage
„The work of a foreign correspondent is definitely getting harder, despite the facilitation technolgy provides. Due to globalization, the correspondent does not only have to be informed about the region he or she is covering, but also about how the events in his or her area are conntected to the rest of the world. [...] technological developments have altered the correspondent's job radically. Now the audience and the editors at home have almost the same acess to information from all over the world. Therefore, the correspondent cannot easily impress them with his or her account of what he or she has seen, heard and expierenced in that foreign country.“ (Lönnendonker/Nitz/Stamm 2006, S. 51) Ökonomischer Druck, steigende Kosten und die Möglichkeit ortsunabhängig Informationen aus aller Welt abzurufen haben in den letzten Jahren immer wieder die Notwendigkeit des Korrespondenten vor Ort in Frage gestellt. Neben diesen Veränderungen, die Korrespondenten und Redakteuren vergleichbare Möglichkeiten der Quellennutzung bieten, zeigte sich in der Vergangenheit, dass auch Social Networks als Mittel zur Informationsbeschaffung eine gewisse Bedeutung erlangt haben. Zuletzt beschränkte sich die Nutzung der Onlinenetzwerke für die Arbeit der Auslandsjournalisten jedoch primär auf einzelne Ereignisse. Besonders deutlich wurde dies etwa bei der Berichterstattung über die Massenproteste im Iran im Dezember 2009 als die Mehrheit der Korrespondenten ausgewiesen und die wenigen sich noch im Land aufhaltenden Journalisten, aufgrund einer Ausgangssperre, nicht mehr frei berichten konnten. Korrespondenten und Redakteure waren damit mehr oder weniger auf Social Networks als die einzige noch verbleibende Informationsquelle angewiesen, um berichten zu können. Zu dieser Zeit kamen auch deutsche TV-Sender wie ARD, ZDF oder N24 nicht mehr ohne YouTube, Flickr, Twitter und Co. als Quelle für Informationen und Bilder aus, wenn es um die Berichterstattung über den Iran ging (vgl. Stöcker/Neumann/Dörting 2009; Hassanzadeh 2009; Eimeren/Frees 2009, S. 334). Auch der Letzte sich im Iran aufhaltende deutsche Auslandskorrespondent griff auf Informationen aus Social Networks zurück und lieferte seiner Redaktion eine Einschätzung über Zusammenhang und Aufnahmedatum zu den dort vorhandenen Bildern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, definiert den Untersuchungsgegenstand und legt die zentrale Forschungsfrage sowie die Struktur der Arbeit dar.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die theoretischen Konzepte von Social Networks, Auslandsberichterstattung und journalistischer Quellennutzung auf Basis eines integrativen Mehrebenenmodells erläutert.
3. Forschungsintention: Dieses Kapitel operationalisiert die Zielsetzung durch die Formulierung konkreter Forschungsfragen und Hypothesen für die empirische Untersuchung.
4. Methode: Hier wird das Forschungsdesign beschrieben, inklusive der Wahl einer Online-Befragung als Methode zur Datenerhebung bei der Zielgruppe der Auslandsjournalisten.
5. Ergebnisdarstellung: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Daten zur Ausbildung, Arbeitssituation, Informationsbeschaffung und Nutzung von Social Networks durch die befragten Akteure.
6. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen, interpretiert diese im Hinblick auf die Fragestellung und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Auslandsberichterstattung, Auslandskorrespondenten, Auslandsredakteure, Social Networks, Quellennutzung, Journalismus, Informationsbeschaffung, Online-Befragung, Medienstruktursphäre, Gatekeeper, Themenfindung, Beitragsproduktion, Berichterstattung, Internet, Journalistische Routinen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht den Einfluss von Social Networks auf die tägliche Arbeit von in Deutschland tätigen Auslandsjournalisten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Arbeitsweisen von Auslandskorrespondenten und Auslandsredakteuren, deren Quellennutzung, die Herausforderungen der Auslandsberichterstattung und die Rolle digitaler Medien bzw. sozialer Netzwerke.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung sozialer Netzwerke für die Arbeit von Auslandsjournalisten zu bestimmen und Unterschiede in der Quellennutzung zwischen Korrespondenten und Redakteuren zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung durchgeführt, bei der Daten von 82 in deutschen Medien tätigen Auslandsjournalisten erhoben wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der das Mehrebenenmodell und journalistische Strukturen erläutert, sowie einen empirischen Teil, der die Ergebnisse der Befragung zu Tätigkeitsmerkmalen, Informationsbeschaffung und Nutzung sozialer Netzwerke darstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Auslandsberichterstattung, Auslandskorrespondenten, Auslandsredakteure, Social Networks, Quellennutzung, Gatekeeper und Journalistische Routinen.
Inwiefern unterscheiden sich die Tätigkeiten von Korrespondenten und Redakteuren?
Die Arbeit zeigt, dass Auslandskorrespondenten stärker vor Ort recherchieren, während Auslandsredakteure eine koordinierende Rolle einnehmen und stärker auf bereits aufbereitetes Material oder Agenturmeldungen zugreifen.
Welchen Stellenwert haben Social Networks für die Recherche?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Social Networks aktuell primär für die Kontaktpflege und als Inspirationsquelle für Themen dienen, jedoch eine eher untergeordnete Rolle für die tiefgehende Recherche einnehmen.
- Quote paper
- Mario Ziemkendorf (Author), 2011, Der Einfluss von Social Networks auf die Auslandsberichterstattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189974