Im Rahmen dieser Seminararbeit werden die Erfolgschancen von Restartern bei einer erneuten Unternehmensgründung erläutert. Nachdem vorab der Begriff Restarter derzeit noch nicht einheitlich in der Literatur definiert wird, ergeben sich natürlicherweise in der Forschung häufig große Widersprüche über die Chancen und Risiken von Wiederholungsgründern. Um diese Erfolgschancen besser bewertet zu können, wird daher versucht, soweit als möglich die Definition des Restarters zu vereinheitlichen und hierauf zuerst die theoretischen Grundlagen für den künftigen Erfolg anhand der Humankapital- und Signaling-Theorie zu erläutern. Aufbauend auf den theoretischen Rahmenbedingungen sollen dann einige Studien, die bereits rundum den Erfolg von Restartern durchgeführt wurden, vorgestellt werden. Abschließend werden noch die theoretischen Kenntnisse mit den Untersuchungsergebnissen verglichen, wobei sich aufgrund der unterschiedlichen Definitionen und Untersuchungsmethoden divergente Ergebnisse ergaben.
Inhaltsverzeichnis
1 EXECUTIVE SUMMARY
2 THEORETISCHE HINTERGRÜNDE BEZÜGLICH DES BEGRIFFS RESTARTER
2.1 DEFINITION/CHARAKTERISTIKA DES BEGRIFFS RESTARTER/ VON RESTARTERN
2.2 CHANCEN UND RISIKEN VON RESTARTERN
2.2.1 Humankapitaltheorie
2.2.2 Signaling-Theorie
3 EMPIRISCHE STUDIEN ÜBER RESTARTER
3.1 RESTARTER – EIN REIN THEORETISCHER BEGRIFF ODER BEREITS EIN WICHTIGER BEITRAG ZUR WIRTSCHAFT? (VERBREITUNG VON RESTARTER)
3.2 ERFAHRUNG ALS ERFOLGSFAKTOR
4 VERGLEICH DER THEORIE UND DER EMPIRISCHEN ERGEBNISSE
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erfolgschancen von sogenannten "Restartern" – also Unternehmern, die nach einer gescheiterten Gründung erneut den Schritt in die Selbstständigkeit wagen – und analysiert kritisch, inwieweit theoretische Modelle die empirische Realität dieser Erfolgschancen abbilden können.
- Definition und theoretische Einordnung des Begriffs "Restarter"
- Analyse der Humankapital- und Signaling-Theorie im Kontext unternehmerischen Scheiterns
- Darstellung und kritische Evaluation empirischer Studien zum Erfolg von Restartern
- Vergleich von theoretischen Vorhersagen mit tatsächlichen Forschungsergebnissen
- Herausforderungen bei der Finanzierung und Fremdkapitalbeschaffung für Restarter
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Humankapitaltheorie
Die Humankapitaltheorie geht davon aus, dass jeder Mensch gewisse „Humankapitalressourcen“ hat, welche seinen Erfolg bestimmen. Das Humankapital setzt sich daher aus dem Wissen, sowie den erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten des jeweiligen Menschen zusammen. Dies bedeutet folglich, dass jede Investition in die Bildung auch eine Investition in das Humankapital darstellt. Das gesteigerte Wissen und die erweiterten Fähigkeiten sollen dann etwa im beruflichen Umfeld zu einem höheren Einkommen führen.
Dennoch kann das Humankapital auch angeboren sein beziehungsweise besitzt jeder Mensch gewisse Talente schon von Geburt an. Dies bedeutet, dass allgemein gewisse Teile des Humankapitals bereits angeboren sind, wobei diese auch erweitert werden können und dass außerdem noch weitere Fähigkeiten und Fertigkeiten im Laufe des Lebens zur Steigerung des Humankapitals hinzuerworben werden können.
Die Grundidee der Humankapitaltheorie ist, dass das Humankapital das Leistungsvermögen und die Effizienz einer Person erhöhen kann. Durch die Erfahrung einer Selbstständigkeit, die gescheitert ist, erhöht sich etwa das Humankapital, sowohl um den Vorgang bei einer Gründung eines Unternehmens aber auch mit dem Prozess des Scheiterns. Es ist davon auszugehen, dass ein Restarter diese Erfahrungen bei der nächsten Unternehmensgründung mit einbezieht und daher auch bei ähnlichen Prozessen aufgrund seiner vorherigen Erfahrung ganz anders und vor allem überlegter vorgeht. Ein positiver Effekt des Scheiterns ist also in humankapitaltheoretischer Sicht durch Produktivitätseffekte und durch den Informationsvorsprung vorhanden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EXECUTIVE SUMMARY: Gibt einen Überblick über die Zielsetzung der Arbeit, die theoretische Basis sowie die Diskrepanzen zwischen Theorie und empirischen Forschungsergebnissen.
2 THEORETISCHE HINTERGRÜNDE BEZÜGLICH DES BEGRIFFS RESTARTER: Definiert den Begriff Restarter und beleuchtet die Chancen und Risiken aus Sicht der Humankapital- und Signaling-Theorie.
3 EMPIRISCHE STUDIEN ÜBER RESTARTER: Analysiert verschiedene Studien zur Verbreitung von Restartern und untersucht, ob Erfahrung tatsächlich als Erfolgsfaktor fungiert.
4 VERGLEICH DER THEORIE UND DER EMPIRISCHEN ERGEBNISSE: Setzt die theoretischen Annahmen in Bezug zu den tatsächlichen empirischen Erkenntnissen und diskutiert die Widersprüche.
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die gesellschaftliche Relevanz sowie den Bedarf an einer einheitlichen Definition für künftige Forschung.
Schlüsselwörter
Restarter, Wiederholungsgründer, Unternehmensgründung, Scheitern, Business failure, Humankapitaltheorie, Signaling-Theorie, Selbstständigkeitserfahrung, unternehmerischer Erfolg, Wirtschaftswachstum, Finanzierung, Gründerpanel, Unternehmensinsolvenz, zweite Chance, Neugründung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Unternehmern, die nach einem unternehmerischen Scheitern einen neuen Versuch der Selbstständigkeit wagen, den sogenannten Restartern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Restartern, die theoretische Begründung ihres Erfolgs (Humankapital- und Signaling-Theorie) sowie die empirische Überprüfung dieser Theorien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Erfolgschancen von Restartern kritisch zu bewerten und zu hinterfragen, ob die theoretisch postulierten Vorteile der Erfahrung aus dem Scheitern in der Realität statistisch nachweisbar sind.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, bei der existierende empirische Studien und Datensätze (wie z.B. das Gründerpanel des IfM Bonn oder Studien der Boston Consulting Group) ausgewertet und gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Konzepte, die Vorstellung empirischer Studien zur Verbreitung und zum Erfolg von Restartern sowie den direkten Vergleich zwischen Theorie und empirischer Evidenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Restarter, Scheitern, Humankapital, Signaling-Theorie und unternehmerischer Erfolg definiert.
Warum gibt es laut Autor keine einheitlichen Forschungsergebnisse?
Dies liegt vor allem an den fehlenden einheitlichen Definitionen des Begriffs "Restarter" sowie den unterschiedlichen Datensätzen und Untersuchungsmethoden der betrachteten Studien.
Welche Rolle spielt die Finanzierung bei Restartern?
Die Signaling-Theorie legt nahe, dass ein vorheriges Scheitern ein negatives Signal für Kapitalgeber sein kann. Empirisch zeigt sich, dass Restarter bei der Beschaffung von Fremdkapital häufig vor größeren Hürden stehen als Erstgründer.
- Arbeit zitieren
- Michael Walch (Autor:in), 2010, Restarter – Eine zweite Chance für gescheiterte Unternehmer?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190064