„Thanks to TV, I can’t remember what happened eight minutes ago. No, really, it’s a serious problem.“
Bart, eine der Hauptfiguren der Fernsehserie "The Simpsons", bringt mit dieser Aussage die wohl schärfste Kritik am Fernsehkonsum von Jugendlichen auf den Punkt. Hartmut von Hentig, einer der bedeutendsten Pädagogen unserer Zeit, spricht von der „Vermoosung der Menschheit“. Viele andere Wissenschaftler, aber auch Lehrer und Eltern teilen diese Sorge. Sie befürchten, das Fernsehen würde Kinder verdummen, ihre intellektuellen Fähigkeiten verkümmern lassen.
Widersprechen diese sicher begründeten Vorbehalte nicht grundsätzlich einem schulischen Einsatz von Fernsehen? Um diese Frage zu beantworten, werden zunächst fachwissenschaftliche und bildungspolitische Argumente aufgezeigt, die für eine Nutzung von Fernsehen im schulischen, insbesondere im fremdsprachlichen Unterricht, sprechen. Anschließend wird eine Unterrichtseinheit vorgestellt und reflektiert, in der das Fernsehen als Leitmedium für die Entwicklung des Hör-/ Sehverstehens fungierte und nachweislich fruchtbar gemacht werden konnte. Ein Ausblick auf mögliche Anknüpfungspunkte in weiterem Unterricht schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Dimensionen des Hör-/ Sehverstehens
- 2.1 Hör-/ Sehverstehen als prozesshaftes Geschehen
- 2.2 Hör-/ Sehverstehen als kommunikative Kompetenz
- 2.3 Hör-/ Sehverstehen als Mittel der Erkenntnisgewinnung
- 3. Entwicklung der audiovisuellen Methode im Fremdsprachenunterricht
- 4. Sachanalyse: „Mobbing“
- 5. Bedingungsanalyse
- 5.1 Darstellung der Lerngruppe
- 5.1.1 Schulisches Umfeld
- 5.1.2 Sozialer Hintergrund der Lerngruppe
- 5.1.3 Stärken und Schwächen der Lerngruppe
- 5.1.4 Stärken und Schwächen einzelner Schüler/innen
- 5.2 Fernsehverhalten deutscher Jugendlicher
- 5.3 Fernsehverhalten der Lerngruppe
- 5.4 Materielle und räumliche Voraussetzungen
- 6. Didaktische Analyse
- 6.1 Vor- und Nachteile des schulischen Einsatzes von Fernsehen
- 6.2 Bildungspolitische Rahmenbedingungen für das Hör-/ Sehverstehen im Fremdsprachenunterricht
- 6.2.1 Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen
- 6.2.2 Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.10.2004
- 6.2.3 Rahmenplan Mecklenburg-Vorpommern
- 6.3 Relevanz des Themas „Bullying“ für die Schüler/innen
- 6.4 Relevanz des Hör-/ Sehverstehens für die Schüler/innen
- 7. Zielformulierungen
- 8. Medienanalyse: „Bart The General“
- 8.1 Inhalt
- 8.2 Charaktere und formale Mittel
- 8.3 Prinzipien für den handlungsorientierten Umgang mit Medien
- 9. Methodische Analyse
- 9.1 Methodische Vorüberlegungen
- 9.2 Planung der einzelnen Stunden
- 10. Reflexionen und Ausblick
- 10.1 Allgemeiner Rückblick
- 10.2 Auswertung einzelner Stunden
- 10.3 Mögliche Anknüpfungspunkte für zukünftigen Unterricht
- 11. Quellenverzeichnis
- Literaturangaben
- Internetressourcen
- Filme
- 12. Abkürzungsverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert und reflektiert einen Unterrichtsversuch, der das Fernsehen als Leitmedium für die Entwicklung des Hör-/ Sehverstehens im Englischunterricht der 9. Hauptschulklasse nutzt. Ziel ist es, die pädagogischen Potenziale des Mediums für den fremdsprachlichen Unterricht aufzuzeigen und die Herausforderungen bei der Integration von Fernsehmaterial in den schulischen Kontext zu beleuchten.
- Entwicklung und Bedeutung des Hör-/ Sehverstehens
- Einsatz des Fernsehens im Fremdsprachenunterricht
- Didaktische und methodische Aspekte des Unterrichtsversuchs
- Reflexion der erlebten Unterrichtsstunden und möglicher Weiterentwicklungen
- Bildungspolitische Rahmenbedingungen für den Einsatz von audiovisuellen Medien im Unterricht
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Thematik des Unterrichtsversuchs vor und beleuchtet die kritischen Stimmen zum Fernsehkonsum von Jugendlichen. Es werden zunächst die verschiedenen Dimensionen des Hör-/ Sehverstehens erläutert und dessen Bedeutung für eine erfolgreiche Kommunikation hervorgehoben. Anschließend werden die Entwicklung der audiovisuellen Methode im Fremdsprachenunterricht sowie die Sachanalyse des Themas „Mobbing“ behandelt. Das 5. Kapitel stellt die Lerngruppe vor und analysiert deren schulischen und sozialen Hintergrund sowie das Fernsehverhalten. Die didaktische Analyse beschäftigt sich mit Vor- und Nachteilen des schulischen Fernseheinsatzes sowie den relevanten bildungspolitischen Rahmenbedingungen. Abschließend werden die Zielformulierungen des Unterrichtsversuchs und die Medienanalyse der ausgewählten Folge „Bart The General“ aus der Fernsehserie „The Simpsons“ präsentiert. Das 9. Kapitel stellt die methodische Analyse des Unterrichtsversuchs vor, während das 10. Kapitel die Reflexionen und den Ausblick auf mögliche Anknüpfungspunkte für zukünftigen Unterricht beinhaltet. Die Arbeit schließt mit einem Quellenverzeichnis und einem Abkürzungsverzeichnis.
Schlüsselwörter
Hör-/ Sehverstehen, Fremdsprachenunterricht, Fernsehen, audiovisuelle Medien, Didaktik, Methodologie, Lerngruppe, „The Simpsons“, „Bart The General“, Mobbing, Bullying, Bildungspolitik, Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Fernsehen ein geeignetes Leitmedium für den Englischunterricht?
Fernsehen verbindet Bild und Ton, was das Hör-Sehverstehen fördert. Es bietet authentische Sprachvorbilder und motiviert Schüler durch lebensnahe Inhalte.
Welche Rolle spielt das Hör-Sehverstehen in den Bildungsstandards?
Gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) und KMK-Beschlüssen ist das Hör-Sehverstehen eine zentrale kommunikative Kompetenz, die im modernen Fremdsprachenunterricht gezielt entwickelt werden muss.
Warum eignen sich "The Simpsons" für die 9. Hauptschulklasse?
Die Serie ist den Schülern bekannt, bietet humorvolle, aber auch sozialkritische Themen (wie Mobbing in "Bart The General") und nutzt eine Sprache, die für dieses Lernniveau didaktisch reduzierbar ist.
Wie kann man das Thema Mobbing (Bullying) im Unterricht mit Medien aufgreifen?
Durch die Analyse von Filmsequenzen können Schüler Distanz zum Thema wahren, Charaktere analysieren und Handlungsalternativen entwickeln, ohne direkt persönlich betroffen zu sein.
Was sind die Gefahren des Fernseheinsatzes in der Schule?
Es besteht die Gefahr des passiven Konsums. Daher ist ein handlungsorientierter Umgang mit gezielten Aufgabenstellungen vor, während und nach dem Sehen essenziell.
- Arbeit zitieren
- Franziska Wandschneider (Autor:in), 2006, Let's watch TV, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190086