Handelskompanien , Handelsstützpunkte , Siedlungskolonien
Im Bezug auf das Thema halte ich für plausibel etwas weiter zurück in die Geschichte zu gehen , um die Zeit direkt vor dem 19. Jahrhundert zu analysieren . Die Frage hier ist – was ist geschehen am Vorabend , welche vorentscheidenden Ereignisse hatten Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung im westlichen Europa und in Nord Amerika in den nächsten hundert Jahren ?
Es ist vielleicht von Vorteil zuerst eine kurze Orientierung in Zeit und Raum zu geben, sowohl was diese Vorperiode betrifft , als auch im Bezug auf die Gesamtheit des Themas. Der Vorabend des 19. Jahrhunderts ist etwa von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis unmittelbar vor Anfang des 19. - also etwa zwischen 1750 bis 1800. Es ist 250 - 300 Jahre nach den geographischen Entdeckungen und der danach folgenden so genannten Expansion Europas in den Atlantischen Raum und dann weiter auf andere Kontinente und Meeren . In meinen Überlegungen werde ich mich fast ausschließlich dem Atlantischen Raum widmen und später , bei den Betrachtungen der drei Phänomene , dem eigentlichen Kern der Atlantischen Wirtschaft - Europa, vor allem das westliche , und Nord Amerika. Aber erstmals in dieser Einführung ist der ganze Atlantik einzubeziehen.
Ein wichtiger Punkt in der Zeit vor dem 19. Jahrhundert für die wirtschaftliche Entwicklung sind die Handelsgesellschaften , die so genannten Handelskompanien . Obwohl die Zeit der Gründungen der ersten weit Anfang des 17. Jahrhundert liegt , sind sie mit besonderer Aufmerksamkeit in Bezug auf die Entstehung und Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen Europa und der Neuen Welt zu beobachten . Am Vorabend des 19. Jahrhunderts findet die so genannte Dritte Gründungswelle der Handelskompanien statt .Sie begann um 1718 und reichte bis etwa 1740 . Nach den langen Kriegen mit Ludwig XIV. von Frankreich setzte in Europa ein wirtschaftlicher Aufschwung ein , der sich auf die Gründung von Handelskompanien auswirkte . Man sollte dabei die englischen und holländischen von den spanischen und portugiesischen unterscheiden - die ersten waren ausschließlich am Profit interessiert im Gegenteil zum „ monarchischen Kapitalismus „ der Spanier und Portugiesen...
Inhaltsverzeichnis
I. Am Vorabend des19.Jahrhunderts . Voraussetzungen für eine Atlantische Wirtschaft
1. Handelskompanien , Handelsstützpunkte , Siedlungskolonien
2. Menschliche Bewegungen
3. Industrielle Revolution
II. Definition und Versuch zur Chronologisierung der Entwicklung der Atlantischen Wirtschaft im 19.Jahrhundert
III. Die drei Phänomene der Atlantischen Wirtschaft im 19.Jahrhundert : internationaler Handel , internationale Kapitalbewegungen , Menschenströme
1. Der internationale Handel
1.1 Entwicklung und Struktur
1.2. Konvergenzprozess
1.3. Gründe für den boomenden Handel
2. Der Kapitalverkehr in der Atlantischen Wirtschaft
2.1. Die internationalen Investitionen
2.2 Gründe für die Entwicklung
3. Das Phänomen der Menschenbewegungen
3.1. Migrationen
3.2. Konvergenzprozess bei den Reallöhnen
IV. Abschließende Worte
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entstehung und die wesentlichen Entwicklungsprozesse der Atlantischen Wirtschaft im 19. Jahrhundert. Im Zentrum steht die Analyse, wie der internationale Handel, grenzüberschreitende Kapitalbewegungen und massive Migrationsströme zu einer zunehmenden ökonomischen Integration zwischen Europa und Nordamerika führten.
- Voraussetzungen durch Handelskompanien und die Industrielle Revolution
- Dynamik des internationalen Handels und Preis-Konvergenz
- Entwicklung und Determinanten des internationalen Kapitalverkehrs
- Sozio-ökonomische Auswirkungen der Massenmigration
- Einfluss von Transportinnovationen auf die Weltwirtschaft
Auszug aus dem Buch
1. Der internationale Handel
Das 19.Jahrhundert war eine Periode mit dramatischer Integration der Gütermärkte von West Europa und Nord Amerika , mit einem besonders gegen Ende des Jahrhunderts boomenden internationalen Handel , besonders im Atlantischen Wirtschaftsraum . Dabei nennt Wolfram Fischer , dass zwischen 1800 und 1913 der Welthandel um das 25-fache steigt , wobei der Anstieg der Weltproduktion „nur“ 2,2 mal ist . Relevant für diese Arbeit aber ist , dass auf Europa und Nord Amerika im gleichen Zeitraum etwa ¾ davon zukommt , mit gewissen Schwankungen zeitlich . Aber der drastische Unterschied in den Wachstumsraten von Handel und Produktion ist kennzeichnend für die ganze Periode ab 1800 bis sogar 1913 , die auch zurecht in positivem Sinne „das lange 19.Jahrhundert“ genannt wird . Interessant sind auch die Beobachtungen der Struktur des internationalen Handels und deren Unterschied zu früheren Perioden : In allen früheren Jahrhunderten wurden vor allem Luxusgüter mit hohem Wert und geringem Gewicht über langen Strecken gehandelt - Gewürze und Seide , Parfüm und Elfenbein und zum Zahlungsausgleich auch Edelmetal beziehungsweise Schmuck 4). An der Schwelle des 19. Jahrhunderts kam es zu entscheidender Umstrukturierung der Welthandelsströme und insbesondere beiderseits des Atlantiks . Im ganzen Zeitraum dominierten nun Nahrungsmittel und Rohstoffe auf der einen , auf der anderen Seite langlebige Gebrauchsgüter wie Stoffe , Werkzeuge und später Investitionsgüter , vor allem Maschinen .
Zusammenfassung der Kapitel
I. Am Vorabend des19.Jahrhunderts . Voraussetzungen für eine Atlantische Wirtschaft: Dieses Kapitel erläutert die historischen Rahmenbedingungen, insbesondere die Rolle von Handelskompanien und der Industriellen Revolution als Fundament für die spätere atlantische Integration.
II. Definition und Versuch zur Chronologisierung der Entwicklung der Atlantischen Wirtschaft im 19.Jahrhundert: Hier wird der Begriff der Atlantischen Wirtschaft definiert und eine chronologische Einordnung anhand prägender wirtschaftspolitischer Meilensteine vorgenommen.
III. Die drei Phänomene der Atlantischen Wirtschaft im 19.Jahrhundert : internationaler Handel , internationale Kapitalbewegungen , Menschenströme: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die drei zentralen Treiber der wirtschaftlichen Verflechtung: den Güterhandel, den Kapitalverkehr und die Migration, jeweils ergänzt um deren Konvergenzprozesse.
IV. Abschließende Worte: Das Fazit fasst zusammen, dass die rasche Erweiterung der atlantischen Handelsbeziehungen und die ökonomische Integration Wohlfahrtsgewinne für die beteiligten Volkswirtschaften ermöglichten.
Schlüsselwörter
Atlantische Wirtschaft, 19. Jahrhundert, Globalisierung, Handelskompanien, Industrielle Revolution, Transportrevolution, internationaler Handel, Kapitalverkehr, Goldstandard, Migration, Reallohnkonvergenz, Gütermarktintegration, Wirtschaftsgeschichte, Europa, Nordamerika
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung und Entwicklung der wirtschaftlichen Verflechtung zwischen Europa und Nordamerika im 19. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Handelsströme, des internationalen Kapitalverkehrs sowie der massenhaften Migrationsbewegungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich durch ökonomische Integration, sinkende Transportkosten und liberale Handelspolitik ein geschlossenes atlantisches Wirtschaftssystem bildete.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen historischen und ökonomischen Ansatz, um Daten zu Handelsvolumina, Investitionen und Löhnen im Kontext der "langen" 19. Jahrhunderts auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Phänomene Handel, Kapitalmobilität und Migration, wobei jeweils deren Mechanismen, Entwicklungen und Konvergenzeffekte beleuchtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Atlantische Wirtschaft, Handelsintegration, Konvergenz, Transportrevolution und Faktorpreisausgleich.
Welche Rolle spielte der Goldstandard für die wirtschaftliche Entwicklung?
Der Goldstandard wird als entscheidender Faktor für die Stabilität der Finanzmärkte und die Erleichterung internationaler Kapitalströme identifiziert.
Wie beeinflusste die Transportrevolution den Handel?
Durch technische Innovationen wie das Dampfschiff sanken die Frachtkosten drastisch, was den Warenverkehr zwischen den Kontinenten massiv beschleunigte und den Handel zum Boomen brachte.
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- Nikolay Loulov (Author), 2003, Entstehung und Entwicklung der Atlantischen Wirtschaft im 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19010