Lokales Wissen und Partizipation der ländlichen Bevölkerung als ausschlaggebender Faktor für das Gelingen staatlicher Agrarreformen

Die unerhörte Stimme


Seminararbeit, 2011

29 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Agrarreformen als staatliche Maßnahmen zur sozioökonomischen Verbesserung

2. Die Bedeutung des lokalen Wissens

3. Partizipation: Die Leiter der Bürgerbeteiligung

4. Fallbeispiele
4.1 Tansania: Theorie der Selbstständigkeit und Praxis des Zwangs
4.1.1 Hintergrund
4.1.2 Ziele
4.1.3 Umsetzung
4.1.4 Fehlende Partizipationsmöglichkeiten und Missachtung des lokalen Wissens͙
4.1.5 Gelungen? Gescheitert?
4.2 Philippinen: Bibingka Strategie
4.2.1 Hintergrund
4.2.2 Ziele des Comrehensive grarian Reform Program (C RP)
4.2.3 Umsetzung
4.2.4 Partizipation und lokales Wissen: Bibingka Strategie
4.2.5 Gelungen? Gescheitert?

5. Fazit: Partizipation und lokales Wissen als ausschlaggebender Faktor

Literaturverzeichnis

Anhang: Verzeichnis der Abkürzungen

1. Einleitung: Agrarreformen als staatliche Maßnahmen zur sozioökonomischen Verbesserung

Ganz allgemein wird unter Agrarreform eine vom Staat geplante Maßnahme zur Veränderung der Agrarstruktur eines Landes verstanden. Das Ziel der Agrarreform ist es, den sozioökonomischen Wohlstand der Landbevölkerung zu verbessern und eine allgemeine Steigerung der Produktion landwirtschaftlicher Güter zu erreichen. Die Maßnahmen, mit denen diese Ziele erreicht werden sollen, lassen sich in zwei übergeordnete Kategorien aufteilen: Bodenreformen, bei denen die Steigerung des Wohlstands der Landbevölkerung und der Produktion durch Umverteilungsmaßnahmen oder Bildung von Produktionsgemeinschaften u.a. erreicht werden soll und Bodenbewirtschaftungsreformen, durch die eben diese Ziele durch Verbesserung der Produktionstechnik und des Kreditwesens, Auswahl der Anbaupflanzen u.a. erlangt werden sollen (vgl. Wirtschaftslexikon Gabler)1.

Ghose (1983) macht darauf aufmerksam, dass Agrarreformen in den meisten Fällen eine Antwort auf Krisen im Agrikultursektor sind und wichtige Maßnahmen für die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion bedeuten. Dennoch machte es sich bemerkbar, dass in der letzten Zeit gerade diese Entwicklungsmaßnahmen eine Krise der Agrarwirtschaften in Entwicklungsländern hervorgebracht zu haben scheinen (vgl. Ghose 1983, S. 3ff). Welche Ursachen kann dies haben?

ÄThe basic and highly intuitive idea is that there are systematic reasons why government fails to deliver the kind of service to its citizens that would be ideal‖ (Besley 2006, S. 45). Besley (2006) spricht von ÄIgnorance― (Informationsgrad des Staates), ÄInfluence― (durch Korruption und aufwendiges Renditestreben) und ÄQuality of leadership― (Fähigkeiten und Motive der Führungspersonen) als Faktoren für das Scheitern einer Regierung oder einer policy (vgl. Besley 2006, S. 59ff). In der Wissenschaft wird von vielen weiteren Ursachen gesprochen, die hier nicht weiter ausgeführt werden sollen.

Viele Wissenschaftler wie Agrarreformer scheinen jedoch im Eifer des Gefechts einen wichtigen Punkt vergessen zu haben: ―The effectiveness of developmental policy depends upon whether the choices made in the nation‘s capital will be accepted and acted upon in the hinterland‖ (Ingle 1972, S. 185). In den letzten Jahren haben sich viele NGOs der Entwicklungszusammenarbeit und internationale Institutionen wie die Weltbank und IMF für Äpolicy change informed by local perspectives― (Pottier 2003, S. 24) eingesetzt. Gleichzeitig wurde vielfach gefordert, dass die ärmere Bevölkerung als Empfänger von Entwicklungsprogrammen zu aktiven Mitwirkenden in der Planung und Umsetzung von Reformen werden sollen (vgl. Pottier 2003, S. 24).

Meine Forschungsfrage für diese Arbeit im Rahmen des Seminars ÄStaatliche Ordnung― lautet demnach:

Welchen Einfluss haben lokales Wissen und Partizipation der ländlichen Bevölkerung auf Umsetzung und Ergebnis von staatlichen Agrarreformen zur Verbesserung des sozioökonomischen Wohlstands der Landbevölkerung?

Als theoretische Grundlage werde ich zunächst das Konzept und die Bedeutung des lokalen/praktischen Wissens näher erläutern und die Partizipationsstufen nach Arnstein vorstellen. Anschließend werde ich anhand der Ujamaa Umsiedlungsmaßnahmen in Tansania und der Comprehensive Agrarian Reform auf den Philippinen die Thematik an konkreten Beispielen beleuchten, um dann zu guter Letzt in einem Fazit zu einer abschließenden Beurteilung zu kommen.

2. Die Bedeutung des lokalen Wissens

―Wisdom, comes out of an ant heap.‖ (African Proverb in Geertz 2000, S. 167)

Das Konzept des lokalen Wissens (local knowledge) oder auch praktischen Wissens (practical knowledge) gewinnt in der neueren Forschung an Beachtung. Es gibt keine einheitliche Definition von Älokalem Wissen― (vgl. Kalb 2006). Es scheint jedoch als läge gerade dieses Entziehen vor einer eindeutig festgelegten Definition und leichten Erkenntnis in der Natur des Begriffes selbst. Denn was lokales Wissen ist, variiert von Ort zu Ort, teils sogar von Mensch zu Mensch und von Situation zu Situation (vgl. Pottier 2003). Kalb (2006) weist aber darauf hin, dass Definitionen Bourdieus, Geertz‗, Sillitoes und Scotts, die sich ausgiebig mit dem Konzept des lokalen Wissens beschäftigten, jeweils bestimmte Schlagwörter wie Ärelational, situated, practical, dynamic, positional, unevenly distributed, and often communicated orally or bodily― (Kalb 2006, S. 579) enthalten. Lokales Wissen wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch als know-how, practical skills, common sense und Erfahrung bezeichnet und bei Foucault techne genannt (vgl. Scott 1998). James C. Scott führt das griechische Wort Ämetis―2 zur Beschreibung des lokalen Wissens ein. Metis ist nach Scott eine Palette an meist lokal erworbenen praktischen und intellektuellen Fähigkeiten, durch die flexibel und passend auf die sich ständig verändernde Umwelt reagiert werden kann und die von dieser wiederrum beeinflusst werden. ÄKnowing how to apply the rules of thumb in a concrete situation is the essence of metis―(Scott 1998, S. 316). Ich werde im Folgenden die Begriffe ―lokales Wissen‖ und ―metis‖ synonym verwenden.

Während lokales Wissen bisher häufig als traditionell, rückständig, und unreflektiert verurteilt wurde (vgl. Pottier 2003) und die Einstellung vorherrschte, dass ―we, the civilized, sort matters out analytically, relate them logically, and test them systematically, as can be seen by our mathematics, physics, medicine, or law, [whilst] they, the savage, wander about in a hodgepodge of concrete images, mystical participations, and immediate passion‖ (Geertz 2000, S. 148). So verbreitet sich heute die Annahme, dass lokales Wissen ein ―multifarious, contestable product of an ever-evolving syncretistic process‖ (Sillitoe 1998 in: Pottier 2003, S. 1) ist. Trotzdem hatten und haben viele Wissenschaftler und Äagents of change― (Pottier, S. 2) die Vorstellung, dass wissenschaftlich erlangtes Wissen einheitlich gültig und dem lokalen Wissen weit überlegen sei.

Staatliche Maßnahmen scheitern immer wieder, weil versucht wird, den Menschen ein stark simplifiziertes und starres Modell aufzudrücken, ohne ihr lokales Wissen, ihre metis, dabei zu beachten. Dann geschieht es, dass Äthe scientific and Ärational― knowledge favoured by development constructs foreign Äexperts― as agents, and local people as passive and ignorant― (Gardner and Lewis 1996, S. 72 in: Pottier 2003, S. 10). Nach Scott kann jedoch keine Maßnahme, kein Plan und kein System erfolgreich sein, welches metis nicht beachtet oder sogar unterdrückt, denn metis ist im lokalen Kontext dem allgemeinen Wissen überlegen. Daher wirken autoritäre, hoch-moderne Verbesserungsmaßnahmen oft zerstörend anstatt fördernd. Mit formellem Wissen allein könne eine Maßnahme zwar auch durchgesetzt werden, jedoch sei die Umsetzung notwendigerweise bei weitem teurer, arbeitsaufwendiger, umständlicher und bedürfe mehr Zeit (vgl. Scott 1998, S. 311 ff).

Diese Erkenntnis ist in letzter Zeit zunehmend in Wirtschaft, Stadtplanung und Entwicklungszusammenarbeit3 angekommen. Daher bestehen westliche Entwicklungsprogramme auch immer häufiger darauf, das lokale Wissen der Bevölkerung in die Planung und Durchführung der Projekte miteinzubeziehen (vgl. Kalb 2006). Allerdings dürfte sich das ÄMiteinbeziehen des lokalen Wissens― als schwierig gestalten, weil praktisches Wissen im Geschehen direkt angewendet wird, den lokalen Eigenheiten angepasst und temporär ist und mit der sich verändernden Umwelt ständig interagiert. Wissenschaftliches Wissen wird analysierend gewonnen, wenn ein Geschehen abgeschlossen ist, es ist somit träger und folgt einer anderen Logik als das praktische Wissen, welches nur in Bewegung erfasst werden kann (vgl. Bourdieu 2002).

Aus diesem Grunde kann praktisches/lokales Wissen nicht oder nur schwer wissenschaftlich in vereinfachten Formeln oder durch theoretische Wiedergabe in Büchern festgehalten werden (vgl. Bourdieu 2002, S. 81ff und Scott 1998). Sicherlich können bestimmte Grundregeln theoretisch und allgemeingültig vermittelt werden, aber um eine Tätigkeit wirklich zu lernen braucht es Erfahrung und Übung, durch die erst die Fähigkeit erlangt wird, in den verschiedensten Situationen angemessen zu reagieren.4 Metis als die Kunst, flexibel auf die verschiedensten Situationen innerhalb eines bestimmten Settings zu reagieren, lässt sich nicht erklären, sondern nur erleben. Das erschwert Ädie Übersetzung― von lokalem Wissen für den Gebrauch auf inter/nationaler Ebene und umgekehrt die Übersetzung von inter/nationaler policy für die Implementierung auf der lokalen Ebene (vgl. Pottier 2003, S. 3). Häufig besteht daher eine große Kluft zwischen generellem, formellem Wissen und metis.

Da jedoch kein Wissen isoliert besteht, sondern theoretisches und praktisches Wissen miteinander interagieren (vgl. Pottier 2003), wäre es sinnvoll, das wissenschaftlich erlangte Wissen als Raster zu nutzen und zur Verfeinerung, Ausfüllung und Verbesserung dieses Rasters die Besonderheiten des lokalen Settings zu beachten. Formales und lokales Wissen müssen beide gleichermaßen genutzt werden, damit eine Verbesserungsmaßnahme gelingen kann. Deshalb stellt sich die Frage, wie die staatlichen Akteure das ihnen fehlende aber notwendige lokale Wissen erlangen und in den Planungs- und Implementierungsprozess der Verbesserungsmaßnahmen integrieren könnten.

Marsden (1990) nennt den entscheidenden Punkt, der eine Integration des lokalen Wissens ermöglichen kann:

ÄThe ‚blue-print‗ approach is giving way to a negotiated, situation-specific approach which demands a dialogue between the different parties to the interventions that are constructed in the name of development, and which recognises the important, often crucial, knowledge that the traditional recipients of development aid have to offer― (Marsden 1990, S. 267).

Das Stichwort ist ―a dialogue between the different parties‖. Da es wie oben dargestellt schwierig oder fast unmöglich ist, lokales/praktisches Wissen schriftlich in der Art des formellen Wissens festzuhalten, bin ich der Meinung, dass die Einbeziehung des Wissens der lokalen ländlichen Bevölkerung durch einen permanenten, ständigen und gleichberechtigten Dialog zwischen den staatlichen Akteuren und der lokalen Bevölkerung geschehen muss. Durch verschiedenste Partizipationsmöglichkeiten muss den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, an der Planung und Implementierung der Maßnahmen mitzuwirken und Einfluss auf die Entwicklung nehmen zu können. Der Mehrwert und der Erfolg von metis können direkt an der praktischen Effizienz des eingebrachten Wissens gemessen werden (vgl. Scott 1998, S. 331). Handelt es sich z.B. um eine Maßnahme zur Verbesserung der Produktion, so sollten die Erfahrungen der lokalen Bauern mit Mono- oder Mischkulturen, Anbauzeiten, Bewässerung des Bodens etc. miteingebunden werden. Die Menge und Qualität des Produzierten könnte hinterher als Maßstab für die Effizienz des lokalen Wissens angesehen werden. Da das Entstehen und die Veränderung jedes Wissens durch soziale und kulturelle Prozesse sowie von der Verteilung der Macht, Autorität und Legitimation beeinflusst werden (Pottier 2003) muss der Staat aber auch ein Verständnis der lokalen traditionellen sozialen, hierarchischen und rechtlichen Strukturen, wie z.B. die Einstellung der Bauern zur Landnutzung, zu Kompensationszahlungen, zu Lohnarbeit, zur Selbstständigkeit etc. erlangen und beachten (vgl. Sillitoe und Wilson 2003, S. 244).

Im folgenden Kapitel soll die meiner Arbeit zu Grunde liegende Definition von Partizipation sowie das Stufenmodell der Partizipation nach Arnstein (1969) vorgestellt werden.

3. Partizipation: Die Leiter der Bürgerbeteiligung

“Requests for the inclusion of „the poor” in policy debates are on the increase. Without the poor participating (…) there is no hope that sustainable development strategies can ever be achieved” (Pottier 2003, S. 22).

Unter politischer Partizipation wird zunächst die freiwillige und zielgerichtete Beteiligung von Bürgern am politischen Prozess verstanden, d.h. Aktivität der Bürger, ―that has the intent or effect of influencing government action -either directly by affecting the making or implementation of public policy or indirectly by influencing the selection of people who make those policies― (Verba et al. 1995, S. 38).

Partizipation kann in demokratischen Regimen in Form von Wahlen, Volksentscheiden, Engagement in Parteien, Interessenverbänden und Bürgerinitiativen von der Ebene der Gemeinde bis zur nationalstaatlichen Ebene stattfinden (vgl. auch Thurich 2006).

Ich werde mich im Folgenden jedoch nicht mit den einzelnen Partizipationsformen oder mit der Ergründung der geeignetsten Wege zum Aufbau von Partizipationsmöglichkeiten beschäftigen, da dies den Umfang dieser Arbeit sprengen würde. Ich werde vielmehr die Fallbeispiele Tansania und Philippinen auf die verwendeten Partizipationsformen und ihren Einfluss auf Gelingen und Scheitern von staatlichen Maßnahmen analysieren.

Hierfür werde ich mit Arnstein (1969)5 davon ausgehen, dass das Ausmaß der möglichen Partizipation als ein Kennzeichen der Machtverteilung innerhalb eines Landes angesehen werden kann. Als Grundlage gilt folgende Definition von Partizipation: Politische Partizipation der Zivilbevölkerung ―is the redistribution of power that enables the have-not citizens, presently excluded from the political and economic processes, to be deliberately included in the future. It is the strategy by which the have-nots join in determining how information is shared, goals and policies are set, tax resources are allocated, programs are operated, and benefits like contracts and patronage are parceled out. In short, it is the means by which they can induce significant social reform which enables them to share in the benefits of the affluent society‖ (Arnstein 1969). Hierbei werde ich die Machthaber (in den späteren Fallbeispielen die Regierung, der Verwaltungsapparat und die Staatsmänner) als Staat und die ÄNichtmachthaber― als Bürger bezeichnen. Arnstein (1969) stützt ihr Konzept auf empirische Erforschungen föderaler Programme der USA aus den 1960er Jahren wie Community Action Program und Model Cities zur städtischen Erneuerung und gegen Armut. Sie betont jedoch, dass die Überlegungen und Grundlagen ihrer Theorie in vielen Bereichen angewendet werden können, wo Ä"nobodies" in several arenas are trying to become "somebodies" with enough power to make the target institutions responsive to their views, aspirations, and needs― (Arnstein 1969).

Partizipation ohne die nötige Umverteilung von Macht ist nach Arnstein eine leere Hülle, die nur dazu dient, die Legitimität der Führungsspitzen zu bekräftigen. Auf dieser Annahme aufbauend entwickelte Arnstein eine ―ladder of participation‖ (Leiter der Bürgerbeteiligung) nach dem Kriterium der Machtverteilung bei der jede Sprosse die jeweilige tatsächliche Macht der Bürger durch die Partizipationsmöglichkeiten, also ihren Einfluss auf Planung und Durchführung von Reformen und Projekten darstellt. Je mehr Einflussmöglichkeiten Bürgern gewährt werden, desto mehr Verantwortungsübernahme und Selbstständigkeit ist seitens der Bürger gefragt. Ich stütze meine Analysen dieser Arbeit auf die Annahme, dass Selbstständigkeit und Eigenverantwortung die Motivation erhöhen6: Umso mehr Möglichkeiten zu Einfluss und Verantwortungsübernahme den Bürgern bei Planung, Entscheidung und Durchführung von policy ermöglicht werden, desto höher ist die Identifikation mit den Projekten und dementsprechend die Motivation, diese zum Erfolg zu führen. Ich gehe also davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit des Gelingens einer staatlichen Maßnahme steigt je höher die erreichte Stufe auf der Leiter der Bürgerbeteiligung ist.

Im Folgenden sollen die einzelnen Stufen der Bürgerbeteiligung in Kürze dargestellt werden. Die beiden unteren Stufen der Leiter nennt Arnstein Manipulation und Therapie. Beide Stufen beschreiben eigentlich einen Zustand ohne tatsächliche Bürgerbeteiligung. Der Staat lässt eine gewisse ÄScheinbeteiligung― zu, ohne dass die Bürger jedoch tatsächlich Einfluss auf Planung und Implementierung der Staatsmaßnahmen hätten. Vielmehr werden die ÄPartizipationsformen― seitens des Staates als Mittel des Einflusses, der Lenkung und der Veränderung/Therapie der Bevölkerung im Sinne des Staates genutzt.

[...]


1 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/agrarreform.html

2 Metis wird im Englischen häufig mit Äcunning― oder Äcunning intelligence― übersetzt (vgl. Scott 1998, S. 313). Ich werde innerhalb meiner Arbeit die Bezeichnungen lokales/praktisches Wissen und metis im gleichen Sinne nutzen.

3 Der Begriff ÄEntwicklungshilfe― wurde zu ÄEntwicklungszusammenarbeit― umgewandelt, was bereits bezeichnend für die Erkenntnis ist, dass die Menschen in Entwicklungsländern nicht Ädie Rückständigen― sind, die nun von Wissenschaftlern aus Industrieländern endlich aufgeklärt werden müssen.

4 Scott 1998 beschreibt viele plastische Beispiele, wie Fahrrad fahren, ein Schiff steuern, eine Sprache erlernen etc. (S. 311ff).

5 Alle Informationen über Arnsteins Konzept sowie „Abbildung 1: Leiter der Bürgerbeteiligung“ sind von folgender Internetseite entnommen: http://lithgow-schmidt.dk/sherry-arnstein/ladder-of-citizen- participation.html#download

6 Grundlage meiner Annahme sind Erkenntnisse aus der Motivationspsychologie, wie u.a. in Heckhausen (2010), Konrad (2008), Schlag (2009)

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Lokales Wissen und Partizipation der ländlichen Bevölkerung als ausschlaggebender Faktor für das Gelingen staatlicher Agrarreformen
Untertitel
Die unerhörte Stimme
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Staatliche Ordnung und Innerstaatlicher Konflikt
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V190109
ISBN (eBook)
9783668685079
ISBN (Buch)
9783668685086
Dateigröße
911 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lokales Wissen, local knowledge, Partizipation, Landbevölkerung, Agrarreformen, staatliche Reformen, Tanzania, Tansania, Philippinen, Bibingka Strategie, sozioökonomische Verbesserung, Bürgerbeteiligung, CARP, afrikanischer Sozialismus, Nyerere, James C. Scott, staatliche Maßnahmen, ländliche Bevölkerung, Krise der Agrarwirtschaft, Entwicklungsländer, Krise des Agrikultursektors, Verbesserung des Agrikultursektors, gelungene Reform, gescheiterte Reform
Arbeit zitieren
Felicitas Schenck (Autor), 2011, Lokales Wissen und Partizipation der ländlichen Bevölkerung als ausschlaggebender Faktor für das Gelingen staatlicher Agrarreformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190109

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