„Spanisch ist eine Weltsprache!“. Dieser Satz bewegt heute immer mehr Jugendliche dazu Spanisch zu lernen und sich mit der hispanischen Kultur auseinanderzusetzen. Sowohl kulturell als auch wirtschaftlich gesehen zählt das Erlernen dieser Sprache zu den Trends des 21. Jahrhunderts. Globalisierung und das stetige Wachsen der hispanischen Sprecherfamilie führen dazu, dass das Spanische als wahrer Exportschlager gilt und einen lebhaften Aufschwung erfährt.
Würde man jedoch sagen „Kastilisch ist eine Weltsprache!“, so würde vermutlich der Großteil der deutschen Bevölkerung nicht wissen, dass das Kastilische als Synonym für Spanisch steht.
Das Kastilische, welches zu den romanischen und damit auch zu den indogermanischen Sprachen gehört, wird von ca. 370 Mio. Menschen gesprochen und belegt damit nach Chinesisch und Englisch Platz drei auf der Weltrangliste. Gesprochen wird es auf fast allen Kontinenten: In Europa z. B. in Spanien, Andorra und Gibraltar; in Südamerika von der Bevölkerung z.B. Venezuelas, Perus, Chiles, Argentiniens oder Paraguays; in Mittelamerika wird Spanisch in z.B. Guatemala, Honduras oder Costa Rica gesprochen; in Nordamerika in Mexico und den USA. Auch die Karibik zählt zu den kastilisch geprägten Gebieten mit z.B. Sprechern auf Kuba, in der Dominikanischen Republik oder in Trinidad und Tobago.
Auf dem afrikanischen Kontinent findet man Sprecher in Marokko, in der Westsahara oder Äquatorial- Guinea; in Ostasien auf den Philippinen. (vgl. Dietrich /Geckeler 2004:22 ff.)
Diese Aufzählung zeigt, dass sich das Spanische auf der gesamten Welt ausgebreitet hat.
Die wenigsten wissen jedoch um den Ursprung dieser Weltsprache, der sich daran begründet, dass das Spanische einen langen und wechselvollen geschichtlichen Sprachentwicklungsprozess durchlebt hat, der zum einen intern und zum anderen extern erfolgte.
In dieser Arbeit wird die externe Sprachgeschichte des Spanischen kurz und übersichtsartig vorgestellt, wobei eine Eingrenzung auf die wichtigsten Einflüsse erfolgt. Diese sind der vorromanische Einfluss, die lateinische Grundlage, der germanische und arabische Einfluss und die Entwicklung zum heutigen Spanisch. Auf dieser Grundlage wird geklärt, inwiefern das Kastilische als Ergebnis dieser gelten kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die externe Sprachgeschichte des Spanischen
2.1 Der vorromanische Einfluss
2.2 Die lateinische Grundlage
2.3 Der germanische Einfluss
2.4 Der arabische Einfluss
2.5 Das heutige Spanisch
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die externe Sprachgeschichte des Spanischen strukturiert darzustellen, um den Entwicklungsprozess von einer Sammlung vorromanischer Dialekte bis hin zur heutigen Weltsprache nachzuvollziehen und die Entstehung des Kastilischen als Nationalsprache zu erläutern.
- Historische Einflüsse vor der Romanisierung
- Die fundamentale Bedeutung der lateinischen Grundlage
- Germanische und arabische Adstrateinflüsse
- Die Rolle der Reconquista bei der Ausbreitung des Kastilischen
Auszug aus dem Buch
2.2 Die lateinische Grundlage
Die romanischen Sprachen sind nicht aus dem Schriftlatein entstanden, sondern aus dem sog. „Vulgärlatein“, auch „Volkslatein“ oder „Sprechlatein“. Da das literarische Schriftlatein nur durch langjährigen Unterricht erworben werden konnte und damit i.d.R. den sozial Privilegierten vorbehalten war, waren die Normen des literarischen Lateins nur für einen geringen Bevölkerungsteil zugänglich. Die große Mehrheit der Bewohner lernte die umgangssprachliche Form des Latein, welche ein breites Spektrum an Sprachformen unterhalb der Hochnorm aufwies, das von der gepflegten Umgangssprache der Gebildeten bis hin zur Vulgärsprache der Händler und Legionäre reichte.
Die volkstümliche spätlateinische Literatur lässt sich durch bemerkenswerte Einheitlichkeit charakterisieren, daher wird angenommen, dass die unterschiedliche Bedeutung der Romanisierung zur Differenzierung des Provinzlateins geführt hat, was eine Erklärung für die Unterschiede zwischen den romanischen Sprachen im Bereich des Erbwortschatzes ist.
Die Eroberung der Iberischen Halbinsel durch die Römer war eine Folge der Kämpfe gegen Karthago um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeerraum. Während des ersten Punischen Krieges (264-241 v. Chr.) verloren die Karthager Sizilien und Sardinien an die Römer, welche daraufhin durch Eroberungen auf der Iberischen Halbinsel einen Ausgleich dafür schaffen wollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung des Spanischen als Weltsprache und definiert das Untersuchungsziel, die externe Sprachgeschichte des Kastilischen anhand wesentlicher historischer Einflüsse nachzuvollziehen.
2. Die externe Sprachgeschichte des Spanischen: Dieses Kapitel analysiert chronologisch die prägenden historischen Schichten – von vorromanischen Substraten über das Lateinische als Basis bis hin zu germanischen und arabischen Einflüssen – und deren Rolle bei der Entwicklung der heutigen Sprache.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die heutige spanische Sprache das Ergebnis komplexer historischer Entwicklungen und Machtverschiebungen ist, wobei insbesondere die Reconquista als Katalysator für die Etablierung des Kastilischen diente.
Schlüsselwörter
Sprachgeschichte, Kastilisch, Spanisch, Vulgärlatein, Reconquista, Romanisierung, Substrat, Superstrat, Kulturadstrat, Iberische Halbinsel, Sprachwandel, Dialektbildung, Arabischer Einfluss, Westgoten, Etymologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der externen Sprachgeschichte des Spanischen und untersucht, wie historische Einflüsse und politische Ereignisse die Entwicklung zum heutigen Kastilischen maßgeblich geprägt haben.
Welche thematischen Schwerpunkte werden in der Arbeit behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der vorromanischen Besiedlung, der Latinisierung, dem Einfluss germanischer Stämme sowie der prägenden Phase des arabischen Einflusses während der Reconquista.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Ursprung und den komplexen Entwicklungsprozess des Kastilischen als Ergebnis einer wechselvollen Sprachgeschichte aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt eine übersichtsartige, chronologische Analyse historischer Sprachdaten und leitet daraus die Entwicklung zum heutigen Sprachstand ab.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von vorromanischen Einflüssen, die lateinische Basis, das germanische und arabische Adstrat sowie die Ausbreitung des Kastilischen als Nationalsprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Sprachgeschichte, Romanisierung, Reconquista, Vulgärlatein, Kastilisch und Sprachwandel.
Wie unterschied sich das Vulgärlatein vom literarischen Schriftlatein?
Das Vulgärlatein war die umgangssprachliche Form, die von der breiten Masse gesprochen wurde, während das Schriftlatein ein formalisiertes System für eine privilegierte soziale Schicht darstellte.
Warum war die Reconquista entscheidend für das Kastilische?
Die Reconquista führte zu einer Verschiebung der politischen Machtzentren nach Norden und begünstigte die Ausbreitung des Kastilischen als dominante Sprache während der Rückeroberung der Halbinsel.
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- Tina Dohrmann (Author), 2010, Die externe Sprachgeschichte des Spanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190170