In dieser vorliegenden Arbeit wird dargestellt welche Erfahrungen die Eltern und Kinder mit der Hilfeplanung gemacht haben und was es an positiven und negativen Aspekten zu sagen gibt. Vor diesem Hintergrund werden zu diesen Thesen Positionen angenommen.
Zuerst wird der Begriff der Hilfeplanung erklärt und die rechtlichen Grundlagen der Hilfepla-nung als auch der Mitwirkung der Kinder und Eltern dargestellt. Hier sollte hervorgehoben werden, was der Gesetzgeber sich unter dieser Mitwirkung vorgestellt hat. Im weiteren Teil wird dargestellt, wie Eltern und Kinder die Hilfeplanung erleben. Im nächsten Teil werden 2 Typen von Hilfeplangesprächen vorgestellt. Hier wird geprüft, ob die Thesen auch bei unterschiedlichen Vorgehenswesen Bestätigung finden. Im letzten Punkt wird auf das Zusammenwirken von Fachkräften eingegangen und dessen Auswirkung auf die Eltern und Kinder. Zum Schluss werden die wichtigsten Aussagen zu den Thesen noch Mal zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Hilfeplanung
2.1 Begrifferklärung
2.2 Rechtliche Grundlagen
2.2.1 Hilfeplanung
2.2.2 Beteiligung der Eltern und Kinder
3. Hilfeplanung aus Sicht der Eltern
3.1 Der erster Kontakt
3.2 Gestaltung der Zusammenarbeit
3.3 Erfahrungen im Hilfeplangespräch
4. Hilfeplanung aus Sicht der Kinder
5. Hilfeplangespräche mit unterschiedlicher Beteiligung
5.1 Aushandlungsorientiertes Hilfeplangespräch
5.2 Problemorientiertes Hilfeplangespräch
6. Zusammenwirkung mehrerer Fachkräfte
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht, wie Kinder und Eltern den Prozess der Hilfeplanung in der Kinder- und Jugendhilfe erleben, und prüft dabei kritisch die Thesen von Pies und Schrapper zur Entmündigung und Machtausübung durch professionelle Helfer.
- Rechtliche Rahmenbedingungen der Hilfeplanung (§ 36 SGB VIII)
- Die subjektiven Erfahrungen von Eltern im Hilfeplanprozess
- Die Perspektive und Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern
- Vergleich zwischen aushandlungsorientierten und problemorientierten Gesprächstypen
- Die Rolle der Kooperation zwischen verschiedenen Fachkräften
Auszug aus dem Buch
3.1 Der erster Kontakt
Die Eltern berichteten, das Bild vom Jugendamt war bis zum ersten Kontakt mit der Behörde nicht immer positiv. Die Aussagen der Eltern geben Hinweise darauf, dass das Jugendamt eher als eine Behörde gesehen haben, die in ihr Leben eingreift und die Kontrolle über sie und die Kinder übernehmen will. Vielen Eltern war auch nicht klar, welche Qualifikationen die Mitarbeiter des Jugendamtes haben (vgl. Kriener, Lengemann, 2003, S. 112).
In den Fällen, in welchen die Kinder stationär untergebracht wurden, haben die Eltern Angst, die Kinder fühlen sich abgeschoben. Solche Situation ist für die Eltern schwierig. Sie haben Angst als Versager da zu stehen und für die Probleme der Kinder die alleinige Verantwortung zu tragen. Nach Meinung der Eltern werden diese besondere Belastungen, welchen die Eltern ausgesetzt sind, zu wenig gesehen. Hier suchen sich die Eltern Gesprächspartner in Freunde- und Verwandtenkreisen, um überhaupt darüber sprechen zu können (vgl. Kriener, Lengemann, 2003, S.113f)
Daraus lässt sich ableiten, dass die Eltern zur Anfang der Hilfe viele Unsicherheiten haben, die nicht direkt sichtbar waren und geklärt wurden. Auch die Angst ein Versager zu sein, trägt dazu bei, dass die Eltern sich zum Anfang der Hilfe eher unwohl fühlen. Die Eltern haben hier zwar Schwierigkeiten sich in der Situation zu Recht zu finden, aber es entsteht nicht der Eindruck, dass diese Situation als „Machtdemonstration der professionellen Helfer“, wie Schrapper/Pies dies formulieren, erleben. Das wiederspiegelt sich auch in der Befragung von Block-Menze. Insgesamt 77 % der Befragten beurteilten die Hilfeplanung bei Hilfebeginn gut bis sehr gut und 20 % hielten diese für angemessen (vgl. Block-Menze, 2003, S.7) Schefold sagt, dass die ersten Kontakte, deren Form und Bedeutung auf die weitere Interaktion und Beteiligung der Eltern einen Einfluss haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Hilfeplanung unter Berücksichtigung kritischer Thesen zur professionellen Machtausübung und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2. Die Hilfeplanung: Darstellung der begrifflichen Definitionen sowie der rechtlichen Grundlagen im SGB VIII, inklusive der Beteiligungsrechte von Kindern und Eltern.
3. Hilfeplanung aus Sicht der Eltern: Analyse der elterlichen Erfahrungen vom ersten Kontakt über die Zusammenarbeit mit Fachkräften bis hin zum spezifischen Hilfeplangespräch.
4. Hilfeplanung aus Sicht der Kinder: Beleuchtung der kindlichen Perspektive, die oft durch Unsicherheit, mangelndes Verständnis des Prozesses und das Gefühl fehlender Mitsprache geprägt ist.
5. Hilfeplangespräche mit unterschiedlicher Beteiligung: Differenzierung zwischen aushandlungsorientierten Gesprächen, die Kooperation fördern, und problemorientierten Gesprächen, die eher defizitorientiert verlaufen.
6. Zusammenwirkung mehrerer Fachkräfte: Erörterung der Bedeutung von Transparenz und Kooperation zwischen verschiedenen Institutionen für das Gelingen des Hilfeprozesses.
7. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Gegenüberstellung der theoretischen Thesen mit den praktischen Erfahrungen der betroffenen Eltern und Kinder.
Schlüsselwörter
Hilfeplanung, Kinder- und Jugendhilfe, SGB VIII, Elternbeteiligung, Kindeswohl, Professionelles Handeln, Machtdemonstration, Hilfeplangespräch, Kooperation, Jugendamt, Empowerment, Partizipation, Erziehungshilfe, Hilfeverlauf, Fallarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Erleben von Eltern und Kindern während des Hilfeplanungsprozesses in der Kinder- und Jugendhilfe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die subjektive Wahrnehmung der Betroffenen, die Beteiligungsrechte und die Dynamik der Zusammenarbeit zwischen Familien und Institutionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die Thesen von Pies und Schrapper, die von einer Machtdemonstration und Entmündigung im Hilfeprozess ausgehen, in der Praxis bestätigt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie den Rückgriff auf Ergebnisse aus Modellprojekten und Erfahrungen aus der eigenen beruflichen Praxis in einer Aufnahmegruppe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, die spezifische Betrachtung der Sichtweisen von Eltern und Kindern sowie eine Analyse verschiedener Gesprächsformen in der Hilfeplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe umfassen Hilfeplanung, Partizipation, Elternbeteiligung, Jugendamt, professionelle Interaktion und die Bewertung von Hilfeprozessen.
Wie unterscheiden sich die im Text vorgestellten Gesprächstypen?
Das aushandlungsorientierte Gespräch zeichnet sich durch Vorbereitung und Kooperation aus, während das problemorientierte Gespräch durch eine defizitfokussierte Haltung der Fachkräfte geprägt ist.
Wie erleben Kinder den Hilfeplanungsprozess laut der Arbeit?
Kinder berichten häufig von Überforderung, mangelnder Vorbereitung auf die Gespräche und einem Gefühl, nicht als ernsthafte Gesprächspartner wahrgenommen zu werden.
Welche Rolle spielt das Jugendamt in der Wahrnehmung der Eltern?
Zu Beginn erleben Eltern das Jugendamt oft als kontrollierende Behörde, wobei sich dieses Bild durch einen positiven Beziehungsaufbau zu einzelnen Fachkräften im Verlauf des Prozesses wandeln kann.
Bestätigt die Arbeit die Thesen von Pies und Schrapper uneingeschränkt?
Nein, die Thesen werden für Eltern teilweise widerlegt, da viele positive Erfahrungen machen; für Kinder scheint sich die kritische Einschätzung der Machtungleichgewichte jedoch stärker zu bestätigen.
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- Agnes Hecker (Author), 2011, Wie erleben Kinder und Eltern die Hilfeplanung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190209