Der Beitritt der Türkei wird so kontrovers diskutiert, wie sonst kein anderer. Seit fast 50 Jahren wird über die Stellung der Türkei verhandelt.
Doch welche Kriterien muss die Türkei eigentlich erfüllen, um der EU beitreten zu können? Um diese Frage zu klären, werden die Kopenhagener Kriterien, die 1993 zur Vorbereitung der Osterweiterung vom Europäischen Rat formuliert wurden, sowie das Kriterium der Aufnahmefähigkeit der EU, kurz untersucht. Des Weiteren werden anhand dieser Kriterien die Probleme aufgezeigt, welche die Türkei, laut des Fortschrittsberichtes von 2010, aufweist. Abschließend wird ein kurzer Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Verhandlungen, zwischen der Europäischen Union und der Türkei, gewährt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtlicher Hintergrund der Verhandlungen
3. Die Kopenhagener Kriterien
3.1 Politische Kriterien
3.2 Wirtschaftliches Kriterium
3.3 Acquis- Kriterium
4. Die Aufnahmefähigkeit der EU
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Voraussetzungen, welche die Türkei für einen möglichen Beitritt zur Europäischen Union erfüllen muss. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Kopenhagener Kriterien sowie dem Kriterium der Aufnahmefähigkeit der EU, um den aktuellen Stand und die bestehenden Herausforderungen im Beitrittsprozess darzulegen.
- Historische Entwicklung der Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei
- Eingehende Erläuterung der politischen und wirtschaftlichen Kopenhagener Kriterien
- Analyse des Acquis-Kriteriums als rechtliche Bedingung
- Bewertung der Aufnahmefähigkeit der EU als ergänzender Faktor
- Diskussion aktueller Fortschritte und bestehender struktureller Defizite im Kontext des Beitrittsprozesses
Auszug aus dem Buch
3. Die Kopenhagener Kriterien
„Und eines Tages soll der letzte Schritt vollzogen werden: Die Türkei soll voll berechtigtes Mitglied der Gemeinschaft sein. Dieser Wunsch und die Tatsache, dass wir in ihm mit unseren türkischen Freunden einig sind, ist der stärkste Ausdruck unserer Gemeinsamkeit“ (Hallstein /Oppermann 1979:738). Als EWG Präsident Walter Hallenstein 1963 nach der Annahme des Assoziierungsabkommens seine Rede hielt, ahnte er noch nichts von dem entscheidenden Schritt, der 1993 von den Mitgliedsstaaten der EU, dem Nachfolger der EWG, gemacht wurde.
Der Europäische Rat legte in Kopenhagen fest, dass „die assoziierten Länder Mittel- und Osteuropas, die dies wünschen, Mitglieder der Europäischen Union werden können, […] sobald ein assoziiertes Land in der Lage ist, die Verpflichtungen der Mitgliedschaft zu übernehmen, indem es die wirtschaftlichen und politischen Voraussetzungen erfüllt” (European Commission: 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Kontroverse des türkischen EU-Beitritts ein und definiert das Ziel, die Kopenhagener Kriterien sowie die Aufnahmefähigkeit der EU als zentrale Untersuchungsgegenstände zu beleuchten.
2. Geschichtlicher Hintergrund der Verhandlungen: Dieses Kapitel zeichnet den Weg der Türkei von der Assoziierung mit der EWG im Jahr 1959 bis zum offiziellen Status als Beitrittskandidat im Jahr 1999 und den folgenden Verhandlungsschritten nach.
3. Die Kopenhagener Kriterien: Hier werden die drei Kernbereiche der Beitrittsvoraussetzungen – Politik, Wirtschaft und die Übernahme des gemeinschaftlichen Besitzstandes – im Detail analysiert und auf die Türkei angewandt.
4. Die Aufnahmefähigkeit der EU: Das Kapitel erörtert das Kriterium der Aufnahmefähigkeit der EU, welches nicht direkt zu den Kopenhagener Kriterien gehört, aber als wesentliche Bedingung für die Aufrechterhaltung der Integrationskraft der Union gilt.
5. Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert den aktuellen Stand der Verhandlungen und betont die Herausforderungen, die sowohl für die Türkei als auch für die EU weiterhin bestehen.
Schlüsselwörter
Türkei, Europäische Union, EU-Beitritt, Kopenhagener Kriterien, Beitrittsverhandlungen, Aufnahmefähigkeit, Politische Kriterien, Marktwirtschaft, Acquis communautaire, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Reformprozess, Zollunion, Europäischer Rat, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Kriterien, die die Türkei erfüllen muss, um in die Europäische Union aufgenommen zu werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die historischen Hintergründe der Beitrittsverhandlungen, die Definition und Anwendung der Kopenhagener Kriterien sowie das Kriterium der Aufnahmefähigkeit der EU.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis der Kopenhagener Kriterien und des Kriteriums der Aufnahmefähigkeit aufzuzeigen, welche Herausforderungen und Probleme die Türkei im aktuellen Beitrittsprozess bewältigen muss.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die offizielle Dokumente der Europäischen Kommission, Fortschrittsberichte und ergänzende wissenschaftliche Sekundärliteratur auswertet.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Ausarbeitung der politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen (Acquis) sowie auf die Diskussion über die Kapazitäten der EU zur Aufnahme neuer Mitglieder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kopenhagener Kriterien, EU-Beitritt, Reformprozess, Aufnahmefähigkeit und Rechtsstaatlichkeit.
Inwiefern beeinflusst das Datum des Berichts (2010) die Analyse?
Die Arbeit bezieht sich maßgeblich auf den Fortschrittsbericht der Kommission von 2010, welcher den damals aktuellen Stand der legislativen Reformen und wirtschaftlichen Stabilität der Türkei widerspiegelt.
Welche Rolle spielt die Größe der Türkei für die Aufnahmefähigkeit der EU?
Die demografische Entwicklung und die daraus resultierenden finanziellen Implikationen für die EU werden als potenzieller Konfliktpunkt und Herausforderung für die interne Identität und Stabilität der Union diskutiert.
Wie bewertet die Arbeit die politische Situation der Türkei?
Die Arbeit erkennt legislative Fortschritte, wie das Referendum zum Verfassungspaket 2010, an, weist aber gleichzeitig auf noch bestehende schwerwiegende Defizite in Bereichen wie Justiz und Menschenrechte hin.
Wird ein erfolgreicher Beitritt der Türkei in der Arbeit prognostiziert?
Die Arbeit gibt keine Prognose ab, sondern konstatiert, dass der Erfolg maßgeblich von der konsequenten Erfüllung der Kriterien durch die Türkei und der Klärung der Aufnahmefähigkeit seitens der EU abhängt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2011, Welche Kriterien muss die Türkei für einen Möglichen EU Beitritt erfüllen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190224