1 Einleitung und Problemstellung
In einem Konzernabschluss wird die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach dem Einheitsgrundsatz so betrachtet, als ob alle einbezogenen Unter-nehmen zusammen als wirtschaftliche Einheit ein einziges Unternehmen wären. Durch diesen Perspektivwechsel von der Darstellung der wirtschaft-lichen Lage eines einzelnen, rechtlich selbständigen Unternehmens zu der Darstellung der wirtschaftlichen Lage einer Gruppe rechtlich selbständiger Unternehmen, ändern sich der Ansatz und die Bewertung der Vermögens-werte und Schulden. Denn die im Konzernabschluss abzubildenden Sach-verhalte müssen aus der Sicht der wirtschaftlichen Einheit des Konzerns neu beurteilt und ähnliche Sachverhalte bei allen einbezogenen Unternehmen gleich dargestellt werden.
Die handelsrechtliche Konzernrechnungslegung wurde durch das BilMoG u.a. mit dem Ziel einer Annäherung an die IFRS grundlegend verändert. Durch die Neuregelungen soll der handelsrechtliche Konzernabschluss so weiterentwickelt werden, dass er im Vergleich zum Konzernabschluss nach IFRS, insbesondere für konzernrechnungslegungspflichtige, nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen, als eine einfachere und kostengünsti-gere Alternative bestehen bleibt. In diesem Zusammenhang betreffen die Änderungen durch das BilMoG die Einbeziehung von assoziierten Unter-nehmen bzw. seit Anfang 2011 auch Gemeinschaftsunternehmen in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode nach IAS 28. Während in Be-zug auf die Definition von assoziierten Unternehmen nach § 311 HGB keine Änderungen zu verzeichnen sind, wurden die Absätze 1-3 des § 312 HGB zur Konsolidierung von assoziierten Unternehmen durch das BilMoG mit dem Ziel der Vereinheitlichung und Vereinfachung so weit wie möglich an die IFRS angepasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemstellung
2 Begrifflichkeiten
2.1 Was sind assoziierte Unternehmen?
2.2 Was sind Gemeinschaftsunternehmen?
3 Grundlagen der Equity-Methode
3.1 Überblick
3.2 Vorgehensweise
3.3 Anwendungsbereich
3.3.1 Erstmalige Anwendung der Equity-Methode
3.3.2 Fortschreibung der Equity-Methode
3.4 Buchwertmethode
4 Beendigung der Equity-Bilanzierung
5 Beurteilung der Equity-Methode
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die handelsrechtliche Darstellung und beurteilt die Anwendung der Equity-Methode im Rahmen der internationalen Konzernrechnungslegung, insbesondere unter Berücksichtigung der Änderungen durch das BilMoG.
- Definition und Abgrenzung assoziierter Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
- Funktionsweise und Bilanzierung nach der Equity-Methode
- Systematik der erstmaligen Anwendung und laufenden Fortschreibung
- Kritische Würdigung der Equity-Methode im Vergleich zu anderen Konsolidierungsverfahren
Auszug aus dem Buch
3.1 Überblick
„Mit der Equity-Methode sind Unternehmen in den Konzernabschluss einzubeziehen, zu denen das Mutterunternehmen eine Beziehung hält, die schwächer als ein beherrschender Einfluss (control), aber stärker als ein reiner finanzieller Anteilsbesitz ist.“ Es handelt sich hier um einen maßgeblichen Einfluss, in welchen das betreffende assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen nicht mit den Anschaffungskosten, sondern zum anteiligen Eigenkapitalwert abgebildet wird. Das wichtige Merkmal der Equity-Methode ist, dass nicht die Abschlussposten des assoziierten Unternehmens in die Konzernbilanz übernommen werden. Es erfolgt nur eine Modifizierung des Beteiligungswertes. Der Beteiligungswert wird, ausgehend von den Anschaffungskosten, mit der Entwicklung des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens angepasst.
Bei der Equity-Methode erfolgt somit, im Gegensatz zur Voll- und Quotenkonsolidierung, keine vollständige oder anteilige Einbeziehung der Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge des Beteiligungsunternehmens in den Konzernabschluss. Wenn man jegliche geforderten Konsolidierungsmaßnahmen, ergänzt um ggf. die Schuldenkonsolidierung, bei der Equity-Methode durchführt, so ergibt sich der fortgeführte Beteiligungsbuchwert am anteiligen Eigenkapital bei der Quotenkonsolidierung. In der Praxis wird aus Wesentlichkeitsgründen oft auf die Vornahme einzelner Konsolidierungsmaßnahmen verzichtet. „Je weniger Konsolidierungsmaßnahmen durchgeführt werden, desto mehr tendiert der Equity-Wertansatz zum anteiligen Eigenkapital des Beteiligungsunternehmens laut Einzelabschluss (HB I).“
Insgesamt ist es diskutabel, ob es sich bei der Equity-Methode um eine Konsolidierungs- oder eine Bewertungsmethode handelt. Für die Bewertungsmethode könnte es der Fall sein, dass die Einbindung der Abschlussposten des assoziierten Unternehmens in den Summenabschluss unterbleibt und sich die Methode hauptsächlich auf die Bewertung von Beteiligungspositionen beschränkt. Die Equity-Methode fordert jedoch auch die Erfüllung von Konsolidierungsmaßnahmen. Diese wirken sich teilweise auf die Abschlussposten der voll und anteilig einbezogenen Unternehmen aus. Letztlich hängt die Frage, ob es sich bei Equity-Methode um eine Konsolidierungs- oder eine Bewertungsmethode handelt, von der Definition einer Konsolidierungsmethode ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert den Perspektivwechsel im Konzernabschluss und die Auswirkungen des BilMoG auf die Bilanzierung assoziierter Unternehmen.
2 Begrifflichkeiten: Hier werden die Konzepte der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie deren Kriterien nach HGB und IFRS definiert.
3 Grundlagen der Equity-Methode: Es wird die Funktionsweise der Methode, deren Vorgehensweise bei der Erstanwendung und Fortschreibung sowie die Buchwertmethode detailliert beschrieben.
4 Beendigung der Equity-Bilanzierung: Dieses Kapitel analysiert die Kriterien und Vorgehensweisen beim Ausscheiden von Unternehmen aus der Equity-Bewertung.
5 Beurteilung der Equity-Methode: Es erfolgt eine kritische Würdigung der Methode und deren praktische Anwendung im Konzernabschluss.
6 Fazit und Ausblick: Abschließend werden die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst und die konzeptionelle Zukunft der Equity-Methode diskutiert.
Schlüsselwörter
Equity-Methode, Konzernabschluss, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, BilMoG, IAS 28, Beteiligungsbuchwert, Anschaffungskosten, Konsolidierung, Eigenkapital, Buchwertmethode, maßgeblicher Einfluss, Bewertungsverfahren, Anteilsbesitz, HGB.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Darstellung und Beurteilung der Equity-Methode im Kontext der internationalen Konzernrechnungslegung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition assoziierter Unternehmen, die Anwendung der Equity-Methode sowie deren Fortschreibung und Konsolidierungssystematik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erläuterung der aktuellen Vorgehensweise bei der Anwendung der Equity-Methode unter Berücksichtigung handelsrechtlicher Anpassungen durch das BilMoG.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis von Gesetzestexten (HGB), internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Grundlagen, dem Anwendungsbereich, der erstmaligen Anwendung, der Fortschreibung sowie der Beendigung und kritischen Beurteilung des Verfahrens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Equity-Methode, assoziierte Unternehmen, Konzernabschluss, BilMoG und Buchwertmethode charakterisiert.
Warum unterscheidet sich die Equity-Methode von der Vollkonsolidierung?
Im Gegensatz zur Vollkonsolidierung werden bei der Equity-Methode keine Vermögenswerte und Schulden einzeln in den Konzernabschluss übernommen, sondern der Beteiligungswert wird lediglich modifiziert.
Was passiert, wenn ein assoziiertes Unternehmen verkauft wird?
Bei vollständiger Veräußerung erfolgt die Ermittlung des Endkonsolidierungserfolgs als Differenz zwischen Verkaufserlös und dem aktuellen Equity-Wertansatz.
Warum ist die Abgrenzung zwischen Konsolidierungs- und Bewertungsmethode bei der Equity-Methode schwierig?
Da die Methode einerseits die Einbindung von Abschlussposten vermeidet, andererseits aber Konsolidierungsmaßnahmen erfordert, bleibt ihre Einordnung als reine Bewertungs- oder Konsolidierungsmethode in der Fachwelt diskussionswürdig.
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- Diplom-Kaufmann (FH) Lars Postler (Author), 2012, Darstellung und Beurteilung der Equity-Methode im internationalen Konzern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190238