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Religionskritik bei Feuerbach, Nietzsche und Freud. Ist Religion eine bloße Erfindung des Menschen?

Title: Religionskritik bei Feuerbach, Nietzsche und Freud. Ist Religion eine bloße Erfindung des Menschen?

Master's Thesis , 2000 , 82 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Ist Religion eine bloße „Erfindung“ des Menschen, ein reines Produkt seiner Psyche? Die Beobachtung, daß Götter mitunter anthropomorphe Züge tragen, warf die Frage auf, ob die Religionen der Menschen nicht vielleicht sogar ein rein menschliches Konstrukt sind, und es für die Gesamtheit der religiösen Phänomene eine angemessene natürliche Erklärung gibt. Dies ist der wesentliche Grundgedanke, der in den religionskritischen Entwürfen Feuerbachs, Nietzsches und Freud in je verschiedener Weise argumentativ entfaltet wird.

Ihr Urteil ist vernichtend: der Glaube an eine supranaturale Macht läßt sich nicht nur vollständig psychologisch als Produkt von durch Wünsche, Phantasien und Ängste geleiteter Projektionen erklären, sondern ist auch als pathologisch zu bestimmen. Religion, so die einstimmige Meinung, ist eine individuelle wie gesellschaftliche Krankheit, die es zu heilen gilt.

Primäres Ziel dieser Arbeit ist, eine Rekonstruktion der wesentlichen Argumente Feuerbachs, Nietzsches und Freuds zu leisten. Ein weiteres Untersuchungsziel ist zum einen festzustellen, ob Feuerbach, Nietzsche und Freud den genetischen Fehlschluß tatsächlich begangen haben, zum anderen, welche prinzipielle Leistungsfähigkeit naturalistische Erklärungen religiöser Phänomene als Argumente gegen den Theismus bzw. gegen die Annahme einer supranaturalen Realität oder Macht besitzen. Eine knapper Vergleich der Positionen und ein Resümee schließen die Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0 Zielsetzung der Arbeit

2.0 Einleitung

2.1 Genetische Argumente

2.2 Der Begriff der Projektion

3.0 Ludwig Feuerbach

3.1 Grundzüge der Religionskritik Feuerbachs

3.2 Feuerbachs Erklärung religiöser Phänomene

3.2.1 Bewußtsein und Gattung bei Feuerbach

3.2.2 Motiv I: Die Wesensprädikate der Gattung

3.2.3 Motiv II: Natur

3.2.4 Motivation der Projektion

3.3 Feuerbachs Kritik der Theologie und des Christentums

3.4 Kritische Betrachtung

4.0 Friedrich Nietzsche

4.1 Grundzüge der Religionskritik Nietzsches

4.2 Nietzsches sprachkritische Erkenntniskritik

4.3 Nietzsches Erklärung religiöser Phänomene

4.3.1 Gott als Projektion „innerer Tatsachen“

4.3.2 Gott als altération de la personalité

4.3.3 Nietzsches sozialpsychologische Erklärung

4.4 Nietzsches Kritik der Religion

4.5 Kritische Betrachtung

5.0 Sigmund Freud

5.1 Grundzüge der Religionskritik Freuds

5.2 Der Begriff der Projektion bei Freud

5.3 Freuds Erklärung religiöser Phänomene

5.3.1 Die massenpsychologische Erklärung in Totem und Tabu

5.3.2 Animismus als Vorstufe der Religion

5.3.3 Freuds psychogenetische Erklärung des Totemismus

5.3.4 Freuds individualpsychologische Erklärung

5.4 Freuds Kritik der Religion

5.4.1 Freud über Nutzen und Schaden der Religion

5.5 Kritische Betrachtung

6.0 Gemeinsamkeiten und Differenzen der Ansätze

6.1 Die Erklärung religiöser Phänomene

6.2 Die Kritik religiöser Glaubenssysteme

7.0 Resümee

7.1 Probleme der Naturalistischen Erklärung religiöser Phänomene

7.2 Probleme der Kritik religiöser Glaubenssysteme

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die naturalistischen religionskritischen Entwürfe von Ludwig Feuerbach, Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud, um deren Argumentationslogik hinsichtlich der Genese religiöser Phänomene zu rekonstruieren und ihre wissenschaftliche Validität zu prüfen. Dabei steht die Frage im Zentrum, ob diese Denker den sogenannten „genetischen Fehlschluss“ begehen und inwieweit ihre psychogenetischen Erklärungen tatsächlich Argumente gegen die Wahrheit religiöser Überzeugungen liefern können.

  • Rekonstruktion der Religionskritik von Feuerbach, Nietzsche und Freud.
  • Analyse der Bedeutung des Begriffs „Projektion“ innerhalb der verschiedenen Ansätze.
  • Untersuchung der psychogenetischen Begründungen von Religion als „Krankheit“ oder „Illusion“.
  • Kritische Reflexion des „genetischen Fehlschlusses“ in der Religionskritik.
  • Vergleich der naturalistischen Konzepte und deren gemeinsame Zielsetzung der menschlichen Emanzipation.

Auszug aus dem Buch

2.02 Der Begriff der Projektion

Die psychogenetischen Erklärungen religiöser Phänomene Feuerbachs, Freuds und - mit Einschränkung - auch Nietzsches werden oft als projektionstheoretische Erklärungen religiöser Phänomene bezeichnet. Gott, so wird behauptet, ist eine Projektion des Menschen. Aber was ist mit „Projektion“ eigentlich gemeint?

Etymologisch betrachtet ist diese Frage relativ einfach zu beantworten: das Wort „Projektion“ läßt sich ableiten aus dem lateinischen proiectio, welches übersetzt werden kann mit „das Hervorwerfen“, „das Hinauswerfen“ oder auch „das Verbannen“. Die konkrete Bedeutung des Begriffs der Projektion ist hingegen stark von dem theoretischen Rahmen abhängig, in dem dieser Begriff verwendet wird. Zumindest zwei Verwendungsweisen lassen sich unterscheiden: Projektion im epistemischen Sinne und Projektion im psychologischen Sinne. Der epistemische Begriff der Projektion hat die Funktion, die Erkennbarkeit der körperlichen Außenwelt durch die subjektiven Empfindungen zu begründen und zu erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Forschungsfrage, ob Religion als menschliches psychologisches Konstrukt wissenschaftlich erklärt werden kann und ob dies die Falschheit religiöser Annahmen impliziert.

2.0 Einleitung: Definition des Begriffs der naturalistischen Erklärung und Einführung in die erkenntnistheoretischen Probleme genetischer Argumente.

3.0 Ludwig Feuerbach: Analyse von Feuerbachs Projektionslehre, die Gott als Spiegelung des menschlichen Gattungswesens begreift, und Darstellung seiner Kritik an der christlichen Entfremdung.

4.0 Friedrich Nietzsche: Untersuchung von Nietzsches sprachkritischem Perspektivismus, der Religion als Folge von Ressentiment und als weltverneinende Lebensfeindlichkeit entlarvt.

5.0 Sigmund Freud: Darstellung von Freuds psychoanalytischem Ansatz, der religiösen Glauben als kollektive Vatersehnsucht und pathologische Massenneurose deutet.

6.0 Gemeinsamkeiten und Differenzen der Ansätze: Synthetischer Vergleich der drei Denker, insbesondere hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Projektionsbegriffe und ihrer Einschätzung der menschlichen Natur.

7.0 Resümee: Kritische Schlussbetrachtung zur Leistungsfähigkeit naturalistischer Erklärungen und zur Frage, ob eine erfolgreiche Religionskritik bessere Gründe als die kritisierten religiösen Überzeugungen anführen kann.

Schlüsselwörter

Religionskritik, Projektion, Feuerbach, Nietzsche, Freud, Naturalismus, psychogenetisches Argument, genetischer Fehlschluss, Entfremdung, Ressentiment, Psychoanalyse, Massenneurose, Vatersehnsucht, Metaphysikkritik, Aufklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die religionskritischen Argumente von Ludwig Feuerbach, Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud, die Religion als ein psychologisches und nicht als ein übernatürliches Phänomen betrachten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Projektionstheorien, der psychogenetischen Erklärung von Religionsentstehung sowie der erkenntnistheoretischen Validität dieser Ansätze.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel besteht in der Rekonstruktion der Argumente Feuerbachs, Nietzsches und Freuds und der Prüfung, ob diese Denker mit ihren Erklärungen tatsächlich die Nichtexistenz religiöser Realitäten beweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophiehistorische und systematische Analyse, die primär textorientiert rekonstruiert, wie diese Denker ihre religionskritischen Thesen innerhalb ihrer jeweiligen philosophischen bzw. psychoanalytischen Systematik begründen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Theorien von Feuerbach, Nietzsche und Freud detailliert dargestellt und jeweils einer kritischen Betrachtung unterzogen, bevor ein vergleichendes Resümee gezogen wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der Projektion auch die Begriffe Entfremdung (bei Feuerbach), Ressentiment (bei Nietzsche) und die Vatersehnsucht sowie der Begriff der Massenneurose (bei Freud).

Wie bewertet der Autor Nietzsches Projektionsbegriff im Vergleich zu Freud?

Der Autor unterscheidet Nietzsches eher epistemischen Ansatz, der Religion als eine menschliche Interpretationsweise der Welt versteht, von den stärker psychologischen Projektionsbegriffen bei Feuerbach und Freud.

Welches Resümee zieht die Arbeit bezüglich des „genetischen Fehlschlusses“?

Die Arbeit stellt fest, dass das bloße Erklären der Entstehung eines Glaubens (Genese) logisch nicht ausreicht, um dessen inhaltliche Falschheit (Geltung) zu beweisen, und kritisiert die drei Denker dahingehend, dass sie diesen logischen Sprung oft unzureichend begründen.

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Details

Title
Religionskritik bei Feuerbach, Nietzsche und Freud. Ist Religion eine bloße Erfindung des Menschen?
College
University of Leipzig  (Institut für Philosophie)
Grade
1,5
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2000
Pages
82
Catalog Number
V190242
ISBN (eBook)
9783668110779
ISBN (Book)
9783668110786
Language
German
Tags
religionskritik feuerbach nietzsche freud religion naturalismus genetische argumente rechtfertigung von überzeugungen Projektion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2000, Religionskritik bei Feuerbach, Nietzsche und Freud. Ist Religion eine bloße Erfindung des Menschen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190242
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