ADHS bei Kindern

Aspekte der Diagnostik, Symptomatik, mögliche Ursachen und ausgewählte Behandlungsmethoden


Hausarbeit, 2011
15 Seiten, Note: "keine"

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. ADHS – Was ist das?

3. Diagnostik
3.1 Interviews
3.2 Verhaltensbeobachtungen
3.3 Fragebögen und Beurteilungsskalen
3.4 Psychologische Tests
3.5 Körperliche Untersuchungen

4. Symptomatik
4.1 Aufmerksamkeitsschwäche
4.2 Impulsivität
4.3 Hyperaktivität

5. Ursachen
5.1 Neurobiologische Faktoren
5.2 Psychosoziale Faktoren

6. Behandlungsmethoden
6.1 Medikamentöse Behandlung
6.2 Multimodale Behandlung

7. Schlussbetrachtung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts erzählte Heinrich Hoffmann in seinem Kinderbuch „Struwwelpeter“ von einem verhaltensauffälligen Jungen namens Philipp. Dieser konnte am Tisch nicht stillsitzen, zappelte dauernd herum, schaukelte mit dem Stuhl und fiel dann mitsamt Tischdecke und Mahlzeit auf den Boden. Dieser „Zappel-Philipp“ bekam in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung zugeschrieben, gerade weil im deutschsprachigen Raum die Krankheit ADHS (Aufmerksamkeits- Defizit-Hyperaktivitätsstörung) als „Zappel-Philipp-Syndrom“ bezeichnet wird.

Laut der Broschüre „ADHS - Was bedeutet das?“, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im September 2010 veröffentlicht wurde, „wurde bei knapp fünft Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ADHS diagnostiziert.“[1] Aufgrund dessen hat die Krankheit ADHS in unserer heutigen Gesellschaft einen enorm hohen Stellenwert. Einher gehen vor allem Fragen aus dem medizinischen Bereich, die sich mit der Entstehung, der Diagnostik und den Behandlungsmöglichkeiten dieser Krankheiten beschäftigen.

Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf das Thema ADHS bei Kindern und versucht dabei, auf mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten einzugehen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ab welchem Stadium die Medizin von dem Krankheitsbild ADHS spricht. Im weiteren Verlauf der Untersuchung wird vor allem auf die Symptomkriterien Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität von ADHS eingegangen. In der Folge wird versucht, mögliche Ursachen des Krankheitsbildes ADHS darzustellen. Hierbei wird vor allem auf die biologischen und die psychosozialen Faktoren eingegangen. Im Anschluss daran werden medikamentöse und multimodale Behandlungsmethoden aufgezeigt, auf die Darlegung von psychotherapeutischen, heilpädagogischen und familiären Therapieformen wird verzichtet, da dieses den Rahmen der folgenden Darlegungen sprengen würde. Zuletzt beendet eine Schlussbetrachtung die vorliegende Arbeit.

2. ADHS – Was ist das?

Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung und umfasst drei typische Symptome: eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, der Impulskontrolle und der Aktivität. Eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit zeige sich beispielsweise darin, dass betroffene Kinder häufig von einer Beschäftigung zur Nächsten wechseln. Eine Beeinträchtigung der Impulskontrolle äußere sich in unbedachten und vorschnellen Reaktionen des Kindes. Die Hyperaktivität werde mit einer extremen Ruhelosigkeit beschrieben, welche die Betroffenen zum Beispiel Herumzappeln lässt.[2]

Nach dem ICD-10, einem international etablierten Diagnosesystem für Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter „müssen deutliche Hinweise auf klinisch bedeutsame Beeinträchtigungen in sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsbereichen gegeben sein.“[3] Dabei müssten die Beeinträchtigungen in mindestens zwei Lebensbereichen erkennbar und diagnostiziert sein. Zudem müssten die Symptome laut des Diagnosesystems mindestens sechs Monate lang auftreten und die Entwicklung des Kindes sowohl physisch als auch psychisch beeinträchtigen.

Häufig leiden Kinder mit einer ADHS unter Begleiterkrankungen wie zum Beispiel unter Lernstörungen, Störungen des Sozialverhaltens und/oder auch depressiven Störungen. Diese zusätzlichen Erkrankungen müssen allerdings unbedingt getrennt von einer ADHS untersucht und auch behandelt werden.[4]

Neben der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung gibt es noch eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (ADS), bei der die Betroffenen unter einer herabgesetzten Aktivität und einem Tagträumen leiden. Auch hier können Begleiterkrankungen nicht ausgeschlossen werden.

3. Diagnostik

Die kinderpsychiatrische Untersuchung von Kindern mit der Verdachtsdiagnose ADHS setzt spezielles Fachwissen voraus und ist sehr aufwendig. Die Untersuchung ist in verschiedene Schritte unterteilt:

3.1 Interviews
3.2 Verhaltensbeobachtungen
3.3 Fragebögen und Beurteilungsskalen
3.4 Psychologische Tests
3.5 Körperliche Untersuchungen

Diese Schritte für eine umfassende Diagnostik werden im Folgenden kurz beschrieben.

3.1 Interviews

Im ersten Schritt der klinischen Untersuchung werden sowohl der Patient (in dem Fall das Kind), aber auch seine wichtigsten Bezugspersonen, wie zum Beispiel Eltern oder Geschwister bezüglich der aktuellen Problematik befragt. Dabei wird das Interview in verschiedene Aspekte gegliedert.

In einem ersten Schritt wird auf den Vorstellungsgrund des Kindes beziehungsweise seiner Familie eingegangen, bevor Fragen zur Schwangerschaft und Geburt in den Vordergrund gerückt werden. Anschließend geht der klinische Untersucher auf mögliche Begleitstörungen einer ADHS, wie zum Beispiel Angst-, Lern- und Koordinationsstörungen, ein. In Folge dessen werden Informationen über das psychosoziale Verhalten des Kindes gesammelt. Dabei sei es wichtig zu erfahren, wie das Kind sich innerhalb der Familie und in der Schule, aber auch im Umgang mit Gleichaltrigen verhalte. In einem letzten Schritt des Interviews wird speziell auf das Familienleben eingegangen und nach der Familiengeschichte, den Erziehungspraktiken der Eltern und der Eltern-Kind-Beziehung gefragt.[5]

3.2 Verhaltensbeobachtungen

Beim zweiten Schritt der klinischen Untersuchung wird versucht, dem durch das Interview beurteilte Verhalten des Kindes ein Bild zu geben. „Verhaltensbeobachtungen können in arrangierten Spiel- und Interaktions-, Untersuchungs- und Testsituationen [...] oder in natürlichen Situationen durchgeführt werden [...].“[6] Dabei werde besonders darauf geachtet, dass das auffallende Verhalten der Kinder sowohl in der klinischen Situation als auch im natürlichen Umfeld erforscht werden könne. Bei den verschiedenen Bereichen werde beispielsweise auf Unsicherheit, Kooperation, Frustrationstoleranz, motorische Unruhe, Konzentration und Impulsivität auf Seiten des Kindes eingegangen.[7]

[...]


[1] Hrsg.: BZgA, ADHS – Was bedeutet das?, S. 5

[2] nach: Handbuch ADHS, S. 17

[3] ADHS im Jugendalter S. 27

[4] nach: ADHS im Jugendalter, S. 54

[5] nach: Handbuch ADHS S. 204

[6] Handbuch ADHS S. 209

[7] nach: Handbuch ADHS S. 210

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
ADHS bei Kindern
Untertitel
Aspekte der Diagnostik, Symptomatik, mögliche Ursachen und ausgewählte Behandlungsmethoden
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
"keine"
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V190249
ISBN (eBook)
9783656149798
ISBN (Buch)
9783656149859
Dateigröße
536 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
adhs, kindern, aspekte, diagnostik, symptomatik, ursachen, behandlungsmethoden
Arbeit zitieren
Kira Herzog (Autor), 2011, ADHS bei Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190249

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