Im Deutschen finden sich etliche Wörter, denen lange Zeit kaum Beachtung geschenkt wurde. Diese werden Klassen zugeteilt, wie Konjunktionen, Subjunktionen, Präpositionen, Interjektionen, die ebenfalls unflektierbar sind, jedoch nicht mit den üblichen Wörtern der jeweiligen Klasse gleichzusetzen sind. Es handelt sich hierbei um Wörter wie: bloß, eben, doch, etwas, etwa, denn, erst, ganz, gar, ja, schon, sehr, sogar, ziemlich.
Für gewöhnlich werden diese Wörter Partikel genannt (als Subklassifizierung auch Modalpartikel, Abtönungspartikel, Füllwort, Würzwort genannt). In dieser Arbeit geht es darum, diese "würzigen Wörter" näher zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Partikeln
2.1 Gradpartikeln
2.2 Steigerungspartikeln
2.3 Abtönungspartikeln
3. Homonymie der Partikeln
4. Abtönungspartikel schon
5. Funktionen der Abtönungspartikeln
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht den Gebrauch und die Funktionen von Abtönungspartikeln im Deutschen. Ziel ist es, diese oft als „Füllwörter“ missverstandenen sprachlichen Mittel als wichtige illokutive Indikatoren zu definieren, ihre Abgrenzung zu anderen Partikelklassen zu verdeutlichen und ihre Bedeutung für die alltägliche Kommunikation aufzuzeigen.
- Semantische Abgrenzung von Grad-, Steigerungs- und Abtönungspartikeln
- Analyse der Homonymie bei verschiedenen Partikelgruppen
- Untersuchung des Gebrauchs und der Funktion der Abtönungspartikel „schon“
- Die Rolle der Abtönungspartikel als Einstellungsausdruck im Diskurs
- Bedeutung der Partikeln in der alltäglichen Sprachlichkeit und Internetkommunikation
Auszug aus dem Buch
2.1 Gradpartikeln
Gradpartikeln beziehen sich nicht auf den gesamten Satz, aber auf ein bestimmtes Bezugsglied (Skopus= Wirkungsbereich) innerhalb des Satzes.
a) Sogar Christine hat ihm gratuliert.
Bedeutung: man hätte es nicht erwartet, aber sie hat ihm gratuliert
b) Christine hat sogar ihm gratuliert.
Bedeutung: nicht nur anderen sondern auch ihm
c) Christine hat ihm sogar gratuliert.
Bedeutung: sie sagte anderes aber auch das zu ihm
Die Funktion der Partikeln liegt also auf semantischer Ebene. Darüber hinaus drücken sie eine Behauptung aus, der eine quantifizierende oder skalierende Bedeutung hinzufügt wird und sie bestimmen Voraussetzungen (Präsuppositionen):
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die vernachlässigte Rolle der Abtönungspartikeln in der Linguistik und betont deren Relevanz für die alltägliche Kommunikation.
2. Partikeln: Dieses Kapitel differenziert zwischen Grad-, Steigerungs- und Abtönungspartikeln, um eine klare begriffliche Abgrenzung zu schaffen.
3. Homonymie der Partikeln: Hier wird erläutert, wie Partikeln oft Homonyme in anderen Wortklassen bilden, was die Identifikation im Satz erschweren kann.
4. Abtönungspartikel schon: Dieses Kapitel widmet sich spezifisch dem Wort „schon“ und analysiert dessen unterschiedliche Funktionen je nach syntaktischem Kontext.
5. Funktionen der Abtönungspartikeln: Es werden die verschiedenen kommunikativen Funktionen und die Rolle der Partikeln als Einstellungsausdrücke des Sprechers behandelt.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Bedeutung der Abtönungspartikeln für die Diskurssteuerung zusammen und wagt einen Ausblick auf ihre Rolle im Kontext moderner Internetkommunikation.
Schlüsselwörter
Abtönungspartikeln, Modalpartikeln, Partikeln, Gradpartikeln, Steigerungspartikeln, Illokutionsindikatoren, Sprachwissenschaft, Alltagskommunikation, Linguistik, Homonymie, Präsupposition, Satzsemantik, Interaktionsmanagement, Diskurssteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse von Abtönungspartikeln im Deutschen und deren unterschätzter Bedeutung in der Kommunikation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Klassifizierung von Partikeln, die Problematik der Homonymie sowie die kommunikativen Funktionen von Abtönungspartikeln.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den Gebrauch und die Funktion von Abtönungspartikeln zu geben und Unterschiede zu anderen Partikelarten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse von sprachwissenschaftlicher Literatur und der Untersuchung von Beispielsätzen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Differenzierung von Partikelklassen, die Homonymie-Problematik, eine Fallstudie zu „schon“ sowie die Analyse der illokutiven Funktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Abtönungspartikeln, Modalpartikeln, Illokutionsindikatoren und Alltagskommunikation geprägt.
Warum ist das Wort „schon“ ein interessantes Fallbeispiel?
„Schon“ ist deshalb interessant, weil es je nach syntaktischem Bezug und Kontext entweder als temporale Gradpartikel oder als illokutive Abtönungspartikel fungieren kann.
Welche Rolle spielen Abtönungspartikeln in der Internetkommunikation?
Laut der Arbeit gewinnen diese Partikeln im Kontext der zunehmenden Alltagsschriftlichkeit und Mündlichkeit in Medien wie Chats oder Foren weiter an Bedeutung.
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- Magister Artium Nicole Köhnen (Author), 2006, Abtönungspartikeln - Ein Überblick über Gebrauch, Funktion und Unterschiede, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190374