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Welche Chancen und Risiken liefert der Medienumbruch für soziale Bewegungen?

Analyse anhand eines Zeitvergleichs: Montagsdemonstrationen in der DDR und der Arabische Frühling

Title: Welche Chancen und Risiken liefert der Medienumbruch für soziale Bewegungen?

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nathalie Wilk (Author)

Communications - Research, Studies, Enquiries
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Sie trägt rote Lackschuhe, Netzstrümpfe und sonst nichts. Die ägyptische Bloggerin Aliaa Magda Elmahdy hat sich im vergangenen November zum Protest gegen die immer noch vorherrschende Zensur in Ägypten ausgezogen und damit ihr Heimatland in Aufruhr versetzt. Diktator Mubarak ist zwar gestürzt, doch die Tabus sind geblieben. In einem der Bilder bedecken gelbe Balken ihre Augen, ihren Mund und ihre Scham. "Die Balken sollen unsere Zensur von Wissen, Ausdruck und Sexualität darstellen", so die Bloggerin. („Nackte Studentin entzürnt Ägypter“, 2011)

Ein junger Mann versucht auch in Tunesien etwas zu verändern und auch er nutzt das Internet um seine Botschaft zu verbreiten. Rapper Hamada Ben Aoun, genannt El Général, ist zur Stimme der tunesischen Revolution geworden. Im November 2010 veröffentlicht er sein Lied "Rais Lebled" auf Facebook: „Herr Präsident, dein Volk stirbt, / das Volk isst Dreck. / Schau, was passiert, / das Elend ist überall.“ Zeilen, die bald auch in Kairo und in Bahrain auf den Straßen zu hören sein werden. Für drei Tage wird der Rapper im Januar vergangenen Jahres gefangen gehalten, die jungen Tunesier gehen für ihn auf die Straße, als er freikommt ist er ein Star. „Hamada hat die Welle erschaffen, er hat sie geritten – jetzt wollen die Leute Veränderung und keine Revolutionslieder“, sagt sein Manager. („Der Junge, der den Präsidenten stürzte“, 2011)

Junge Menschen wie Elmadhy und El Général sind die wahren Helden der arabischen Revolution. Es sind die Jugendlichen, die sich als Erste gegen die Herrscher auflehnen und den arabischen Frühling ins Leben rufen. Immer an ihrer Seite, das Internet: Wunderwaffe, Organisationswerkzeug, Sprachrohr.

Die folgende Arbeit untersucht, welche Möglichkeiten das Internet sozialen Bewegungen eröffnet hat, aber auch welche Probleme und Risiken die neue Technologie mit sich bringt. Anhand eines Vergleichs von Montagsdemonstrationen in der DDR und dem Arabischen Frühling, soll das Wirken und Handeln sozialer Bewegungen im Technologiewandel beschrieben werden. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es? Wie könnte die Zukunft aussehen? Abschließend folgt ein kurzes, persönliches Statement.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Theorie und Wandel der Netzwerke nach Manuel Castells

2.2 Soziale Bewegungen im Zeitvergleich

2.2.1 Montagsdemonstrationen in der DDR

2.2.2 Der Arabische Frühling

2.2.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede

3 Risiken und Probleme des Medienumbruchs für soziale Bewegungen

4 Schlussteil

4.1 Versuch einer Prognose für die Zukunft

4.2 Persönliches Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Medienwandels auf die Handlungsmöglichkeiten sozialer Bewegungen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, welche Chancen das Internet bei der Organisation und Mobilisierung bietet, aber auch, welchen Risiken sich Akteure durch die neue technologische Umgebung gegenübersehen.

  • Theoretische Grundlagen von Netzwerkstrukturen nach Manuel Castells
  • Vergleichende Analyse: Montagsdemonstrationen (DDR) vs. Arabischer Frühling
  • Logistische Vorteile und Mobilisierungspotenziale digitaler Netzwerke
  • Herausforderungen durch den "Digital Divide" und staatliche Überwachung
  • Zukunftsperspektiven für politisches Engagement in vernetzten Öffentlichkeiten

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Montagsdemonstrationen in der DDR

Die Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 sind es, die das Ende der SED-Herrschaft in der DDR einläuten. Wie immer gewinnt die SED haushoch. Doch zum ersten Mal, kann ihr der Wahlbetrug diesmal nachgewiesen werden. In den folgenden Wochen versuchen die Vertreter der Opposition einerseits die Behörden zu einer Stellungnahme zu bewegen und andererseits die Öffentlichkeit durch Appelle zu mobilisieren. Die Bedingungen den Protest auch „über die Grenzen des oppositionellen Milieus auszuweiten“ stehen eigentlich recht gut. Der Wahlbetrug stellt schließlich ein Thema dar, dass alle etwas angeht. Dennoch geschieht bis zum Sommer 1989 nichts. (Timmer, 2000, S.79)

Denn in der DDR herrschen Bedingungen, die sich als hochgradig bewegungsfeindlich beschreiben lassen. Das Bedrohungspotenzial des Repressionsapparats zögert öffentliche Proteste der Bevölkerung zunächst hinaus. Zu groß ist die Angst vor staatlichen Übergriffen innerhalb der Gesellschaft. Die Teilnahme an Aktionen ist mit einem hohen persönlichen Risiko verbunden, das von der Diskriminierung in Ausbildung und Beruf über Gefängnisstrafen bis hin zur Ausweisung reichen kann. Dem möglichen Nutzen einer Teilnahme stehen daher, zumindest potentiell, sehr hohe Kosten gegenüber – ein schlechter Nährboden für eine weitreichende Mobilisierung. Und auch die Trägergruppen der Opposition sind den Beschränkungen unterworfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der digitalen Kommunikation für aktuelle soziale Bewegungen ein und skizziert anhand von Fallbeispielen die Forschungsfrage.

2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert theoretische Netzwerkstrukturen und vergleicht die Mobilisierungsprozesse der DDR-Bürgerbewegung mit den Ereignissen des Arabischen Frühlings.

3 Risiken und Probleme des Medienumbruchs für soziale Bewegungen: In diesem Kapitel werden Herausforderungen wie der Digital Divide, mangelnde Verpflichtungsintensität online und staatliche Kontrollmöglichkeiten erörtert.

4 Schlussteil: Der Schlussteil reflektiert die zukünftige Rolle von Internetnetzwerken für die Demokratisierung und zieht ein persönliches Resümee über das Spannungsfeld von Online- und Offline-Protest.

Schlüsselwörter

Soziale Bewegungen, Medienumbruch, Internet, Montagsdemonstrationen, DDR, Arabischer Frühling, Manuel Castells, Netzwerkgesellschaft, Mobilisierung, Digital Divide, Gegenöffentlichkeit, Anonymität, Demokratie, Partizipation, Bürgerbewegung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich der technologische Medienwandel auf die Möglichkeiten und Risiken sozialer Bewegungen auswirkt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Netzwerktheorie, dem Vergleich historischer Protestbewegungen mit zeitgenössischen digitalen Revolutionen sowie den Gefahren der staatlichen Überwachung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu verstehen, ob und wie das Internet als Werkzeug für soziale Bewegungen fungiert und wo die Grenzen dieser digitalen Mobilisierung liegen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen diachronen Zeitvergleich, um die Unterschiede in der Mobilisierung zwischen der DDR im Jahr 1989 und dem Arabischen Frühling 2010/2011 herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben theoretischen Ansätzen nach Manuel Castells wird detailliert auf die Kommunikationsbedingungen bei den Montagsdemonstrationen und die Rolle von Social Media bei den arabischen Revolutionen eingegangen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Soziale Bewegungen, Medienumbruch, Mobilisierung, Digital Divide und Gegenöffentlichkeit.

Inwiefern unterschied sich die Mobilisierung in der DDR von der im Arabischen Frühling?

In der DDR erschwerten staatliche Überwachung und mangelnde Kommunikationsmittel die Organisation, während im Arabischen Frühling das Internet eine schnelle, horizontale Vernetzung ermöglichte.

Warum sieht die Autorin die Anonymität im Netz kritisch?

Die Autorin argumentiert, dass die Anonymität im Netz die Verpflichtungsintensität senkt und die fehlende emotionale Komponente im Vergleich zum realen Protest das langfristige Engagement schwächt.

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Details

Title
Welche Chancen und Risiken liefert der Medienumbruch für soziale Bewegungen?
Subtitle
Analyse anhand eines Zeitvergleichs: Montagsdemonstrationen in der DDR und der Arabische Frühling
College
LMU Munich  (IfKW)
Course
Hauptseminar Öffentlichkeitsdynamiken
Grade
2,0
Author
Nathalie Wilk (Author)
Publication Year
2012
Pages
19
Catalog Number
V190381
ISBN (eBook)
9783656150404
ISBN (Book)
9783656150725
Language
German
Tags
Facebook Revolution Internetrevolution Arabischer Frühling Internet soziale Bewegungen Montagsdemonstrationen DDR Manuel Castells Global Civil Society Öffentlichkeit Netzwerkgesellschaft Mobilisierung Organisation Revolution Ägypten Facebook Youtube Twitter Citizen Journalism
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nathalie Wilk (Author), 2012, Welche Chancen und Risiken liefert der Medienumbruch für soziale Bewegungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190381
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