»corporate haptic«

Wert, Entwicklung und Einsatz haptischer Kommunikationskonzepte


Masterarbeit, 2010

135 Seiten, Note: sehr gut (1,5)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Corporate Haptik
1.1 Warum haptisches Design?
1.2 Methodische Vorgehensweise
1.3 Definitionen
1.3.1 Haptik
1.3.2 haptisch
1.3.3 taktil
1.3.4 Tastsinn
1.3.5 Kinästhesie
1.3.6 kinästhetisch
1.3.7 Haptik im Design
1.3.8 corporate identity
1.3.9 haptic corporate identity

2.0 Stand der Forschung
2.1 anthropologische Erkenntnisse
2.2 biologische und neurophysiologische Erkenntnisse
2.3 psychologische Erkenntnisse
2.4 Erkenntnisse von Blinden
2.4.1 Ursula Burkhard
2.4.2 John M. Hull
2.4.3 Selbstversuch: blind im Dialog- museum
2.5 Erkenntnisse aus der Mensch-Maschine- Kommunikation
2.6 architektonische Erkenntnisse
2.7 Erkenntnisse aus dem Marketing
2.7.1 Marketing im Produktdesign
2.8 Erkenntnisse aus dem Design
2.8.1 Produktdesign
2.8.2 Kommunikationsdesign
2.9 Experteninterviews
2.9.1 Professor Volker Albus, Produkt- designer
2.9.2 Alfred König, Papieragentur König & Lerch

3.0 Zusammenfassung und Fazit

4.0 Testverfahren
4.1 Entwicklung des Testverfahrens
4.1.1 Zielformulierung
4.1.2 Inhalte des Testverfahrens
4.1.3 Fragestellung
4.1.4 Untersuchungsgegenstände
4.2 Testverfahren
4.3 Fragenkatalog
4.3.1 Studie 01: Broschüren
4.3.2 Studie 02: Papiere
4.3.3 Studie 03: Veredelte Oberflächen
4.4 Testsituation
4.4.1 Räumlichkeit
4.4.2 Tastbox
4.5 Probanden
4.6 Ablauf
4.7 die Studien
4.7.1 Studie 01: Broschüren
4.7.2 Studie 02: Papiere
4.7.3 Studie 03: Veredelte Oberflächen
4.8 Dokumentation
4.9 Auswertung der Studien
4.9.1 Beantwortung der Forschungsfragen
4.9.2 Überprüfung des Testverfahrens
4.10 finales Testverfahren
4.10.1 Probanden
4.10.2 Ablauf
4.10.3 Fragestellung

5.0 Weiterentwicklung/ Zukunft

6.0 Quellen

1.0 »Corporate Haptik«

1.1 Warum haptisches Design?

Alles auf dieser Welt kommuniziert multisensual. Ein Ap- fel riecht, schmeckt, fühlt sich an, sieht aus und knackt wie ein Apfel. Er ist multisensual unverwechselbar. Das ist nicht grundlos so. Die Überprüfung aller fünf Sinnes-Eigenschaften eines Apfels ermöglicht es uns einen Apfel von einer Birne un- terscheiden zu können. Der Einsatz der Sinne hilft uns eben- falls einen guten Apfel von einem verschimmelten Apfel zu unterscheiden. Selbst wenn wir einen unserer Sinne verlieren, können wir immer noch über die verbleibenden Sinne erkennen, um welches Obst es sich handelt und ob es genießbar ist oder nicht. Das selbe gilt für alle alltäglichen Entscheidungen: über- zeugen mich alle meine Sinne von der Qualität eines Objektes oder erreichen mich widersprüchliche Informationen?

Jeder Mensch hat eine andere Veranlagung auf spezielle Sinnesreize zu reagieren. 20% fühlen sich vom Sehsinn, 20% vom Geruchssinn, 20% vom Gehörsinn, 20% vom Geschmacks- sinn und 20% Tastsinn angesprochen. Um jeden Menschen zu erreichen wäre demnach eine multisensuale Kommunikation, die über alle fünf Sinne kommuniziert, ideal. Doch eine Erfor- schung aller fünf Sinne würde den Rahmen dieser Arbeit spren- gen, daher beschränkt sich diese Masterthesis auf den Tast- sinn, denn der haptische Sinn ist der am besten ausgebildete Sinn des Menschen. Über ihn können wir mehrere Informatio- nen gleichzeitig aufnehmen und speichern sie besser im Ge- dächtnis als visuelle oder akustische Informationen.

Der Einsatz haptischer Kommunikation ist nicht Neues. Nicht zu kommunizieren ist unmöglich. Selbst wer nichts sagt, kommuniziert etwas. Dasselbe gilt auch für die haptische Kom- munikation. Jedes Objekt, das heute bereits auf dem Markt ist - ob Buch, Möbelstück oder Computer - kommuniziert auch über Haptik. Jedoch erfolgt die Kommunikation häufig nicht gezielt. Dadurch können immer wieder widersprüchliche Aussagen zwi- schen der visuellen und der haptischen Kommunikation entste- hen. Diese Differenz wird wahrgenommen. Der Dialogpartner sieht eine visuelle Aussage und fühlt eine andere Aussage: wel- che stimmt nun? Worauf soll er sich verlassen?

Ziel der Arbeit ist es den Stellenwert der haptischen Kom- munikation einordnen zu können, Einsatzgebiete aufzuzeigen, ein vollständiges Testverfahren zur Überprüfung der haptischen Kommunikation zu entwickeln und Vorschläge für weitere Forschungen auf diesem Gebiet anzuregen.

-š Lässt sich anhand der Haptik die Branche erkennen?
-š Lässt sich eine Marke haptisch erkennen?
-š Bestehen Unterschiede zwischen der haptischen und der visuell-haptischen Kommunikation?
-š Worin unterscheidet sich die Kommunikation und falls Unterschiede auftauchen, führen diese zu unterschied- lichen bzw. widersprüchlichen Aussagen?
-š Kommuniziert eine Oberfläche haptisch?
-š Worüber kommuniziert eine Oberfläche?
-š Kann Image allein über die Haptik vermittelt werden?
-š Ist es sinnvoll der haptischen Kommunikation einen höheren Stellenwert als bisher einzuräumen?
-š In welchen Bereichen wäre es sinnvoll haptische Kom- munikation gezielt einzusetzen?

1.2 Methodische Vorgehensweise

Um den Stellenwert der Haptik für die menschliche Wahr- nehmung und Kommunikation einordnen zu können werden im folgenden die aktuellen Forschungserkenntnisse der Fachge- biete Anthropologie, Biologie, Psychologie, Neurophysiologie, Ergonomie, Mensch-Maschine-Kommunikation, Architektur, Produktdesign, Marketing und Design vorgestellt und analy- siert.

Erfahrungsberichte von Blinden und Experteninterviews aus den Bereichen Produktdesign und Papier informieren über den aktuellen Wissensstand und zeigen zukunftsweisende Mög- lichkeiten zum Einsatz von Haptik in der Kommunikation auf.

Aus diesen Informationen wird ein Testverfahren entwi- ckelt und auf weiterführende Forschungsrichtungen hingewie- sen.

Abb. 01

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3 Definitionen

1.3.1 »Haptik«

š- die engste Definition:

»Haptik« bezeichnet die taktile Wahrnehmung (lateinisch: «tangere » heißt «berühren») im Sinne der Berührung von Ober- flächen.1

š- die weiteste Definition

»Haptik« besteht aus zwei Teilen: Tastsinn (die passive Wahrnehmung bei der Berührung von Oberflächen) und Kinäs- thesie (die aktiven Bewegungsempfindungen des wahrnehmen- den Leibes).1

1.3.2 »haptisch«

»Haptisch« (bezieht sich auf die »Haptik«) schließt alle Berührungsempfindungen mit ein.2

1.3.3 »taktil«

»taktil« bezeichnet die mechanische Stimulation der Haut.3

1.3.4 » Tastsinn «

Der »Tastsinn« beruht auf den Rezeptoren in der Haut, die für das Wahrnehmen von Berührungen genutzt werden. »Der Tastsinn« schließt diverse Reize, wie mechanische, thermische, chemische und elektrische Stimulation der Haut ein.4

1.3.5 »Kinästhesie«

»Kinästhesie« beruht auf der Empfindungsfähigkeit und der motorischen Aktivität in den Muskeln, Gelenken und Seh- nen. Die Muskeln, Sehnen und Gelenke werden für die motori- sche Aktivität genutzt. Die dort liegenden Rezeptoren werden für die Wahrnehmung der »Kinästhesie« verwendet. Sie infor- mieren über die Körperhaltung durch Parameter wie Winkel von Gelenken oder Muskelanspannung. »Kinästhesie« schließt Ein- gabe und Ausgabe ein.5

Abb. 02

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3.6 »kinästhetisch«

»Kinästhetische« (bezieht sich auf die »Kinästhesie«) Empfindungen entstehen aus Kraft, Bewegung, Position, Ver- lagerung und Gelenkwinkel. »Kinästhetische« Handlungen um- fassen Bewegung, Ausübung von Kraft und Drehmoment und Erreichen von Position, Verlagerung und Gelenkwinkel.6

1.3.7 »Haptik im Design«

» Im Design wurde bisher vor allem mit dem eng gefassten Haptikbe- griff operiert. ( … ) Es werden die Qualit ä ten Druck, Ber ü hrung, Vibrationen, Schmerz und Temperatur unterschieden. Die Fingerspitzen und die Zunge des Menschen sind besonders empfindlich. Dar ü ber hinaus ist im Design auch von Bedeutung, wie durch Ber ü hrung technische Apparaturen bedient und gesteuert werden. ( … ) W ä hrend in der Architekturtheorie dieser weit ge- fasste Haptikbegriff in Forschung und Lehre l ä ngst zum Kanon geh ö rt und erfolgreich angewendet wird, ist seine heuristische Qualit ä t f ü r die Design- Forschung erst in letzter Zeit erkannt worden. «7

1.3.8 »Corporate Identity«

»Corporate Identity« (CI):

1. bezeichnet die Summe aller Auf trittsformen von Unter- nehmen: das visuelle Bild, das ein Unternehmen abgibt (Corporate Design) und die verbalen Äußerungen, das Verhalten und die Strukturen, mit denen ein Unterneh- men dem internen und externen Publikum gegenüber- tritt.8
2. bezieht sich darauf, dass alle diese Ausdrucksformen ein hinreichendes Maß an Konsistenz aufweisen. Die- se muss jedoch nicht absolut sein: Spannungen und Ambivalenzen müssen nicht im Widerspruch zu profi- lierenden und attraktiven Unternehmensidentitäten stehen.8
3. muss sich auf einen allen Erscheinungsformen zugrun- de liegenden substanziellen Kern beziehen und sich an Werten orientieren.8

1.3.9 »Haptic Corporate Identity«

Was ist »haptic corporate identity«? Die Formulierung » haptic corporate identity« setzt sich aus den Begriffen »corpo- rate identity« und »haptic« zusammen. Gemeint ist, die Kern- botschaften eines Unternehmens bzw. eines Buches oder an- derer Medien nicht nur über visuelle und akustische Reize zu transportieren, sondern auch über den Einsatz haptischer De- signelemente die zentralen Botschaften zu vermitteln.

Zum Forschungsgebiet »Haptik« liegen bisher nur wenige Erkenntnisse vor. Die intensivsten Studien wurden bisher in den Fachbereichen Psychologie und Neuropysiologie durchgeführt. Die Erkenntnisse aus den unterschiedlichsten Fachbereichen werden im nächsten Kapitel vorgestellt.

Im klassischen »Corporate Design« geht es darum ein Erscheinungsbild zu entwickeln, über das eine Firma, ein Un- ternehmen, eine Sache erkannt wird - über die Farbe, über die Schrift, über eine Bildmarke. »Corporate Haptik« bezeichnet ein haptisches Erlebnis, über das eine Firma erkannt wird, sei es ein bestimmtes Papier bzw. Material, eine bestimmte Oberflä- chenstruktur, eine bestimmte Größe, ein bestimmtes Gewicht oder eine bestimmt Oberflächenveredelung. Damit auch über das Anfassen erkannt wird welche Firma der Absender ist.

2.0 »Stand der Forschung«

2.1 anthropologische Erkenntnisse

Der Mensch lernte vor vielen tausend Jahren in Afrika seine Sinne zu nutzen und aufeinander abzustimmen. Seine Lebensumgebung war zu diesem Zeitpunkt nicht der Dschungel, sondern die Steppe.

» Wer die f ü nf Sinne des Menschen in ihrer Funktionalit ä t, Empfind lichkeit, Leistungsf ä higkeit, Ausrichtung und in ihrem Alterungsverhalten analysiert und die Ergebnisse mit denen aus der Tierforschung vergleicht, sieht sich in der These best ä tigt, da ß sie sich zum Zweck des menschlichen Ü berlebens in der Steppe ausbildeten. «9

Als die Menschen die Steppe verließen und in nördlichere Gefilde wanderten, waren sie den neuen Umweltbedingungen nicht angepasst. Viele von ihnen starben. Die übrigen begannen sich den Umweltbedingungen anzupassen, indem sie Hilfsmit- tel entwickelten. Zuerst begannen sie mit der Produktion von Werkzeugen, um ihre eigenen Fähigkeiten zu verstärken, zu ergänzen oder zu ersetzen, z.B. den Faustkeil. In den folgen- den Jahrtausenden entwickelte der Mensch sogar Objekte, die ihm Fähigkeiten verliehen, die er bis zu diesem Zeitpunkt nicht besessen hatte: z.B. das Flugzeug. Die stetige technische Wei- terentwicklung führte dazu, dass wir heute kaum noch mit den Händen arbeiten. Alle wesentlichen Arbeiten übernimmt heut- zutage eine Maschine. Sie näht für uns, sie schreibt für uns, sie läuft für uns, sie macht für uns Feuer. Sie ersetzt mittlerweile fast alle Arbeiten, für die wir unseren Tastsinn benötigen wür- den. Durch den technischen Fortschritt der vergangenen Jahre wurden alle sinnlichen Wahrnehmungen - bis auf den Sehsinn - entwertet.

Das seltsame daran ist: der Tastsinn ist unser bester Sinn. Er ist am unentbehrlichsten, mit ihm können wir die meisten In- formationen aufnehmen. Im Gegensatz zu unseren anderen Sin- nen (sie können Informationen nur eindimensional aufnehmen) kann der Tastsinn dreidimensional etwa zehn verschiedene Informationen aufnehmen. Die zehn Informationsdimensionen umfassen die Gestalt, die Oberflächenstruktur, die Temperatur, die Feuchtigkeit, die Mächtigkeit, das Gewicht, die Fähigkeit zur Beweglichkeit, die Beweglichkeit bzw. die Ruhe und die Ma- terialbeschaffenheit.

Warum also wurde und wird dieser Sinn diskriminiert? Laut Ahmet E. Cahir sind die Gründe hierfür vielfältig. Als wichtigste Gründe zieht er den Umgang mit dem Verhältnis von Raum und Zeit und den Einsatz von Technik und die daraus folgende Do- kumentation heran. Konkret heißt das: um mit dem Tastsinn arbeiten zu können, muß das wahrzunehmende Objekt und un- ser Körper zum selben Zeitpunkt am selben Ort sein. Ein hand- werklicher Beruf erfüllt diesen Zweck. Der Handwerker arbeitet mit bestimmten Materialien mit Hilfe seines Tastsinnes, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Durch die voranschreitende Industrialisierung unserer Berufe jedoch wurde die direkte Ar- beit des Menschen mit dem Material durch eine Komponente erweitert: Zwischen dem Menschen und dem Material steht nun die Maschine. Der Mensch ist nun nur noch dafür da, die Ma- schine zu beherrschen. Zur Beherrschbarkeit, zählt die Nach- weisbarkeit und die Möglichkeit die Arbeitsschritte der Ma- schine nachzuvollziehen. Da der Mensch die Arbeit nicht mehr selbst ausführt, ist er nun dazu da die Arbeit der Maschine zu dokumentieren. Um bei der Dokumentation mit der Geschwin- digkeit der Maschine mithalten zu können benötigt der Mensch nun wiederum eine Maschine: die Schreibmaschine bzw. ihren Nachfolger, den Computer. Mit der Einführung des Computers - so scheint es auf den ersten Blick - hat der Tastsinn seine letzte große Aufgabe verloren.

» Zur Teilung und Zergliederung der Arbeit in der Industriegesellschaft gesellt sich eine neue Aufteilung der Aufgaben auf unsere Sinne, und dem Tastsinn kommt dabei eine nur noch untergeordnete Bedeutung zu. Vielleicht ist er mit einem Genie zu vergleichen, das f ü r jede ihm zuteilbare Aufgabe zu intelligent ist und deswegen besch ä ftigungslos bleiben mu ß . «10

Wie war diese Entwicklung möglich? Die geistige Grundla- ge für die Industrialisierung und der daraus folgenden Diskri- minierung des Tastsinns schuf das Christentum. Es beruht auf dem Glauben an das nicht an-fassbare und das durch Wort und Bild Sichtbare.

» Am Anfang war das Wort, so reflektiert selbstbewu ß t und erh ö ht sich zugleich die Schriftkultur. ( … )Es sind fremdartige Beispiele, an denen deut- lich wird, da ß unsere gegenw ä rtige Kultur, die sich historisch unter dem dop- pelten Primat der Schrift und des Visualsinns gebildet hat, den Erfahrungen der Ber ü hrung fernger ü ckt ist. «11

Ein typisches Beispiel dafür ist folgende Szenerie (Joh 20,27): Einer der Jünger, Thomas, war bei den Erscheinungen Jesu nicht zugegen und glaubte den Berichten der anderen Jünger, die den Auferstandenen gesehen und gehört hatten, nicht. Er verlangte einen handgreiflichen Beweis. Daraufhin erschien Jesu und bat Thomas ihn anzufassen, um an die Auferstehung zu glauben. Daraufhin erkannte Thomas ihn.

»‘ Ich taste ihn ‘ hei ß t: ‚ Also ist er! ‘ . Darin liegt beinahe ein systematisches Argument, denn die plastisch-materielle Realit ä t von K ö rpern h ä ngt daran, da ß sie zu tasten sind. Was tastbar ist, existiert. «12

Wie im folgenden Johannes (Joh 20,29) berichtet, erklärt Jesu jedoch nicht diejenigen zu wahren Gläubigen, die sich durch den Tastsinn überzeugen müssen. Die wahren Gläubigen sind diejenigen, die sich auf das Wort verlassen:

» Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. «13

Dadurch wird die Wahrnehmung des Wortes zum wichtigs- ten Sinn erhoben. Jesus zu spüren und zu sehen wird unwich- tig, allein aufgrund der Überzeugungskraft der Worte soll an ihn geglaubt werden. Die Wahrnehmungen der körpereigenen Sinne des Menschen treten in den Hintergrund. Sie werden unwichtig, mehr noch sie sind unerwünscht wie z.B. das Zusammentreffen von Jesus und Maria Magdalena an dessen leerem Grab beweist (Joh 20,17): Als Maria Jesus am leeren Grab antrifft hält sie ihn zunächst für den Gärtner und möchte ihn berühren. Daraufhin ruft Jesus:

» Noli me tangere! Ber ü hre mich nicht! «14

Dieses Berührungsverbot wird zum grundsätzlichen Ge- bot im Christentum für alle heiligen und wertvollen Dinge. Es reicht bis in die heutige Zeit hinein, in der wir z.B. in Museen die Ausstellungsstücke nicht berühren dürfen. Durch die christli- che Kultur und ihr Berührungsverbot entstand in den vergange- nen Jahrhunderten eine Kultur, die Berührung zwar zur Heilung einsetzt, den Tastsinn jedoch zugunsten des Nicht-Sichtbaren, der Immaterialisierung, erniedrigt.

» Das Christentum ist die Kultur, welche die Immaterialisierung, die heute medientechnologisch verl ä ngert wird, am nachhaltigsten vertrieben hat. Wie der ungl ä ubige Thomas sollen auch wir ‚ glauben ‘ lernen; wir sollen die virtuelle Pr ä senz sinnlich erleben und f ü r wirklich halten ( … ) «15

Auch die vom christlichen Glauben unabhängigen geist- lichen Auseinandersetzungen mit dem Tastsinn - ausgeführt durch die Philosophen - konnten den Menschen keine Antwort auf die Frage nach der Stellung des Tastsinn geben. Zu wider- sprüchlich waren die einzelnen Aussagen. Mal wurde dem Tast- sinn die Rolle des „Schlüsselsinns“ oder „Leitsinns“ zugeteilt, mal wurde er als „niederer Sinn“ bezeichnet. Von Aristoteles bis Wundt schieden sich die Geister.

Für Aristoteles (384 v. Chr. - 322 v. Chr.) war der Sehsinn der wichtigste Sinn, der haptische Sinn rückte in den Hintergrund. Er verachtete den Tastsinn.

» Strahlend und sonnenhaft steht am Beginn der Reihe der Sinne das Auge, dunkel und uneinheitlich als letzter der Tastsinn. ( … ) Dieser Sinn (Tastsinn - M.J.) ist demnach derjenige, der am allgemeinsten unter allen den Anla ß zu Ausschweifungen bietet, und so scheint er mit Recht der ver ä cht lichste zu sein, weil er uns nicht zukommt sofern wir Menschen sind, sondern sofern wir mit den Tieren Ä hnlichkeit haben. «16

Immanuel Kant (1724 - 1804) hingegen rückte den Tastsinn in den Vordergrund. Für ihn war er der wichtigste und grundlegendste aller Sinne.

» Dieser Sinn (Anm. der Autorin der Tastsinn) ist auch der einzige von unmittelbarer ä u ß erer Wahrnehmung; eben darum auch der wichtigste und am sichersten belehrende, dennoch aber der gr ö bste … Ohne diesen Organ- sinn w ü rden wir uns von einer k ö rperlichen Gestalt gar keinen Begriff machen k ö nnen, auf deren Wahrnehmung also die beiden andern Sinne der erstern Classe urspr ü nglich bezogen werden m ü ssen, um Erfahrungserkenntni ß zu verschaffen. (Kant (10) S. 71.f) «17

Étienne Bonnot de Condillac (1714 - 1780) bestätigte die Meinung Kants in seiner Schrift „Abhandlung über die Empfin- dungen“. Darin stellt der den Tastsinn als den wirklichsten aller Sinne dar, da » nur die Ber ü hrung wirkliche Kunde von den Au ß endingen gibt, alle anderen Wahrnehmungen sind sozusagen Projektionen ( … ) allein es beweist wenigstens, dass alle unsere Erkenntnisse aus den Sinnen und besonders aus dem Tastsinn stammen, weil er es ist, der die andern (Sinne, Anm. d. A.) unterweist. ((3) S. 281) «18

Ca. 100 Jahre später widmet sich Ernst Heinrich Philipp August Haeckel (1834 - 1919) dem Tastsinn. Für ihn ist und bleibt er ein niederer Sinn.

» Auch in bezug auf die niederen Sinne, den Geschmackssinn, den Ge- schlechtssinn, den Tastsinn und den Temperatursinn, behauptet der Mensch keineswegs in jeder Beziehung die h ö chste Entwicklungsstufe. (Haeckel (6) S. 306 «19

Erst ein halbes Jahrhundert später wird dem Tastsinn eine wichtige Rolle zugeteilt. Durch Wilhem Maximilian Wundt (1832 - 1920) wird er zum Ausgangspunkt für das Verständnis der Raumwahrnehmung. Wundt beschäftigte sich intensiv mit den lokalen Unterschieden der Tastwahrnehmung. Dabei nahm er den von Lotze geprägten Begriff des „Lokalzeichens“ auf. Die Theorie der Lokalzeichen geht davon aus » dass jedem Tastreiz unabh ä ngig von Qualit ä t und Intensit ä t zus ä tz- lich noch eine Information ü ber den Ort beigegeben sei - eine Spezifik, die ja bei anderen Sinnen kaum eine Rolle spielt ( … ) Unsere Sinneswahrnehmun- gen sind aber auch mit Lokalzeichen verbunden; wir empfinden jedes Mal mit gr öß erer oder geringerer Genauigkeit, an welcher Stelle unseres K ö rpers die Nachricht von der Au ß enwelt in un gedrungen ist ( … ). Wundt ging sogar soweit, die Wahrnehmung der Augenmuskelspannung, die freilich weitestge- hend unbewusst erfolgt und verarbeitet wird, als „ innere Tastwahrnehmung “ zu bezeichnen. «20

Die genannte Lokaltheorie bildete die Grundlage für die Entwicklung eines allgemeinen Raumwahrnehmungsmodells des Tastsinns. In der weiteren Entwicklung wurde dieses Modell nach und nach durch die Bezugssystemtheorien in der Gestalt- psychologie abgelöst.

Seit dem letzten Jahrhundert verliert der christliche Glaube mehr und mehr an Bedeutung, die Erkenntnisse in der psychologischen und neuropysiologischen Forschung werden immer detailreicher und die technischen Möglichkeiten in der Umsetzung des Wissens werden immer besser. Daraus resul- tierte in den 1990ger Jahren der wissenschaftliche Beweis - ausgeführt vom Ergonomic Institut Berlin - für die Relevanz des Tastsinns für den Menschen. Im Auf trag von Apple führte das ERGONOMIC Institut in Berlin unter der Leitung von Ahmet E. Cakir 1995 die Studie »trackpad: a study on user confident per- formance« durch. Diese führte zu folgenden überraschenden Ergebnissen:

» Noch interessanter waren die Ergebnisse, an die wir nicht gedacht hatten. Vielen Testpersonen machte es einfach Spa ß , den Computer durch ber ü hren eines Pl ä ttchens zu allerlei Aktionen zu animieren, zu spielen, ernsthafte Daten einzugeben oder sich ein Hotel aus einem Katalog auszu suchen. Ob dies der Grund war, warum viele Testpersonen sich nach einem sechsst ü ndigen Test frischer f ü hlten als bei dessen Beginn, l äß t sich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber vermuten. «21

In einem Telefonat Anfang Dezember 2009 bestätigte mir Ahmet E. Cakir (ERGONOMIC Institut), dass die Teilnehmer die- ser Studie überraschender Weise nach vierstündigen Tests im- mer noch genauso frisch oder sogar noch frischer waren als zu Beginn der Studie. Als Folge der Testergebnisse erhielt der Tast- sinn in den letzten Jahren immer mehr Befürworter. Erste Er- gebnisse dieser Weiterentwicklung gibt es bereits. Grundsätz- lich teilen sich die Produkte in haptische und taktile Displays und kinästhestische Displays. Während haptische Displays die gerichteten Kräfte übermitteln, simulieren taktile Displays hin- gegen die Kräfteverteilungen. Kinästhetische Displays hinge- gen können durch Vibriren und Ausüben von Rückstellkräften Informationen über den Zustand des zu steuernden Systems vermitteln. Beispiele für haptische und taktile Displays sind:

š Das Touch-Display, es wird mittlerweile von vielen ver- schiedenen Computerherstellern eingesetzt. Zwar ar- beitet es weiterhin mit dem visuellen Sinn, setzt aber gleichzeitig den Tastsinn ein. Durch die Bewegung der Finger auf dem Bildschirm lässt sich die Software - zum Teil - mit dem Finger steuern.

š Das Grafiktablett, z.B. von Vacom. Es erkennt den Druck, den der Grafiker beim Zeichnen einsetzt und visualisiert dies mittels einer dementsprechenden Strichstärke.

š Das »iPhone« von Apple lässt sich allein durch hapti- sche Kontakte mit dem Display steuern. Diese werden zusätzlich durch visuelle Informationen erweitert. Die Steuerung an sich erfolgt jedoch intuitiv.

Beispiele für kinästhetische Displays sind:

š Die »Magic Mouse« von Apple, eine intuitiv über tak- tile Bewegungen gesteuerte Maus. Im Gegensatz zur »Mighty Mouse« von Apple setzt diese die Erkenntnis- se der Studie von 1995 vollständig um.

š Die »Nintendo Wii« von Nintendo, eine Spielekonsole, die mit den Armen ausgeführte haptische Informatio- nen an die Spielsoftware überträgt. Ohne Maus, ohne Tastatur wird dieses Spiel über die taktilen Bewegun- gen des Spielers gesteuert. Diese Konsole wurde spe- ziell für alte Menschen entwickelt.22 Das besondere an dieser Entwicklung ist, dass sie den Benutzern zugleich Freude bereitet und sie entspannt.

Die genannten Beispiele zeigen, dass der gezielte Einsatz des Tastsinns nicht nur deshalb Sinn macht, weil wir ihn beson- ders gut beherrschen, sondern auch deshalb weil es uns be- sonders viel Freude bereitet und uns das Leben und Arbeiten erleichtert.

Doch wie funktioniert dieser Sinn? Wie werden Informati- onen aufgenommen, wie werden sie vermittelt, wie werden sie interpretiert? Welche Stellung hat der Tastsinn für den Men- schen und welche Aufgaben übernimmt er? Um diese Fragen zu beantworten werden im folgenden Kapitel die Erkenntnisse aus der Biologie und der Neurophysiologie vorgestellt.

2.2 biologische und neurophysiologische Erkenntnisse

Der haptische Sinn ist der erste Sinn des Menschen, der in seiner Entwicklung gebildet wird. Bereits ab dem zweiten Monat nimmt ein menschlicher Embryo taktile Reize wahr. Die Geschmackswahrnehmung folgt ab dem dritten Monat, der Ge- ruch ab dem fünften Monat, das Hören ab dem sechsten Monat und das Sehen wird als letzter Sinn entwickelt. Es funktioniert erst ab dem neunten Monat.

» Die Haut mit ihrer sensorischen Innervation erlangt bereits w ä hrend der Embryonalzeit als unser erstes Sinnesorgan seine Funktionsf ä higkeit. Das Sensorium der Mundregion l äß t das Neugeborene die m ü tterliche Brust finden und l ö st den Saugreflex aus. Die postnatale Erkundung der Umwelt mit Hand und Mund erzeugt die ersten Eindr ü cke der begreifbaren Umwelt in unserem Gehirn. «23

Gleichzeitig ist der Tastsinn meistens auch dann noch ak- tiv, wenn Augen und Ohren im Alter schon nachgelassen haben. Er begleitet uns von der Geburt bis zum Tod. In der Zeit dazwi- schen wird er vor allem immer dann eingesetzt, wenn sich keine Worte mehr finden lassen. Auch große Emotionen lassen sich über die haptische Berührung besser ausdrücken als über die Sprache, den akustischen Sinn oder den Sehsinn.

» Begr üß ungs- und Abschiedsrituale und - konventionen sind h ä ufig ber ü hrend und gerade in existenziellen und Krisensituationen wie Trauer und Schmerz, wird Ber ü hrung verst ä rkt m ö glich und n ö tig. «24

Vermutlich ist die Frühe Entwicklung und Ausreifung des Tastsinnes der Grund dafür, warum er unser bester Sinn ist:

» Mittelm äß igkeit kennzeichnet ohnehin die Leistungsf ä higkeit der menschlichen Sinne: Wir riechen nicht so gut wie ein Hund, und auch unser H ö rsinn kann sich mit dem der meisten Tiere nicht messen. Nur ein Sinn ist ü berdurchschnittlich gut ausgebildet: der Tastsinn. «25

Die historischen Gründe für diese Tatsache sind klar. Das Leben in der Steppe verlangte vom Menschen besondere hap-

tische Fähigkeiten*. Deshalb wird dieser Sinn zu erst gebildet, was dazu führt, dass wir ihn sowohl am längsten beherrschen und uns mit ihm am besten ausdrücken können. Die Welt haben wir zuerst über den Tastsinn wahrgenommen. Er ist unser »Ur- Sinn«. Auf ihn können wir uns verlassen.

Der Tastsinn ist für zwei Informationskanäle zuständig: 1. die Vermittlung von Informationen der Wirkung menschanischer Reize auf unsere Körperoberfläche, 2. die Vermittlung von In- formationen über die Beschaffenheit von Gegenständen beim Abtasten mit der Hand. Dabei spielt die genaue Erfassung der mechanischen Ereignisse auf der Haut eine besonders zentra- le Rolle. Zwei Hautregionen sind darauf spezialisiert: die Hand und die Mundregion, bestehend aus Lippen und Zunge.

» Der wirksame bzw. wahrgenommene Reiz ist ein mechanisches Er- eignis (eine Ver ä nderung der Umwelt), entweder als Ver ä nderung per se in der unmittelbaren Umwelt der K ö rperoberfl ä che (passive Herkunft des Reizes) oder aber eine Ver ä nderung als Wechsel des Reizes, hervorgerufen durch explorative Aktivit ä t selbst (aktive Herkunft des Reizes). Den eigent- lichen mechanischen Reiz stellt letztlich immer ein ä u ß erer Druck oder ein ä u ß erer Zug an der Haut dar, der je nach seiner aktiven oder passiven Her- kunft verschiedene Qualit ä ten aufweist. «26

Unser haptischer Sinn ist ein ausgeklügeltes System. Er besteht aus einem Mosaik von Sinnespunkten (= Nervenen- digungen) für verschiedene Empfindungsmodalitäten, die auf unserer Haut verstreut liegen. Je nach Körperregion befinden sich mehr oder weniger Sinnespunkte auf der Haut. Besonders viele sind an den Händen, vor allem an den Fingerspitzen und an der Mundregion (Lippen/Zunge) lokalisiert.

Für das Thema dieser Arbeit steht jedoch vor allem die taktil-haptische Wirkungsweise der Hand und ihrer Haut im Vordergrund. Deshalb wird im folgenden vor allem ihre Funkti- onsweise genau erläutert und die für diese Arbeit unwesentli- chen Bestandteile des takil-haptischen Systems werden aus- gelassen.

Die Haut in der Handfläche beinhaltet vor allem vier Arten von Mechanorezeptoren (sensible Nervenendigungen), die in den drei Schichten der Haut angesiedelt sind. Die Lage der ein- zelnen Mechanorezeptoren sind in Abb 05 und 06 dargestellt. Die drei Hautschichten sind die Oberhaut (Epidermis), die Le- derhaut (Corium) und der Unterhaut (Subcutis).

In der Unterhaut befinden sich:

- die Pacini-Körperchen
- die Ruffini-Körperchen (SA-2-Sensoren)
- die Meißner-Körperchen (RA-Sensoren)

In der Lederhaut befinden sich:

- die Haarfolikel-Rezeptoren

In der Oberhaut befinden sich:

- die Merkel-Zellen (SA-1-Sensoren)

Das rezeptive Feld:

»Das rezeptive Feld entspricht dem Hautabschnitt, Der durch die Nervenendigungen eines Axons eines Neurons aus dem Spinalganglion versorgt wird (…). Zum Hautabschnitt des rezeptven Feldes muss auch das umliegende Gewebe gezählt werden,

welches den Reiz, besser die Energie des Reizes, zum Rezeptor weitergibt.«27

Die Mechanorezeptoren sind durch unterschiedliche Funktionen und verschiedene Aufgaben gekennzeichnet. Die genaue Funktion der einzelnen Mechanorezeptoren sprengt den Rahmen dieser Arbeit. Ein Überblick über die Dichte und Verteilung der Mechanorezeptoren auf den menschlichen Körper ist in den Abb. 03 und Abb 04 dargestellt. Die Größe der abgebildeten Körperteile variierte je nach ihrer Rezeptoren-Dichte.

Des weiteren unterscheiden sich die Mechanorezeptoren für den Tastsinn der Hand durch die unterschiedliche Größe der Hautfelder, die von den rezeptiven Feldern (einzelne Hautner- venfasern) versorgt werden. Die Meißner-Körperchen und die Merkel-Zellen sind durch kleine rezeptive Felder gekennzeich- net, die nur einen kleinen Durchmesser von wenigen Millime- tern haben. Dadurch ist ihre Dichte in der Fingerspitze sehr viel größer ist als in der Handfläche, am Unterarm oder am Rumpf. Die Ruffini-Körperchen und die Pacini-Körperchen sind hinge- gen mit großen rezeptiven Feldern ausgestattet. Die Pacini- Körperchen können rezeptive Felder einnehmen, die sich über große Teile eines Fingers oder Teile der Hand ausdehnen.

» Da das Aufl ö sungsverm ö gen des Tastsinnes an den Fingerspitzen besser ist als an der Handfl ä che und sehr viel besser ist als am Unterarm oder gar am Rumpf, kann man bereits aus diesem Befund schlie ß en, da ß ver- mutlich die SA 1- und die RA-Sensoren besonders wichtig f ü r unsere F ä hig- keit sind, Gegenst ä nde durch Betasten zu erkennen. ( … ) Die SA 2-Sensoren geben uns wahrscheinlich Auskunft ü ber Hautverschiebungen, wie sie bei der Bewegung unserer Gelenke auftreten, und die Pacini-Sensoren sind f ü r den Vibrationssinn verantwortlich. «28

Abb. 03:

»Der sensible Homun- kulus, wie er sich auf einer Hemisphäre der Großhirnrinde darstellt. Die dunklen Linien hin- ter den einzelnen Kör- perteilen weisen darauf hin, in welchem Maß sie sich in der Großhirnrin- de abzeichnen.« Siehe Ashley Montagu, »Kör- perkontakt«, S. 12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 04:

»Der motorische Ho- munkulus. Zwar be- steht ein enges Ver- hältnis zwischen sensiblem und motori- schem Bereich, soweit er sich auf der Groß- hirnrinde abzeichnet, aber keine vollkomme- ne Übereinstimmung.« Siehe Ashley Montagu, »Körperkontakt«, S. 13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 05:

Mechanorezeptoren, vgl. »Synästhetisches Design - kreative Pro- duktentwicklung für alle Sinne«, Michael Haverkamp, S. 41

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 06:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mechanorezeptoren, vgl. »Synästhetisches Design - kreative Pro- duktentwicklung für alle Sinne«, Michael Haverkamp, S. 41

Der somatosensorischen Anteil des Thalamus besteht aus vier Kerngebieten: 1. Nucleus ventralis posterior (VP), 2. Nucleus ventralis posterior superior (VPS), 3. Nucleus ventralis posterior inferior (VPI), 4. anteriore Pulvinar (PA).

Folglich sind gerade unsere Hände dazu prädestiniert besondere Aufgaben zu erfüllen, z.B. beim Suchen des Schlüsselbundes in einer Handtasche oder beim Erkennen von Oberflächenstrukturen. Sie eignen sich hervorragend, um Gegenstände sehr schnell erkennen bzw. Unterscheiden zu können.

»Menschen sind in der Lage, reale Alltagsgegenstände mit verbundenen Augen innerhalb von zwei Sekunden, mit einer Trefferquote von nahezu 100% wiederzuerkennen. (…)Die Wiedererkennungsleistung des haptisches Gedächtnisses sind dabei deutlich besser als die des Geruchssinnes, denn beim Wiedererkennen von bekannten Düften wurde nur eine Trefferquote von 40-50% erzielt.«29

»Menschen sind in der Lage, reale Alltagsgegenstände mit verbundenen Augen innerhalb von zwei Sekunden, mit einer Trefferquote von nahezu 100% wiederzuerkennen. (…)Die Wiedererkennungsleistung des haptisches Gedächtnisses sind dabei deutlich besser als die des Geruchssinnes, denn beim Wiedererkennen von bekannten Düften wurde nur eine Trefferquote von 40-50% erzielt.«29

Was passiert jedoch mit den in der Hand aufgenommenen taktil-haptischen Reizen? Die Verarbeitung der aufgenommenen Reize erfolgt durch das »Somatosensorische System« (siehe Abb. 07). Es beinhaltet

» spezielle periphere Rezeptoren, aufsteigende Bahnen zu den ver- schiedenen Verarbeitungsstationen in R ü ckenmark, Hirnstamm, Thalamus und einer ganzen Kaskade von 3-6 hierarchisch organisierten Kortexarea- len. «30

Sobald die bereits erläuterten Mechanorezeptoren einen Reiz (z.B. Druck, Vibration, Temperatur etc.) registrieren, leiten sie diese in Form von Nervenimpulsen über die Rückenmarks- und die Hirnnerven an das Zentrale Nervensystem (ZNS) wei- ter. Auf dem Weg zum ZNS werden die Nervenimpulse mehrfach verarbeitet und mittels Umschaltungen weitergeleitet. Dabei ist die Weiterleitung über das Rückenmark in zwei Kanäle un- terteilt:

1. den Hinterstrang,
2. den Vorderseitenstrang.

Abb. 07: das »Somatosensorische System«

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 08: Der somatosensorische Kortex (SI). Die Areale 1-3 stellen den primären somatosensorischen Kortex dar, die Areale 5 und 7 repräsentieren die Teile des posterioren parietalen Kortex.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Während der Hinterstrang hauptsächlich für die Weiter- leitung der Informationen Berührung, Tastempfindung, Druck, Vibration und Tiefensensibilität zuständig ist, leitet der Vor- derseitenstrang hauptsächlich Informationen über nozizepti- ve Stimuli, die nach der Verarbeitung als Schmerz empfunden werden, weiter. Beide Kanäle enden im Thalamus. Dort werden sie in verschiedenen Schaltstellen im somatosensorischen An- teil des Thalamus (vier Kerngebiete) vorverarbeitet und zur Weiterleitung an den primären somatosensorischen Kortex umgeschaltet (bzw. sie werden teilweise auch an das Kleinhirn oder andere Systeme wie z.B. zur Augenmotorik weitergeleitet).

Haptische Exploration = Erkundung oder Erforschen mit Hilfe der Haptik Bzw. durch den Einsatz der Haptik.

Die einzelnen Areale sind für die Verarbeitung bestimmter Nervenimpulse31 aus bestimmten Körperregionen und Weiter- leitung an die zuständigen Kortex-Areale zuständig. Der Somatosensorische Kortex (SI) beinhaltet 3-6 Areale. Diese sind in Abb. 08 dargestellt. Die Areale 1-3 stellen den pri-mären somatosensorischen Kortex dar, die Areale 5 und 7 re-präsentieren die Teile des posterioren parietalen Kortex. Hier werden die übermittelten Informationen analysiert und nach charakteristischen Eigenschaften abgefragt. Wie die-se ausgewerteten Informationen in bewusste Empfindungen umgesetzt werden, ist nicht bekannt. Die neuro-biologische Forschung befasst sich zur Zeit mit diesem Problem. Welche Empfindungen sind mit dem haptischen Sinn ver-knüpft? Welche Emotionen hängen damit zusammen? Wie wer-den sie eingesetzt, wozu sind sie dazu und wie können wir sie nützen? Auf diese und weitere Fragen gibt die Psychologie im nächsten Kapitel Antworten.

2.3 psychologische Erkenntnisse

Die Psychologie befasst sich seit fast 100 Jahren mit der Erforschung des Tastsinns. Der Psychologe David Katz veröf- fentlichte bereits 1925 sein Werk »Der Aufbau der Tastwelt«, der niederländische Psychologe Prof. G. Revesz folgte ihm 1938 mit der Veröffentlichung des zweibändigen Werkes »Die Formen- welt des Tastsinns«. Diesen beiden Grundlagenwerken folgten unzählige Forschungsarbeiten in den vergangenen 90 Jahren. Die einzelnen Arbeiten gezielt vorzustellen würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Aus diesem Grund wird im folgenden ein Überblick über den aktuellen Erkenntnisstand dargestellt.

Die haptische Wahrnehmung Geburtsblinder unterschei- det sich nur minimal von der haptischen Wahrnehmung Sehen- der.

» Jungnitsch untersuchte am Paradigma der komplexen Symmetrie- t ä uschung, wie spontan angewendete haptische Explorationsmuster bei se- henden und Geburtsblinden die Formwahrnehmung beeinflussen. Er findet dabei, dass Geburtsblinde und Sehende in etwa gleich h ä ufig spontan die fol- genden vier Explorationsstrategien zeigen: a) globales Tasten, b) Ausnutzen der Fingerbreite, c) Gleiten mit konstanter Geschwindigkeit und d) Ausnutzen des beidh ä ndigen Fingerabstandes. Lediglich hinsichtlich der Ausnutzung der Fingerspanne zeigen sich Unterschiede zwischen den beiden Gruppen, diese Strategie wird h ä ufiger von Geburtsblinden verwendet. «32

Haptik und Sehsinn sind eng miteinander verknüpft. Sie sind als gemeinsame Sinne angelegt.

» Zusammenfassend l ä sst sich feststellen, dass im Rahmen gestalt- psychologisch motivierter Untersuchungen zum Tastsinn zun ä chst belegt werden konnte, dass der Tastsinn in ganz ä hnlicher Weise T ä uschungsten- denzen unterliegt wie der Gesichtsinn, es sich also bei diesen T ä uschungen um sinnesmodalit ä ts ü bergreifende, allgemeine Eigenschaften der Wahrneh- mung handelt, soweit diese auf die Objekterkennung ausgerichtet ist ( … ). «33

Auge und Hand funktionieren in einem gemeinsamen Wahrnehmungsprozess. Dadurch gibt aus der Sicht des Wahr- nehmenden keinen sinnesmodalitätsspezifischen Empfindun- gen,

» sondern eine unit ä re Wahrnehmung mit Systemcharakter (1979). «34

Berührung ist essentiell für das Leben und Überleben des Menschen,

» ( … ) denn letzten Endes glauben wir an die Realit ä t eines Dinges nur, wenn es uns greifbar ist. Wir m ü ssen imstande sein, seine Beweisbarkeit zu f ü hlen. ( … ) Die Ber ü hrung ü berzeugt uns von einer » objektiven Realit ä t « , also davon, da ß au ß er uns etwas anderes besteht, das wir nicht sind. ( … ) «35

Berührung ist die direkteste und sicherste Methode zur Erkundung der Welt. Über Berührung erkundet der Mensch seine Umwelt, über Berührung lernt er die Welt kennen.

» Es ist klar, da ß die entscheidende Form im Umgang mit Dingen nichts anderes als die Ber ü hrung sein kann. Und da es so ist, sind Ber ü hrung und Kontakt die unbedingt wichtigsten Faktoren in der Struktur unserer Welt. «36

Ist die Berührung warm oder kalt, hart oder weich, zart oder grob, ist sie schmerzhaft, welcher Druck wird dabei auf die Haut ausgeübt? Kalte, grobe, schmerzhafte Berührungen werden in der Regel als unangenehm erlebt. Warme und zarte Berührungen werden bevorzugt.

» Es ist zweifellos die Art der kutanen Stimulierung, die das Erlebnis bestimmt. «37

Der Tastsinn ist dem Gehör und dem Sehsinn in einem vor- aus: die Dinge, die wir durch den Tastsinn erkunden, werden uns nicht über eine Entfernung hinweg vermittelt, nein wir fühlen sie mit unserem Körper selbst, sie sind uns ganz nah. Schme- cken und Riechen findet ebenfalls direkt statt, allerdings ist es auf den Gaumenbereich und die Nasenhöhle beschränkt. Der Tastsinn hingegen streckt sich über den ganzen Körper hinweg.

» Durch den greifbaren Mutterleib, den Kontakt durch die Lippen, den Griff nach der m ü tterlichen Brust und das Daran-Festhalten durch die Finger und H ä nde, h ä lt das Kind die Welt in seinen H ä nden. Es entwickelt eine Wahr nehmung des eigenen K ö rpers und des Mutterleibes, die seine erste Beziehung zu einem Objekt ist. Was hier nicht oft genug gesagt werden kann, ist, da ß das Kind, soviel anderes damit zusammenh ä ngt, doch vor allem durch das kutane Erleben zu einer Objektbeziehung gelangt. «38

Der Mensch hat sein ganzes Leben lang das Bedürfnis nach peripherer Hautstimulation und Kontakt. Jedoch ändern sich im Laufe seines Lebens die taktilen Kontaktbedürfnisse dem jeweiligen Alter entsprechend.

Die Berührung ist das persönlichste aller Gefühle. Berührungen können sehr intim sein. Sie können angenehme und unangenehme Erinnerungen hervorrufen. Beschreibung der Wahrnehmungspsychologie:

» An erster Stelle steht die sensorische Empfindung. Reize, die ihrer- seits physikalische Energie sind, werden von den entsprechenden Sinnesor- ganen und Rezeptoren aufgenommen und in neurale Energie umgewandelt.

( … ) Der zweite Prozess ist der der Organisation. Die Reize werden klassifi- ziert und strukturiert, und so entsteht eine innere Repr ä sentation des Wahr- genommenen. Ziel dieses Prozesses ist die Pr ä gnanzbildung ( … ) Der dritte Schritt ist der der Klassizikation oder Interpretation. Eigenschaften, Bedeu- tung und Funktion des Wahrgenommenen werden analysiert und mit bishe- rigen Efharungen und aktuellen Bed ü rfnissen verglichen. ( … ) Hierbei werden nat ü rlich auch Informationen anderer Sinnessyteme integriert. «39

Die haptische Berührungswahrnehmung unterscheidet sich in ihrer Art enorm vom akustischen oder visuellen System. Der Mensch kann über den Tastsinn sowohl mehrere Informationsebenen gleichzeitig aufnehmen als auch an mehreren Orten gleichzeitig Berührungen wahrnehmen. Siehe Abb09

» Mit unserem ganzen K ö rper k ö nnen wir Ber ü hrungen wahrnehmen. W ä hrend andere Sinneswahrnehmungen auf ein Organ, einen Bereich kon- zentriert sind, umfa ß t Ber ü hrung den ganzen K ö rper. Ber ü hrungswahrneh- mungen k ö nnen wir zudem nicht ausweichen. Ebenso wie bei akustischen Reizen, k ö nnen wir auch vor Ber ü hrungen nicht ‚ die Augen verschlie ß en ‘ . «40

Neben der Multisensualität und der Mehrdimensionalität weist der Tastsinn eine weitere Besonderheit auf: er bzw. die Berührung ist eine der Grundbedingungen für den Lernprozess und für die geistige Entwicklung:

» Untersuchungen aus der Kognitionswissenschaft und Entwicklungstheorie weisen darauf hin, dass Ber ü hrung tats ä chlich eine der Grundbedin gungen f ü r geistige Erkenntnis ist, da sich auf der Basis dieses Sinnes weitere Strukturen bilden. «41

Die Wahrnehmung der Berührung ist jedoch kein objektiver, rein neuronaler Prozess. Die Interpretation der wahrgenomme- nen haptischen Reize wird immer auch durch die Persönlichkeit des Wahrnehmenden, den Kontext der Wahrnehmung, die Situ- ation und die Erfahrungen des Wahrnehmenden beeinflusst.

» Wahrnehmung ist mehr als die Aktivit ä t der Rezeptoren, Neuronen und ihre spezifische Empfindsamkeit und auch mehr als Sensomotorik. Unsere aktuelle Befindlichkeit, zentrale Prozesse, Denken, F ü hlen, Wollen, Hoffen, W ü nschen und auch F ü rchten beeinflussen die Wahrnehmung stark.

( … ) Wahrnehmung ist stark kontextabh ä ngig, und bestimmt Erwartungen, die wir in einem spezifischen Kontexte haben, beeinflussen unsere Herangehensweise und die Interpretation der Reize. «42

Die beiden Wahrnehmungsebenen - objektiv und subjektiv - werden als ‚Bottom-up-‘ bzw. ‚Top-down-Prozess‘ bezeichnet.

[...]


1 * »Wörterbuch Design«, Seite 18
* »ISO 9241-910:2009, Entwurf«, Seite 7
* »Synästhetisches Design - kreative Produktentwicklung für alle Sinne«, Michael Haverkamp, S. 44 Abb. 02 vgl. »ISO 9241-910:2009, Entwurf«, Seite 10

2 * »ISO 9241-910:2009, Entwurf«, Seite 7

3 * »ISO 9241-910:2009, Entwurf«, Seite 7

4 * »ISO 9241-910:2009, Entwurf«, Seite 7

5 * »ISO 9241-910:2009, Entwurf«, Seite 10
* Rainer Zwisler in »Der bewegte Sinn«, Martin Grunwald/ Lothar Beyer (Hrsg.), S. 161

6 * »ISO 9241-910:2009, Entwurf«, Seite 10

7 »Wörterbuch Design«, Seite 187-189

8 * »Wörterbuch Design«, Seite 76-79

9 Ahmet E. Cakir, „Ein Sinn verliert seinen Sinn und findet ihn wieder. Der Tastsinn im Spiegel des Technikwandels“ aus »Tasten«, S. 263

10 Ahmet E. Cakir, „Ein Sinn verliert seinen Sinn und findet ihn wieder. Der Tastsinn im Spiegel des Technikwandels“ aus »Tasten«, S. 270

11 Hartmut Böhme, „Der Tastsinn im Gefüge der Sinne. Anthropologische und historische Ansichten vorsprachlicher Aisthesis“, aus »Tasten«, S. 185

12 Hartmut Böhme, „Der Tastsinn im Gefüge der Sinne. Anthropologische und historische Ansichten vorsprachlicher Aisthesis“, aus »Tasten«, S. 186-187

13 Hartmut Böhme, „Der Tastsinn im Gefüge der Sinne. Anthropologische und historische Ansichten vorsprachlicher Aisthesis“, aus »Tasten«, S. 187

14 Hartmut Böhme, „Der Tastsinn im Gefüge der Sinne. (…)“, aus »Tasten«, S. 188

15 Hartmut Böhme, „Der Tastsinn im Gefüge der Sinne. Anthropologische und historische Ansichten vorsprachlicher Aisthesis“, aus »Tasten«, S. 188

16 »historisch-philosophischer Exkurs über den Tastsinn«, aus »Der bewegte Sinn«, M. Grundwald, L. Beyer, S. 15

17 »historisch-philosophischer Exkurs über den Tastsinn«, aus »Der bewegte Sinn«, M. Grundwald/ L. Beyer, S. 19

18 »historisch-philosophischer Exkurs über den Tastsinn«, aus »Der bewegte Sinn«, M. Grundwald/ L. Beyer, S. 20-21

19 »historisch-philosophischer Exkurs über den Tastsinn«, aus »Der bewegte Sinn - Grundlagen und Anwendungen zur haptischen Wahrnehmung«, Martin Grundwald/ Lothar Beyer (Hrsg.), S. 16

20 »historisch-philosophischer Exkurs über den Tastsinn«, aus »Der bewegte Sinn«, M. Grundwald/ L. Beyer, S. 22

21 Ahmet E. Cakir, „Ein Sinn verliert seinen Sinn und findet ihn wieder. Der Tastsinn im Spiegel des Technikwandels“ aus »Tasten«, S. 272

22 vgl. »Brandeins - Wirtschaftsmagazin«, 11. Jahrgang Heft 04 April 2009, Seite 112 - 119)

23 Zimmermann, 1995, S. 216, aus »Fühlen, Tasten, Begreifen«

24 Fühlen-Tasten-Begreifen: Berührung als Wahrnehmung und Kommunikation, Uta Wagener, Seite 119

25 Ahmet E. Cakir, „Ein Sinn verliert seinen Sinn und findet ihn wieder.“ aus »Tasten«, S. 263
* Warum sind die menschlichen Sinne für die Steppe ausge- bildet? Siehe dazu Ah- met E. Cakir, „Ein Sinn verliert seinen Sinn und findet ihn wieder. Der Tastsinn im Spiegel des Technikwandels“ aus »Tasten«, S. 263

26 »Der bewegte Sinn«, Martin Grunwald/ Lothar Beyer (Hrsg.), S. 25

27 Lothar Beyer und Thomas Weiss; »Elementareinheiten des somatosensorischen Systems als physiologische Basis der taktil-haptischen Wahrnehmung«, in »Der bewegte Sinn«, S. 30

28 Hermann Otto Handwerker, „Physiologie des Tastsinns“ aus »Tasten«, S. 38-39

29 »Produkthaptik«, Susanna Meyer, S. 100

30 Thomas Weiss; »Neurophysiologische Grundlagen ... «, in »Der bewegte Sinn«, S. 39 Abb. 08 vgl. »Der Bewegte Sinn«, Seite 41 Abb. 08 vgl. »Der Bewegte Sinn«, Seite 41

31 Dies im Detail zu erläutern sprengt diesen Rahmen (weitere Informationen dazu: Thomas Weiss; »Neurophysiolo- gische Grundlagen des zentralen somatosensorischen Systems«, in »Der bewegte Sinn«, S. 48-51)

32 Martin Grunwald/ Lothar Beyer, in »Gestaltpsychologische Ansätze zur Analyse der haptischen Wahrnehmung« in »Der bewegte Sinn«, S. 82

33 Martin Grunwald/ Lothar Beyer, in »Gestaltpsychologische Ansätze (…)« In »Der bewegte Sinn«, S. 85

34 Martin Grunwald/ Lothar Beyer, in »Gestaltpsychologische Ansätze (…)« In »Der bewegte Sinn«, S. 86

35 Ashley Montagu »Körperkontakt - die Bedeutung der Haut für die Entwicklung des Menschen«, S. 84

36 Ortega y Gasset in Ashley Montagu »Körperkontakt«, S. 84´

37 Ashley Montagu »Körperkontakt - die Bedeutung der Haut für die Entwicklung des Menschen«, S. 72

38 Ashley Montagu »Körperkontakt - die Bedeutung der Haut für die Entwicklung des Menschen«, S. 84

39 Fühlen-Tasten-Begreifen: Berührung als Wahrnehmung und Kommunikation, Uta Wagener, Seite 64 Abb. 09 vgl. »Designing Design« von Kenya Hara, Seite 157

40 Fühlen-Tasten-Begreifen: Berührung als Wahrnehmung und Kommunikation, Uta Wagener, Seite 81

41 Fühlen-Tasten-Begreifen: Berührung als Wahrnehmung und Kommunikation, Uta Wagener, Seite 59

42 Fühlen-Tasten-Begreifen: Berührung als Wahrnehmung und Kommunikation, Uta Wagener, Seite 85

Ende der Leseprobe aus 135 Seiten

Details

Titel
»corporate haptic«
Untertitel
Wert, Entwicklung und Einsatz haptischer Kommunikationskonzepte
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz
Veranstaltung
Design / Kommunikationsdesign
Note
sehr gut (1,5)
Autor
Jahr
2010
Seiten
135
Katalognummer
V190383
ISBN (eBook)
9783656185079
ISBN (Buch)
9783656185130
Dateigröße
2052 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
haptische Unternehmenskommunikation, multisensuale Kommunikation, haptische Markenkommunikation
Arbeit zitieren
Liesa Maier (Autor), 2010, »corporate haptic«, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190383

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