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Das Bild des Bösen untergräbt das Böse - Die Darstellung des Bösen in 'M – Eine Stadt sucht einen Mörder'

Title: Das Bild des Bösen untergräbt das Böse - Die Darstellung des Bösen in 'M – Eine Stadt sucht einen Mörder'

Seminar Paper , 2010 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Eric Jänicke (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Gut und Böse, Ordnung und Chaos, Gesetz und Verbrechen, Vernunft und Gewalt – Das ist der Rahmen des Kriminalfilms und die Überschreitung gesellschaftlicher Normen seine Ausgangslage. Während des Handlungsverlaufs wird also ein Verbrechen aufgeklärt. Die Faszination für diese Thematik kann man mit dem heimlichen Bedürfnis des Zuschauers nach einem Ausbruch aus der Ordnung zu erklären suchen, dem Begehren nach Unerlaubtem, der Gefahr und der damit erzeugten Erregung. Der Zuschauer kann nach mimetischem Prinzip Fantasien ausleben und mit Handlungsträgern mitfühlen, um am Ende festzustellen, dass sich eine Grenzüberschreitung nicht lohnt. Doch ist es wirklich so einfach?

Für Regisseur Fritz Lang bot das „[…] Kriminalfilmgenre die Möglichkeit der Kritik an bestimmten Aspekten des Lebens, die es wirklich gibt. Ihn interessierte der Mensch und insbesondere die Frage ‚what makes him tick‘“ . Mit M – Eine Stadt sucht einen Mörder, 1931 erschienen, hat er ein Werk geschaffen, das gern, immer in Begleitung von Superlativen, zu den Meilensteinen der Filmgeschichte gerechnet wird.
Die Darstellung des Täters und das Bild von ihm, welches sich in der konstruierten Öffentlichkeit manifestiert, stehen im Interesse dieser Arbeit. Die zentrale Frage lautet also:
Wie gestaltet sich das Böse in M?
Der erste und ausführlichste Teil widmet sich dem Mörder selbst, seinem Charakter und wie sich dieser im Film entfaltet und motivisch untermalt wird.
Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Bild vom Bösen, den Vorstellungen vom Mörder, welche sich in der Filmbevölkerung entwickeln. Dass hier beides bewusst voneinander getrennt betrachtet wird, ist der Intention zu schulden, das Böse und das Bild des Bösen nicht im wirkungsorientierten Wechselspiel der dramaturgischen Vorgabe, sondern für sich stehend zu fokussieren. Allerdings nicht, ohne zu schildern, auf welche Weise sie sich bedingen und auf den Zuschauer wirken.
Abschließend wird versucht den Film in das Genre einzuordnen und gewisse Bezüge anzureißen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Böse – Die Darstellung des Täters

a) Wie und wodurch charakterisiert sich der Mörder Hans Beckert?

b) Welche Motive unterstreichen die Charakterdarstellung?

3. Das Bild des Bösen - Der Schatten des Täters

a) Die Stadtbevölkerung

b) Die Polizei

c) Die Kriminellen

4. Genrespezifik und Einflüsse

5. Schlussbemerkung

6. Filmquelle

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Bösen in Fritz Langs Filmklassiker "M – Eine Stadt sucht einen Mörder". Ziel ist es, die Charakterisierung des Kindermörders Hans Beckert sowie die Wahrnehmung des Bösen innerhalb der fiktiven Stadtbevölkerung zu analysieren, wobei der Fokus auf dem Wechselspiel zwischen individueller Triebhaftigkeit und gesellschaftlicher Reaktion liegt.

  • Psychologische Charakterisierung des Täters Hans Beckert
  • Die Rolle visueller Motive in der Tätersymbolik
  • Wahrnehmung des Bösen durch Bevölkerung, Polizei und Kriminelle
  • Filmhistorische Einordnung und Genregrenzen (Kriminalfilm, Film Noir)
  • Die kritische Reflexion gesellschaftlicher Moralvorstellungen

Auszug aus dem Buch

Wie und wodurch charakterisiert sich der Mörder Hans Beckert?

Vollkommen in die bedrückende Atmosphäre eingetaucht, sieht man die kleine Elsie Beckmann spielend auf ihrem Nachhauseweg. Sie verweilt an einer Anschlagsäule. Ein Fahndungsplakat, auf das, durch Heranzoomen der Kamera, die Aufmerksamkeit gelenkt ist, berichtet von zwei verschollenen Kindern und, dass das Verschwinden wahrscheinlich mit ungeklärten Morden des Vorjahres in Verbindung steht. Zugleich sind 10000 Mark Belohnung ausgestellt. Die Frage „Wer ist der Mörder?“11, in großen Lettern abgedruckt, wird nun sogar explizit gestellt. Es wird bewusst suggeriert, dass der Film dem gleichen Interesse folge, wie der Zuschauer – die Aufklärung der Morde und die Verhaftung des Übeltäters. Es handelt sich also um einen Kindermassenmörder, einen Verbrecher niederträchtigsten Kalibers. Dass er noch immer nicht gefasst wurde, legt nahe, er sei besonders gerissen.

Elsie spielt noch immer mit ihrem Ball, als sich ein Schatten ins Bild und damit auf das Plakat schiebt – ein Moment des Grauens, in dem sich schreckliche Vorahnungen aufdrängen. Man vernimmt eine unerwartet hohe und melodische Stimme: „Du hast aber einen schönen Ball.“12 Der Schatten beugt sich langsam nach vorn und fragt lüstern und zugleich schmeichelnd freundlich: „Wie heißt du denn?“1314 Elsie antwortet in naiver Höflichkeit.

Schon zuvor haben wir im Film eine Frau kennengelernt und sie beobachten können, wie sie liebevoll Essen vorbereitet. Direkt nach Elsies Antwort wird sie wieder eingeblendet und hat mit besorgter Miene die Uhr im Blick. Wer es noch nicht ahnte, dem wird spätestens nun offenbar, dass es sich um Elsies Mutter handeln muss. Die Assoziation drängt sich, durch den schnellen Schnitt und die Einklammerung der Nachhauseweg-Szene durch die Szenen mit der Frau, auf. Dieser Kontrast erzeugt eine ungeheure Dramatik. Kurz darauf schallen Schritte durch das Treppenhaus, die Frau öffnet die Tür, doch Elsie war nicht dabei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den kriminalfilmischen Kontext und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Darstellung des Bösen in Fritz Langs Film.

2. Das Böse – Die Darstellung des Täters: Dieses Kapitel analysiert die psychologische Anlage der Täterfigur sowie die visuelle Untermalung durch Motive wie das Spiegelbild oder das Pfeifen.

3. Das Bild des Bösen - Der Schatten des Täters: Hier wird untersucht, wie die städtische Bevölkerung, die Polizei und die Kriminellen individuell auf die Bedrohung durch den Mörder reagieren.

4. Genrespezifik und Einflüsse: Eine Einordnung des Films in die Filmgeschichte, die den Übergang zum Tonfilm sowie Bezüge zum Expressionismus und zur Neuen Sachlichkeit beleuchtet.

5. Schlussbemerkung: Die Zusammenfassung reflektiert die filmische Wirkung und das offene, philosophische Ende, das den Zuschauer mit dem Problem der gesellschaftlichen Verantwortung konfrontiert.

Schlüsselwörter

Fritz Lang, M – Eine Stadt sucht einen Mörder, Filmgeschichte, Kriminalfilm, Kindermörder, Hans Beckert, Böses, Film Noir, Psychologie, Gesellschaftskritik, Genre, visuelle Motive, Triebhaftigkeit, Weimarer Republik, Filmanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die filmische Darstellung des Bösen in Fritz Langs Klassiker "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" und wie diese das Genre des Kriminalfilms beeinflusste.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die psychologische Konstruktion des Täters, die Rolle der Angst in der Bevölkerung und die methodische Herangehensweise der Ermittlungsinstanzen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: "Wie gestaltet sich das Böse in M?" und wie dieses Bild des Bösen auf den Zuschauer wirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine filmanalytische Vorgehensweise, die visuelle Motive, Schnittfolgen und dramaturgische Mittel in den Fokus rückt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst steht der Täter Hans Beckert im Mittelpunkt, danach das Bild, das sich die soziale Umwelt (Bevölkerung, Polizei, Kriminelle) von ihm macht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Film Noir", "Psychogramm", "Triebhaftigkeit", "Gesellschaftskritik" und "filmanalytische Perspektive" definiert.

Welche Bedeutung hat das Motiv des Pfeifens für die Charakterisierung von Hans Beckert?

Das Pfeifen dient als bedrohliches, auditives Leitsymbol, das den Zuschauer stets auf die Anwesenheit des Täters hinweist, auch wenn dieser noch nicht im Bild zu sehen ist, und verdeutlicht seinen inneren Zwang.

Warum wird das Böse im Film von den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen anders wahrgenommen?

Der Film zeigt verschiedene Konnotationen des Bösen: Die Bevölkerung reagiert mit emotionaler Hysterie, die Polizei mit analytischer Rationalität und die Kriminellen mit instrumenteller Verachtung.

Inwiefern bricht der Film mit der traditionellen Darstellung des Kriminalfilms?

Anstatt das Böse nur als abstraktes Gegenüber zu vernichten, führt der Film zu einer Identifikation des Zuschauers mit dem Täter als getriebenes, schwaches Individuum, wodurch eine einfache moralische Gut-Böse-Einteilung aufgehoben wird.

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Details

Title
Das Bild des Bösen untergräbt das Böse - Die Darstellung des Bösen in 'M – Eine Stadt sucht einen Mörder'
College
Dresden Technical University  (Institut für Germanistik)
Course
Einführung in die Filmanalyse
Grade
1,3
Author
Eric Jänicke (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V190415
ISBN (eBook)
9783656149156
ISBN (Book)
9783656149071
Language
German
Tags
bild bösen böse darstellung eine stadt mörder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eric Jänicke (Author), 2010, Das Bild des Bösen untergräbt das Böse - Die Darstellung des Bösen in 'M – Eine Stadt sucht einen Mörder', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190415
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