Exegese alttestamentlicher Texte Genesis 6,13-22


Quellenexegese, 2011

31 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Übersetzungsvergleich

2. Textkritik

3. Textanalyse

4. Literarkritik

5. Überlieferungsgeschichte

6. Redaktionsgeschichte

7. Formgeschichte

8. Traditionsgeschichte

9. Fazit

Anhangsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einleitung

In dieser exegetischen Arbeit wird der biblische Text aus Gen 6,13-22 näher untersucht. Die Verse gehören der Perikope „Noah und die Sintflut“ an.

Diese Exegese liegt der Zürcher Bibel 2007 zugrunde, da die Übersetzung zum einen großen Wert auf die Nähe der Sprache im Ausgangstext, zum anderen auf die zeitgemäße Sprache legt.[1]

Gen 6,13-22 lautet demnach wie folgt:

„13 Da sprach Gott zu Noah: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn durch sie ist die Erde voller Gewalttat. So verderbe ich sie zusammen mit der Erde. 14 Mache dir eine Arche aus Goferholz; statte die Arche mit Kammern aus, und dichte sie innen und aussen ab mit Pech. 15 Und so sollst du sie machen: dreihundert Ellen soll die Länge der Arche sein, fünfzig Ellen ihre Breite und dreissig Ellen ihre Höhe. 16 Ein Giebeldach sollst du der Arche machen und es oben um eine Elle anheben, und die Tür der Arche sollst du an der Seite anbringen. Ein unteres, ein zweites und ein drittes Stockwerk sollst du machen. 17 Ich aber, ich will die Sintflut - das Wasser - über die Erde kommen lassen, um alles Fleisch unter dem Himmel, das Lebensatem in sich hat, zu verderben. Alles, was auf der Erde ist, soll umkommen. 18 Mit dir aber will ich meinen Bund aufrichten. So geh in die Arche, du und mit dir deine Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne. 19 Und von allem, was lebt, von allem Fleisch, bringe je zwei in die Arche, um sie mit dir am Leben zu erhalten. Je ein Männchen und ein Weibchen soll es sein. 20 Von den Vögeln nach ihren Arten, vom Vieh nach seinen Arten, von allen Kriechtieren auf dem Erdboden nach ihren Arten sollen je zwei zu dir kommen, damit du sie am Leben erhältst. 21 Du aber, nimm dir von allem, was man essen kann, mit und lege es dir als Vorrat an, damit es dir und ihnen zur Nahrung diene. 22 Und Noah tat es. Ganz wie Gott es ihm geboten hatte, so machte er es.“[2]

Der Methodenkanon dieser Exegese umfasst den Übersetzungsvergleich, die Textkritik, die Textanalyse, die Literarkritik, die Überlieferungsgeschichte, die Redaktionsgeschichte, die Formgeschichte, sowie die Traditionsgeschichte. Das Vorgehen der Methodenbearbeitung ist stets an das Buch von Uwe Becker „Exegese des Alten Testaments“ gelehnt. Abschließend findet in einem Fazit eine abschließende Interpretation des Textes statt, in der gewonnene Erkenntnisse aus der Methodenarbeit einfließen.

1. Übersetzungsvergleich

Für den Übersetzungsvergleich wurde die Zürcher Bibel von 2007, die Luther Bibel von 1984 und die Einheitsübersetzung von 1980 herangezogen. Alle Übersetzungen sind formal-äquivalente Übersetzungen.

Beim ersten Lesen scheinen die Übersetzungen keine signifikanten Abweichungen vorzuweisen. Der Kern der Geschichte wird nahezu gleich wiedergegeben. Es gibt geringe Unterschiede bei der Wortwahl.

Nach näherer Betrachtung ist zu erkennen, dass diverse Unterschiede auffällig sind. Vier werden hier vorgestellt.

Die Zürcher Bibel und die Luther Bibel verwenden in Vers 13 und 22 den Namen Noah, die Einheitsübersetzung jedoch Noach. Begründet ist dies darin, dass die Einheitsübersetzung hier näher am Urtext verblieben ist. Im Vers 14 ist auffällig, dass jede der drei Übersetzungen eine andere Holzart nennt, aus der die Arche gebaut werden soll. So lautet es in der Zürcher Bibel: „Mache dir eine Arche aus Goferholz; […] .“ Bei der Luther Bibel hingegen heißt es: „Mache dir einen Kasten von Tannenholz […] .“ Die Einheitsübersetzung der Bibel nutzt eine weitere, andere Holzart: „Mach dir eine Arche aus Zypressenholz! […] .“ Die Holzarten Zypressenholz, sowie das Tannenholz gehören zu den Nadelhölzern. Die Bedeutung des Goferholzes aus dem hebräischen dagegen ist heute nicht mehr bekannt.[3] Dieser Vers zeigt somit eine deutliche Abweichung der Bedeutungsspanne von Ausdrücken, die auf Übersetzungsprobleme zurückzuführen sind.

Vers 16 nutzt ebenfalls unterschiedliche Beschreibungen, wie die Arche auszubauen ist. In der Zürcher Bibel nennt Gott explizit ein Giebeldach, wohingegen in der Einheitsübersetzung der Bibel ein Dach angehoben werden soll. In beiden Übersetzungen soll das Dach, oder Giebeldach um eine Elle angehoben werden. Grundsätzlich ist „Dach“ im Einzelnen sehr neutral gehalten, das Giebeldach spezifiziert das Dach als eines mit Spitze. Die Signifikante Problematik der Übersetzungsvergleiche kommt in der der Luther Bibel zum Vorschein. Gott fordert ein Fenster, welches eine Elle groß obenan gesetzt werden soll. Hier ist die Rede nun nicht mehr von einem Dach, ein Fenster kann auch nicht im entferntestem Sinne als ein solches gewertet werden. Da das Fenster „obenan“ gesetzt werden soll, kann die Gleichsetzung mit der Anhebung des Daches gefolgert werden, so dass auch in der Übersetzung Luthers das Fenster zusätzlichen Raum schafft. Diese unterschiedlichen Auslegungen des Baus der Arche liegen womöglich an den Überlieferungen der Werte, nach denen die Arche gebaut werden sollte. Scheinbar wurde in den Überlieferungen kein spezieller Wert auf die Anordnung gelegt, lediglich auf die Werte der Maße selbst.

Ein weiterer Übersetzungsunterschied fällt in Vers 20 auf. Hier sind sich wieder die Zürcher Bibel und die Einheitsübersetzung der Bibel in der Wortwahl einig. Es soll von allen Arten der Kriechtiere je zwei mit auf die Arche. In der Luther Bibel werden die Kriechtiere durch „Gewürm“ ersetzt. Dies ist synonym zu verwenden, weil das hebräische Wort רֶמֶשׂ ræmæś für Gewürm oder Kriechtier übersetzt werden kann.[4]

2. Textkritik

Für die Textkritik wurde die Septuaginta Deutsch (folgend LXX.D) mit dem Masoretischen Text, welcher der Zürcher Übersetzung zugrunde liegt, ins Verhältnis gesetzt. Die Textvorlage der LXX.D beruht auf Schriften hebräischer und Teils armenischer Sprache. Da im 3. Jahrhundert vor Christus griechisch die Weltsprache war und auch der Großteil des Judentums griechisch sprach, würde die LXX ins griechische Übersetzt.[5] Aus dieser Übersetzung fand dann die ins deutsche statt. Der Masoretische Text beruht ebenfalls auf hebräischen Vorlagen.

Um die Analyse im Hinblick auf das Entstehen der Textzeugen anzufertigen, wurden beide Übersetzungen zunächst auf Versehen beim abschreiben untersucht. Auslassungen sind nicht zu erkennen. Jedoch fällt in Vers 17 auf, dass beide Übersetzungen die Flut mit Wasser erläutern, was einer Doppelnennung nahe kommt. Zürcher Bibel 2007: „Ich aber, ich will die Sintflut - das Wasser - über die Erde kommen lassen, […]“.[6] LXX.D: „Ich aber, siehe, ich bringe die Flut, Wasser, auf die Erde, […]“.[7] Ähnlich verhält es sich in Vers 20, in dem Kriechtiere als die kriechenden erklärt werden. Eine weite Doppelnennung ist in den Versen 19 und 20 der LXX.D zu erkennen. In beiden Versen sollen je zwei Tiere mit in den Kasten, sowie beide Male der Hinweis folgt, dass es je ein männliches und ein weibliches Wesen sein sollen. Auch werden in beiden Versen das Haustier und das Kriechtier genannt, welches ausgewählt werden soll. Weiterhin wurde überprüft, welcher Text schwieriger zu lesen ist. Beide Texte sind meiner Ansicht nach gut nachvollziehbar und verständlich zu lesen, wobei jedoch zu erkennen ist, dass die Übersetzung der Zürcher Bibel 2007 durch die Anpassung an die heutige Alltagssprache, leichter zu lesen ist. So heißt es in der Übersetzung der Zürcher Bibel 2007 in Gen 6,14: „Mache dir eine Arche aus Goferholz; statte die Arche mit Kammern aus, und dichte sie innen und aussen ab mit Pech.“[8] In der LXX.D dahingegen lautet es: „Mache also für dich einen Kasten aus viereckigen Hölzern. Du wirst den Kasten zu Nestern machen und ihn von innen und außen mit Pech verpichen.“[9] Für den Leser bietet dieses Beispiel die Bestätigung der Leseeinfachheit der Zürcher Bibel aufgrund der Sprachanpassung. „Ein Kasten“ ist zunächst in diesem Kontext nicht verstehbar, „eine Arche“ jedoch wohl, weil der Leser ein gesellschaftlich geprägtes Bild im Kopf hat. Auch ist der Ausdruck der „Nester“ nicht nachvollziehbar, wenn diese in einen „Kasten“ gesetzt werden sollen.

Die Textlänge ist in der Übersetzung der Zürcher Bibel 2007 geringfügig kürzer, wobei die LXX.D in den Versen 16, 20 und 22 insgesamt vier Stellen angibt, an denen der Masoretische Text deutlich mehr Inhalt vorweisen soll. Zur Veranschaulichung ist die Synopse im Anhang zu finden.

Zuletzt wurde die Sinnhaftigkeit der gegenüberstellten Textzeugen beleuchtet. Hier wurde der Schluss gezogen, dass beide Texte in sich zwar sinnhaft sind, jedoch in Bezug auf die Lesbarkeit, der Masoretische Text sinnhafter erscheint. Beispielhaft wird dies an Vers 13 deutlich. In der Zürcher Bibel steht: „Da sprach Gott zu Noah: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn durch sie ist die Erde voller Gewalttat. So verderbe ich sie zusammen mit der Erde.“[10] In der LXX.D lautet es: „Und Gott sprach zu Noah: Die Zeit eines jeden Menschen ist da vor mir, weil die Erde von ihnen mit Unrecht angefüllt wurde, und siehe, ich verderbe sie und die Erde.“[11] Die Sinnhaftigkeit in der Zürcher Bibel erschließt sich durch die Verwendung gebräuchlicher Begriffe. Die Übersetzung der LXX.D wirkt dahingehend poetisch.

Da sich nun die Kriterien für die Entscheidung, welcher der vermutlich ältere Text sei, auf wenige, sich ausgleichende Werte reduziert, möchte ich vorsichtig die Vermutung anstellen, dass die hier aufgeführte Textgrundlage der Zürcher Bibel, somit der Masoretische Text, welcher die Zürcher Bibel wiedergibt, der ältere ist. Diese Annahme beruht auf den Tatsachen, dass der Masoretische Text kürzer ist, wenngleich die LXX.D an vier Stellen auf eine Textverlängerung hinweist. Der Text ist zwar leichter zu lesen, dennoch ist dies wahrscheinlich der Anpassung an die heutige Alltagssprache zu verdanken. Auch der Hinweis auf die Doppelnennungen ließ mich zum Schluss kommen, dass es sich dabei um mögliche Abschreibfehler handelt. Zuletzt ist der Ausschlaggebende Aspekt meiner Entscheidung die einwandfreie sprachliche und stilistische Auslegung des Masoretischen Textes, welchen die Zürcher Bibel wiedergibt, die mich dazu bewegt diesen als den älteren zu erachten. Somit wird bei dieser exegetischen Arbeit mit der Zürcher Bibel 2007 weitergearbeitet.

3. Textanalyse

Die Struktur des Textes wurde zunächst anhand der syntaktischen Analyse durchgeführt. Der logische Aufbau von Gen 6,13-22, welcher zur semantischen Analyse gehört, wird an dieser Stelle jedoch vorgeschoben, da sie der syntaktischen Analyse dienlich ist. Der Text ist folgend strukturiert: Vers 13 bildet die Einleitung. In Vers 14 erhält Noah einen Auftrag von Gott. In den Versen 15 und 16 erklärt Gott, wie Noah den Auftrag ausführen soll. Vers 17 beschreibt die Aufgabe, die Gott selbst hat. Die Verse 18 bis 21 beschreiben weitere Arbeitsaufträge von Gott an Noah. Diese sind bewusst noch nicht an die vorhergegangenen Ausführungsschilderungen gehangen, da sie ohne das Zutun der Aufgabe Gottes zunächst unlogisch wären. Vers 22 bildet den Abschluss der Perikope. Die Tempusformen der Perikope beginnen im Vers 13a im Präteritum, da Gott sprach. Nach dieser Satzeinleitung in beginnt in Vers 13b eine wörtliche Rede in der Zukunftsform. Diese Tempusform wird bis Vers 21 beibehalten. Erst in Vers 22 kehrt die Tempusform zurück ins Präteritum. Die Analyse der Stilmittel ergab, dass die Verse 15, 16, 19 und 20, welche die Aufgabenausführung beschreiben, geprägt sind von Wiederholungen, denn „sollst du machen“ ist der wiederkehrende Befehl. Die Verse 17 und 18, welche als Gottesaufgabe geschildert wurden, wiederholen sich in den Aussagen „ich will“. Vers 19 und 20 wiederholen sich in der Art, dass Noah zweimal gesagt wird, dass er je zwei Tierarten mit in die Arche bringen soll, damit sie am Leben bleiben. Ein Perspektivwechsel findet nach der Einleitung und vor dem Schluss statt, welcher den logischen Aufbau unterstützt. Die Verse 13a und 22 sind Sätze des Erzählers der Perikope. Die Verse 13b bis 21 sind Sätze der wörtlichen Rede. Die Perikope beinhaltet einen Personenwechsel, der indirekt stattfindet, denn es geht um ein Gespräch zwischen Gott und Noah. Da der Erzähler im einleitenden Vers 13 sagt: „Da sprach Gott zu Noah:“[12], weiß der Leser, dass es um Gott und Noah geht. Noah selber sagt nichts und handelt auch nicht. Erst im abschließenden Vers 22, wird dem Leser bewusst, dass Noah tat, was ihm geboten wurde, weil auch hier der Erzähler es preisgibt. Die Verse 13b bis 21 sind alleinige Sätze von Gott, die lediglich an Noah gerichtet sind, ohne dass dieser Antwortet oder sich einbringt.

In der folgenden semantischen Analyse wurde die Chronologie in Hinblick auf Vor- oder Rückblicke untersucht. Durch die Redeeinleitung wirkt die Perikope, auch im Bezug auf die Tempusform, rückblickend, was sich im abschließenden Vers 22 bestätigt, da Noah tat, was ihm geboten wurde. Die Abfolge der Ereignisse ist chronologisch logisch, da Gott spricht, was der Auftrag ist. Nachvollziehbar wird der Auftrag durch die Begründung, dass die Erde voller Gewalttat sei. Gott gibt daraufhin eine Anweisung zur Durchführung des Auftrages und gibt ebenso seinen Teil der Aufgabenerfüllung bekannt. Daraufhin folgt ein weiterer Auftrag, welcher erst logisch wird, wenn die zuvor genannte Aufgabe von Noah und Gott erfüllt werden. Am Text bedeutet dies, dass Noah erfährt, dass die Erde voller Gewalttat ist und er deswegen eine Arche nach bestimmten Kriterien bauen soll. Gott wird die Flut liefern. Damit ein Teil der Lebewesen am Leben bleibt und nicht in der Flut ertrinkt, rettet Noah je zwei jeder Art.

Der Bezug zu den handelnden Personen zu den genannten Personen wird in Vers 13 und 22 deutlich. Vers 13 nennt Gott und Noah, daraufhin handelt Gott. In Vers 22 ist erkennbar, dass Noah gehandelt hat „Und Noah tat es. Ganz wie Gott es ihm geboten hatte, so machte er es.“[13] Hier wird der Zusammenhang der semantischen Analyse zum Personenwechsel der syntaktischen Analyse deutlich.

4. Literarkritik

Der Text Gen 6,13-22 ist ein Teilstück aus der Gesamterzählung Gen 6,5-7,9, welche den Kontext der Sintfluterzählung wiedergibt. Unebenheiten und Spannungen wurden nach Prüfung folgender Kriterien untersucht:

Dubletten: In Vers 6,5.11.12 verkündet Gott Noah den Untergang der Welt.[14] Die Verse 6,17 und 7,4 kündigen jeweils die Flut an[15] und die Verse 6,18 und 7,1 beinhalten den Befehl von Gott an Noah, in die Arche zu gehen.[16] Die Verse 6,19.20 und 7,2 beinhalten die Aussage, dass eine gewisse Anzahl er Tiere am Leben erhalten bleiben soll.[17]

Wiedersprüche: Die unterschiedliche Zahl der Tiere, die Noah mit in die Arche nehmen soll (Vers 6,19; 7,2; 7,8) weisen auf zwei verschiedene Quellen hin.[18]

Sekundäre Verklammerungen: Es wird versucht, die Wiedersprüche miteinander zu verknüpfen. Die Version in Vers 6,19 setzt zwei Tiere voraus, 7,2 dahingegen sieben reine und zwei unreine. Das Ausgleichsergebnis, welches in 7,8 zum Vorschein kommt, sieht somit die Unterscheidung von rein und unrein, behält jedoch zwei für die Anzahl der Tiere vor.[19]

Spannungen im Wortlaut: Auffällig ist die unterschiedliche Bezeichnung von Gott. In Gen 6,5-8 und 7,1-5 steht durchgehend HERR in Großlettern, wohingegen 6,9-22 das Wort Gott gebrauchen.

Spracheigentümlichkeiten: Die Priesterschrift (P) im Pentateuch unterscheidet sich von der jahwistischen Quellenschrift (J). Die Erzählung Gen 6,9-22 wird der Priesterschrift, wohingegen Gen 6,5-8 und 7,1-5 der jahwistischen Quellenschrift zugewiesen.[20] Somit ist das Textstück, welches in dieser Exegese bearbeitet wird, einer einheitlichen Quelle entsprungen.

Aus den vorausgegangenen Untersuchungen kann festgehalten werden, dass der Text Gen 6,13-22 sowohl vorher als auch nachher von unterschiedlichen Quellen, jedoch nicht aus dem erzählgeschichtlichen Zusammenhang abgegrenzt ist. Der Text ist im Kontext verflochten und liest sich somit nicht eigenständig. Das zu bearbeitende Textstück bildet den Kern der Sintflutgeschichte und ist auf den Vor- und Nachlauf des Textes zum Verständnis gebunden. Das zu untersuchende Textstück unterliegt einer Gliederung, die in der Textanalyse bereits geschildert wurde. Das Vorzugsvokabular häuft sich in der Kategorie des Handelns. Die Handlungsverben sind: mache, statte aus, dichte ab (V. 14), sollst (V. 15, 16, 19), geh (V. 18), bringe (V. 19) und nimm (V. 21). Sprünge oder Brüche sind in dem zu untersuchenden Textstück nicht zu erkennen.

[...]


[1] Vgl. Zürcher Bibel, 2007, Einleitung

[2] Zürcher Bibel, 2007, Gen 6,13-22

[3] http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=220

[4] http://www.bibelwissenschaft.de/nc/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/g/referenz/19520/cache/360f8fd1064e4d8aa263f76031950fa0/

[5] Vgl. Kraus, Wolfgang/ Karrer, Martin: Septuaginta Deutsch, 2009, Geleitwort

[6] Zürcher Bibel, 2007, Genesis 6,17

[7] Kraus, Wolfgang/ Karrer, Martin: Septuaginta Deutsch, 2009, S. 9

[8] Zürcher Bibel,2007, Genesis 6,14

[9] Kraus, Wolfgang/ Karrer, Martin: Septuaginta Deutsch, 2009, S. 9

[10] Zürcher Bibel, 2007, Gen 6,13

[11] Kraus, Wolfgang/ Karrer, Martin: Septuaginta Deutsch, 2009, S. 9

[12] Zürcher Bibel 2007, Gen 6,13

[13] Zürcher Bibel, 2007, Gen 6,22

[14] Vgl. Gunkel, Hermann: Genesis, 1964, S. 187

[15] Vgl. Becker, Uwe: Exegese des Alten Testaments, 2005, S. 54

[16] Vgl. Gunkel, Hermann: Genesis, 1964, S. 187

[17] Vgl. Gunkel, Hermann: Genesis, 1964, S. 187

[18] Vgl. Becker, Uwe: Exegese des Alten Testaments, 2005, S. 54 & Gunkel, Hermann: Genesis, 1964, S. 187

[19] Vgl. Becker, Uwe: Exegese des Alten Testaments, 2005, S. 55

[20] Vgl. Westermann, Claus: Genesis, 1974. S. 532 & Schüle, Andreas: Der Prolog der hebräischen Bibel, 2006, S. 247/248

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Exegese alttestamentlicher Texte Genesis 6,13-22
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Evangelische Fakultät)
Veranstaltung
Proseminar Altes Testament
Note
3,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
31
Katalognummer
V190448
ISBN (eBook)
9783656148562
ISBN (Buch)
9783656149019
Dateigröße
582 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exegese, texte, genesis
Arbeit zitieren
Bachelor Bettina Schmidt (Autor), 2011, Exegese alttestamentlicher Texte Genesis 6,13-22, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190448

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