In der heutigen Zeit, in der es im sozialen Sektor zu gravierenden Veränderungen kommt, weil die Solidarsysteme nicht mehr finanzierbar sind, ist es auch für Wohlfahrtsvereine überlebensnotwendig, ökonomisch zu denken und zu handeln. Die Rahmenbedingungen, in denen Non Profit Organisationen tätig werden, sind aktuell als schwierig zu bezeichnen. Der Gesetzgeber fördert eine Liberalisierung des sozialen Dienstleistungsmarktes, private Anbieter drängen auf den Markt und nicht zuletzt verstärkt sich die Konkurrenz zwischen den Wohlfahrtsverbänden. Aufgrund dieser Tatsachen setzt sich der Autor in der vorliegenden Arbeit mit Charakteristika in Wohlfahrtsvereinen auseinander. Anhand des Praxisbeispiels des DRK-KV Zwickau e.V. werden die Handlungsfelder und Möglichkeiten der Dienstleistungserbringung im Non Profit Bereich beschrieben. Verbunden ist dies mit einem Abwägen von Chancen und Risiken in diesem Tätigkeitsbereich. Die Notwendigkeit der Implementierung betriebswirtschaftlicher Steuerungsinstrumente, verknüpft mit Ansätzen zur Einführung dieser, werden anschließend aufgezeigt. Mögliche Problembereiche bei der Integration betriebswirtschaftlicher Prozesse in Wohlfahrtsverbände werden am Schluss der Abhandlung dargestellt und Lösungsvarianten angeboten. Am konkreten Praxisbeispiel der Einführung eines umfassenden Qualitätsmanagements in den DRK-KV Zwickau e.V. wird der Nutzen von Steuerungsinstrumenten im Non Profit Sektor, aber auch die damit verbundenen Schwierigkeiten und Problemfelder aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Spezifika betriebswirtschaftlicher Prozesse in einem Wohlfahrtsverband
2.1 Merkmalsausprägungen von Non Profit Organisationen, dargestellt am Beispiel des DRK Kreisverbandes Zwickau e.V.
2.1.1 Der Tätigkeitsbereich des Kreisverbandes und der gemeinnützigen GmbH
2.1.2 Die Leistungsempfänger des DRK Kreisverbandes Zwickau e.V und der gemeinnützigen GmbH
2.1.3 Abgrenzung der Rechtsform des eingetragenen Vereines und der gGmbH mit den damit verbundenen Rahmenbedingungen des wirtschaftlichen Handelns für den Kreisverband
2.2 Der Einsatz der Portfolioanalyse als eine mögliche Strategie zur langfristigen Sicherung der Erträge in Non Profit Organisationen
2.3 Einsatz eines effektiven Personalmanagements als Grundlage für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit in Wohlfahrtsverbänden
3 Die Notwendigkeit der Implementierung eines Controllingsystems in einem Wohlfahrtsverband
3.1 Ausgewählte betriebswirtschaftliche Instrumente, die zur erfolgreichen Steuerung von Non Profit Organisationen beitragen können
3.2 Die Budgetierung als Grundlage für eine wirtschaftliche Dienstleistungserbringung in Wohlfahrtsverbänden
3.3 Charakterisierung der wirtschaftlichen Situation des Kreisverbandes Zwickau mittels geeigneter Kennzahlen
4 Problembereiche bei der Integration von betriebswirtschaftlichen Prozessen in Non Profit Organisationen
4.1 Erläuterung der Zielkonflikte in einem Wohlfahrtsverband
4.2 Eine Möglichkeit der Einführung eines bereichsübergreifenden Qualitätsmanagementsystems in Non Profit Organisationen
4.2.1 Begründung für den Nutzen der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems in Wohlfahrtsverbänden
4.2.2 Darstellung möglicher Probleme bei der Umsetzung des Systems in der Praxis
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung betriebswirtschaftlicher Steuerungsinstrumente in Wohlfahrtsverbänden am Beispiel des DRK-Kreisverbandes Zwickau e.V., um angesichts zunehmender ökonomischer Herausforderungen im sozialen Sektor die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
- Analyse der Spezifika von Non-Profit-Organisationen im Vergleich zu gewinnorientierten Unternehmen.
- Einsatzmöglichkeiten strategischer Managementinstrumente wie Portfolio-Analyse und Balanced Scorecard.
- Bedeutung eines effektiven Personalmanagements in personalintensiven sozialen Dienstleistungsbetrieben.
- Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen als Instrument der Steuerung und Qualitätssicherung.
- Diskussion von Zielkonflikten und Lösungsansätzen bei der Integration betriebswirtschaftlicher Prozesse.
Auszug aus dem Buch
Die Notwendigkeit der Implementierung eines Controllingsystems in einem Wohlfahrtsverband
Mit dem Begriff des Controlling verbinden sich die verschiedensten Definitionen in der Literatur. Aufgrund der schon festgestellten Besonderheiten in NPO bedarf es einer Beschreibung, die Wohlfahrtsvereinen gerecht wird. Einen guten Erklärungsansatz dafür gibt SEUFERT, indem er ausführt:
„Unter Verbandscontrolling versteht man die Koordination im verbandlichen Führungssystem (Führungskoordination). Dieses besteht aus den Planungs-, Kontroll-, Informations-, Personalführungssystem, der Organisation und dem Basissystem der Verbandsführung, der Verbandskultur.“
Damit wird der Controllingansatz um die Eigenheiten der Organisation und der besonderen Verbandskultur erweitert. Mit dieser Feststellung wird deutlich, dass Controlling nicht identisch aus dem Bereich der Wirtschaft übernommen werden kann. Vielmehr müssen verbandspolitische Interessen und Erfordernisse nach Wirtschaftlichkeit zweckmäßig koordiniert werden. Unter Controllingsystem wird hier der mögliche Einsatz des betriebswirtschaftlichen Instrumentariums verstanden, der im Abschnitt 3.1 näher erläutert wird. In diesem Kapitel geht es um die Begründung der These des Autors, dass zukünftig auch in NPO ein solches Steuerungssystem notwendig ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den zunehmenden Wettbewerbsdruck auf Wohlfahrtsverbände und den daraus resultierenden Handlungsbedarf, ökonomische Steuerungsinstrumente zu implementieren.
2 Die Spezifika betriebswirtschaftlicher Prozesse in einem Wohlfahrtsverband: Dieses Kapitel arbeitet die Unterschiede zwischen Non-Profit-Organisationen und Profit-Unternehmen heraus und stellt die spezifischen Rahmenbedingungen des DRK-Kreisverbandes Zwickau e.V. vor.
3 Die Notwendigkeit der Implementierung eines Controllingsystems in einem Wohlfahrtsverband: Es wird begründet, warum soziale Organisationen zur Sicherung ihrer Existenz moderne Instrumente wie Portfolio-Analyse, Budgetierung und Kennzahlensysteme benötigen.
4 Problembereiche bei der Integration von betriebswirtschaftlichen Prozessen in Non Profit Organisationen: Hier werden Zielkonflikte, etwa zwischen ideeller Bedarfsdeckung und wirtschaftlicher Effizienz, sowie Herausforderungen bei der Einführung von Qualitätsmanagementsystemen analysiert.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine Professionalisierung durch Managementmethoden essentiell für die Zukunftsfähigkeit von Wohlfahrtsverbänden ist.
Schlüsselwörter
Wohlfahrtsverband, Non-Profit-Organisation, Controlling, Betriebswirtschaft, Personalmanagement, Qualitätsmanagement, DRK-Kreisverband Zwickau, Strategische Planung, Wettbewerbsfähigkeit, Gemeinnützigkeit, Budgetierung, Kennzahlen, Sozialwirtschaft, Prozessoptimierung, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Integration betriebswirtschaftlicher Prozesse und Steuerungsinstrumente in Wohlfahrtsverbänden, um deren Professionalisierung vor dem Hintergrund knapper werdender öffentlicher Mittel und eines steigenden Wettbewerbsdrucks zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Spezifika von Non-Profit-Organisationen, den Einsatz von Controlling-Instrumenten, modernes Personalmanagement, Qualitätsmanagement und den Umgang mit Zielkonflikten zwischen ökonomischer Effizienz und sozialer Auftragsverpflichtung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, für den DRK-Kreisverband Zwickau e.V. Ansätze zu entwickeln, wie ein betriebswirtschaftliches Instrumentarium dazu beitragen kann, die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern und gleichzeitig das soziale Leitbild des Verbandes zu wahren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse zur Theorie von Non-Profit-Organisationen und verknüpft diese mit einer praxisorientierten Fallstudie beim DRK-Kreisverband Zwickau e.V., einschließlich interner Analysen und Erfahrungen aus der Projektarbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Instrumente wie die Portfolio-Analyse, Budgetierung und Kennzahlensysteme auf ihre Anwendbarkeit in sozialen Organisationen geprüft und die Komplexität der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems in der Praxis detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Wohlfahrtsverband, Controlling, Gemeinnützigkeit, Professionalisierung, Personalmanagement, Qualitätsmanagement (QMS) und Wettbewerbsfähigkeit im sozialen Sektor.
Wie unterscheidet sich die Zielsetzung in NPO von Profit-Unternehmen?
Während bei profitorientierten Unternehmen die Gewinnmaximierung dominiert, steht bei Wohlfahrtsverbänden die Bedarfsdeckung (ideelle Sachziele) als Primärziel im Vordergrund, wobei wirtschaftliches Handeln lediglich als notwendige Basis zur Erfüllung dieser Aufgaben dient.
Warum stellt die Einführung von Qualitätsmanagement laut Autor eine Herausforderung dar?
Die Einführung ist komplex, da sie die Identifikation der Mitarbeiter erfordert, zeitliche und finanzielle Ressourcen bindet und bei den beteiligten Akteuren oft auf Widerstände stößt, wenn der Sinn der Professionalisierung nicht ausreichend vermittelt wird.
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- Thomas Pampel (Author), 2003, Inhalte und Besonderheiten betriebswirtschaftlicher Prozesse in einem Wohlfahrtsverband, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19049