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Die Aktualität des Neuen: Eine kritische Betrachtung von Jürgen Habermas Verteidigung der Moderne

Title: Die Aktualität des Neuen: Eine kritische Betrachtung von Jürgen Habermas Verteidigung der Moderne

Term Paper , 2011 , 24 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: M.A. Silvia Schmitz-Görtler (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Als Vertreter der Kritischen Theorie in der Tradition der Frankfurter Schule,deren Ziel es ist, zur Emanzipation des Menschen beizutragen, steht im Zentrum des Denkens von Jürgen Habermas die Idee, das Projekt der Moderne zu verteidigen. Was ist dieses Projekt der Moderne? In der Nachfolge von Horkheimer und Adorno, die durch den Terror des NS-Regimes das Zutrauen in die Kräfte der Vernunft verloren, die die Menschheit seit der Aufklärung von Vorurteilen
und Unterdrückung befreien sollten, sieht Habermas in der Moderne
nicht nur die Anlagen zur universalen Katastrophe, sondern auch eine Chance:
Die Menschen können selbstbestimmt, freiwillig und ungezwungen ihre Lebensumstände gestalten. Für Habermas bedeutet dies, dass weder einige anderen ihre Vorstellungen aufzwingen dürfen, noch dass überkommene Traditionen etwa aus der Vormoderne unhinterfragt herrschen können. Der Mensch soll seine Verhältnisse mit Willen und Bewusstsein selbst gestalten.[...] Wesentlich ist es für Habermas im Hinblick auf das von ihm rekonstruierte Projekt der Moderne, festzustellen, ob die Moderne, wie die Vertreter der Postmoderne
dies behaupten, tatsächlich vorüber ist. An diesem Punkt setzt die Verteidigung der Moderne unter Berücksichtigung der drei Motive, die der Schlüssel zu seiner Theorie sind, ein. Auf den ersten Blick bietet Habermas in Die Moderne –
ein unvollendetes Projekt eine überzeugende Darstellung seiner Zentralthese, dass die Moderne ein unvollendetes Projekt ist; er berücksichtigt Ursachen im historischen Kontext, differenziert kulturelle Moderne und gesellschaftliche Modernisierung, stellt das Ästhetische heraus, deckt scheinbar die Aporien der Moderne auf und bietet schließlich seine Alternative, die sich Widerständen
gegenübergestellt sieht, die ebenfalls ausgeführt werden.
Die vorliegende Arbeit vertritt die These, dass Habermas Theorie die Aporien der Moderne nicht aufzulösen vermag. Habermas schafft in seiner Konstruktion der Verteidigung der Moderne seine eigene Aporie, die zeigt, dass seine Theorie die Moderne nicht retten kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Moderne

2.1 Die Ästhetik der Moderne

2.2 Die Kultur der Moderne

2.3 Aufhebung der Kultur oder Schein der Kunst

3. Alternativen zur Aufhebung der Kultur

3.1 Die Idee Moderne und die neue Kunst

3.2 Das Habermasche Ideal Moderne

3.3 Wirklichkeit und Kunst

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die von Jürgen Habermas vorgetragene Verteidigung der Moderne als ein „unvollendetes Projekt“. Ziel der Analyse ist es aufzuzeigen, dass Habermas’ Theorie die Aporien der Moderne nicht auflösen kann, da sein Ansatz die Lebenspraxis von Kunst und Kultur in der Praxis nicht zu retten vermag.

  • Kritische Analyse des Habermaschen Konzepts der Moderne
  • Die Rolle der ästhetischen und kulturellen Moderne
  • Untersuchung des Scheiterns avantgardistischer Aufhebungstendenzen
  • Das Spannungsverhältnis zwischen Kunst und Wirklichkeit
  • Bewertung der Habermaschen Theorie im Hinblick auf ihre Praxistauglichkeit

Auszug aus dem Buch

2. Die Moderne

Das Projekt der Moderne, von der wir nicht wissen, ob sie schon Vergangenheit oder noch Gegenwart ist, ist in paradoxer Weise mit dem Projekt der Kunstgeschichte verbunden. In Geschichte und Stil ist die wahre Physiognomie der Moderne zu erkennen, ein einseitiges Geschichtsbild und ein tyrannischer Stilwillen. Künste, wie auch große politische Bewegungen entwerfen auf ihre Weise die Zukunft. Die Bewegungen sind von Utopien geleitet, die in künftige Realität umgesetzt werden sollen, wobei gesellschaftlicher wie auch ästhetischer Handlungswille eng beieinander liegen. Das Ergebnis ist das, was wir heute die Moderne nennen. In den neuen Kunst- und Gesellschaftsentwürfen macht der höchst verräterische Begriff der Avantgarde von sich reden. Der militärisch anhaftende Sinn bezieht sich auf die Geschichte, die von nun an von einer kleinen Vorhut, einer Elite, angeführt wird. In den Visionen eilt die Avantgarde der Zukunft voran, damit die anderen folgen. Es ist die Sache dieser Elite, den Fortschritt, ausgedrückt als lineares Geschichtsdenken, selbst zu definieren.

Die Avantgarde ist davon überzeugt, dass die Zukunft nur ihr selbst gehört. Eine Elite der Revolutionäre löst die früheren Eliten der Macht und der Bildung ab. Die Geschichte erwartet ihre Erfüllung und Vollendung und daher muss sie in die Zukunft geführt werden. Die Erneuerung künstlerischer Form ist eng verbunden mit der Erneuerung der Gesellschaft, wobei die Harmonien zwischen Kunst- und Weltanschauung zerbrechen und in künstlerische Autonomie und soziales Engagement zerfallen und immer wieder schmerzliche Konflikte erzeugen. Die Moderne ist gekennzeichnet durch das sich immer wieder wiederholende Aufbrechen dieser Konflikte, die sich in Marinettis Manifest, als „mitreißende und zündende Heftigkeit in die Welt“ freisetzt, „denn Kunst kann nur Heftigkeit, Grausamkeit und Ungerechtigkeit sein.“ Ist dieser utopische Wahnsinn der Moderne nicht auf seine Art ein Konservatismus der Zukunft, den Habermas ablehnt?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Habermas’ Projekt der Moderne als Chance für selbstbestimmtes Handeln und die Vorstellung der Zielsetzung der vorliegenden Hausarbeit.

2. Die Moderne: Untersuchung der Moderne als ästhetische und kulturelle Bewegung, die im Spannungsfeld zwischen Avantgarde-Ansprüchen und gesellschaftlicher Realität steht.

2.1 Die Ästhetik der Moderne: Analyse des modernen Kunstverständnisses als Ausdruck einer sich ständig erneuernden Aktualität und der damit verbundenen Aporien.

2.2 Die Kultur der Moderne: Erörterung der Erosion bürgerlicher Werte durch kapitalistische Modernisierung und der daraus resultierenden Motivationskrise.

2.3 Aufhebung der Kultur oder Schein der Kunst: Diskussion der Autonomisierung der Kunst und der vermeintlichen Notwendigkeit ihrer Aufhebung in der Lebenspraxis.

3. Alternativen zur Aufhebung der Kultur: Hinterfragung, ob Habermas’ Rekonstruktion tatsächlich eine Lösung für die Aporien der Moderne bietet oder lediglich neue Probleme schafft.

3.1 Die Idee Moderne und die neue Kunst: Historische Herleitung des Begriffs „Moderne“ und dessen Bedeutungswandel im Kontext von Fortschritt und Zeitgeist.

3.2 Das Habermasche Ideal Moderne: Darstellung der Theorie des kommunikativen Handelns als normativen Maßstab zur Verteidigung der Moderne.

3.3 Wirklichkeit und Kunst: Analyse der Trennung von Kunst und Wirklichkeit und warum eine rein sprachliche Auflösung für Habermas nicht ausreicht.

4. Schluss: Fazit, dass Habermas’ Theorie zwar theoretisch schlüssig sein mag, aber die Lebenspraxis der Kunst nicht in der intendierten Form retten kann.

Schlüsselwörter

Jürgen Habermas, Moderne, Projekt der Moderne, Kritische Theorie, Avantgarde, Ästhetik, Kunst, Lebenspraxis, Aporie, Kommunikation, Gesellschaftstheorie, Postmoderne, Rationalität, Kultur, Aufklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Betrachtung von Jürgen Habermas’ Verteidigung der Moderne als einem noch nicht abgeschlossenen gesellschaftlichen Projekt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Verhältnis von Kunst und Leben, die Theorie der Moderne, die Rolle der Avantgarde sowie die Kritik an der Habermaschen Gesellschaftstheorie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Habermas mit seinem theoretischen Ansatz die Aporien der Moderne nicht überwinden kann und seine Lösung für die Rettung von Kunst und Kultur in der Praxis nicht trägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-kritische Analyse von Habermas’ zentralen Texten und ergänzt diese durch kunsttheoretische Perspektiven und gesellschaftliche Analysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der ästhetischen und kulturellen Moderne, die Problematisierung der Avantgarde und die Analyse von Habermas’ Ideal eines kommunikativen Handelns.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Habermas, Moderne, Avantgarde, Ästhetik, Kommunikation und Lebenspraxis bestimmt.

Inwiefern setzt sich die Arbeit mit der Postmoderne auseinander?

Die Arbeit betrachtet die Postmoderne als eine Strömung, die Habermas kritisch hinterfragt, wobei sie die Kongruenz zwischen modernen und postmodernen Phänomenen betont.

Warum hält die Autorin Habermas’ Lösung für unzureichend?

Die Autorin argumentiert, dass Habermas’ Versuch, die Kunst über einen kommunikativen Sprachspiel-Ansatz wieder in die Lebenspraxis zu integrieren, an der tatsächlichen Eigenlogik der Kunst scheitert.

Was bedeutet in diesem Kontext der "utopische Wahnsinn der Moderne"?

Dieser Begriff verweist auf den Anspruch der Moderne, die Zukunft nach eigenen Vorstellungen zu formen, was paradoxerweise in einen Konservatismus der Zukunft umschlagen kann.

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Details

Title
Die Aktualität des Neuen: Eine kritische Betrachtung von Jürgen Habermas Verteidigung der Moderne
College
University of Hagen  (Philosophie)
Grade
2,7
Author
M.A. Silvia Schmitz-Görtler (Author)
Publication Year
2011
Pages
24
Catalog Number
V190492
ISBN (eBook)
9783656150305
ISBN (Book)
9783656149934
Language
German
Tags
Kultur Das Neue Frankfurter Schule Kritische Theorie Adorno Horkheimer Aporie Postmoderne aktuelle Philosophie Philosophen des 20. Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Silvia Schmitz-Görtler (Author), 2011, Die Aktualität des Neuen: Eine kritische Betrachtung von Jürgen Habermas Verteidigung der Moderne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190492
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