Stufen des kulturellen Bewusstseinswandels im 3. Millennium. Kulturelles, inter-, transkulturelles und Schöpfungsbewusstsein

Stages of Culture Change in the 3rd Millennium. From Cultural, via Inter- & Transcultural, to Integral Creation Awareness.


Forschungsarbeit, 2012

189 Seiten


Leseprobe

Inhalt/Contents

Teil 1 Vom kulturellen und interkulturellen Bewusstsein
1. Das Dreiphasenmodell der interkulturellen Managemententwicklung
2. Kulturbewusstheit und Mosaikmetapher
3. Die Bewusstheit und der kosmische Computer
4. Bewusstheit und Psychoanalyse
5. Bewusstheit und interkulturelles Lernen
6. Die Bewusstheitserfordernis im interkulturellen Kontext
7. Kulturelle Bewusstheit, der Harvard Professor und das Weiße Haus
8. Bewusstheit. Das Dao der Kultur
9. Rationalismus und Grenzen der Bewusstheit
10. Neurophysiologie und Psychologie der kulturellen Bewusstheit
11. Der kulturelle Autopilot
12. Quantenphysik und kulturelle Bewusstheit
13. Der metaphorische quantenkulturelle Effekt
14. Die inter-transkulturelle Bewusstheitsintegration als Refugium
15. Kulturelle Bewusstheit und Universalkultur
16. 360° kulturelle Bewusstheit
17. Interkulturelles Bewusstheitsprozessmanagement

Part/Teil 2 Über das transkulturelle Bewusstsein
A. The Intercultural Complementarity Principle
B. The Intercultural Integration Principle: A Review of the Intercultural Paradigm
1. The State of the Intercultural Art and Science:
On Human Relativity in Intercultural Research
2. Enhancing the Intercultural Art and Science:
Sources, Models and the Achievement of Supreme Cultural Intelligence

Teil/Part 3 Zum Schöpfungsbewusstsein
A. Die Integrität der Schöpfung
1. Kulturelle Identität und Ethik im Kontext der Integrität der Schöpfung
B. Fundamente und Grundlagen der Kultur
1. Die Kultur und die Schöpfungsordnung
C. Das religiöse Bewusstsein als einheitsstiftendes Prinzip der Menschheit
1. Menschliche Defizite hinsichtlich der komplementären Erkenntnis der Einheit und der Diversität
Auf der individuellen Ebene
Auf der kollektiven Ebene
2. Grundlagen und Weg der Einheit
D. Metaphysik und Kultur
1. Der Primat Gottes
2. Die biologische, die psychologische und die geistige Natur ganzheitlicher menschlicher Kultur

Teil/Part 4
Kulturelle Techniken als Wegbegleiter von der kulturellen und interkulturellen, über die transkulturelle hin zur Schöpfungsbewusstseinsebene
Techniques of culture management from cultural and intercultural via transcultural towards a consciousness of creation
Bibliography/Bibliographie

Teil 1 Vom kulturellen und interkulturellen Bewusstsein…

1. Das Dreiphasenmodell der international-interkulturellen Managemententwicklung

State-of-the-art interkulturelle Managementausbildung im Rahmen der globalen Managemententwicklung kann, wie im Vorwort angedeutet, didaktisch in ein Dreiphasenmodell strukturiert werden und zwar den folgenden:

1. Kulturelle Bewusstheit
2. Kulturelles Wissen
3. Kulturelle Kompetenzen

Der Weg zum kompetenten interkulturellen Manager führt über die Phasen kulturelle Bewusstheit und Wissen und deren Anwendung als kulturelle Kompetenzen. Die Integration von Bewusstheit und Wissen in eine höhere Form der kulturellen Erkenntnis bringt eine gesteigerte Effektivität im Bereich der kulturellen Managementkompetenzen mit sich.

Wenden wir uns nun zu Beginn der ersten Phase, nämlich der kulturellen Bewusstheit zu, bevor das in der folgenden Phase systematisierte interkulturelle Wissen im in eine höhere Form der interkulturellen Bewusstheit eingebettet wird, woraus eine höhere Form der interkulturellen und daher globalen Managementkompetenz erwächst.

2. Kulturbewusstheit und Mosaikmetapher

Dies erfordert zunächst die Exploration des Bewusstheitshorizonts, eine Erhellung des Mosaiks der Aspekte und Bausteine der menschlichen Bewusstheit. Dahinter befindet sich das Bewusstsein an sich, das Licht das die Mosaiksteine erhellt. Die Mosaiksteine und ihre thematische Funktion kann man nicht unabhängig vom Licht erkennen und deuten.

Das Licht der Erkenntnis, das jeden der Mosaiksteine entsprechend der Qualität seiner Bewusstheit durchströmt und sinngebend für die Komponenten und deren Bezug zum Ganzen ist entscheidet über den Grad der kulturellen Bewusstheit. Dieser kann grosso modo in einen inter- und einen transkulturellen Bewusstheitsraum aufgeteilt werden, wobei letzterer maßgeblich für den ersteren ist. Er ist integrativ, während ersterer dialektisch ist. Das Spiel der beiden Bewusstheitsräume ist eine Determinante verschiedener Grade der kulturellen Bewusstheit und der damit einhergehenden Managementeffektivität. Es sind, bildlich gesprochen, die beiden Arme, die im gesunden Individuum natürlich koordiniert sind und die im kulturellen Subjekt die permanente kulturelle Integrationsarbeit an sich natürlich verrichten, sofern keine kontraproduktive Konditionierung stattfindet. Dieses natürlichen kulturellen Managementpotentials gilt es wieder bewusst zu werden und nicht weitere verzerrende Komponenten einzuführen. Verschiedene kulturelle Optiken sind durch die Positionierung im Bewusstseinsraum bedingt, die allein vermittels der bewussten Positionierung, vergleichbar mit der Welle-Teilchendualität verschiedene Lesearten der kulturellen Realität bewirken, die nicht wirkungslos bleiben.

Das Verständnis des gesamten Kulturmosaiks zusammen mit der dieses determinierenden Bewusstheitsaxiomatik führt zu jener kulturellen Souveränität, die die globale kulturelle Managementperformance optimiert.

3. Die Bewusstheit und der kosmische Computer

Interkulturelle Sensibilisierung und Bewusstheitsentwicklung sind deshalb einer der ersten Schritte einer interkulturellen Managementausbildung, weil, wie in anderen Bereichen, die Bewusstwerdung häufig der erste Schritt für die Steuerung und Kontrolle von Prozessen, von interkulturellen im gegenwärtigen Fall, ist. Ansonsten bleibt das Subjekt den Prozessen gewissermaßen ausgeliefert. Mit der Bewusstwerdung kann bereits eine Lösung in die Wege geleitet werden. Dies ist deshalb der Fall, weil die Bewusstheit ein Bewusstseins- und somit ein energetisches Phänomen ist, das in der Welt des Bewusstseins wirksam ist. Diese Bewusstheit wirkt entsprechend der Qualität der Bewusstheit im Subjekt.

Aus der südasiatischen Philosophie, insbesondere, lässt sich die Verkettung von Bewusstheit, Bewusstsein, Energie und Universum konstruieren. In der Korrelierung, ja sogar Gleichsetzung der vier, lässt sich die Bedeutung der Bewusstheit in kultureller und anderer Hinsicht erahnen, weil die Bewusstheit zumindest nicht unabhängig vom Bewusstsein, von der Energie und der Materie zu sein scheint. Das Subjekt wird vermittels der Bewusstheit zu einem Pol der Wirklichkeit und stellt gewissermaßen, über das Bewusstsein ein energetisches Kontinuum mit der Wirklichkeit her. Das legt der sogenannte Shakta Vedanta nahe. Diese Jahrtausende alte Philosophie möchte ich hier nur erwähnen, um der Bedeutung der Bewusstheit Nachdruck zu verleihen und ihre Rolle von der Warte der südasiatischen Tradition zu würdigen, ohne dadurch irgendeine Weltanschauung empfehlen zu wollen, ganz und gar nicht. Die interkulturelle Forschung gebietet es aber, diverse kulturelle Weltanschauungen in die Erforschung des Kulturellen und seines Managements miteinzubeziehen, während andererseits jede Transzendierung des Individuums ist sehr kritisch zu beurteilen und eher davon Abstand zu nehmen. Doch auf der rechten Ebene und im rechten Geist kann es als eine kulturspezifische Realitätserkenntnis betrachtet werden, die, wie alles Kulturelle, eine kulturspezifische Kontextualisierung und vertiefte Auseinandersetzung damit erfordert. Systeme, die in einer Kultur entstanden sind, so lehrt Hofstede zurecht, sind nicht ohne weiteres auf andere Kulturen übertragbar. Selbst der Dalai Lama bestätigt dies und lehrt, dass die westlichen Menschen sich zu allererst mit ihrer westlichen geistigen Tradition auseinandersetzen sollten, bevor sie sich anderen Traditionen zuwenden.

Über die Verkettung von Bewusstheit als Grad und Qualität der Teilnahme am Bewusstsein, das in dieser Weltanschauung Energie und letztere mit dem Universum gleichzusetzen wäre, würde man das gesamte mikro-makrokosmische Kontinuum erschließen. Was wir Kultur nennen wäre somit lediglich eine "Quantité négligeable" (ohne große Bedeutung) auf diesem Kontinuum und kann in energetische oder Bewusstseinskategorien eingebunden und formuliert werden.

Wenn sich das Bewusstsein des Subjekts an einem Pol des Kontinuums und das Universum am anderen Pol des mikro-makrokosmischen Kontinuums befindet, dann ist dieses integrierbar, weil sie komplementäre Aspekte der Wirklichkeit sind. Diese Wirklichkeit kann man als Energie oder Bewusstsein oder Universum im Sinn lesen. Es bestätigt in gewisser Weise das Komplementaritätsprinzip, demzufolge man die Natur der Welt, Materie und Energie, in Abhängigkeit von dem diese lesenden Instrument in komplementären Gestalten als Wellen oder Teilchen wahrnehmen kann. Das wahrnehmende Instrument ist die Qualität des Bewusstseins, die Bewusstheit. Diese wird die kulturelle Wirklichkeit, entsprechend ihrer Natur in der einen oder der anderen Form wahrnehmen. Eine hochentwickelte Form der Bewusstheit wird in Resonanz mit einer hochentwickelten Dimension des Bewusstseins treten und die wahrnehmen, während der Mangel an Bewusstheit gewissermaßen in Resonanz mit einer ähnlichen Qualität des Bewusstseins treten wird. Daher besteht der Sinn und Zweck kultureller und interkultureller Bewusstheitsentwicklung eigentlich darin, eine möglichst hohe Form kultureller Bewusstheit zu entwickeln, die dann ihrerseits die kulturelle Wirklichkeit kreativ mitgestaltet, sei es weil sie dazu tendiert, ihre eigene Qualität zu externalisieren oder durch die Bezugherstellung zu ihrer eigenen Wesenheit und Natur im Meer des Bewusstseins.

Dieses sei dem Interkulturalisten überlassen. Denn man kann die Dinge in mannigfaltiger Form in der Gestalt komplementärer Optiken und Perspektiven erkennen. Die Religion, die Quantenphysik und die Bewusstseinsforschung sind komplementäre Wege, denn Energie – Bewusstsein – Universum sind komplementäre Aspekte, die über den Schlüssel der Bewusstheit entsprechend dem Grand der Bewusstheitsentwicklung erschließbar sind. Das gipfelt in einem Bewusstsein-Raum-Zeit Kontinuum, das in der Tradition angedeutet ist.

Die Gewahrwerdung der kosmischen Dimension relativiert die planetar-globale unserer heuten Ära der Globalisierung. Sie ordnet sie gewissermaßen hierarchisch unter, und letztere ordnet die nationale und die wiederum die regionale, diese die lokale und individuelle. Über die individuelle Bewusstheit kann man die kosmische Dimension des Bewusstseins erreichen, während die letztere die ganze Hierarchie steuernd unterordnet. Es ist ein Kreislauf, den man in komplementären Kategorien, materiellen, energetischen oder des Bewusstseins formulieren kann – und der Schlüssel zu dieser kosmischen Wirklichkeit ist das individuelle Bewusstsein, seine Bewusstheit.

Bettet man die Kulturvariable oder das globale Paradigma in dieses mikro-makrokosmische Kontinuum ein und erkennt seine Prinzipen der Integration und Steuerung, so hat man vermittels dieser Bewusstheitsausweitung die kulturellen Belange durch die weitestgehende Kontextualisierung derselben bereits auf Bewusstseinsebne eigentlich gelöst und der kulturelle „Quanteneffekt“ wird das kulturelle Umfeld entsprechend gestalten. Die Bedeutung der (kulturellen) Bewusstheit als Hebel der Veränderung hat daher hohe Priorität. Die Relevanz des Vorhandenseins und der Qualität der Bewusstheit als ein wirksames Agens - wie kryptogenetisch und wissenschaftlich unsystematisierbar es uns letztendlich auch erscheinen mag - kommt auch in folgender psychoanalytischer Formulierung der Bedeutung derselben, sowie Giddenses darauffolgendem kulturellem Bewusstheitsmodell zum Ausdruck.

Alle drei konvergieren in der Bewusstheit oder Awareness als maßgeblichem Erkenntnisfaktor der Wirklichkeit.

4. Bewusstheit und Psychoanalyse

Der britische Psychoanalytiker R. D. Laing relativiert unsere lern- und Wandlungsfähigkeit durch den Bewusstheitsgrad, über den wir verfügen. Wandlung und Veränderung können erst dann einsetzen, wenn wir uns unserer Unbewusstheit bewusst werden. Die Erkenntnis der Nichterkenntnis ist der Weg zur Erkenntnis, der Weg der Bewusstwerdung der Nichtbewusstheit der Königsweg zu Bewusstheit und Bewusstsein. Erinnert uns das nicht an das sokratische Dictum "Scio ut nescio", ich weiß, dass ich nichts weiß als Voraussetzung für die Erkenntnisgewinnung, selbst für den Weisen.

R. D. Laing sagt wörtlich: "the range of what we think and do is limited by what we fail to notice, and because we fail to notice that we fail to notice , there is little we can do to change , until we notice how failing to notice shapes our thoughts and deeds.”

5. Bewusstsein und interkulturelles Lernen

Das nachfolgend abgebildete Giddenssche Modell der kulturellen Bewusstheit illustriert diesen Sachverhalt, indem es verdeutlichet, dass das nicht verbalisierte latent bewusste kulturelle Wissen durch Lernen auf der diskursiven Ebene verbalisiert und voll bewusst und somit steuerbarer gemacht werden kann. Der Zugang zum unbewussten Teil des kulturellen Wissens ist jedoch weitgehend, insbesondere durch Repression, versperrt. Hampden-Turner und Trompenaars sind der Ansicht, dass die kulturelle Privilegierung eines Poles eines Kontinuums, wie beispielsweise Individualismus – Kollektivismus, den komplementären aufgrund dieser Wertepräferenz ins Unterbewusstsein verlagert. Somit würde unsere Kultur über die kulturelle Konditionierung das Unbewusste miterzeugen, obschon alle Menschen eigentlich Zugang zu allen Wertepräferenzen hätten, wenn sie nicht kulturbedingt reprimiert würden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Persönliche Unterlagen, Universität Cambridge 2004

6. Die Bewusstheitserfordernis im internationalen Kontext

Ed Schein von der Harvard University ist der Ansicht, man sollte in der interkulturellen Ausbildung mit der Selbstbewusstheit beginnen. Diese Position des Harvard Psychologieprofessors reiht sich nahtlos in die Erkenntnis aller Hochkulturen ein, beginnend im Osten mit dem Sanskritbegriff Vidya, im Gegensatz zu Avidya, der südasiatischen indischen Zivilisation, in der die Suche und Erkenntnis der Wahrheit tausendjährige Tradition hat und einen der höchsten Werte repräsentiert. Hier ist die Selbsterkenntnis und Selbstbewusstheit höherer Ordnung gemeint und schließt somit andere Aspekte der Selbstbewusstheit und Selbsterkenntnis, wie die kulturelle mit ein. Dem Weg der Sonne von Osten nach Westen folgend, den viele kulturelle Ströme, und nicht zuletzt auch die religiösen, insbesondere die monotheistischen, allen voran das Christentum, genommen haben, finden wir das Echo dieser Erkenntnis im klassischen Griechenland im Delphischen Spruch „Gnothi seauton…“, Mensch erkenne dich selbst und Du wirst das Universum und die Götter erkennen. Hier begegnen wir wiederum der Hypothese, dass die Selbstbewusstheit und die Selbsterkenntnis der Schlüssel für die Erkenntnis höchster Ordnung sind. Wenn die Selbsterkenntnis in einem Kausalzusammenhang mit der Erkenntnis in Bezug auf das Universum und die metaphysische Realität steht, dann kann man annehmen, dass ein mikromakrokosmischer Zusammenhang besteht. Die vorchristlichen Zivilisationen konnte aber ebensowenig wie die modernsten Wissenschaften den exakten Bezug zwischen dem Mikro- und dem Makrokosmos verbindlich erklären. Vor zweitausend Jahren gab es aber einen Meilenstein in dieser Erkenntnis. Christus stellt den Kausalzusammenhang in nie zuvor dagewesener Form in der Menschheitsgeschichte her, wenn er sagt, dass der Mensch ein Ebenbild seines Schöpfers ist. Das ist ein Quantensprung in der Selbst- und Gotterkenntnis: ein revolutionäres Selbstbild und eine Selbstbewusstheit, die insbesondere die Beziehungen zwischen den Menschen gleich welcher Provenienz in ein neues Licht im Sinne einer Familie der Menschheit rückt und somit eine nachhaltige zwischenmenschliche internationale/interkulturelle Ethik begründen kann. Dieses christliche Erbe kann zukunftsbestimmend sein. Ist es die Zukunft, so wird sich die Vergangenheit mit ihren interkulturellen Konflikten aufgrund unzureichender Selbstbewusstheit und Fremdbewusstheit also Selbsterkenntnis nicht wiederholen. Wird die Selbsterkenntnis nicht wachsen und reifen oder gar regressiv sein, so werden Konflikte proportional, durch neue demographische, ökologische und Ressourcenverknappungsvariablen bedingt, möglicherweise auch noch zunehmen. Authentische Selbstbewusstheit, wie es die Hochkulturen seit Äonen fordern, spielt hier eben eine Schlüsselrolle.

Das „Gnothi seauton…“ hallt im lateinischen „Nosce te ipsum“, ebenso mit der Bedeutung von „Mensch erkenne dich selbst“, wieder. Die Begegnung der römischen Zivilisation mit der christlichen hat uns, aufgrund einer neuen Selbstbewusstheit eines Individuums mit seiner Würde und seinen Rechten auf dem Weg zur Selbstbewusstheit und Selbsterkenntnis vorwärts gebracht. Doch zweitausend Jahre später stellen wir fest, dass sich diese Erkenntnis nur sehr allmählich durchsetzt. Gen‘ Sonnenuntergang hallt das Prinzip der Selbsterkenntnis aus den Managementschmieden der neuen Welt als Primat der Self-awareness zurück. Nicht zuletzt deshalb bildet es auch den Kern der interkulturellen Managemententwicklung – hier und jetzt in diesem Augenblick.

7. Die kulturelle Bewusstheit, der Harvard Professor und das Weiße Haus

Der ehemalige Präsident Clinton definiert den gesamten Verlauf der Menschheitsgeschichte als ein Kampf des „wir“ auf Kosten und zulasten des „ihr“. Hier ist zwar eine Selbstbewusstheit im Spiel, aber sie ist exklusiv und nicht inklusiv, weil sie von einem rassisch, religiös, kulturell, stammesgeschichtlich und politisch höherwertigen Selbstbild und einem entsprechend minderwertigen Fremdbild ausgeht. Die Geschichte ist, laut dieser Annahme, ein permanenter Kampf, der dieses positive Selbstbild zulasten des negativen Fremdbildes durchsetzen möchte.

Der Harvard Professor Ed Schein empfiehlt daher dem internationalen Managementaspiranten, bei der Self-awareness oder der Selbstbewusstheit anzusetzen, vielleicht nicht zuletzt deshalb, weil er einer der individualistischen Kulturen angehört, in dem das Ich (I) der Dreh- und Angelpunkt der Kultur ist.

Doch der metaphorische einarmige Ökonom, den Präsident Truman monierte, weil die Ökonomen seiner Ansicht immer "on the one hand…but on the other" zu sagen pflegten und Dinge dadurch in seinen Augen zu komplizieren schienen, ist im Bereich des interkulturellen Managements in dem Sinne nicht durchsetzbar, dass die beiden Arme der Selbst- und Fremdbewusstheit die beiden geistigen Werkezeuge des multilateral, kulturbewusst und somit effektiv intrapsychische kulturelle Informationsprozesse wahrnehmenden Interkulturalisten sind. Zieht man eine Analogie zwischen den beiden physischen und den beiden geistigen Armen des Harry Truman Ökonoms und dem des kybernetischen (multiperspektivistischen) Denkens fähigen Interkulturalisten, so kann man sagen, dass die beiden Achsen und Optiken oder Wahrnehmungsstandpunkte der kulturellen Überschneidungssituation im zentralen Nervensystem eigentlich auf natürliche Weise integriert sind. Und diese Integration ist nicht nur eine konkomitante Koexistenz, sondern ein aktiver Prozess naturgegebener Integration und Koordination, mit dem an sich alle Menschen a priori ausgestattet sind.

Insbesondere der ehemalige Chief Executive der Oval Office, sowie auch der Harvard Psychologieprofessor, erkennen im Ich und seiner kollektiven Ausprägung mit seinen kulturellen Nicht-Bewusstheitsprozessen die Ursache für die Art des Verlaufs der Menschheitsgeschichte. Und der Harvard Professor sieht im Ich und den Bewusstheits- oder Bewusstwerdungsprozessen den Hebel für die Veränderung und die Befreiung von der menschlichen Bedingtheit, dem Damoklesschwert der Menschheit, das der Präsident „persistent curse“ (einen unentrinnbaren Fluch der Menschheitsgeschichte, dem offenbar selbst der mächtigste Politiker der Welt gewissermaßen ausgeliefert zu sein scheint) nennt. Laut Ed Schein sollte die mangelnde Selbst- und Fremdbewusstheit mit der Selbstbewusstheit beginnend verändert und eine Veränderung des Verlaufs der Menschheitsgeschichte bewirkt werden, so könnte man von der geopolitischen Warte des Chief Executives hinzufügen. Die Sonne der Bewusstheit scheint somit ihre Bahn von Osten nach Westen beschrieben zu haben. Wir erinnern uns: Das fernöstliche Hishiryo Konzept unbewegter Weisheit aus dem Land der aufgehenden Sonne, das chinesische Wuwei und das indische Bewusstsein Zeuge, sowie das Vidya Konzept, das griechische Gnothi seauton und das noetische Konzept (aus der die transkulturelle Bewusstheitsdimension inhaltlich und begrifflich mit abgeleitet ist), das Nosce te ipsum der römischen Kultur, das ebenso die Erforderns der Selbstbewusstheit näher bei uns spiegelt: Und schließlich endet die Sonne ihre Bahn im äußersten Westen an der Harvard Executive Management Schmiede: eine 360° planetare Kulturerkenntnis der Bewusstheit und des Bewusstseins als determinierendem Agens menschlicher kultureller und anderer Belange. Alle postulieren eine komplementäre Bewusstseinsdimension, die in Abhängigkeit von der Natur der Bewusstheit nachhaltig konfliktpräventiv und natürlich diversitätsintegrativ wirkt. Aus dieser geistigen Sonnenbahn der Erkenntnis ist die transkulturelle Ebene oder Bewusstheit destilliert.

8. Bewusstheit. Das Dao der Kultur

Das Dao ist das höchste Prinzip, aus dem alle Phänomene über das Yin-Yang Prinzip hervorgegangen sind. Ein Aspekt allein vermag nicht die Wirklichkeit zu manifestieren. Aber die beiden erzeugen demnach die materiellen, sowie die kulturellen Phänomene und ihre myriadenfachen Wechselwirkungen und Konfigurationen sind alle natürlich in ihrem Ursprung, zu dem sie in Bezug stehen wie die Welle zum Meer, der Strom zur Quelle oder der Strahl zur Sonne, a priori integriert, so man sich dessen bewusst ist. Diese Bewusstheit ist aktives, integratives Agens per se. Interventionen durch den konditionierten kulturrelativen Verstand decken nicht das Gesamtfeld dieses biopolaren natürlichen Prozess der Dynamik der absoluten EINS mit seinen zwei Polen ab, aus denen die Drei, die Vier die Fünf und so fort, die Schöpfung in taoistischen Weltbild, hervorgeht.

9. Der Rationalismus und die Grenzen der Bewusstheit

Der westliche Rationalismus erkennt in der Regel die Dialektik und das Konfliktpotential, das in dieser bereits durch die dualistische Struktur der menschlichen Neurophysiologie, die in der Psyche ebenso als Dualismus und Dialektik reflektiert wird, vermag aber nicht diese Dualität und Dialektik in einem Prinzip höherer Ordnung aufzulösen. Zumindest die gängige westliche Mainstreampsychologie geht von einem dualistischen psychosomatischen Menschenbild aus und vermag somit die Dialektik nicht in einer übergeordneten Kategorie nachhaltig zu integrieren. Auch mentale Sophistikation und vorzüglicher Intellekt, Rekonziliations- und Synergiekompetenz bleiben weitgehend im Bereich von Neukonfigurationen kultureller Konstellationen, ohne sie in eine nachhaltig natürliche und weniger reversible Ordnung überführen zu können. Dafür ist über die „horizontale Kulturerkenntnis“ hinaus eine „vertikale Kulturerkenntnis“, die auf der nachfolgenden neurophysiologischen Metapher der doppelten funktionell-strukturellen hierarchischen Integration gründet, erforderlich

10. Neurophysiologie und Psychologie der kulturellen Bewusstheit

Wenn das Bewusstsein erkennt, dass es im Korsett des Mentalbereichs mit seiner Konditionierung operiert und somit weitgehend prognostizierbar ist, weil sowohl die Wahrnehmung als auch die Antizipation der Zukunft vom konditionierten Bewusstseinsinhalt des Gedächtnisspeichers mit seiner kulturellen Konditionierung herrührt, dann kann diese Bewusstheit der Begrenzung durch die Bedingtheit der Bewusstheit die Tür zu einem weiteren Raum aufstoßen. Die Bewusstheit erkennt jenseits des scheinbar ziemlich deterministisch funktionierenden Mentalbereichs, in dem man daher zurecht von mentaler Software spricht, einen weiteren Raum, der weniger und weniger konditioniert ist, bis die Bewusstheit seinen eigenen Ursprung an der Quelle des Bewusstseins, des makellos reinen transzendenten-immanenten Bewusstseins erreicht. Gleich einem Strom hat es als ursprünglich reines, lebendiges Wasser auf dem Weg durch die Zeit und den Raum vielfältigen Umweltunrat mitgenommen, der es nun verunreinigt. Doch gleich einem Storm, der von der reinen Quelle gespeist wird, kann es sich immer wieder erneuern, sobald die Reinheit des Bewusstseins in die Bewusstheit eintritt. Vereinfachend könnte man von einem deterministisch geprägten mentalen Bewusstheitsraum und einem umfassenderen unkonditionierten Bewusstseinsraum sprechen, die kausal in dem Sinne verknüpft sind, dass, wie der Strom aus der Quelle, das konditionierte Bewusstsein mit der limitierten Bewusstheit aus dem einen Bewusstsein hervorgeht. Dieses Bild der Natur findet seine Validierung in der neurophysiologischen Forschung. Das doppelte Prinzip der neurophysiologischen funktionellen Unterordnung und der strukturellen Integration besagt, dass übergeordnete Nervenzentren untergeordnete hierarchisch unterordnen und in eine strukturelle Einheit integrieren, so findet eine permanente hierarchische Integration auf natürliche Weise statt; gewissermaßen ein selbstregulierter Prozess, wenn man die Weisheit der Natur das Ruder in der Bewusstheit eines Bewusstseins höherer Ordnung übernehmen lässt. In Anlehnung an das Werk de Kardiologin Dr. Thérèse Brosse habe ich das Konzept der noetischen-psychosomatischen Struktur gewählt und für kulturelle Zwecke die dritte noetische Ebene für die gegenwärtigen globalen Managementzwecke als transkulturelle Ebene bezeichnet. Ebenso, wie die noetische Ebene, die dritte Ebene der nun dreifältigen, erweiterten ganzheitlichen biologischen Struktur des Menschen die psychosomatische nachhaltig integriert und die mentalen Störungen, die physiologische Störungen wie Tachykardien im Bereich der Kardiologie regulierend und positiv beeinflussen kann, kann die transkulturelle Ebene kulturelle Disharmonien regulierend beeinflussen.

11. Der kulturelle Autopilot

Der natürliche Selbstregulationsprozess des transkulturellen Bewusstseins integriert und steuert auf natürliche Art und Weise das Kulturelle und die damit einhergehende Interkulturalität mit ihrer Dialektik, die im dualistischen Mentalbereich nicht nachhaltig erlöst und irreversibel in die Einheit der Diversität, aus der letztere wie der Strom aus der Quelle hervorgegangen ist, überführt werden kann. Gleich dem kybernetischen Prinzip in der Aeronautik kann ein Ziel, das dem Bordcomputer bekannt ist erreicht werden. Feedbackprozesse führen das Fluggerät dynamisch auf den Kontext reagierend zur Destination. Der transkulturelle Autopilot arbeitet auch empathisch, dynamisch zum komplexen kulturellen Kontext. Er arbeitet mit dem Kontext oder transzendiert ihn, ebenso wie das Fluggerät intelligent kritische Zonen umsteuert… Er ist per se integrativ, da die metamentale und somit die kulturelle Ebene transzendierende Ebene entsprechend dem auf das Bewusstsein übertragene neurologische Prinzip, per se integrativ ist.

12. Quantenphysik und kulturelle Bewusstheit

Analog zur quantenphysikalischen Komplementaritätsprinzip Metapher der Welle-Teilchendualität Niels Bohrs kann man das Kulturelle komplementär und ganzheitlicher wahrnehmen, nämlich entweder die Einheit des kulturellen Bewusstseinsstroms nahe der Quelle oder seinen Verlauf stromabwärts im Bereich der Diversifikation des Bewusstseinsstroms mit seinen kulturelle Armen, die jedoch alle über die bewusste Wahrnehmung von der Quelle her eine Einheit bilden. Ihre Diversität ist eine rein zeit-raumrelative Täuschung. Wenn sich das Bewusstsein dieser Täuschung bewusst wird operiert es in der Einheit des Bewusstseins das EINS und integriert ist und somit alle kulturellen Dualitäten, Dialektiken und Diversitäten. Kulturelles Reengineering, Vorwärts- und Rückwärtsengineering höchster Ordnung durch die Positionierung des kulturbewusst beobachtenden Interkulturalisten oder globalen Managers im Auge der kulturellen Herausforderung. Im Auge des kulturellen Orkans kann er sich so im Bewusstsein positionieren, dass er von der kulturellen Dialektik nicht erreicht wird, während er sie von der transkulturellen Ebene her mitregulieren kann. Es ist transformierende kulturelle Leadership.

Ebenso wie der Teilchendetektor Teilchen wahrnimmt, nämlich die Partikularismen der jeweiligen Kulturprofile mit ihren dazugehörigen Verhaltensmustern, nimmt der Wellendetektor die Wellen, also die komplementäre Natur der kulturellen Profile und Verhaltensmuster wahr. Der Wellenaspekt weist auf die Einheit des diversifizierten Bewusstseinsstroms an der Quelle oder auch an seiner Destination, dem ebenso resorbierenden und regenerierenden und alle kulturellen Wellen verschlingenden Ozean hin: Ein Kreislauf der Natur oder der Natur des Bewusstseins, wovon die kulturelle Phase lediglich ein Segment bildet. Sobald der Beobachter, Leader oder Manager, das gesamte Kontinuum wahrnimmt findet eine Transformation im Segment durch die Relativierung über die Kontextualisierung und Rückverbindung mit und die natürliche Re-Integration im Ganzen statt. Das ist die Alchimie der kulturellen Transformation durch die transkulturelle Bewusstheit, die man in physikalischen, physiologischen, psychologischen oder philosophischen Metaphern plausibel erklären kann. Allein, die Umsetzung in die Managementpraxis bedarf der menschlichen Mitwirkung, der Sensibilisierung, Bewusstheits- und diesbezüglichen Wissens-, Erkenntnis- und Kompetenzentwicklung fortgeschrittener Art.

Die Integration des inter(kulturellen) und des transkulturellen Bewusstseinsraums ermöglichen eine kulturelle Alchimie, die durch Hochkulturen und Wissenschaftskulturen diverser Zeiten und Breiten nahegelegt wird. Die Bewusstheit des gesamten kulturellen Bewusstheitsraums und der ihn steuernden Axiomatik ermöglicht einen Quantensprung der Kulturerkenntnis und des globalisierten Kulturmanagements im dritten Millennium. Die multifaktorierte und multidimensionale Komplexität der Geopolitik mit immer mehr Akteuren und die die Weltwirtschaft in der es immer mehr Prozesse, Systeme, Ressourcen, Wissen, Produkte und Regionen, internationale strategische Allianzen und nicht zuletzt kulturelle Diversität möglichst synergetisch zu integrieren gilt.

Im transkulturellen Bewusstheitsraum konvergiert die myriadenfache Diversität und Komplexität gleich den Speichen des Rades in der Nabe oder der reisende Strom in der Quelle – oder auch im Meer des Bewusstseins. Mag das Rad der Geschichte und ihrer Prozesse sich noch so schnell drehen und Staub aufwirbeln, die Bewusstheit an der Nabe ist unbewegte Weisheit höherer Ordnung, die die Diversität zusammenhält und die zentrifugalen Kräfte durch ihre komplementäre zentripetale Natur ausbalanciert.

13. Der metaphorische quantenkulturelle Effekt. Die metaphorische quantenkulturelle Axiomatik

Ebenso wie die Quantenphysik die Eroberung des Weltraums ermöglicht hat, ermöglicht die „Quantenkultur“ die Beherrschung des Welt-Kulturen-Raums. Dieses Dictum scheint mir zutreffend.

1. Die subjektive Integration des inter-transkulturellen Bewusstseinsfeldes integriert das kulturelle Umfeld.
2. Die Spaltung des inter-transkulturellen Bewusstseinsfeldes spaltet das kulturelle Umfeld.

So könnte das „quantenkulturelle Prinzip“ in zwei Sätzen konzis formuliert werden.

Das Gewahrwerden des integralen inter-transkulturellen Bewusstseinsraums führt zur Entfaltung der transkulturellen Intelligenz. Sie beinhaltet das bereits in der Ontogenese und der Phylogenese teleologisch angelegte Potential der fortwährenden Ausdifferenzierung und Integration der Evolution der Schöpfung, deren krönender Gipfel der Mensch ist. Diese Diversifikation-Integration ist auch im Bewusstsein zugegen. Doch Tribalismus und Nationalismus, Ethnozentrismus und Parochialismus haben das Gesamtfeld im Wege der vermeintlichen Optimierung der Lebenschancen verdunkelt. Diese progressive Verdunkelung und Einschränkung des inter-transkulturellen gesamten Bewusstseinsfeldes wird in unserer Ära aber dermaßen kontraproduktiv, dass die Menschheit nur durch die Reintegration des abgespalteten Bewusstseinsraums befreit werden kann. Dogmatismus in diesem Bereich sollte aber Anathema sein.

Diese Integration ist Aktion, diese Erkenntnis ist wirksames Handeln höherer Ordnung, da sie, im inter-transkulturellen Kontinuum des Bewusstseins des Einheitsfeldes, das erstere interkulturelle oder insbesondere das letztere transkulturelle nicht abspaltet und diese Abspaltung in das globale kulturelle Umfeld als Konflikt externalisiert, sondern vielmehr die immanent integrativen Eigenschaften des die kulturelle Konditionierung transzendierenden Bewusstseins externalisiert. In diesem Sinne könnte man durchaus ohne wissenschaftliche Anmaßung von einem metaphorischen quantenkulturellen Effekt sprechen. Denn, die Positionierung im Bewusstseinsfeld induziert identische Wellen, die sich gleich den Wellen des Ozeans im Einheitsfeld des Ozeans des Gesamtbewusstseins verstärken und fortpflanzen. In der Zeit werden sie die Felsen der durch unablässige Konditionierung herbeigeführten Verdunkelung durch Reduktion des Bewusstseinsfeldes abtragen. Eine Universalzivilisation des Menschen wird sich im Ozean des einen Bewusstseins etablieren, in dem Wellen integrierter kultureller Einzigartigkeit und Ausdifferenzierung vermittels der natürlichen Diversifizierungs-Integrationslogik der Phylogenese ihre Vollendung finden. Differenzierung und Integration werden sich, gleich Wellen und Ozean, als unabdingbar interdependente Prämissen der Höherentwicklung erkennen und ihr entgegenstreben. Die Integration des Gesamtfeldes ist die Voraussetzung für die Gestalt der Metapher der Doppelhelix, einer stetig fortschreitenden Evolution, i. e. konfliktfreier Ausdifferenzierung unter Wahrung der Einheit.

Die Einheit des makellosen Bewusstseins - die Quelle des Geistes - ist, bevor sie durch persönliche und kulturelle Gruppenidentifikationen bedingt verdunkelt wird, per se integrativ. Spaltung des Einheitsfeldes und Abspaltung erzeugen interne und durch die intern-externe Vernetzung im Bewusstsein ein intern-externes Konfliktkontinuum, das nur durch die Integration des Subjekts nachhaltig reversibel wird. Durch die rechte Positionierung des kulturellen Subjekts im inter-transkulturellen Bewusstseinsraum wird das intrapsychische Prozessmanagement anlässlich des kulturellen Interfacing positiv gestaltet.

14. Die inter-transkulturelle Bewusstheitsintegration als Refugium

Wenn das Bewusstsein sich von den Fesseln der sozialen Konditionierung löst, tritt es in einen weiten Raum ein, einen Raum, in dem alles Potentialität ist und von dem die psychischen Aktivitäten ausgehen und durch den sie bedingt sind. Dieser Raum ist transzendent und immanent. Er transzendiert die psychologische Architektur und manifestiert sie.

Das Inter- und Transkulturelle kann als ein energetischer Dynamismus mit den Polen Potentialisierung und Aktualisierung verstanden werden. Es kann mit einer Leinwand vor der Projektion von Szenarien verglichen werden. Es ist nicht Bewusstsein von, sondern Bewusstsein pur, wie es südasiatische Weisheitslehren formuliert haben. In dem Maße, wie es sich involviert, treten die Phänomene in Erscheinung. Folgt der Interkulturalist seinem Bewusstseinsstrom stromaufwärts, der Quelle entgegen, so löst er sich von dem kulturellen Korsett, das ihm Stütze verleiht, aber auch Einengung erzeugt. Auf diesem Weg kann er sich von allen seinen Programmierungen lösen und den denkbar höchsten Grad menschlicher Freiheit erlangen; sein ureigenes Geburtsrecht der Freiheit wiedergewinnen, das unkäuflich und unveräußerlich ist.

In diesem Raum der Stille und Freiheit begegnet der Mensch leichter der Quelle seines Seins, an der er sich speisen kann, ohne seine ganz normale Menschlichkeit einzubüßen. Diese menschliche Grenze braucht er ebenso, wie die Erkenntnis des weiteren Raumes. Es handelt sich nicht um eine maßlose Entgrenzung und einen Verlust der irdisch zeit-räumlichen Verankerung im Hier und Jetzt, eine geistig-physische Vermassung, Vermischung und Vermengung. Nein!

Die christliche Zivilisation ist hier beispielhaft im Kreuz: eine stärkere Verankerung als die durch Christus am Kreuz, festgenagelt an den horizontal-vertikalen zeiträumlichen Achsen des Seins, eine Positionierung, die an Kopf (Dornenkrone) Herz, Händen und Füßen durchbohrt, im Blut und Leiden besiegelt ist, ist unvorstellbar. Diese zentrifugale-zentripetale Balance ist offensichtlich erforderlich für die rechte Ortung des Menschen, der von Blaise Pascal als ein Wesen der Mitte beschrieben wurde.

Asiatische Philosophien, die zur Verneinung der Welt oder zur Entgrenzung neigen, finden hier eine Korrektur in Einklang mit unseren heutigen Zivilisationserfordernissen.

Fahren wir fort nach dieser Mahnung! An der Quelle des Seins jenseits der Konditionierung und des Alltagsstresses schöpfend erkennt der Mensch mehr und mehr den Ursprung der Quelle jenseits des Stroms und des Bewusstseins - den Schöpfer. Im heiligen Hain, an der Quelle und am Begegnungsort mit dem Schöpfer, dessen Ebenbild er ist, kann er die Integration der inter-transkulturellen Bewusstseinsräume im Sinne des Schöpfers in Kontemplation und Erweiterung eschatologischer Erkenntnis vollenden.

Diese führt über das unpersönliche Bewusstseinsparadigma hinaus - zu einem persönlichen Gott der Christlichen Zivilisation. Der Schöpfer hat dem Menschen durch die Freiheit des Bewusstseins das Potential gegeben, vielfältige Realitäten auf verschiedenen Ebenen zu manifestieren.

15. Kulturelle Bewusstheit und Universalkultur

Dem Menschen ist eine universelle Kultur in die Wiege gelegt, eine universelle kulturelle Lingua Franca. Um die myriadenfache Diversität zu integrieren ist die Rückbesinnung auf diese menschliche Anlage erforderlich. Sie ist frei verfügbar und erfordert keine akademische Sophistikation. Alle Menschen können im Geist dieser biologischen Ausstattung barrierefrei kommunizieren. Sie verstehen sich jenseits der Worte. Ihre individuellen kulturellen Sprachen werden in der einen Universalsprache zusammengefasst. Sie ist direkt, ohne semiotische Verzerrung durch kulturelle und persönliche Interpretationsbarrieren. Vielleicht ist eine Form der kulturellen und persönlichen Nichtanmaßung – das transkulturelle Paradigma? - die Bedingung, um den „Babyloneffekt“ der Sprachenverwirrung infolge menschlicher Anmaßung umzukehren.

16. 360° Kulturbewusstheit

Um den Erfordernissen einer multilateralen kulturellen Begegnung gerecht zu werden ist eine 360° kulturelle Bewusstheit erforderlich. Das heißt, dass zusätzlich zur kulturellen Selbstbewusstheit die kulturelle Fremdbewusstheit im Sinne der Bewusstheit der kulturellen Wahrnehmungsfilter aller Beteiligter, aller Mitglieder eines multikulturellen Teams beispielsweise, erforderlich ist. Die Fähigkeit, alle kulturellen Wahrnehmungsfilter der Teammitglieder im Bewusstsein präsent zu haben wird von Trompenaars und Hampden als kybernetisches Denken bezeichnet und als Inbegriff der interkulturellen/transkulturellen Kompetenz betrachtet. Dies erfordert natürlich über die Erkenntnis hinaus, dass der Akt der Wahrnehmung an sich kulturbedingt ist, auch ein Maß an kulturellem Wissen über die kulturellen Wertesysteme und die dadurch bedingten Verhaltensmuster der jeweiligen Teammitglieder. Die Fähigkeit mehrerer Perspektiven geistig gleichzeitig gewahr zu sein und dennoch funktionsfähig zu bleiben gilt als Kennzeichen vorzüglicher Intelligenz.

17. Das interkulturelle Bewusstheitsprozessmanagement

Man könne horizontales und vertikales kulturelles Bewusstheitsmanagement unterscheiden: Einerseits die scheinbar inkompatiblen, aber bei entsprechender Synergiebewusstheit und Synergiekompetenz komplementären Kulturprofile von Kulturgruppen diverser Skalierung vom individuellen über diverse Gruppenkulturen bis hin zur Nationalkultur und darüber hinaus, die im Gedächtnis der Akteure wahrnehmungs-, verhaltens- und antizipationsdeterminierend gespeichert und durch die kulturelle Dialektik gekennzeichnet sind, sowie auch über die bereits thematisierten neurophysiologischen/psychologischen Gesetzmäßigkeiten integrativ gesteuert werden können. Dieses Bewusstseinsmanagement erfordert die Bewusstheit des integrativen inter-transkulturellen Bewusstheitsraums mit seiner Integrationsdynamik diverser kultureller Profile. Es ist eine ultimative globale Managementressource, die potentiell, gewissermaßen teleologisch, in der Phylogenese zur Aktualisierung in unserer Ära vorgesehen zu sein scheint. Der Same enthält die Potentialität des gesamten Baumes, seine Diversifizierungs- und Integrationsdynamik. Das trifft auch auf den Baum des Menschengeschlechtes zu. Die Natur und die Natur des Bewusstseins folgen scheinbar einer Schöpfungsdynamik, die geistiger Art ist und sich mannigfach manifestiert.

Andererseits kann man innerhalb dieses erweiterten kulturellen Bewusstheitsraum eines ganzheitlicheren Bewusstseinsfeldes auch noch Phasen intrapsychischen Prozessmanagements der kulturellen Wahrnehmung anlässlich des kulturellen Interfacings unterscheiden. Sie sind vorwiegend, gleich den Kulturprofilen, im mentalen Speicher wahrnehmungs- und handlungsdeterminierend auf der interkulturellen Bewusstheitsebene lokalisiert. Die psychologische Kartierung der Sequenzen der kulturellen Wahrnehmung in Aktion innerhalb des individualpsychischen, interkulturellen Bewusstheitsraums habe ich in Teil 4 Techniken, in einem Multimodell integriert.

Doch diese intrapsychischen kulturellen Informationsverarbeitungsprozesse können wiederum in der Erkenntnis des erweiterten, ganzheitlichen und komplementären inter-transkulturellen Bewusstheitsraums, insbesondere der transkulturellen Bewusstheitspotentialität, ebenso wie die vorerwähnten Kulturprofile über das von der Neurophysiologie abgeleitete Prinzip der Steuerung durch Subordination und Integration vorteilhaft in die höhere, integrative transkulturelle Bewusstheitsebene eingebettet werden und somit die neurophysiologische Erfordernis der doppelten strukturell-funktionellen hierarchischen Integration erfüllen. Kann dieses biologische Prinzip nicht greifen, so entsteht ein neurophysiologisch/psychologisch bedingter Kulturkonflikt.

Damit kann zusätzlich zum sequenziell differenziertem Schritt für Schritt interkulturellen Kommunikationsprozessmanagement auf der interkulturellen Ebene die natürlich integrative transkulturelle Ebene, sowie die damit einhergehende spontane transkulturelle Kybernetik mit ihrer eigenen, die Analyse transzendierenden transkulturellen Intelligenz aktiviert werden. Es handelt sich jeweils um zwei Ebenen der kulturellen Bewusstheit, wobei die höhere in Einklang mit der menschlichen Neurophysiologie die untergeordnete strukturell und funktionell integriert. Dieser möglicherweise von der Evolution von Anbeginn teleologisch vorgesehene Vorzug der menschlichen Konstitution, der in unserer Ära aufgrund gesteigerter Diversitätsherausforderungen und aufgrund des in ihm inhärenten Potentials integralen Kulturmanagements über ein erweitertes Kulturbewusstsein an die Tür des menschlichen Bewusstseins klopft, scheint nun immer mehr in das Bewusstsein kultureller Akteure zu treten und eine umfassendere, biologisch basierte und wissenschaftlich fundierte Kulturbewusstheit sich abzuzeichnen.

Part 2 Über das transkulturelle Bewusstsein Via Transcultural Consciousness…

A. The Intercultural Complementarity Principle

Complementarity principle refers to the art of integrity. As man approaches his global and cosmic vocation and stature he will realize a global consciousness, a consciousness of the entire world, as he represents and incarnates this world. He is the son of the earth as such and he will realize more and more of his nature until the totality of the physical origin of his being enters the horizon of his awareness. That potentiality is there slumbering within him. It is only due to the limitations man has been imposing on man and keeps on doing that the earth, planetary, global or consciousness of all-encompassing unity and solidarity of the entire planet, with all its people that all together have the same origin, is impeded. Globalization triggers and fosters this awareness and consciousness. One family of mankind on one planet in one spatiotemporal context that varies culturally and individually and thereby enhances its richness and variety in every way.

Such is the reality we are part of in this tiny spot of the infinity of the universe. In consciousness we can embrace this pinhead sized spot many times. That dwarfs humans and their affairs to insignificance. On the other hand, towards the complementary extreme, the subatomic nano worlds are similarly pushing further and further the horizons towards their own infinity: And their can only be one infinity. With no end being in sight in either direction, neither the microscopic nor the macroscopic, they may well turn out to be two complementary aspects of the infinity of ONE. And what happens in matter and energy is replicated at the level of human awareness. The horizons of awareness evolve until they merge in the wholeness of the potentiality latent in the Earth i.e. in man. And when the whole field is charted materially, energetically and in consciousness they all may turn out to be diverse vistas of the one at diverse levels of complexity. The trend is towards recovering and unearthing that unity which is the source of everything, not at the level of the clay, but rather at the highest potentiality inherent in it. Nothing will have changed except evolving reconfigurations of the dynamics inherent in the Earth. Energy, matter and consciousness therefore appear as complementary aspects of the One. Man is the focal point of the dynamics of these micro- macroscopic complementary aspects of the world. He is the most highly evolved manifestation of the Earth, where all the phenomena are represented informationally and are accessible through the mirror of the world which is consciousness.

When human consciousness divides itself and adopts the stances of the diverse divisions it no longer truly represents objective creation but rather engenders a similarly divided reality of its own making which appears antagonistic in every way. As the loss of the objective representation of the world increases, conflicts emerge between the relativized unity because any relativized fragment has a memory of its unitary origin and wishes to adopt the stance of that unity whose information remains in it all the time, however superseded by the relative. It wishes to position itself as the absolute. That explains the absolutist worldviews and intractable particularisms that desire to colonize and control the world on the false assumption of and erroneous pretense to the legitimate ownership of the one and the absolute. And that logic prevails until the One is rehabilitated in consciousness as the true One instead of the myriads of relativized Ones and Absolutes that wishes to take its place while they function on the basis of their residual information of the one which they have never lost.

In order to correct the misperception of the One manifesting as the relativities of views and worldviews taking its place and the subjective overriding objective truth, the mechanism of dualisation of the One needs to be elucidated and to enter human awareness. Once the dualisation mechanism and principle that alienated the creatures, in particular man from the One, is perceived, there appear two realities in consciousness, i.e. one which is the absolute One that has never changed fundamentally and can probably never change and the parts of the One that assumed separate forms of identity and existence from the One. So, the One and its parts appear – once dualisation has occurred – as the complementary aspects of existence. This awareness engenders a consciousness that reintegrates the parts with the One and reestablishes unity based on complementarity, unity in diversity. This reintegration leads to the integrity of Creation, man and cultures.

As long as the realization of the dualisation-based complementary reality does not occur conflict among the parts of the One and between the parts and the One will go on because they pretend to be absolute and legitimate representatives of the One. They will have to become aware of their relativity with regard to other relativities and the true One. This occurs, at a first step, by their realization of being complementary parts of the whole. Via the milestones of their perception of duality and complementarity the One, which is without contradiction, can be recovered because all contradictions are transcended at the essential level of the One.

When the parts step back the one recovers the field, which the former have erroneously tried to supersede, assuming themselves to be the absolute and legitimate pretenders to the absolute One. The One will always redeem erroneous assumptions and pretensions to the One by the parts as the ocean always recovers the waves which keep emerging from it. That preserves the integrity of creation and man, which human relativity tends to misperceive and to reconfigure according to its limited understanding due a separation from the integral and unchangeable One, which is the logic that sustains the one terrain of existence.

Somehow the One and its dynamics seem to slip out of the horizons of human consciousness and the cycles of division set in until they are redeemed by the integrative logic of the One without alternative. Otherwise a process of atomization of existence would engender irreversible chaos. Yet, the One reverses the parts pretending to the One and trying to colonize it with their limitations. And as parts they cannot prevail but are remerged in the One as long as they are not seamlessly aligned with the order and integrity of the One. Thus waves upon waves and cycles upon cycles occur until the One prevails, because it is the timeless truth that cannot be alienated unless the discontinuity of the world itself sets in.

Ethics is part of the art of relativization of players. The stance implied by ethics and morals proactively promotes the One through social intelligence and all-embracing altruism, which are conducive to the One and therefore the integrity of man and Creation. Alternatively, spirit of humility and essential non-assertiveness inherent in true ethics leaves the terrain to the One to bring about its integrity, which the relative is incapable of.

On the relativity of cultural diversity

No cultural diversity but rather a perceptual diversity:

THERE IS NO CULTURAL DIVERSITY

THERE IS, HOWEVER, A DIVERSITY OF THE DEPTH OF PERCEPTION OF EXISTENCE!

The experience of diversity seems to arise as a consequence of a lopsided perception that ignores or refuses to perceive the wholeness of existence referred to metaphorically as the cultural complementarity principle of unity and diversity that has an inkling of the integrality and integrity of creation. The cultural spell under which the world presently is appears therefore as a consequence of perception that is a culture consciousness with limited awareness. Culture seen as such is an act of consciousness. And the type of culture consciousness a player has cocreates the cultural reality within and around him.

From there one may even infer that culture being an act of consciousness based on perception and awareness it cannot be conceived of apart from the human dimension of consciousness. The cultural discourse that fills libraries and the pockets of culture gurus and the lecture halls of universities alike is based on a culture paradigm that cannot have any permanence and sustainable impact on globalization. If it is not enhanced and complemented it can mislead the whole world as fascism and communism have misled the millions and the masses until they were put in their true context and understood more fully. If culture that some assume holds the place of these worldviews and errors of the past at present is not put in its true context likewise it may have the same impact and destiny as those cultural errors. Therefore the present cultural paradigm imperatively requires the correction and completion of its edifice, which is the purpose of the inquiry.

This epistemological perception of culture and cultural diversity does not altogether eclipse the practical value of cultural diversity. The first is helpful in cultural problem solving, the second for evolving. Its dialectics help the world to grow and develop based on the dialectics of diversity. When that causes problems the complementary epistemological perception of culture can be used as a cultural problem solver. So the epistemological and the pragmatic standpoint are the complementary aspects of a culture theory and management practice in accordance with man and his needs. And it does neither sacrifice uniqueness to a heresy of an irenology of misconstrued equality, nor unity to unbridgeable diversity

Science, philosophy and religion are complementary approaches in different languages to the complementary principle of the universe i.e. the One with its dualisation and the ensuing reintegration requirements as well as the entities engendered in the process within the One. When consciousness, the languages and objective reality are aligned, integrity, integrality and integration occur. And it can occur from diverse stances and perspectives comparable to the spokes of a wheel that all point to the hub. When the awareness of the hub dawns, languages, attitudes and behaviours will be coloured by the integrative nature of the hub, which points to the One and the destination of man unfolds at the horizon, which connects him to his infinity and the all-integrative One. Now the complementarity of what was the duality and dialectic of the parts and the whole is realized.

As the wheel accelerates, the centrifugal processes of consciousness drag the players to the periphery of the wheel where the illusion of separation from the hub occurs. Then the question of reconnecting to the hub or the one consciousness and reality arises, and religion, which etymologically means “reconnecting” provides that reconnection to man lost in the periphery of separate existence from the One with its integrative power. That determinating logic of the one is replicated and visible in human neurophysiology; in the physical and the social terrains alike. The complementary interdependencies of the One and the parts and the parts among themselves provide the more complete picture of life. As soon as they are perceived in the light of complementarity and unity the havoc they have wreaked tends to subside.

Oneness, division, antagonism, perception of their complementarity and their reintegration in the fundamental logic and order of the One are the milestones of the dynamics of the One. Once these milestones on the map of existence are perceived the integration of the map of life and of the traveler occurs. Unless individual and collective travelers on the way judge reality in the awareness of the spatiotemporally relative milestones on their journey through life, the perception of complementarity and unity remains out of sight.

Once human consciousness expands its awareness to the entire map of existence with its milestones, Oneness occurs in consciousness and in the world as the human terrain merges with the order of the universe. The integrity of creation and man are realized. It is the reversal of the original sin of separation through disobedience to the one law that enshrines the order and integrity of man and creation.

The threat of the One, duality and reintegration runs through all aspects of existence. As such it can be captured as a metaphorical complementarity principle of existence. And culture and intercultural management are simply part of that logic. Without its being embedded and seen through the optic of the One with its logic it can neither be fully understood nor sustainably solved. Cultural issues are therefore solved at a higher level.

If that level can be perceived and understood cultural issues are contextualized in its superordinate logic and the stepwise realization or recovery of a type of integrative consciousness that also provides the solution to cultural diversity and conflict issues from their source and origin. And without the realization of their deeper origin they ultimately remain unmanageable. Therefore the management of cultural diversity requires a journey into the whole of existence and consciousness. The journey uncovers the complete map. And the awareness of its completeness with its diverse milestones leads to the destination of integration and alignment.

Consciousness as the focal point of human phenomena seems to practically require elucidation for the understanding of anything related to man or mankind. Therefore I wish to invite the traveler on a journey that explores the horizon of human consciousness so as to approach the all integrative hub of unity and of integration of the wheel of life with its myriads of diverse appearances from complementary vistas:

I will establish based on a transdisciplinary, transcultural 5 D psychology-physics-physiology-philosophy-metaphysics approach a logic that is complementary and integrative of the diversity of culture and supported by diverse epistemologies or complementary languages that describe the nature and the logic of the One with its dynamics from various perspectives. It looks at culture more specifically and holistically.

If one tries to understand the logic of the One and the Two which creates the complementary duality of the One and its divisions as well as among the divisions, equally complementary approaches of mathematics and religion come to one’s mind in the shape of biblical number symbolism that runs as a threat through the diverse civilisations from Babylonia, via Ancient Israel right through the Christian World. Chinese and Greek Pythagorean Cosmology speak a similar language. In the former One stands for undividedness, i. e. God Himself. In Christian theology the One is equated to the Almighty Father, the CREATOR. The top dimension D1 of the Transcultural Profiler on page 79 of this investigation points in that direction. In order to know the infinity of the One, there needs to be a knower that is different from infinity. This involves a definition which means a limitation (finio in Latin means to limit; to define implies to delimit). The limitation implies two sides of a limit or limitation, which leads to the two and thereby to duality and polarity. This duality can be construed as opposition or as relationship. One and two form an ultimate complementarity that points to the ultimate eschatological principle of Father and Son and to a Principle of Creation that is based on division (light and darkness, day and night, man and woman etc.) The indissociable enigma of the complementarity of One and Two seems to underpin the world and to provide a template for its understanding.

B. The Intercultural Integration Principle

A REVIEW OF THE INTERCULTURAL PARADIGM

Scio, ut nescio!

ergo

Nosce te ipsum - Γνῶθι σεαυτόν - Conócete a ti mismo! - Know thyself!

(Socrates)

1 The State-of-the-Art of the Intercultural Art and Science

On human relativity in intercultural research

NATO has contributed its share to the liberation of Libya. It is not yet sure, whether, from the western standpoint, that is liberation into the past or into the future, as the introduction of a form of Islamic law has also been announced. Culture and religion are important components of culture indeed and seem to be stronger than presumed attractiveness of western ideology. Exactly a fortnight ago media have been reporting about an escalating demonstration by Coptic Christians in Cairo which has caused a considerable number of victims, which has, however, been trivialized by some media by presenting it as business as usual in this part of the world. And as if I was not enough, the seismic changes of the Arab spring, which also involves Syria and other nations of the Maghreb and the Mashreg, culminates so far in a strong physical earthquake today in Turkey. The Euro crisis and the sword of Damocles of a global financial crisis are again threatening to strike and “Boycott Wall Street” movements in culturally diverse forms question the legitimacy of the global financial system. The gaps between the haves and the have-nots as well as the cultural gaps between players are seemingly widening to such an extent that the geological earth drifts apart as much as the social world. And this fragmentation and antagonizing atomization seems to have its cause in a divisive force in the human psyche which should be looked at in search of a remedy for the ongoing externalization of division with its logic of conflict. It raises the questions of integrative forces in man to counterbalance divisive forces. The spirit of division in many shapes and forms seems to prevail over the spirit of unity, from the local to the global, from the personal to a worldwide scale. Is that the shadow of today’s technologically feasible global integration? However, conditioned separation and division as well as a priori given essential unity of man are both aspects of man. When this complementary reality is lost out of sight dysfunctionalities occur in the organism of humanity. So the question seems to arise how this lopsided prioritization of human anthropological reality can be rebalanced, how the game of the perennial centrifugal and centripetal forces in many garbs can be harmonized and reintegrated. More culturally and abstractly speaking the question arises, how the integration and reconciliation of myriads of singular forms and shapes and types of human diversity on the one hand and their essential unity as members of humanity on the other hand can be realized. The realization of the complementary synergetic function of both aspects of man’s constitution has a naturally conflict preventative impact, because the natural divisive forces are contained by the natural integrative forces. The perception of the whole has a controlling function, an integrative and pacifying impact within and as a consequence also without. Deficits with regard to the perception of this reality as an interdependent whole, which results from socialization as much as cultural conditioning - in fact it is part of fundamental overall human conditioning of man across cultures and civilizations - lead to a structural and functional imbalance of man that is counterproductive to the development of humanity from a diverse human species to a solidary human family with all its diversity. In the following we want to focus our attention on the contribution of intercultural research to the correction of this state of affairs in order to complement presumable deficits in intercultural theory and practice in view of enhanced global management. Not presumptuousness moves and motivates such a lofty perspective but rather the need to address a presumed core issue of human affairs. And unity is not a form of vague idealism but rather a functional aspect of the human.

A parabolic story in which an individual is looking for an object in the light of a lantern can be considered symbolic of mainstream intercultural research. When a passer-by asks the searching individual where exactly he has lost the object, the latter answers that it must have been a little further away, whereupon the puzzled passer- by further asks why he was not looking where he assumes he has lost the object in question. The searcher answered that he was looking here in the light of the lantern because the visibility was better in the light of the lantern.

[...]

Ende der Leseprobe aus 189 Seiten

Details

Titel
Stufen des kulturellen Bewusstseinswandels im 3. Millennium. Kulturelles, inter-, transkulturelles und Schöpfungsbewusstsein
Untertitel
Stages of Culture Change in the 3rd Millennium. From Cultural, via Inter- & Transcultural, to Integral Creation Awareness.
Veranstaltung
Interkulturelles Management
Autor
Jahr
2012
Seiten
189
Katalognummer
V190496
ISBN (eBook)
9783656150282
ISBN (Buch)
9783656566069
Dateigröße
1807 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
ein Teil in Englisch
Schlagworte
change management, physiological change model:attitudes-relationships-structures, culture change, Management des Wandels, Physiologsiches Modell:Einstellungen-beziehungen-Strukturen, Management des Bewusstseinswandels
Arbeit zitieren
D.E.A./UNIV. PARIS I Gebhard Deissler (Autor), 2012, Stufen des kulturellen Bewusstseinswandels im 3. Millennium. Kulturelles, inter-, transkulturelles und Schöpfungsbewusstsein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190496

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