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Grundlage und Grenzen der Pädagogischen Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern

Titel: Grundlage und Grenzen der Pädagogischen Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern

Hausarbeit , 2010 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Josefa Krinecki (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand dieser Arbeit sind die allgemeinen Grundlagen und Grenzen der pädagogischen Freiheit von Lehrkräften. Ob Lehrkräften ein rechtlich gesicherter Freiraum für ihre Unterrichts- und Erziehungstätigkeit zusteht und wie weit dieser Freiraum gegebenfalls reicht, war bereits vor gut 30 Jahren Inhalt der rechtswissenschaftlichen Diskussion und wurde durch das schlechte Abschneiden Deutschlands bei den internationalen Vergleichsstudien wie PISA und TIMSS und der damit verbundenen Forderung nach mehr individueller Förderung wieder in der Öffentlichkeit thematisiert.

Bei diesen Ausführungen gibt es keine Beschränkung auf ein Bundesland, vielmehr werden generelle Aspekte der pädagogischen Freiheit von Lehrkräften beleuchtet und nur punktuell Beispiele aus einzelnen Bundesländern herangezogen.

Im ersten Teil werden die Grundlagen wie beispielsweise der verfassungsrechtliche Standort und eine mögliche Definition thematisiert, während sich der umfangreichere zweite Teil mit den Grenzen der pädagogischen Freiheit befasst. Hier werden unter anderem die Begrenzungen der pädagogischen Freiheit aus inhaltlichen Vorgaben, das Verhältnis der pädagogischen Freiheit zur pädagogischen Verantwortung sowie das Spannungsverhältnis zwischen pädagogischer Freiheit der einzelnen Lehrkraft und pädagogischer Eigenverantwortung der Schule behandelt. Reale schul- und prüfungsrechtliche Entscheidungen zur pädagogischen Freiheit werden anschließend skizzenhaft dargestellt, bevor in einem Fazit die behandelten Aspekte zu einem Resümee zusammengefasst werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der pädagogischen Freiheit

3. Grenzen der pädagogischen Freiheit

3.1 Die pädagogische Freiheit als „Rechtsreflex“

3.2 Begrenzungen inhaltlicher Vorgaben

3.3 Verhältnis pädagogische Verantwortung – pädagogische Freiheit

3.4 Spannungsverhältnis zwischen pädagogischer Freiheit der einzelnen Lehrkraft und pädagogischer Eigenverantwortung der Schule

3.5 Sicherstellung des richtigen Umgangs mit der pädagogischen Freiheit

4. Schul- und prüfungsrechtliche Entscheidungen

4.1 Verhältnis zur Weisungsgebundenheit

4.2 Pädagogische Selbstverantwortung und Schulaufsicht

4.3 Bindung an den Lehrplan

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen sowie die rechtlichen und praktischen Grenzen der pädagogischen Freiheit von Lehrkräften. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und in welchem Umfang Lehrkräften ein rechtlich gesicherter Freiraum für ihre Unterrichts- und Erziehungstätigkeit zusteht und wie dieser im Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Vorgaben, schulinterner Eigenverantwortung und pädagogischer Verantwortung definiert ist.

  • Verfassungsrechtlicher Standort und Definition der pädagogischen Freiheit
  • Die pädagogische Freiheit im Kontext von Weisungsbefugnissen und Dienstpflichten
  • Spannungsfeld zwischen individueller Lehrerfreiheit und dem Profil der Schule
  • Analyse realer schul- und prüfungsrechtlicher Entscheidungen
  • Bedeutung der pädagogischen Verantwortung als Korrelat zur Freiheit

Auszug aus dem Buch

3.1 Die pädagogische Freiheit als „Rechtsreflex“

Die pädagogische Freiheit ist kein Grundrecht der Lehrerinnen und Lehrer. Nach Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes sind zwar Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre frei, jedoch sind davon Lehrkräfte, anders als beispielsweise Dozenten an einer Hochschule, die es mit erwachsenen Studenten zu tun haben, davon nicht betroffen. Begründet ist dies unter anderem damit, dass Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen in überwiegendem Maße minderjährige Schülerinnen und Schüler unterrichten (vgl. Hage & Staupe, 1985, S. 142, Hoegg, 2006, S. 56, Jehkul et al., 2007, S. 288).

Rechtfertigung findet die pädagogische Freiheit in der Erziehungsaufgabe des Lehrers. Diese Form der Freiheit ist keine personale, vielmehr ist sie eine auf den Schulzweck und auf die die Bildungsinteressen der Schüler gerichtete Freiheit (vgl. Avenarius & Füssel, 2008, S. 177). Rux (2008, S. 147) merkt an, dass Lehrkräfte aus den Bestimmungen über ihre pädagogische Eigenverantwortung ein subjektives Recht auf pädagogische Freiheit herleiten können, dieses jedoch, wie auch das Elternrecht fiduziarisch ist, im Interesse der Schülerinnen und Schüler auszurichten ist und etlichen Begrenzungen unterliegt. Juristen sprechen in einem solchen Fall von einem „Rechtsreflex“. Der Begriff impliziert, dass vom Recht des Schülers etwas auf den Lehrer reflektiert wird (vgl. Hoegg, 2006, S. 56).

Andere Autoren sprechen von einem „notwendiges Funktionsprinzip bei der Berufsausübung“ (Hage & Staupe, 1985, S. 142) oder einer „pflichtgebundenen Freiheit“ (Avenarius & Füssel, 2008, S. 177).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der pädagogischen Freiheit ein, beleuchtet deren Relevanz vor dem Hintergrund internationaler Vergleichsstudien und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit.

2. Grundlagen der pädagogischen Freiheit: Das Kapitel definiert den Spielraum der Lehrkräfte als methodische Gestaltungsfreiheit, die notwendig ist, um den Bildungsauftrag zu erfüllen und Schülern die Entwicklung zu mündigen Bürgern zu ermöglichen.

3. Grenzen der pädagogischen Freiheit: Hier werden die rechtlichen Beschränkungen durch Gesetze, Konferenzbeschlüsse und das Verhältnis zur pädagogischen Verantwortung sowie zur schulinternen Eigenverantwortung detailliert erörtert.

4. Schul- und prüfungsrechtliche Entscheidungen: Dieses Kapitel analysiert anhand konkreter Urteile das Verhältnis zwischen der pädagogischen Freiheit der Lehrkraft und der Weisungsgebundenheit sowie die Bindung an den Lehrplan.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die pädagogische Freiheit zwar mit vielen Einschränkungen verbunden ist, Lehrkräften bei adäquatem Umgang mit ihrer Verantwortung jedoch ausreichenden Spielraum für eine engagierte Unterrichtsgestaltung bietet.

Schlüsselwörter

Pädagogische Freiheit, Lehrkräfte, Schulrecht, Erziehungsauftrag, Unterrichtsgestaltung, Rechtsreflex, Weisungsgebundenheit, pädagogische Verantwortung, Bildungsziele, Schulaufsicht, Rechtsprechung, Schulgesetz, Lehrplan, Beamtenverhältnis, Schulentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen Grundlagen und den praktischen Grenzen des pädagogischen Freiraums, der Lehrkräften bei der Ausübung ihres Berufs zusteht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die verfassungsrechtliche Einordnung, das Verhältnis von pädagogischer Freiheit zu Verantwortung und Weisungsbefugnissen sowie die schulrechtliche Rechtsprechung.

Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, aufzuklären, inwieweit Lehrkräften rechtlich ein Freiraum für ihre Lehrtätigkeit garantiert wird und wie dieser gegen staatliche Aufsicht und schulische Vorgaben abzugrenzen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftlich und erziehungswissenschaftlich fundierte Analyse, die auf Literaturrecherche, der Auswertung gesetzlicher Bestimmungen und der Diskussion einschlägiger Gerichtsurteile basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Grundlagen und Grenzen der Freiheit, das Spannungsfeld zwischen Lehrkraft und Schule sowie die Analyse konkreter schul- und prüfungsrechtlicher Entscheidungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie pädagogische Freiheit, Rechtsreflex, pädagogische Verantwortung, Weisungsgebundenheit und Schulrecht bilden den Kern der terminologischen Charakterisierung.

Warum wird die pädagogische Freiheit oft als "Rechtsreflex" bezeichnet?

Der Begriff impliziert, dass die Freiheit der Lehrkraft kein originäres Grundrecht ist, sondern sich aus dem Bildungsanspruch und den Rechten des Schülers ableitet, die auf den Lehrer "reflektiert" werden.

Kann eine Lehrkraft sich gegenüber der Schulaufsicht auf ihre Freiheit berufen, wenn Noten geändert werden?

Nein, die Rechtsprechung (z.B. OVG NW) verdeutlicht, dass die pädagogische Selbstverantwortung kein gegenüber der Schulaufsicht einklagbares Individualrecht darstellt.

Welche Rolle spielt der Lehrplan für die pädagogische Freiheit?

Lehrpläne sind verbindliche Verwaltungsvorschriften; eine Weigerung, nach dem Lehrplan zu unterrichten, stellt ein Dienstvergehen dar und kann arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Grundlage und Grenzen der Pädagogischen Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,3
Autor
Josefa Krinecki (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V190541
ISBN (eBook)
9783668739352
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlage grenzen pädagogischen freiheit lehrerinnen lehrern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josefa Krinecki (Autor:in), 2010, Grundlage und Grenzen der Pädagogischen Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190541
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