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Sadismus und Masochismus in der frühen Sexualwissenschaft

Title: Sadismus und Masochismus in der frühen Sexualwissenschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 22 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Anne Halfpap (Author)

History - Miscellaneous
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2. Einleitung:
Die vorliegende Hausarbeit soll sich mit dem frühen sexualwissenschaftlichen Diskurs über Sadismus und Masochismus auseinandersetzen. Hierzu werden exemplarisch einige Werke aus dem Diskurs der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts herausgegriffen. Wie definierte man die Begriffe Sadismus und Masochismus? Wie wurde argumentiert und welche Belege (Beobachtungen etc.) wurden angeführt. Welche Schlüsse zog man hierbei in Bezug auf die Verhaltensweisen von Mann und Frau? Welche Erklärungen fand man für Sadismus und Masochismus? Wie gingen die einzelnen Forscher methodisch vor, welche Perspektiven hatten sie? Diesen Fragen soll im Abschnitt „Sadismus und Masochismus im wissenschaftlichen Diskurs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ nachgegangen werden. Im vierten Abschnitt der Arbeit „Tendenzen in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, in der Sexualwissenschaft und Sexualhistoriographie“ soll versucht werden den frühen Sexualwissenschaftlichen Diskurs in einen historischen Kontext einzubetten: Welche gesellschaftlichen und politischen Tendenzen herrschten zur Zeit dieses Diskurses vor und was war die Aufgabe der Sexualwissenschaft dieser Zeit? Warum wurden sexuelle Kategorien geschaffen, warum Geschlechtscharaktere von Mann und Frau? Weiterhin sollen diese Aspekte in Zusammenhang mit dem Sexualhistoriographischen Diskurs gebracht werden und auch hier einige Grundzüge und Positionen dargestellt werden. Welche Aufgaben stellte und stellt sich die Sexualgeschichte? Welche Position nimmt die Sexualhistoriographie in Bezug auf frühe sexualwissenschaftliche Diskurse ein, wie werden sie gesehen und beurteilt? Den Abschluss der Arbeit bildet ein Fazit mit Ausblick auf weitere Fragen die im Zusammenhang mit Sadismus und Masochismus interessant scheinen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Sadismus und Masochismus im wissenschaftlichen Diskurs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

4. Tendenzen in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, in der Sexualwissenschaft und Sexualhistoriographie

5. Fazit und Ausblick

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den frühen sexualwissenschaftlichen Diskurs über Sadismus und Masochismus. Ziel ist es, die Definitionen, Begründungen und methodischen Ansätze verschiedener Forscher (wie Krafft-Ebing, Bloch und Boss) im Kontext der bürgerlichen Gesellschaft des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu analysieren und kritisch einzuordnen.

  • Historische Entwicklung der Begriffe Sadismus und Masochismus in der Sexualwissenschaft
  • Vergleich der medizinischen, psychoanalytischen und kulturhistorischen Perspektiven
  • Einfluss von Geschlechterrollen und normativen Identitätsmustern auf das Verständnis sexueller Abweichungen
  • Verhältnis von "normalem" Sexualleben und gesellschaftlicher Reproduktionsnorm
  • Einbettung der Erkenntnisse in den sexualhistoriographischen Diskurs der Moderne

Auszug aus dem Buch

3. Sadismus und Masochismus im wissenschaftlichen Diskurs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Die Sexualwissenschaft, Medizin und Psychiatrie des 19. Jahrhunderts versuchte mit ihren Forschungen sexuelle Verhaltensweisen der Menschen zu katalogisieren, zu beschreiben und, soweit möglich, zu erklären. Dabei unterschied man sexuelle Verhaltensweisen in „normale“ und „gesunde“ Formen und in sogenannte „Perversionen“, ein Begriff, mit dem man alles was nicht den erwünschten oder als lebenswert vorgegebenen (Leit-)Bildern der bürgerlichen Gesellschaft entsprach beschrieb. Es wurden Kategorien geschaffen die helfen sollten von der Norm abweichende Verhaltensweisen zu erfassen und zuordnen zu können und diese auch dem als „normal“ angesehenen gegenüberzustellen und davon abzugrenzen.

Es entstand dabei ein reger wissenschaftlicher Diskurs in dessen Verlauf sowohl Themen und Begriffe, die auch vor dem 19. Jahrhundert bereits relevant waren diskutiert wurden (Geschlechterrollen, Geschlechtercharaktere, siehe näheres dazu unter 3.), aber es wurden auch völlig neue Begriffe und Kategorien geschaffen, die dementsprechend auch neu ausgehandelt und diskutiert werden mussten. Hierzu zählen auch die Begriffe Sadismus und Masochismus, die von dem Wiener Gerichtsmediziner und Psychiater Richard von Krafft-Ebing eingeführt wurden. Er schrieb unter anderem das in mehreren Auflagen erschienene Buch „psychopathia sexualis“ in dem er versuchte alle sexuell irgendwie auffälligen, krankhaften oder abnormen Erscheinungen zu erfassen und zu erklären. Er arbeitete hier mit Beobachtungen und Fallbeispielen, die als Nachweis für das Vorhandensein der von ihm angeführten perversen Sexualpraktiken dienten.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Begriffe wie Sadismus und Masochismus historisch definiert wurden und welche methodischen Ansätze die Sexualwissenschaft des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verfolgte.

3. Sadismus und Masochismus im wissenschaftlichen Diskurs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Dieses Kapitel analysiert die Konzepte von Forschern wie Krafft-Ebing, Bloch und Boss und untersucht, wie diese den Zusammenhang zwischen sexuellen Neigungen, Degeneration und gesellschaftlichen Rollenbildern bewerteten.

4. Tendenzen in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, in der Sexualwissenschaft und Sexualhistoriographie: Hier werden die wissenschaftlichen Diskurse in den soziokulturellen Kontext der bürgerlichen Gesellschaft, deren Körperverständnis und deren Fokus auf Reproduktion eingebettet.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass es keine einheitliche Sicht auf Sadismus und Masochismus gab, und betont die Notwendigkeit, sexuelle Konstruktionen weiterhin in ihrem historischen und interdisziplinären Kontext zu hinterfragen.

6. Literatur: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Sadismus, Masochismus, Sexualwissenschaft, Richard von Krafft-Ebing, Iwan Bloch, Medard Boss, Sexualhistoriographie, bürgerliche Gesellschaft, Geschlechterrollen, Perversion, Degeneration, Algolagnie, Sexualität, historischer Diskurs, Identitätsmuster.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte und dem wissenschaftlichen Verständnis der Begriffe Sadismus und Masochismus innerhalb der frühen Sexualwissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definitionen von Sexualität als "normal" oder "pervers", der Einfluss von Geschlechterrollen sowie die methodische Herangehensweise medizinischer und psychologischer Diskurse im 19. und 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Forscher Sadismus und Masochismus interpretierten und in welchem historischen Kontext diese Begriffsbildungen entstanden und instrumentalisiert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine diskursanalytische Untersuchung exemplarischer Werke der Sexualwissenschaft, ergänzt durch sexualhistoriographische Perspektiven.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Theorien von Richard von Krafft-Ebing, Iwan Bloch und Medard Boss und beleuchtet die historische Einbettung dieser Theorien in die bürgerliche Moralvorstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sexualwissenschaft, Sadismus, Masochismus, Geschlechterrollen, Diskurs und historische Konstruktion charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Iwan Blochs Ansatz von dem von Krafft-Ebing?

Während Krafft-Ebing eher medizinisch-psychiatrisch und von der Annahme psychischer Degeneration ausging, wählte Bloch eine anthropologisch-ethnologische Perspektive und fasste Sadismus und Masochismus unter dem Begriff Algolagnie zusammen.

Welche Rolle spielt die Philosophie des Marquis de Sade in diesem Diskurs?

Die Philosophie von de Sade dient vielen Autoren als Referenzpunkt für die Beschreibung sadistischer Triebe, wird jedoch von den Forschern der Zeit unterschiedlich bewertet, teils als Ausdruck von Wahnsinn, teils als philosophisch aufschlussreich.

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Details

Title
Sadismus und Masochismus in der frühen Sexualwissenschaft
College
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke Institut)
Course
Hauptseminar
Grade
2.0
Author
Anne Halfpap (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V190556
ISBN (eBook)
9783656149408
Language
German
Tags
sadismus masochismus sexualwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Halfpap (Author), 2011, Sadismus und Masochismus in der frühen Sexualwissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190556
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