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Private Maschen und ein öffentliches Netz. Administration und Notwendigkeit der römischen Wasserversorgung als stadtstaatliche Aufgabe

Title: Private Maschen und ein öffentliches Netz. Administration und Notwendigkeit der römischen Wasserversorgung als stadtstaatliche Aufgabe

Seminar Paper , 2003 , 34 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Axel Siegemund (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die Arbeit befasst sich mit der Wasserversorgung der Stadt Rom in der späten Republik und frühen Kaiserzeit. Grundlage sind maßgebliche Schriften des Ingenieurs und curator aquarum Sextus Julius Frontin und des Architekten Vitruv. Behandelt werden Verwaltung und Amtsführung, wasserrechtliche Vorschriften, Technik und Bauausführung in Erschließung und Verteilung des Wassers.
Der straff organisierte römische Staat war zur Erfüllung infrastruktureller Aufgaben im Allgemeinen auf die im Dienste der Republik selbständig arbeitenden Unternehmer angewiesen. Diese sog. publicani handelten auf Betreiben des Senats und waren später auch in der Kaiserzeit unabhängige Garanten für das Funktionieren des römischen Wirtschaftssystems. Die sich in der Hand weniger Beamter befindlichen Entscheidungsbefugnisse über den Einsatz der finanziellen Mittel des Staates machten sich diese Privatunternehmer zunutze, was soweit ging, dass sie selbst in der gesellschaftlichen Stellung mit dem Senatoren- und Ritterstand konkurrieren konnten. Während jedoch viele Bau- und Handelsmaßnahmen kontinuierlich durch das duale Wirken von Staat und Privatleuten bestimmt wurden, gab es einen Bereich, in dem sich politische Veränderungen auch auf die administrative Gestaltung niederschlugen: die stadtrömische Wasserversorgung.
Auch in der Wasserversorgung wurde zuerst darauf gesetzt, durch private Initiativen die Bevölkerung mit Trinkwasser beliefern zu können. Doch obwohl dieses Prinzip niemals völlig preisgegeben wurde, vollzieht die untergehende Republik doch einen Paradigmenwechsel. Mit zunehmender Einwohnerzahl nimmt auch die Aufgabendichte des Wasserversorgers zu und damit wird die Finanzierung von Wassererschließung, -speicherung und -verteilung immer mehr Kostenfaktor des dann kaiserlichen Fiskus.
Die vorliegende Arbeit soll diesen Wandlungsprozess näher beleuchten. Dabei stehen Form und Organisation der urbanen Wasserversorgung im Mittelpunkt. Es geht aber auch um das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeit und privatem Nutzen, was zum einen die Verwendung staatlicher Gelder für Bau- und Reparaturmaßnahmen meint, zum anderen die soziopolitischen Wechselbeziehungen von Amtsträgern und Wasserbeziehern. Gab es z.B. strafrechtliche Konsequenzen für illegale Nutzer? Was bedeutete der öffentliche Dienst für Sklaven, die nun aus der Staatskasse bezahlt wurden? Welche Rolle spielte der Kaiser bei der Vergabe von Sondergenehmigungen, deren Kosten ja oft auch aus Steuermitteln bestritten wurden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Verwaltung und Amtsführung in der Wasserversorgung

A Administration, Organisation und Ämterneugliederung von der Republik zur Kaiserzeit

B Wasserrechtliche Vorschriften

C Privatinteressen und öffentlicher Nutzen

III. Von der Quelle zum Verbraucher – technische Anlagen und Bauausführung

A Sextus Iulius Frontinus - ein Fachmann der öffentlichen Wasserversorgung

B Wasserbedarf als Indikator der Entwicklung Roms zur Weltstadt

C Wassererschließung und -verteilung

IV. Resümee

V. Bibliographie

A Quellen und Quelleneditionen

B Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandlungsprozess der stadtrömischen Wasserversorgung von der Republik bis zur Kaiserzeit, wobei insbesondere die Entwicklung der Administrationsstrukturen, das Spannungsverhältnis zwischen öffentlichem Interesse und privater Nutzung sowie die technischen Errungenschaften der römischen Ingenieurskunst im Fokus stehen.

  • Evolution der administrativen Organisationsformen der römischen Wasserversorgung.
  • Analyse wasserrechtlicher Vorschriften und der Rolle staatlicher Steuerung vs. privater Initiative.
  • Untersuchung des Wasserbedarfs als Indikator für das Wachstum Roms zur Weltstadt.
  • Technische Analyse der Fernwasserleitungen, Bauweisen und Verteilungsanlagen.
  • Sozio-ökonomische Untersuchung von Nutzungsrechten (beneficia) und deren sozialer Bedeutung.

Auszug aus dem Buch

C Privatinteressen und öffentlicher Nutzen

Es wurde bereits erwähnt, daß der private Nutzen im römischen Denken dem öffentlichen Nutzen nachgeordnet war. So sollten nicht nur Staatsausgaben der Stadtbevölkerung insgesamt dienlich sein, sondern auch der Gebrauch öffentlicher Ressourcen war dem Wohl der civitas unterworfen. Wie wirkte sich dies nun auf die Wasserversorgungsanlagen aus?

Der o. g. Schutzstreifen entlang der Wasserleitungen diente der Vermeidung anthropogener Schmutzeinträge in das Leitungsnetz. Aus einem bei Frontin zitierten Paragraphen der kaiserlichen Verwaltungsordnung sind sowohl die Sorge um die Qualitätssicherung des Trinkwassers im Leitungsnetz als auch der Kanalisation ersichtlich: „[...] Es muß nämlich ständig eine bestimmte Menge aus den Wasserbehältern ausfließen, und zwar deswegen, weil sich dieses Wasser nicht nur für die Hygiene unserer Stadt, sondern auch beim Reinigen der Kanalisation als nützlich erweist.“

Hier spielte neben der Versorgungssicherheit auch der hygienische Aspekt eine tragende Rolle. In den an Endsträngen angeordneten Wasserbehältern kam es zu längeren Verweilzeiten, da der Rohwasserförderstrom im Normalfall nicht an tageszeitlich variierende Entnahmemengen angepaßt werden konnte. Die dadurch bewirkte Qualitätseinbuße konnte durch einen ständigen Mindestdurchfluß gemindert werden. Der dabei notwendigerweise erfolgte Wasserverlust sorgte seinerseits in der Kanalisation für stetige Reinigung, so daß in dieser ein kontinuierlicher Schmutzwasserabfluß Ablagerungen verhindern konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die infrastrukturellen Herausforderungen des römischen Staates und den Wandel der Wasserversorgung von einer primär privaten Aufgabe hin zu einer kaiserlich verwalteten, öffentlichen Notwendigkeit.

II. Verwaltung und Amtsführung in der Wasserversorgung: Hier werden die administrativen Strukturen, die Rolle der publicani, die Entwicklung der curatores aquarum und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Wassernutzung detailliert dargelegt.

III. Von der Quelle zum Verbraucher – technische Anlagen und Bauausführung: Dieses Kapitel behandelt die technische Expertise des Sextus Iulius Frontinus, den Wasserbedarf Roms als Wachstumsindikator sowie die bautechnische Ausführung von Fernwasserleitungen.

IV. Resümee: Das Resümee fasst den Wandel von der privaten Einzelleistung zur staatlichen Infrastrukturmaßnahme zusammen und betont den hohen Stellenwert, den die Wasserversorgung für das soziale Klima und die urbane Stabilität Roms einnahm.

V. Bibliographie: Dieses Kapitel führt die verwendeten Quellen, Quelleneditionen und die wissenschaftliche Fachliteratur auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Römisches Reich, Wasserversorgung, Aquädukte, Administration, Frontinus, Wasserrecht, öffentliche Aufgabe, Stadtstaat, Infrastruktur, publicani, curatores aquarum, Urbanisierung, Wassertechnik, Trinkwasser, Versorgungssicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und Verwaltung der städtischen Wasserversorgung im antiken Rom sowie deren Bedeutung für den Stadtstaat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der administrativen Strukturierung, den wasserrechtlichen Rahmenbedingungen, den technischen Aspekten der Leitungsführung und dem Spannungsverhältnis zwischen privatem Nutzen und öffentlichem Wohl.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Wandlungsprozess der Wasserversorgung von der Republik, in der private Akteure dominierten, bis zur Kaiserzeit mit ihrer zentralisierten staatlichen Verwaltung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf antiken Quellen (insbesondere Frontinus) und moderner fachwissenschaftlicher Literatur zur Siedlungswasserwirtschaft basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Ämterneugliederung, die Rolle des curator aquarum, die gesetzlichen Regelungen gegen Missbrauch sowie die bautechnischen Details der römischen Wasserleitungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wasserversorgung, Römisches Reich, Aquädukte, Administration, Wasserrecht und öffentliche Infrastruktur.

Welche Bedeutung hatte das Werk des Sextus Iulius Frontinus für diese Arbeit?

Das Werk "De aquis urbis Romae" dient als zentrale historische Primärquelle, die technische, historische und juristische Einblicke in das römische Wasserwesen bietet.

Wie veränderte sich die Finanzierung der Wasserinfrastruktur?

Die Finanzierung wandelte sich von privaten Initiativen in der Republik hin zu einer zunehmenden Belastung des kaiserlichen Fiskus in der Kaiserzeit, legitimiert durch den Status der Wasserversorgung als öffentliche Aufgabe.

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Details

Title
Private Maschen und ein öffentliches Netz. Administration und Notwendigkeit der römischen Wasserversorgung als stadtstaatliche Aufgabe
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Grade
sehr gut
Author
Axel Siegemund (Author)
Publication Year
2003
Pages
34
Catalog Number
V19057
ISBN (eBook)
9783638232739
ISBN (Book)
9783638645997
Language
German
Tags
Private Maschen Netz Administration Notwendigkeit Wasserversorgung Aufgabe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Axel Siegemund (Author), 2003, Private Maschen und ein öffentliches Netz. Administration und Notwendigkeit der römischen Wasserversorgung als stadtstaatliche Aufgabe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19057
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