In dieser Arbeit sollen Ursachen, Dynamik sowie Folgen der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas in den vergangenen drei Jahrzehnten dargestellt und analysiert werden. Hierzu werden unter Punkt 1 zunächst die zentralen Phasen der Wirtschaftsreformen in China seit 1978 dargestellt. Hierbei soll die Frage nach den zentralen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen im Zentrum der Betrachtung stehen. Darüber hinaus sollen aber auch die politisch-gesellschaftlichen Implikationen in die Betrachtung einfließen. Anschließend soll unter Punkt 2 anhand verschiedener volkswirtschaftlicher Kennzahlen die aus den Reformen resultierende wirtschaftliche Dynamik dargestellt werden. Punkt 3 beschäftigt sich aufbauend darauf mit den wachsenden räumlichen Disparitäten in China, die aus den Reformen resultieren. Hier soll der Frage nachgegangen werden, welches die zentralen Ursachen der wachsenden Ungleichheit sind und wie diese sich messen lassen. Abschließend soll ein Fazit aus dieser Arbeit gezogen und ein Ausblick auf etwaige zukünftige Entwicklungen gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Phasen der Wirtschaftsreformen in China seit 1978
1.1 Phase 1: 1978 – 1991
1.2 Phase 2: 1992 – 2001
1.3 Phase 3: ab 2002
2. Dynamik der chinesischen Volkswirtschaft seit 1978
2.1 Bruttoinlandsprodukt
2.2 Industrieproduktion
2.3 Ausländische Direktinvestitionen
3. Wachsende räumliche Disparitäten als Folge der Wirtschaftsreformen in China seit 1978
3.1 Zentrale Ursachen der räumlichen Disparitäten
3.2 Einkommensunterschiede als Maß der räumlichen Disparitäten
Fazit/Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Ursachen, die Dynamik und die sozioökonomischen Folgen der chinesischen Wirtschaftsreformen seit 1978, um das daraus resultierende Spannungsfeld zwischen globalem Aufstieg und internen räumlichen Disparitäten zu beleuchten.
- Phasen und Meilensteine der wirtschaftspolitischen Reformen in China
- Messung der wirtschaftlichen Dynamik anhand von BIP, Industrieproduktion und Investitionen
- Analyse der wachsenden räumlichen Disparitäten zwischen Stadt und Land
- Bewertung von Einkommensunterschieden als Indikator für soziale Ungleichheit
- Diskussion politischer Gegenmaßnahmen und der Auswirkungen auf die Stabilität
Auszug aus dem Buch
3.1 Zentrale Ursachen der räumlichen Disparitäten
Natürlich gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die eine ungleiche wirtschaftliche Entwicklung der drei Großregionen Chinas und eine ökonomische Dominanz der Ostregion gefördert haben. Mit Blick auf die Auswirkungen der Wirtschaftsreformen auf die dargestellten volkswirtschaftlichen Kennzahlen scheint es jedoch, dass das quantitativen Verhältnis zwischen den drei Wirtschaftssektoren sowie der Zufluss von ADI in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle einnehmen.
Zum einen kam es zu einem starken Bedeutungsverlust des primären Sektors und dem gleichzeitigen Aufbau des tertiären Sektors, der in der Folge eine hohe Wachstumsdynamik aufweisen sollte. Machte der Agrarsektor 1978 noch 28 Prozent des Bruttonationalprodukts aus – während die Industrie für 48 Prozent sowie die Dienstleistungen für 24 Prozent verantwortlich waren – fiel dieser Wert bis 2002 auf nur noch 14 Prozent. Im selben Zeitraum blieb der Anteil der Industrie mit 45 Prozent nahezu konstant. Der Anteil der Dienstleistungen konnte sich bis auf 41 Prozent steigern. Bis 2010 fiel der Wert für den primären Sektor auf nur noch zehn Prozent während der sekundäre Sektor 45 Prozent und der tertiäre Sektor 46 Prozent ausmachten (WORLD BANK 2011). Bedenkt man, dass die rurale Bevölkerung, die im Jahr 2010 noch immer 55 Prozent der chinesischen Gesamtbevölkerung ausmachte (WORLD BANK 2011), größtenteils von den Einkommen, die im Agrarsektor erwirtschaftet werden, abhängig ist, während sich die Betriebe des sekundären- und tertiären Sektors vorrangig in urbanen Regionen befinden, implizieren schon diese Zahlen eine deutliche Zunahme in den Einkommensunterschieden zwischen dem stark urbanisierten östlichen Teil Chinas sowie den in ländischen Provinzen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die wirtschaftliche Liberalisierung Chinas seit 1978 und das daraus resultierende Spannungsfeld zwischen globalem "Wirtschaftswunder" und internen sozialen Problemen skizziert.
1. Phasen der Wirtschaftsreformen in China seit 1978: Das Kapitel unterteilt die Reformpolitik in drei zeitliche Phasen, die den Wandel von der Planwirtschaft hin zur sozialistischen Marktwirtschaft nachzeichnen.
2. Dynamik der chinesischen Volkswirtschaft seit 1978: Anhand volkswirtschaftlicher Kennzahlen wie BIP, Industrieproduktion und ausländischen Direktinvestitionen wird die beispiellose Wachstumsdynamik des Landes analysiert.
3. Wachsende räumliche Disparitäten als Folge der Wirtschaftsreformen in China seit 1978: Es wird dargelegt, wie der wirtschaftliche Erfolg zu einer ungleichen Verteilung des Wohlstands zwischen den Küstenregionen und dem Hinterland geführt hat.
Fazit/Ausblick: Die Arbeit resümiert die wirtschaftlichen Erfolge, warnt jedoch vor den sozialen und politischen Gefahren, die aus den tiefgreifenden regionalen Disparitäten erwachsen könnten.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsreformen, China, Deng Xiaoping, Globalisierung, Sonderwirtschaftszonen, Bruttoinlandsprodukt, Industrieproduktion, Ausländische Direktinvestitionen, Räumliche Disparitäten, Einkommensunterschiede, GINI-Index, Sozialistische Marktwirtschaft, Urbanisierung, Armutsbekämpfung, Wirtschaftsdynamik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess der chinesischen Wirtschaft von 1978 bis 2010 und analysiert dabei sowohl die Ursachen für das enorme Wachstum als auch die negativen Begleiterscheinungen, insbesondere die regionale Ungleichheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die zeitliche Phasenstruktur der Wirtschaftsreformen, die Dynamik der wichtigsten wirtschaftlichen Indikatoren sowie die daraus resultierenden räumlichen und sozialen Disparitäten innerhalb Chinas.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte Chinas mit der Realität der wachsenden Kluft zwischen der wohlhabenden Küstenregion und dem rural geprägten Hinterland in Beziehung zu setzen und deren Auswirkungen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf der Auswertung aktueller volkswirtschaftlicher Statistiken (u.a. Weltbank) sowie fachwissenschaftlicher Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Reformphasen, die quantitative Analyse der Wirtschaftsdaten und die Untersuchung der räumlichen Ungleichheit mittels Indikatoren wie dem BIP pro Kopf und dem GINI-Index.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wirtschaftsreformen, Globalisierung, Sonderwirtschaftszonen, BIP, Industrieproduktion, ausländische Direktinvestitionen und räumliche Disparitäten.
Warum spielt die Küstenregion für das chinesische Wachstum eine so entscheidende Rolle?
Die Küstenregion profitierte durch ihre infrastrukturelle Lage und die frühe Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen überproportional vom Zufluss ausländischer Direktinvestitionen und der exportorientierten Industrieproduktion.
Welchen Stellenwert haben die "Sonderwirtschaftszonen" in der Argumentation?
Sie dienen als zentrales Instrument der ersten Reformphase, um ausländisches Kapital und technologisches Know-how gezielt in bestimmten Regionen anzusiedeln und somit den Grundstein für das Wirtschaftswachstum zu legen.
- Arbeit zitieren
- Lino Hermes (Autor:in), 2011, Der Aufstieg Chinas in der Weltwirtschaft: Ursachen, Dynamik und Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190610