Es werden zunächst mit Hilfe themenrelevanter Werke von Didaktikern wie Joachim Rohlfes, Peter Meyers oder Gerhard Schneider die allgemeinen Vorteile, aber auch die Nachteile des audiovisuellen Mediums ‚Film’ herausgearbeitet werden, um auf diese Weise Gründe, die für oder eben gegen eine Integration des Mediums in den Schulunterricht sprechen, zu sammeln. Das zweite Kapitel dieser Arbeit beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Formen des Mediums Film, mit ihren spezifischen Eigenschaften, Stärken und Schwächen, um so zu klären, welche dieser Filmtypen sich grundsätzlich für eine Verwendung im Geschichtsunterricht eignen und welche Arten nur unter größeren Vorbehalten eingebunden werden sollten. Im darauf folgenden Kapitel gilt es, elementare didaktische Voraussetzungen und Konzepte für die Integration des Mediums in den Unterricht, die Form der Darbietung sowie die damit verbundenen Aufgaben für Lehrende und Lernende mit Hilfe der Literatur aufzuzeigen. Das letzte Kapitel widmet sich dem von den Disney Studios im Jahre 1943 veröffentlichten animierten Propagandafilm Education for Death als Fallbeispiel und es wird der Versuch unternommen diesen etwa 10-minütigen Filmauszug mit den in den vorangegangenen Abschnitten vorgestellten Aspekten zu vereinbaren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Integration von Filmen in den Unterricht – Das Für und Wider
3. Die Formen des Mediums Film und ihre unterrichtsrelevanten Eigenschaften
4. Didaktische Implikationen für die Verwendung von Filmen im Unterricht
5. Exkurs: Education for Death – Disney und die Propaganda
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle des Films als audiovisuelles Medium im Geschichtsunterricht. Ziel ist es, die didaktischen Potenziale und Herausforderungen bei der Filmanwendung zu analysieren, um Wege aufzuzeigen, wie das Medium effektiv und reflektiert in den Lernprozess integriert werden kann.
- Chancen und Risiken des Filmeinsatzes im Geschichtsunterricht
- Klassifizierung und Eigenschaften verschiedener Filmgenres
- Didaktische Konzepte zur Unterrichtsgestaltung mit Filmen
- Analyse des Propagandafilms "Education for Death" als Fallbeispiel
- Medienkompetenz als Kernaufgabe im Geschichtsunterricht
Auszug aus dem Buch
3.: Die Formen des Mediums Film und ihre unterrichtsrelevanten Eigenschaften
Auf welche Weise und an Hand welcher Eigenschaften sind die verschiedenen Unterarten des Gesamtmediums Film zu unterscheiden? Differenziert man zwischen Stumm- und Tonfilm? Oder auf der Basis der Leinwandbreite? Im Hinblick auf die Verwendung des audiovisuellen Mediums im Geschichtsunterricht könnte aber ohne Zweifel auch eine Unterscheidung des Filmgenres hinsichtlich seiner Fiktionalität bzw. Faktizität sinnvoll und angebracht sein. Diese Kategorisierung würde die besonders nicht-fiktionalen Gattungen wie den Dokumentarfilm oder gar das Filmdokument – hierzu später mehr – von den eher fiktionalen Filmarten wie dem historischen Spielfilm und vor allem dem Zeichentrickfilm absetzen. Hey visualisiert dieses Authentizitäts-Kontinuum treffend mit Hilfe eines Diagramms.
Aber wie ist zum Beispiel ein besonders sorgfältig recherchierter und auf Faktizität bedachter Spielfilm wie Spielbergs Schindlers Liste, an dessen Ende Schauspieler und historische Vorbilder Hand in Hand Oskar Schindler die Ehre erweisen, im Vergleich zu anderen, d.h. fiktionaleren Spielfilmen bzw. einem schlecht recherchierten Dokumentarfilm zum gleichen Thema in dieses Schema einzuordnen? Wie misst man überhaupt Authentizität? Und welche vergleichbare Maßeinheit würde uns bei der korrekten Einordnung eines jeden Werkes unterstützen? Zudem spielt immer der Grad der Manipulation in das Maß der Faktualität hinein. Meyers unterscheidet hier zwischen „gefährlicher“ Manipulation durch den Filmemacher und „unvermeidlicher“ Manipulation z.B. durch Politiker die vor der Kamera anders auftreten. Klar ist also, dass eine Kategorisierung auf der Basis von Authentizität stets kompliziert ist, was – wie bereits eingangs erwähnt – erklären könnte, warum es seit der ersten Aufführung eines Filmes im Jahre 1895 und dem Beginn der universitären Filmforschung in der BRD um das Jahr 1945 noch immer keine allgemeingültige Einteilung des Genres gibt. Denn die Grenzen zwischen diesen verschwimmen, wie das auf die Authentizität bezogene Beispiel Schindlers Liste zeigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Diskrepanz zwischen der hohen Alltagsrelevanz des Films für Jugendliche und dessen untergeordneter Rolle im Geschichtsunterricht.
2. Die Integration von Filmen in den Unterricht – Das Für und Wider: Dieses Kapitel arbeitet die Vorteile wie Anschaulichkeit und affektive Wirkung sowie die Herausforderungen bei der Nutzung von Filmen im Unterricht heraus.
3. Die Formen des Mediums Film und ihre unterrichtsrelevanten Eigenschaften: Hier wird die schwierige Kategorisierung verschiedener Filmtypen bezüglich ihres Authentizitätsgrades sowie deren spezifische Merkmale analysiert.
4. Didaktische Implikationen für die Verwendung von Filmen im Unterricht: Dieses Kapitel stellt ein fünfstufiges Modell zur Unterrichtsplanung mit Filmen vor und diskutiert methodische Fragen der Vorführung.
5. Exkurs: Education for Death – Disney und die Propaganda: Anhand des Disney-Films von 1943 wird aufgezeigt, wie propagandistische Inhalte im Unterricht analysiert und didaktisch aufbereitet werden können.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine methodisch fundierte Integration von Filmen den Geschichtsunterricht deutlich motivierender und lernwirksamer gestalten kann.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung aller im Text zitierten Quellen.
Schlüsselwörter
Geschichtsunterricht, Film, Mediendidaktik, Authentizität, Spielfilm, Dokumentarfilm, Filmdokument, Propaganda, Unterrichtsplanung, Geschichtsbewusstsein, Medienkompetenz, Disney, Didaktik, Bildungsanspruch, Quellenarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Integration des Mediums Film im Geschichtsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Gattungen von Filmen, deren Eigenschaften, die methodische Einbindung in den Unterricht sowie die Analyse von Propaganda am Beispiel von Disney-Filmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Lehrern aufzuzeigen, wie Filme trotz technischer und methodischer Herausforderungen sinnvoll als Quellenmaterial in den Unterricht eingebunden werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, gleicht verschiedene fachdidaktische Positionen ab und erarbeitet ein strukturiertes Modell zur praktischen Anwendung im Unterricht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Vor- und Nachteile von Filmen, eine Typisierung der verschiedenen Filmformen und eine detaillierte Ausarbeitung didaktischer Konzepte für den Unterrichtsablauf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Geschichtsunterricht, Mediendidaktik, Authentizitätsgrad und Filmanalyse definieren.
Warum wird der Disney-Film "Education for Death" als Fallbeispiel gewählt?
Er dient als anschauliches Beispiel, um zu demonstrieren, wie problematische Quellen wie Propaganda didaktisch reflektiert im Unterricht eingesetzt werden können.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Rolle des Lehrers?
Der Autor betont, dass eine sorgfältige Vorbereitung und die Befähigung der Schüler zu einer kritischen Medienrezeption zur Pflichtaufgabe des Geschichtslehrers gehören.
Wie bewertet der Autor die mediale Ausstattung der Schüler?
Der Autor argumentiert, dass Filme aufgrund ihrer hohen Präsenz in der Lebenswelt der Schüler ein mächtiges Instrument sind, das jedoch einer kritischen Auseinandersetzung bedarf, um "totes Wissen" zu vermeiden.
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- Patrick Schmitz (Author), 2010, Filme im Geschichtsunterricht – Gattungen, Eigenschaften und didaktische Implikationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190615