Das in seiner alten Fassung gültige Handelsgesetz konnte den Ansprüchen veränderter ökonomischer Rahmenbedingungen, insbesondere dem globalisierten Dienstleistungs- und Güterverkehr sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus Anwendersicht nicht mehr genügen. Vor diesem Hintergrund sollte das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) die Attraktivität in Relation zu den internationalen Rechnungslegungsstandards im Zuge einer vollwertigen, einfacheren und primär kostengünstigeren Informationsalternative ausdrücklich für mittelständische Unternehmen erhöhen. Dies geschah unter der Prämisse, die Grundpfeiler des HGB wie die Höchstausschüttungsbemessung, steuerliche Gewinnermittlung und Überschuldungsmessung im Sinne des effizienten Gläubigerschutzes nicht zu berühren.
Schließlich zeigt sich, dass dieser multifunktionale Anspruch, insbesondere die mit der Internationalisierung begründete erhöhte Informationsfunktion, nach zwei Jahren Gültigkeit für den Großteil seiner Anwender, mittelständische Unternehmen in mehrheitlichem Familienbesitz, nur eingeschränkte Relevanz besitzt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. EINLEITUNG
- 2. GRUNDLAGEN
- 2.1 DEFINITION MITTELSTÄNDISCHER FAMILIENUNTERNEHMEN UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER EIGENTÜMERSTRUKTUR
- 2.2 KONZEPTIONELLE ÄNDERUNGEN DURCH DAS BILMOG UND ALLGEMEINE BILANZIERUNGSÄNDERUNGEN
- 2.3 IDENTIFIKATION IMMATERIELLER VERMÖGENSGEGENSTÄNDE DES ANLAGEVERMÖGENS ALS WESENTLICHER BILANZIERUNGSSACHVERHALT FÜR FAMILIENUNTERNEHMEN IM EINZELABSCHLUSS
- 3. AUSWIRKUNGEN DES BILMOG AUF DIE ABBILDUNG IMMATERIELLER VERMÖGENSGEGENSTÄNDE DEUTSCHER FAMILIENUNTERNEHMEN IM EINZELABSCHLUSS
- 3.1 BILANZIELLE ABBILDUNG IMMATERIELLER VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
- 3.1.1 Änderungen bei der Abbildung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens gegenüber dem HGB a.F.
- 3.1.2 Relevante Unterschiede der Änderungen zu den IFRS
- 3.1.3 Steuerliche Konsequenzen
- 3.2 ANFORDERUNGSKRITERIEN DER ABSCHLUSSADRESSATEN IM MITTELSTAND AN EINE VERLÄSSLICHE DARSTELLUNG DER ANGESETZTEN AKTIVA
- 3.3 AUSWIRKUNGEN DER GEÄNDERTEN BILANZIERUNGSVORSCHRIFTEN
- 3.3.1 Auswirkungen auf die Bilanzpolitik
- 3.3.2 Auswirkungen auf die Ausschüttungsbemessung und den Gläubigerschutz
- 4. FAZIT DER NOVELLIERTEN ANSATZ- UND DARSTELLUNGSPFLICHT SOWIE AUSBLICK
- Definition und Bedeutung mittelständischer Familienunternehmen
- Konzeptionelle Änderungen des BilMoG und allgemeine Bilanzierungsänderungen
- Bilanzielle Abbildung immaterieller Vermögensgegenstände
- Auswirkungen des BilMoG auf die Bilanzpolitik und den Gläubigerschutz
- Fazit der novellierten Ansatz- und Darstellungspflicht
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit untersucht die Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf die Bilanzierung mittelständischer Familienunternehmen. Insbesondere wird der Einfluss auf die Abbildung immaterieller Vermögensgegenstände im Einzelabschluss beleuchtet. Die Arbeit analysiert die neuen bilanzrechtlichen Anforderungen und deren Auswirkungen auf die Bilanzpolitik, die Ausschüttungsbemessung und den Gläubigerschutz.
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel befasst sich mit der Einleitung und liefert eine kurze Einführung in das Thema. Kapitel zwei analysiert die Definition mittelständischer Familienunternehmen und die konzeptionellen Änderungen des BilMoG. Es betrachtet zudem die allgemeine Bilanzierungsänderungen und die Identifikation immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens. Kapitel drei untersucht die Auswirkungen des BilMoG auf die Abbildung immaterieller Vermögensgegenstände deutscher Familienunternehmen im Einzelabschluss. Dieses Kapitel analysiert die bilanzielle Abbildung immaterieller Vermögensgegenstände, die relevanten Unterschiede zu den IFRS und die steuerlichen Konsequenzen. Es behandelt auch die Anforderungen der Abschlussadressaten an eine verlässliche Darstellung der angesetzten Aktiva und die Auswirkungen der geänderten Bilanzierungsvorschriften auf die Bilanzpolitik, die Ausschüttungsbemessung und den Gläubigerschutz.
Schlüsselwörter
Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG), mittelständische Familienunternehmen, immaterielle Vermögensgegenstände, Einzelabschluss, Bilanzpolitik, Gläubigerschutz, Ausschüttungsbemessung, HGB, IFRS.
Häufig gestellte Fragen
Was änderte das BilMoG für mittelständische Unternehmen?
Das BilMoG modernisierte das HGB, um eine kostengünstigere Alternative zu internationalen Standards (IFRS) zu bieten, ohne den Gläubigerschutz aufzugeben.
Wie werden immaterielle Vermögensgegenstände nach BilMoG bilanziert?
Es wurde ein Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens eingeführt, was die Bilanzpolitik beeinflusst.
Was sind die steuerlichen Konsequenzen des BilMoG?
Durch die Abkoppelung der Handelsbilanz von der Steuerbilanz müssen Unternehmen oft latente Steuern bilden und zwei unterschiedliche Abschlüsse koordinieren.
Warum ist der Gläubigerschutz im HGB so wichtig?
Das HGB folgt dem Vorsichtsprinzip, um sicherzustellen, dass Gewinne nur ausgeschüttet werden, wenn sie tatsächlich realisiert sind, was die Haftungsbasis schützt.
Welche Rolle spielt die Eigentümerstruktur bei Familienunternehmen?
Bei Familienunternehmen sind Eigentum und Leitung oft in einer Hand, was die Anforderungen an die Informationsfunktion der Bilanz im Vergleich zu kapitalmarktorientierten Firmen verändert.
- Quote paper
- Dirk Rüping (Author), 2012, Auswirkung des BilMoG auf die Bilanzierung mittelständischer Familienunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190697