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Forcieren im Wahlkampf

Titel: Forcieren im Wahlkampf

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2000 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Florian Scharr (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Werk analysiert die rhetorische Technik des "Forcierens", frei übersetzt das Lächerlichmachen bzw Erniedrigen des Diskussionsgegners, ohne daß man dabei vom Zuschauer als Bösewicht wahrgenommen wird. Eine Fülle genialer Fallstudien von Kommunikationsprofis aus politischer Bundesebene und daraus abgeleitete Regeln und Erfolgsfaktoren sind äußerst interessant für jeden von uns, der sich in beruflichen oder privaten Diskussionen durchsetzen muß.

Leseprobe


Gliederung

I. EINLEITUNG

II. FORCIEREN - EINE DEFINITION

II. I. DIE NORMALKONVENTION

II.II. FORCIEREN - DIE “HÄRTERE GANGART”

II.III WIE KOMMT FORCIEREN ZUSTANDE?

III. IDEAL FORCIEREN IM WAHLKAMPF

- EINE ANLEITUNG

III.I. GRUNDREGELN

III. II. FORCIERENDE TECHNIKEN IM POLITISCHEN STREITGESPRÄCH

III.III. REAKTIONEN AUF GEGNERISCHES FORCIEREN

IV. NACHWORT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erstellung einer rhetorischen Anleitung für das sogenannte "Forcieren" in öffentlichen politischen Streitgesprächen, um politische Gegner in ihrem Ansehen zu demontieren, ohne dabei selbst als Aggressor wahrgenommen zu werden. Die Forschungsfrage untersucht, wie unterschwellige rhetorische Techniken eingesetzt werden können, um im Wahlkampf die Deutungshoheit zu gewinnen und das Publikum zu überzeugen.

  • Definition des Begriffs "Forcieren" als Gesprächsaktivität eingeschränkter Kooperativität.
  • Analyse der "Normalkonvention" und ihrer bewussten Verletzung in politischen Debatten.
  • Vorstellung konkreter Grundregeln und Techniken zur rhetorischen Durchsetzung.
  • Strategien zur Abwehr von gegnerischen Angriffen in strittigen Gesprächssituationen.

Auszug aus dem Buch

III. II. FORCIERENDE TECHNIKEN IM POLITISCHEN STREITGESPRÄCH

Meiner Meinung nach ist es am Besten, sich zu Beginn des Gespräches zurückzuhalten und die Eröffnung dem Gegner zu überlassen (wie schon zuvor erwähnt, muß man all diese Anweisungen im Kontext sehen. Geht die Eröffnung des Gegners in eine Richtung, die mit unseren Plänen ganz und gar nicht übereinstimmt, müssen wir eingreifen und z.B. durch Fragen versuchen, sein Redethema umzuleiten).

Grundsätzlich gilt aber: Erkennbarer vorläufiger Verzicht schafft Anrecht auf die nächste Gelegenheit. Wenn wir uns zurückhalten, erwerben wir damit quasi als Ausgleich besondere Darstellungsrechte.

Ein weiterer Vorteil ist, daß wir den Stil unseres Konkurrenten eingehend analysieren und uns darauf einstellen können. Das Verhalten des anderen wird erwartbar, handhabbar, und seine lokalen Aktivitäten sind in übergreifende Zusammenhänge einzuordnen. Wir verfügen also schon über eine Interpretationsgrundlage, während unser Gegner quasi ins Ungewisse hineinreden muß.

Jedoch sind die Redegelegenheiten fast immer der Schlüssel zum Handeln und zur sozialen Präsenz. Natürlich dürfen wir den Gegner nicht ewig reden lassen. Es ist aber so, daß die Menschen dazu neigen, sich bei Vorträgen am ehesten den Schluß zu merken. Also können wir den Anfang ruhig größenteils dem Konkurrenten überlassen, aber in der Mitte und vor allem - unbedingt! - zum Schluß hin müssen wir klar der aktive und bestimmende Sprecher sein!

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Einleitung in die Bedeutung von politischen Auftritten und Vorstellung des Ziels, eine Anleitung für unterschwelliges Forcieren im Streitgespräch zu entwickeln.

II. FORCIEREN - EINE DEFINITION: Erläuterung des Forcierens als bewusste Verletzung der "Normalkonvention", um die eigenen Möglichkeiten auf Kosten anderer zu erweitern.

II. I. DIE NORMALKONVENTION: Definition der notwendigen sozialen und kommunikativen Regeln, die normalerweise ein konstruktives Miteinander in der Interaktion ermöglichen.

II.II. FORCIEREN - DIE “HÄRTERE GANGART”: Beschreibung der systematischen Aggression im politischen Diskurs, die darauf abzielt, gesellschaftsfähig zu bleiben und Sympathieverlust zu vermeiden.

II.III WIE KOMMT FORCIEREN ZUSTANDE?: Untersuchung der Entstehungsmechanismen von Forcieren, sei es durch schleichende Eskalation im Disput oder durch situative Vorgaben in Talkshows.

III. IDEAL FORCIEREN IM WAHLKAMPF: Einführung in die praktische Anwendung rhetorischer Steuerungsmöglichkeiten im Rahmen von politischen Interaktionen.

- EINE ANLEITUNG: Hinweis darauf, dass es keine Garantie für den Gesprächserfolg gibt, sondern die Anwendung von Grundtechniken abhängig von Kontext und Schlagfertigkeit ist.

III.I. GRUNDREGELN: Darstellung elementarer Regeln wie die Bewahrung der Ruhe und der gezielte Einsatz von Humor als Waffe.

III. II. FORCIERENDE TECHNIKEN IM POLITISCHEN STREITGESPRÄCH: Aufzählung spezifischer Taktiken wie das Abtasten des Gegners, das Kritisieren von Kompetenzen und die selektive Verarbeitung von Argumenten.

III.III. REAKTIONEN AUF GEGNERISCHES FORCIEREN: Strategien zur Verteidigung gegen forcierende Angriffe, etwa durch Zielorientierung und die Übernahme der Gesprächsführung.

IV. NACHWORT: Reflexion über den Umgang mit Lampenfieber und den Aufbau rhetorischer Kompetenz durch stetige Praxis und Beobachtung.

Schlüsselwörter

Forcieren, Wahlkampf, Politische Rhetorik, Streitgespräch, Normalkonvention, Gesprächsführung, Aggression, Diskreditierung, Interaktionskompetenz, Debatte, Selbstbestimmung, Fremdbestimmung, Kommunikation, Schlagfertigkeit, Mediengesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Kunst des sogenannten "Forcierens" in politischen Streitgesprächen, also den gezielten Einsatz rhetorischer Mittel, um den Gegner zu schwächen und die eigene Position im Wahlkampf zu stärken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die linguistische Analyse von Unkooperativität in Diskussionen, rhetorische Taktiken zur Gesprächslenkung und die psychologischen Aspekte von Dominanz und Selbstbehauptung in der Politik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, eine Anleitung für Politiker zu formulieren, wie sie durch "gesellschaftsfähiges" Forcieren ihre politischen Ziele erreichen, ohne beim Publikum einen negativen Eindruck als Aggressor zu hinterlassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine sprachwissenschaftliche Hausarbeit, die auf rhetorischen und linguistischen Theorien zur Gesprächsrhetorik (u.a. von Kallmeyer, Schmitt und Satir) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete Techniken wie das Abtasten des Gegners, der Einsatz von Humor, das Stören der gegnerischen Argumentation und die Abwehr von Angriffen durch Gegenfragen oder Ebenenwechsel erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Forcieren, Wahlkampf, Rhetorik, Normalkonvention und Gesprächsführung charakterisiert.

Warum ist das "Schlusswort" bzw. der "Schluss" in einem Streitgespräch so wichtig?

Der Autor betont, dass Menschen dazu neigen, sich den Abschluss eines Vortrags am besten zu merken, weshalb es entscheidend ist, gegen Ende der Diskussion als bestimmender und aktiver Sprecher aufzutreten.

Wie sollte man auf eine Unterbrechung durch den Gegner reagieren?

Anstatt in offene Aggression zu verfallen, empfiehlt der Autor subtile Signale wie Räuspern oder Vorbeugen, um sich in Startstellung zu bringen, oder den Störer namentlich anzusprechen, um ihn klar als solchen zu markieren.

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Details

Titel
Forcieren im Wahlkampf
Hochschule
Universität Mannheim  (Institut für Deutsche Sprache)
Veranstaltung
Hauptseminar Alltagsrhetorik
Note
1,7
Autor
Florian Scharr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
19
Katalognummer
V1907
ISBN (eBook)
9783638111713
ISBN (Buch)
9783638945028
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Forcieren Wahlkampf Hauptseminar Alltagsrhetorik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Scharr (Autor:in), 2000, Forcieren im Wahlkampf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1907
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