In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich das Thema „sexueller Missbrauch von Kindern“ näher beleuchten.
Ich habe dieses Thema gewählt, weil es ein sehr aktuelles Thema ist. Regelmäßig wird in den Medien von Fällen sexueller Misshandlung berichtet, wie zuletzt in dem Fall in Nieder-Olm. Bewegt man sich durch das Internet scheinen, subjektiv wahrgenommen, die Berichte über sexuellem Missbrauch an Kindern zuzunehmen.
Die Täter und Täterinnen kommen fatalerweise hauptsächlich aus der eigenen Familie und dem nahen Umfeld. Da das Opfer den Täter oder die Täterin trotz der Misshandlung meist weiterhin liebt, ist es dem Kind in der Regel nahezu unmöglich, sich einer anderen Person anzuvertrauen. So steht das Kind beim familiären Missbrauch unter einem Geheimhaltungsdruck, der es zur Sprachlosigkeit, Wehrlosigkeit, Hilflosigkeit verurteilt - meist viele Jahre lang, wenn nicht sogar für immer. Die Untersuchung dieser Problemstellung bildet den Hauptteil der Arbeit. Außerdem wird sexueller Missbrauch definitorisch geklärt, die Häufigkeiten von Missbrauch anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik (PSK) aufgezeigt, Formen, Signale, Folgen und die rechtlichen Aspekte definiert und erklärt....
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von sexuellem Missbrauch
3. Häufigkeiten
4. Formen
5. Signale
5.1. Verbale Signale
5.2. Averbale Signale
5.3. körperliche Signale
5.4. Unterschiede
6. Folgen
6.1. Kurzzeitfolgen
6.2. Langzeitfolgen
7. Rechtliche Aspekte
8. Interventionskonzept – Tierpatenschaft
8.1. Theoretische Überlegungen
8.1.1. Bedarfsanalyse
8.1.2. Transfer auf die regionale Situation
8.2. organisatorischer Rahmen
8.3. Zielgruppenanalyse
8.3.1. Individuelle und anthropologische Voraussetzungen
8.3.2. Soziokulturelle Voraussetzungen nach Baacke
8.4. Zielformulierungen
8.4.1. Richtziel ersten Grades
8.4.2. Richtziel zweiten Grades
8.4.2.1. Grobziele
8.5. Methodisches Vorgehen
8.5.1. Handlungskonzept
8.5.2. Arbeitsformen
8.5.3. Techniken und Verfahren
8.5.4. Ablauf
8.5.5. Leitungsstil und Gruppenprozesse
8.5.6. Nachbetreuung
8.6. Evaluation
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit beleuchtet die Problematik des sexuellen Missbrauchs von Kindern, untersucht dessen Definition, Häufigkeit und Folgen, und präsentiert ein auf Tierpatenschaften basierendes Interventionskonzept für betroffene Kinder in der Region Cottbus.
- Definitionen und rechtliche Einordnung von sexuellem Missbrauch
- Statistische Erfassung und Analyse von Missbrauchsfällen
- Diagnostik durch die Identifikation verbaler und körperlicher Signale
- Psychologische und psychosomatische Kurz- und Langzeitfolgen
- Entwicklung eines Interventionskonzepts mittels Tiergestützter Pädagogik
Auszug aus dem Buch
8. Interventionskonzept – Tierpatenschaft
Das Interventionskonzept Tierpatenschaft soll Kindern, welche sexuell missbraucht wurden, die Wertschätzung ihres eigenen Körpers durch Tierpflege, Spiel, Bastelei, Töpferei und Malerei wiedergeben.
8.1. Theoretische Überlegungen
Kinder sexueller Übergriffe weisen oft eine Reihe von verschiedensten Störungen auf. Nicht selten sind dabei das Auftreten von delinquentem Verhalten, ein Rückzug aus dem sozialen Umfeld und/oder Probleme im Beziehungsaufbau bzw. -verhalten zu beobachten. Des Weiteren kann die Wertschätzung des eigenen Körpers stark unter dem Missbrauch leiden. Hierfür können beispielsweise Essstörungen oder selbstschädigendes Verhalten ein Indikator sein. Dem Kind sollte deswegen die Möglichkeit gegeben werden, spielerisch und in kleinen Gruppen unter anderem den eignen Körper wert schätzen zu lernen und gleichzeitig soll das Kind die Möglichkeit bekommen sozialisiertes Verhalten neu zu erlernen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den sexuellen Missbrauch von Kindern, motiviert durch die Aktualität des Problems und die Notwendigkeit, Hilfskonzepte zu entwickeln.
2. Definition von sexuellem Missbrauch: Es wird die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition erläutert und eine Annäherung über § 176 StGB sowie die Unterscheidung von Hands-on- und Hands-off-Handlungen vorgenommen.
3. Häufigkeiten: Dieses Kapitel liefert eine statistische Übersicht basierend auf der Polizeilichen Kriminalstatistik und diskutiert die Problematik des Hell- und Dunkelfeldes.
4. Formen: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Misshandlungs- und Vernachlässigungsformen sowie eine Einordnung als Kindeswohlgefährdung.
5. Signale: Die Identifikation von Anzeichen bei Opfern wird durch die Kategorisierung in verbale, averbale und körperliche Signale sowie nach Altersstufen konkretisiert.
6. Folgen: Es werden die Auswirkungen von Missbrauch in kurz- und langfristige Symptomgruppen unterteilt, von emotionalen Störungen bis hin zu Störungen interpersonaler Beziehungen.
7. Rechtliche Aspekte: Das Kapitel bietet eine Übersicht relevanter juristischer Grundlagen wie Kontaktverbote und Schadensersatzpflichten zum Schutz der Betroffenen.
8. Interventionskonzept – Tierpatenschaft: Das Kernkapitel stellt ein praxisorientiertes Konzept zur Stärkung des Selbstwertgefühls bei Kindern durch Tierbetreuung vor, inklusive Zielgruppenanalyse und methodischer Planung.
9. Fazit: Eine abschließende Betrachtung unterstreicht die Notwendigkeit von Aufklärung und Zivilcourage, um den Schutz betroffener Kinder langfristig sicherzustellen.
Schlüsselwörter
Sexueller Missbrauch, Kinderschutz, Interventionskonzept, Tierpatenschaft, Polizeiliche Kriminalstatistik, Traumafolgen, Prävention, Sozialpädagogik, Straftat, Kindeswohlgefährdung, Opferhilfe, Körperwahrnehmung, Selbstwertgefühl, Bewältigung, Resozialisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Sexueller Missbrauch von Kindern", analysiert dessen Erscheinungsformen und Folgen und entwirft ein praktisches Interventionskonzept.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind die Definition und Statistik von Missbrauch, die Erkennung durch Symptome (Signale), die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Entwicklung eines tiergestützten pädagogischen Projekts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, betroffenen Kindern ein Interventionskonzept anzubieten, das ihnen hilft, ihr Selbstwertgefühl und die Wertschätzung ihres Körpers durch die Pflege von Tieren und soziale Gruppenangebote wiederzugewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse zur theoretischen Fundierung der Missbrauchsproblematik sowie eine konzeptionelle Planungsmethodik für das vorgestellte Interventionsprojekt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Missbrauchsproblematik, ihrer Folgen und rechtlichen Aspekte, gefolgt von der detaillierten Ausarbeitung des Konzepts der "Tierpatenschaft".
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie sexueller Missbrauch, Kinderschutz, Interventionskonzept, Tierpatenschaft und Traumafolgen charakterisiert.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Hands-on- und Hands-off-Handlungen eine Rolle?
Diese Differenzierung dient dazu, die Art des körperlichen Kontakts und die damit verbundenen Deliktsformen wie Vergewaltigung oder Kinderpornografie fachlich einzuordnen.
Welchen Zweck verfolgt die Einbindung von Tieren im Projekt?
Die Tiere dienen als niederschwellige Ansprechpartner, die den Kindern ein positives Körpergefühl vermitteln, Verantwortung lehren und eine motivierende Umgebung für soziale Kontakte schaffen.
Welche Rolle spielen die Eltern in dem vorgestellten Projekt?
Eltern werden, sofern sie nicht selbst als Täter involviert sind, in den Prozess einbezogen, um Entlastung zu erfahren und einen neuen Zugang zu ihren traumatisierten Kindern zu finden.
- Arbeit zitieren
- Heike Kurz (Autor:in), 2009, Sexualität und Gewalt: Sexueller Missbrauch von Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190741