Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Linguistik

20 Jahre "Die Fantastischen Vier", zwei Jahrzehnte Anglizismen

Eine diachrone Korpusanalyse

Titel: 20 Jahre "Die Fantastischen Vier", zwei Jahrzehnte Anglizismen

Seminararbeit , 2009 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Florian Arleth (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Als direkter Ableger einer amerikanischen Subkultur ist die Deutsche Rapmusik geradezu ein Paradebeispiel interkultureller Beeinflussung unserer Muttersprache. Neben der kompletten Terminologie dieser Subkultur wurden auch zahlreiche Ausdrücke teilweise unverändert in die Deutsche Sprache übernommen oder fanden oft erst Jahre später eine sprachliche Integration. Auch heutzutage, nach fast drei Jahrzehnten, ist der sprachliche Ursprung in der Musik vieler deutscher Rapkünstler noch unverkennbar.
Synchrone Studien zur Rolle des Englischen in dieser Musik sind höchst ertragreich und eine diachrone Studie zu der Entwicklung eben dieser Beziehungen ist erstrebenswert. Keine andere Gruppe wäre für solch eine Studie geeigneter als das Stuttgarter Quartett Die Fantastischen Vier.
Sie gehören mit zu den Begründern deutschsprachiger Rapmusik und haben zudem erst kürzlich ihr 20-jähriges-Bestehen gefeiert. Mit ihrem musikalischen Schaffen, das über die Jahrzehnte hinweg an Konstanz behalten hat, decken sie die deutsche Rapmusik in all ihren Phasen komplett ab – ein Kriterium welches von keinen anderen Künstlern erfüllt wird.

Diese Arbeit widmet sich dem Einfluss der Englischen Sprache in der Musik dieser Gruppe und versucht zu ergründen, ob darin über die Jahre hinweg gewisse Tendenzen zu sehen sind die auf eine Entwicklung schließen lassen. Eine genaue Definition des Analysegegenstands und der Methode, sowie der zugrunde liegenden Texte wird im angrenzenden Kapitel aufgestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorbemerkungen

2.1 Begriffsdefinition

2.2 Korpus und Methode

3. Analyse

3.1 „jetzt geht’s ab“ 1991

3.2 „Vier gewinnt“ 1992

3.3 „Die 4. Dimension“ 1993

3.4 „Lauschgift“ 1995

3.5 „4:99“ 1999

3.6 „Viel“ (2004)

3.7 „Fornika“ 2007

4. Fazit

4.1 Erkennbare Muster

4.2 Künstlerische Einstellung

4.3 Kreative Rolle

4.4 Sprachliche Mischform

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den diachronen Einfluss der englischen Sprache auf die Liedtexte der Stuttgarter Rapgruppe "Die Fantastischen Vier" über einen Zeitraum von fast drei Jahrzehnten. Ziel ist es, sprachliche Entwicklungen und Tendenzen im Gebrauch von Anglizismen innerhalb des Textkorpus zu identifizieren und zu analysieren.

  • Interkulturelle Beeinflussung der deutschen Sprache durch Rap-Subkultur
  • Analyse des Anglizismengebrauchs über sieben Studioalben hinweg
  • Untersuchung morphologischer und semantischer Integrationsformen
  • Einfluss der individuellen künstlerischen Haltung auf die Sprachwahl
  • Strukturelle Vergleiche mit Pidgin- und Kreolsprachen

Auszug aus dem Buch

3.1 „jetzt geht’s ab“ 1991

Das Debüt der Fantastischen Vier weist trotz zeitlichem und musikalischem Kontext bereits eine sehr ausgeprägte Anglizismenstruktur auf. Die Verbvielfalt erschöpft sich in den Wörtern 'rappen', 'rocken' und 'kicken'. Darunter ist besonders 'rocken' ein sehr interessanter Fall da es über ein breites Anwendungsspektrum verfügt. Ist es bei seinem ersten Auftauchen in „rockt jemand außer mir am phone“ noch auf die gesangliche Tätigkeit am Mikrofon beschränkt, steht es in „ich rocke das Haus“ (Die Fantastischen Vier 1991) schon für die Musik der gesamten Gruppe und deren Wirken auf die Zuhörerschaft, dem übetragenen Haus. Eine leider nicht näher bestimmbare physische Dimension erhält es in den Zeilen „wir rocken weder gerade, noch schräg, noch krumm wir rocken Kugelrund“ (Die Fantastischen Vier 1991).

Bei den Nomen überwiegt vor allem die musikspezifische Terminologie, die sich in Worten wie „Sound“, „Beats“, „Samples“ und auch „Rap(-Musik)“ Ausdruck verleiht. Dem etwas kreativeren Aspekt der Wortbildung wird durch die zahlreichen Komposita Rechnung getragen. Dabei finden sich sowohl Substantivkombinationen mit deutschem Kopf, die bereits erwähnte „Rap-Musik“ oder „Hip-Hop-Quatsch“, als auch welche mit englischsprachigem, „Höllenparty“, aber auch aufwändigere Fälle wie das „Rhythmus-Sample Klavier“ (Die Fantastischen Vier 1991), dessen Kern selbst noch einmal aus einem Deutsch-Englischen Kompositum besteht.

Das Morphem 'Rap' findet sich schließlich auch noch in der dritten Wortklasse, den Adjektiven, als Partizip Präsens in „rappend“ (Die Fantastischen Vier 1991) wieder. Zwar lässt das Vorhandensein dieses Partizips auf eine gewisse Vertrautheit mit der deutschen Grammatik schließen, doch der prämodifizierende Einsatz in „ohne Ende rappend Rap“ (Die Fantastischen Vier 1991) straft diese Schlußfolgerung sogleich Lügen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet die deutsche Rapmusik als Subkultur unter dem Einfluss des Englischen und begründet die Wahl der Fantastischen Vier als Untersuchungsobjekt für eine diachrone Sprachanalyse.

2. Vorbemerkungen: Hier werden der theoretische Rahmen durch eine Definition von Anglizismen gesteckt sowie die methodischen Grundlagen für die Auswahl und Analyse des Textkorpus festgelegt.

3. Analyse: In diesem Hauptteil wird der Anglizismengebrauch chronologisch über alle sieben Studioalben der Band hinweg detailliert untersucht und in den jeweiligen Kontext gesetzt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass keine durchgehende quantitative Steigerung erkennbar ist, sondern eher eine kontextbezogene und kreative Nutzung der Fremdwörter vorliegt.

Schlüsselwörter

Anglizismen, Deutsche Rapmusik, Die Fantastischen Vier, Sprachwandel, Linguistik, Lehnwörter, Textanalyse, Rap-Subkultur, Morphologie, Semantik, Diachrone Studie, Sprachintegration, Wortschöpfung, Songtexte, Musikterminologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der englischen Sprache auf die Liedtexte der deutschen Rapgruppe Die Fantastischen Vier über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Verwendung von Anglizismen in den Wortklassen der Verben, Substantive und Adjektive sowie die Einbettung dieser Begriffe in das Reimschema und die kulturelle Identität der Band.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, ob über die Jahre hinweg Tendenzen im Gebrauch englischer Fremdwörter erkennbar sind, die auf eine systematische sprachliche Entwicklung schließen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine diachrone Analyse von sieben Studioalben der Gruppe, wobei das Korpus auf morphologische, semantische und stilistische Merkmale der verwendeten Anglizismen untersucht wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Analyse der Alben, von „jetzt geht's ab“ bis „Fornika“, wobei jeweils die spezifische Verwendung und Einbindung von Anglizismen betrachtet wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Anglizismen, Sprachwandel, Rap-Subkultur, linguistische Analyse, Textkorpus und diachrone Entwicklung.

Warum spielt das Album "Die 4. Dimension" eine besondere Rolle?

Das Album ist bemerkenswert, da es nahezu ohne Anglizismen auskommt und somit einen starken Kontrast zu den anderen Veröffentlichungen der Band bildet.

Inwiefern beeinflussen die Musiker individuell den Sprachgebrauch?

Die Arbeit zeigt, dass insbesondere Thomas D durch seine persönliche Einstellung und Haltung zu englischen Lehnwörtern maßgeblich zur Schwankung des Anglizismengebrauchs innerhalb der Bandtexte beigetragen hat.

Welche Erkenntnis bietet der Vergleich mit Kreolsprachen?

Die Untersuchung zieht Parallelen zu Pidgin-Sprachen, um zu veranschaulichen, wie deutsche Grammatik als Rahmen dient, in den englische Fachtermini zur kulturellen Identitätsstiftung eingefügt werden.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
20 Jahre "Die Fantastischen Vier", zwei Jahrzehnte Anglizismen
Untertitel
Eine diachrone Korpusanalyse
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
PS I "Grammatik des Deutschen"
Note
1,3
Autor
Florian Arleth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V190760
ISBN (eBook)
9783656153955
ISBN (Buch)
9783656154402
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Die Fantastischen Vier Rapmusik Anglizismus Korpusanalyse diachron
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Arleth (Autor:in), 2009, 20 Jahre "Die Fantastischen Vier", zwei Jahrzehnte Anglizismen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190760
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum