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Brechts Frauenbild - Frauenfiguren in Brechts Dramen Mutter Courage und ihre Kinder und die Tage der Commune

Title: Brechts Frauenbild - Frauenfiguren in Brechts Dramen Mutter Courage und ihre Kinder und die Tage der Commune

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anne-Kristin Wolters (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Welches Frauenbild hatte einer der wohl bedeutsamsten und kritischsten Autoren des 20 Jhd. Brecht ein heiß begehrter Frauenschwarm, der die Frauen schamlos als Inspiration seines literarischen Schaffens missbrauchte? Oder gab Brecht Frauen zu jener Zeit, in denen Frauen längst nicht gleichberechtigt waren, erstmals die Chance auch zu Schreiben? Die ist eine Frage, die in dieser Arbeit überprüft werden wird. Anhand zweier Dramen (Mutter Courage und ihre Kinder; Die Tage der Commune) wird untersucht werden, wie Brecht Frauenfiguren in seinen Dramen darstellt. Zur Einschätzung des Frauenbildes von Brecht werden die Frauenfiguren in den Dramen durch autobiographische Ereignisse und Frauen in Brechts Leben ergänzt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein unfassbares Weib – Mutter Courage zwischen profitgieriger Geschäftsfrau und fürsorglicher Mutter

2.1 Die paradoxe Kriegseinstellung der Mutter Courage – Zwischen kriegsverachtender Mutterliebe und kriegsliebender Geschäftstüchtigkeit

2.2 Anna Fierling – Eine emanzipierte Frau?

2.3 Die stumme Kattrin – Die wahre Mutter Courage?

2.4 Mutter und Geschäftsfrau - Eine unvereinbare Doppelrolle für Brecht?

3. Die Tage der Commune – Brechts Mitarbeiterinnen als missbrauchte Arbeitskräfte?

3.1 Emanzipierte Frauen in Die Tage der Commune

3.2 Geneviève – Eine lernfähige Frau

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild in den Werken Bertolt Brechts, wobei insbesondere die Rollen von Frauen als Geschäftsfrauen, Mütter und politisch Aktive in den Dramen "Mutter Courage und ihre Kinder" sowie "Die Tage der Commune" analysiert werden. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, ob Brecht eine emanzipierte Darstellung der Frau schafft oder diese trotz fortschrittlicher Ansätze in traditionellen Geschlechterrollen verortet.

  • Die Widersprüchlichkeit zwischen Geschäftsfrau und Mutterrolle bei Mutter Courage.
  • Die Untersuchung der Emanzipation von Frauenfiguren im Kontext politischer Partizipation.
  • Der Einfluss der Entstehungsgeschichte und Zusammenarbeit mit Brechts Mitarbeiterinnen.
  • Die kritische Reflexion des brechtschen Frauenbildes aus moderner Sicht.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die paradoxe Kriegseinstellung der Mutter Courage – Zwischen kriegsverachtender Mutterliebe und kriegsliebender Geschäftstüchtigkeit

Ebenso wie der gesamte Charakter der Courage-Figur ist auch ihre Haltung gegenüber dem Krieg aufgrund ihrer inkompatiblen Doppelrolle als Mutter und Geschäftsfrau widersprüchlich. Als Kapitalist zeichnet sich Mutter Courage durch ihr Übermaß an Profitgier aus, die dem Krieg auf der einen Seite tolerant und wohlgesinnt gegenüber steht, weil der Krieg für sie Gewinne verspricht, denn nach den Schlachten ist der Bedarf ihrer Waren umso größer. Auf der anderen Seite lehnt sie den Krieg strikt ab, wenn eines ihrer Kinder gefährdet ist.

Wie paradox ihre Einstellung dabei ist, zeigt sich besonders deutlich in den aufeinanderfolgenden Szenen 6 und 7. Die sechste Szene endet hier mit einer Aussage der Mutter Courage: ,,Der Krieg soll verflucht sein.“ Unmittelbar in der darauffolgenden Szene 7 äußert sich Mutter Courage völlig konträr: ,,Ich laß mir den Krieg von euch nicht madig machen.“ Ebenfalls kurze Zeit später, auch in Szene 7 wechselt ihre Einstellung bereits wieder: ,,Ich bin froh übern Frieden, wenn ich auch ruiniert bin.“ Eine derartige Antikriegshaltung ist allerdings immer nur kurzweilig, sodass ihre Gewinnsucht sie letztendlich doch immer wieder dazu treibt, dem Krieg positiv gegenüber zu stehen, denn ,,[d]er Friede bricht [...][ihr den] Hals.“ „Sagen Sie mir nicht, daß Friede ausgebrochen ist, wo ich eben neue Vorräte eingekauft hab.“ Demnach ist ebenso wie ihre Mütterlichkeit auch ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Krieg nur eine minimale Tendenz. Gewinne sind für Mutter Courage wichtiger als der Frieden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungskontroverse um Brechts Frauenbild ein, das zwischen dem Vorwurf des Sexismus und dem Lob für emanzipatorische Züge schwankt.

2. Ein unfassbares Weib – Mutter Courage zwischen profitgieriger Geschäftsfrau und fürsorglicher Mutter: Das Kapitel analysiert die zwiespältige Persönlichkeit der Mutter Courage, die zwischen ihrer Existenz als Geschäftsfrau und ihrem mütterlichen Schutzinstinkt zerrissen ist.

2.1 Die paradoxe Kriegseinstellung der Mutter Courage – Zwischen kriegsverachtender Mutterliebe und kriegsliebender Geschäftstüchtigkeit: Hier wird die Haltung der Protagonistin zum Krieg untersucht, die je nach persönlichem Profitstreben zwischen Verfluchung und Verteidigung des Krieges schwankt.

2.2 Anna Fierling – Eine emanzipierte Frau?: Dieser Abschnitt beleuchtet, ob und inwieweit Mutter Courage in ihrem Umgang mit anderen, insbesondere Männern wie dem Feldprediger, emanzipierte Züge zeigt.

2.3 Die stumme Kattrin – Die wahre Mutter Courage?: Das Kapitel fokussiert auf die Tochter Kattrin, deren Opferbereitschaft als Kontrast zur egoistischen Profitgier der Mutter dargestellt wird.

2.4 Mutter und Geschäftsfrau - Eine unvereinbare Doppelrolle für Brecht?: Es wird die Frage diskutiert, ob Brecht Frauen in eine traditionelle Doppelrolle drängt, exemplarisch untersucht an Helene Weigel.

3. Die Tage der Commune – Brechts Mitarbeiterinnen als missbrauchte Arbeitskräfte?: Das Kapitel befasst sich mit der Entstehung des Werkes und dem Vorwurf, Brecht habe das Potenzial seiner Mitarbeiterinnen für sein literarisches Schaffen ausgenutzt.

3.1 Emanzipierte Frauen in Die Tage der Commune: Hier werden die aktiven und politischen Frauenfiguren analysiert, die in Brechts Spätwerk eine tragende Rolle spielen.

3.2 Geneviève – Eine lernfähige Frau: Die Entwicklung der Figur Geneviève steht im Mittelpunkt, die als Beispiel für eine lernfähige und politisch denkende Frau hervorgehoben wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Brechts Frauenfiguren widersprüchlich sind und sowohl emanzipatorische als auch sexistische Tendenzen aufweisen.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Mutter Courage, Kattrin, Frauenbild, Emanzipation, Die Tage der Commune, Geschlechterrollen, Feminismus, Kriegsdarstellung, Helene Weigel, Profitgier, Rollenkonflikt, Arbeitswelt, Literaturanalyse, politische Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Frauen in ausgewählten Werken von Bertolt Brecht, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen emanzipatorischen Ansätzen und traditionellen Rollenzuschreibungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Rollenkonflikt zwischen Mutter- und Geschäftsfrau, die Ausnutzung weiblichen Potenzials in der Zusammenarbeit mit Brecht sowie die politische Mündigkeit der Frauenfiguren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, ob die von Brecht dargestellten Frauenfiguren als emanzipiert gelten können oder ob sie trotz progressiver Momente in patriarchalen oder traditionellen Mustern verhaftet bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Textanalyse von Primärquellen (Dramen und Briefen) sowie der Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur zum Thema Brecht und die Frauen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Werke "Mutter Courage und ihre Kinder" sowie "Die Tage der Commune" analysiert, wobei einzelne Frauenfiguren (Mutter Courage, Kattrin, Geneviève) und deren Verhalten untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Brecht, Emanzipation, Geschlechterrollen, Mutter Courage, Profitgier und das Frauenbild bei Brecht.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Mutter Courage zu Kattrin?

Mutter Courage wird als eine durch Profitgier geprägte und widersprüchliche Figur dargestellt, während Kattrin als eine durch Selbstlosigkeit und Aufopferung motivierte Kontrastfigur dient.

Welche Rolle spielen Brechts Mitarbeiterinnen für die Argumentation?

Die Zusammenarbeit mit Frauen wie Helene Weigel oder Ruth Berlau wird kritisch hinterfragt, um zu prüfen, ob Brecht ihre Arbeit intellektuell gewürdigt oder zu seinem eigenen Vorteil ausgenutzt hat.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin bezüglich Brechts Frauenbild?

Die Autorin kommt zu einem komplexen Fazit: Brechts Frauenfiguren sind hochgradig widersprüchlich und zeigen sowohl moderne, emanzipierte Züge als auch eine Verhaftung in traditionellen, sexistischen Vorstellungen.

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Details

Title
Brechts Frauenbild - Frauenfiguren in Brechts Dramen Mutter Courage und ihre Kinder und die Tage der Commune
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,0
Author
Anne-Kristin Wolters (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V190794
ISBN (eBook)
9783656154143
ISBN (Book)
9783656154020
Language
German
Tags
Brecht Helene Weigel Mutter Courage Die Tage der Commune Frauenbilder in der Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne-Kristin Wolters (Author), 2011, Brechts Frauenbild - Frauenfiguren in Brechts Dramen Mutter Courage und ihre Kinder und die Tage der Commune, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190794
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