Was ist ein Name?


Seminararbeit, 2000
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionsversuche des Begriffes „Name“

3. Eigenschaften und Funktionen des Namens

4. Zur Frage der Bedeutung

5. Zur Abgrenzung von „Gattungsnamen“ und „Eigennamen“

Schluß

Literatur zur Hausarbeit – Namenkunde

1. Einleitung

Um es gleich vorweg zu sagen: die Frage, die meinem Text vorangestellt ist – Was ist ein Name? – wird im Rahmen dieser Arbeit nicht vollständig beantwortet werden können. Dies zeigt schon die Tatsache, daß selbst die Fülle von Sekundärliteratur, die zum Thema Namenkunde vorliegt, nicht imstande ist, oben genannte Frage eindeutig zu klären.

Aus diesem Grunde habe ich aber auch das Thema „Was ist ein Name“ gewählt. Bei der Durchsicht einer Reihe von Texten aus dem Gebiet der Namenkunde fiel mir zu meinem Erstaunen auf, daß gerade der Name, der ja den Gegenstand jener Wissenschaft darstellt, gleichzeitig eines der umstrittensten Phänomene auf diesem Gebiet ist. Die große Menge an Theorien über den Namen macht deutlich, von welch grundlegender Wichtigkeit er für den Menschen ist. Er hilft er dem Menschen, die ihn umgebende Welt zu ordnen und zu beherrschen. Er dient dazu, Identität zu stiften und wahrzunehmen. Der Name spielt eine einzigartige Rolle in Kultur und Religion.

Die vorliegende Hausarbeit steht im Kontext eines Proseminares zum Thema „Das Substantiv und seine grammatischen Kategorien“. Nun ist es die einzige Tatsache, über die sich alle von mir gelesenen Publikationen einig sind, daß der Name zur Wortart Substantiv gehört. In dieser Wortart aber hat er einen besonderen Platz inne, was zum einen auf seinen lexikalischen Sonderstatus und zum anderen auf seine Bedeutungsleere bzw. seinen maximalen Bedeutungsreichtum zurückzuführen ist.

In meiner Arbeit möchte ich zuerst eine - wenn auch notwendigerweise unvollständige - Übersicht über die von verschiedenen (Sprach-)wissenschaftlern vorgeschlagenen Definitionsversuche des Namens geben. Anschließend folgt eine Darstellung jener Eigenschaften, die den Namen aus den übrigen Substantiven herausheben (wenn man nicht davon ausgeht, daß eigentlich alle Substantive Namen sind). Außerdem werde ich auf zwei zentrale Probleme gesondert eingehen: die Abgrenzung der sogenannten „Gattungsnamen“ von den „Eigennamen“ und die Frage nach der Bedeutung von Namen. Ziel dieser Arbeit soll es sein, grundlegende Fragen und Theorien zum Thema „Namen“ darzustellen, ohne die eine weitere Beschäftigung auf dem Gebiet der Namenkunde nicht möglich ist. Des weiteren sollte deutlich werden, welche Faszination und Besonderheit den Namen eigen ist.

2. Definitionsversuche des Begriffes „Name“

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen philosophischen/ logischen und linguistischen Definitionsversuchen. Dabei geht die Logik normalerweise von einem weiteren Namenbegriff aus als die Sprachwissenschaft. Sie bezeichnet den Namen als „a word, symbol or expression having the kind of meaning which can be explained only by saying that a sentence in which the name is used is intended to be about something which the name denotes“ .[1] „Jede[r] Ausdruck, der einen wohldefinierten Gegenstand oder eine Klasse von Gegenständen identifizierend bezeichnen kann“,[2] wird hier als Name aufgefaßt.

Dagegen spricht die Linguistik von dem Namen als „a word or small groups of words indicating a particular entity in its entirety without necessarily or essentially indicating any special quality of the entity“.[3] Ein Name ist in diesem Sinne eine „Bezeichnungseinheit für Personen [...], Orte[...], Tiere[...], Gegenstände[...] und Ereignisse“.[4] Der Aspekt des Benennens wird in verschiedenen Definitionen betont, so bei Andreas Lötscher („´Nennwörter´“[5]), Bernd Koenitz („konventionelle Benennungen“[6]) und Wolfgang Fleischer („´Benennung´“[7]). Otto Funke faßt die Eigennamen als „Etiketten oder Ordnungszeichen [auf], die gedanklich den Individuen zum Unterschied von anderen anhaften“,[8] ähnlich auch Mill, der sich einer Defintion von Hobbes anschließt: „a name, as a word (or set of words) serving the double purpose of a mark to recall ourselves the likeness of a former thought, and a sign to make it known to others“.[9]

[...]


[1] Encyclopaedia Britannica, S. 1163

[2] R. Wimmer, S. 373

[3] Encyclopaedia Britannica, S. 1156

[4] R. Wimmer, S. 373

[5] A. Lötscher, S. 448

[6] B. Koenitz, S. 188

[7] W. Fleischer, S. 10

[8] O. Funke, S. 77

[9] J.S. Mill, S. 44

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Was ist ein Name?
Hochschule
Universität Paderborn  (Fachbereich 3)
Veranstaltung
Das Substantiv und seine grammatischen Kategorien
Note
1,0
Autor
Jahr
2000
Seiten
11
Katalognummer
V19082
ISBN (eBook)
9783638232944
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Grundlegende Aspekte zur Namenkunde
Schlagworte
Name, Substantiv, Kategorien
Arbeit zitieren
Mirjam Krapoth (Autor), 2000, Was ist ein Name?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19082

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Was ist ein Name?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden