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Was ist ein Name?

Title: Was ist ein Name?

Seminar Paper , 2000 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mirjam Krapoth (Author)

German Studies - Linguistics
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Um es gleich vorweg zu sagen: die Frage, die meinem Text vorangestellt ist – Was ist ein Name? – wird im Rahmen dieser Arbeit nicht vollständig beantwortet werden können. Dies zeigt schon die Tatsache, daß selbst die Fülle von Sekundärliteratur, die zum Thema Namenkunde vorliegt, nicht imstande ist, oben genannte Frage eindeutig zu klären.

Aus diesem Grunde habe ich aber auch das Thema „Was ist ein Name“ gewählt. Bei der Durchsicht einer Reihe von Texten aus dem Gebiet der Namenkunde fiel mir zu meinem Erstaunen auf, daß gerade der Name, der ja den Gegenstand jener Wissenschaft darstellt, gleichzeitig eines der umstrittensten Phänomene auf diesem Gebiet ist. Die große Menge an Theorien über den Namen macht deutlich, von welch grundlegender Wichtigkeit er für den Menschen ist. Er hilft er dem Menschen, die ihn umgebende Welt zu ordnen und zu beherrschen. Er dient dazu, Identität zu stiften und wahrzunehmen. Der Name spielt eine einzigartige Rolle in Kultur und Religion.

Die vorliegende Hausarbeit steht im Kontext eines Proseminares zum Thema „Das Substantiv und seine grammatischen Kategorien“. Nun ist es die einzige Tatsache, über die sich alle von mir gelesenen Publikationen einig sind, daß der Name zur Wortart Substantiv gehört. In dieser Wortart aber hat er einen besonderen Platz inne, was zum einen auf seinen lexikalischen Sonderstatus und zum anderen auf seine Bedeutungsleere bzw. seinen maximalen Bedeutungsreichtum zurückzuführen ist.

In meiner Arbeit möchte ich zuerst eine - wenn auch notwendigerweise unvollständige - Übersicht über die von verschiedenen (Sprach-)wissenschaftlern vorgeschlagenen Definitionsversuche des Namens geben. Anschließend folgt eine Darstellung jener Eigenschaften, die den Namen aus den übrigen Substantiven herausheben (wenn man nicht davon ausgeht, daß eigentlich alle Substantive Namen sind). Außerdem werde ich auf zwei zentrale Probleme gesondert eingehen: die Abgrenzung der sogenannten „Gattungsnamen“ von den „Eigennamen“ und die Frage nach der Bedeutung von Namen. Ziel dieser Arbeit soll es sein, grundlegende Fragen und Theorien zum Thema „Namen“ darzustellen, ohne die eine weitere Beschäftigung auf dem Gebiet der Namenkunde nicht möglich ist. Des weiteren sollte deutlich werden, welche Faszination und Besonderheit den Namen eigen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionsversuche des Begriffes „Name“

3. Eigenschaften und Funktionen des Namens

4. Zur Frage der Bedeutung

5. Zur Abgrenzung von „Gattungsnamen“ und „Eigennamen“

Schluß

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen des Eigennamens im linguistischen Kontext, mit dem primären Ziel, grundlegende Definitionsansätze, Eigenschaften sowie die Abgrenzung zu Gattungsnamen darzustellen, um die theoretische Vielschichtigkeit der Namenkunde aufzuzeigen.

  • Philosophische und linguistische Definitionsansätze des Namensbegriffs.
  • Semantische Eigenschaften und identifikatorische Funktionen von Eigennamen.
  • Die wissenschaftliche Debatte um die Bedeutungshaltigkeit von Eigennamen.
  • Kriterien zur Differenzierung zwischen Gattungsnamen und Eigennamen.
  • Praktische Implikationen der Namenkunde in Literatur und Lexikographie.

Auszug aus dem Buch

2. Definitionsversuche des Begriffes „Name“

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen philosophischen/ logischen und linguistischen Definitionsversuchen. Dabei geht die Logik normalerweise von einem weiteren Namenbegriff aus als die Sprachwissenschaft. Sie bezeichnet den Namen als „a word, symbol or expression having the kind of meaning which can be explained only by saying that a sentence in which the name is used is intended to be about something which the name denotes“. „Jede[r] Ausdruck, der einen wohldefinierten Gegenstand oder eine Klasse von Gegenständen identifizierend bezeichnen kann“, wird hier als Name aufgefaßt.

Dagegen spricht die Linguistik von dem Namen als „a word or small groups of words indicating a particular entity in its entirety without necessarily or essentially indicating any special quality of the entity“. Ein Name ist in diesem Sinne eine „Bezeichnungseinheit für Personen [...], Orte[...], Tiere[...], Gegenstände[...] und Ereignisse“. Der Aspekt des Benennens wird in verschiedenen Definitionen betont, so bei Andreas Lötscher („´Nennwörter´“), Bernd Koenitz („konventionelle Benennungen“) und Wolfgang Fleischer („´Benennung´“). Otto Funke faßt die Eigennamen als „Etiketten oder Ordnungszeichen [auf], die gedanklich den Individuen zum Unterschied von anderen anhaften“, ähnlich auch Mill, der sich einer Defintion von Hobbes anschließt: „a name, as a word (or set of words) serving the double purpose of a mark to recall ourselves the likeness of a former thought, and a sign to make it known to others“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Schwierigkeit einer eindeutigen Definition des Namens trotz umfangreicher Fachliteratur und verortet die Arbeit im Bereich der Substantiv-Forschung.

2. Definitionsversuche des Begriffes „Name“: Dieses Kapitel stellt unterschiedliche philosophische, logische und linguistische Ansätze gegenüber, um die Bandbreite der Begriffsbestimmung zu verdeutlichen.

3. Eigenschaften und Funktionen des Namens: Hier werden die Identifizierungsfunktion sowie spezifische grammatikalische Merkmale von Eigennamen wie die Singularform und Definitheit analysiert.

4. Zur Frage der Bedeutung: Das Kapitel beleuchtet den fachwissenschaftlichen Streit darüber, ob Eigennamen als bedeutungslose Identifikatoren oder als inhaltsreiche Einheiten zu betrachten sind, unter Einbeziehung der Argumentation von John R. Searle.

5. Zur Abgrenzung von „Gattungsnamen“ und „Eigennamen“: Der Autor untersucht verschiedene Kriterien wie Denotation und Konnotation, um die Grenzziehung zwischen Appellativa und Eigennamen nachzuvollziehen.

Schluß: Der abschließende Teil fasst die Vielschichtigkeit des Themas zusammen und gibt einen Ausblick auf die praktische Relevanz der Namenforschung in Literatur, Wörterbucherstellung und Psychologie.

Schlüsselwörter

Namenkunde, Eigenname, Gattungsname, Linguistik, Sprachphilosophie, Identifizierung, Denotation, Konnotation, Wortart, Substantiv, Semantik, Namenforschung, Definition, Bezeichnungsfunktion, Benennung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Namenkunde und untersucht, wie der Name als sprachliches Phänomen definiert und von anderen Wortarten abgegrenzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definitionsversuche des Begriffs „Name“, die Analyse der Eigenschaften von Eigennamen sowie die Diskussion ihrer Bedeutung und Abgrenzung zu Gattungsnamen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben und die theoretischen Schwierigkeiten aufzuzeigen, die mit der Bestimmung dessen verbunden sind, was einen Namen ausmacht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt eine Literaturanalyse, indem sie verschiedene theoretische Positionen der Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie zusammenstellt und kritisch vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit der Definition, den funktionalen Eigenschaften des Namens, der Searleschen Bedeutungstheorie und der Differenzierung zu Appellativa.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Namenkunde, Eigenname, Gattungsname, Denotation, Konnotation und die Identifizierungsfunktion des Namens.

Inwiefern unterscheiden sich Eigennamen grammatikalisch von Gattungsnamen?

Die Arbeit führt aus, dass Eigennamen primär im Singular stehen, meist keinen Artikel benötigen und in ihrer Pluralbildung oder Betonung signifikante Unterschiede zu Gattungsnamen aufweisen.

Warum ist die Definition des Namens laut Autorin so schwierig?

Die Autorin stellt fest, dass es trotz einer Fülle an Sekundärliteratur keinen wissenschaftlichen Konsens gibt, da der Name sowohl als rein identifizierendes Etikett als auch als bedeutungsreiches Symbol unterschiedlich interpretiert wird.

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Details

Title
Was ist ein Name?
College
University of Paderborn  (Fachbereich 3)
Course
Das Substantiv und seine grammatischen Kategorien
Grade
1,0
Author
Mirjam Krapoth (Author)
Publication Year
2000
Pages
11
Catalog Number
V19082
ISBN (eBook)
9783638232944
Language
German
Tags
Name Substantiv Kategorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mirjam Krapoth (Author), 2000, Was ist ein Name?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19082
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