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Die kommunitaristische Kritik am Liberalismus am Beispiel von Sandels Kritik an Rawls

Title: Die kommunitaristische Kritik am Liberalismus am Beispiel von Sandels Kritik an Rawls

Term Paper , 2012 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Florian Wollenschein (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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John Rawls gilt als einer der wichtigsten Vertreter der politischen Philosophie des Zwanzigsten Jahrhunderts. Mit seinem erstmals 1971 erschienenen Werk A Theory of Justice begründete er die Abkehr vom Utilitarismus, der – ausgehend von Jeremy Bentham und John Stuart Mill – nahezu zweihundert Jahre lang die anglo-amerikanische Moralphilosophie sowie die politische Philosophie dominiert hatte. Rawls verwarf die Vorstellungen des Utilitarismus und setzte diesen eine liberale Konzeption von Gerechtigkeit als Fairness entgegen.
Die kommunitaristische Kritik, seine Theorie der Gerechtigkeit als Fairness sei „kontextvergessen“, nahm Rawls zum Anlass, seine Gerechtigkeitskonzeption zu überdenken und in seinem zweiten Hauptwerk Politischer Liberalismus umfassende Änderungen an ihr vorzunehmen. Er lässt den Allgemeingültigkeitsanspruch der Gerechtigkeit als Fairness fallen und bettet sie in den Kontext des modernen demokratischen Verfassungsstaates ein. Sie beansprucht nun nur noch für solche Gesellschaften und deren Bürger Gültigkeit.
Doch auch diese weitergehende politische Theorie blieb von kommuni-taristischer Seite nicht unbeantwortet. Sandel fügte der zweiten Auflage seiner Liberalismuskritik ein Kapitel hinzu, in dem er sich mit den Anpassungen und den neuen Ideen von Rawls auseinandersetzt.
Zwar wurde die Debatte zwischen Liberalen und Kommunitaristen von einigen Autoren bereits für nahezu beendet erklärt; jedoch ist Hartmut Rosa der Ansicht, dass gewichtige Argumente der kommunitaristischen Kritik am Liberalismus bis heute nicht widerlegt seien.
Sandel selbst weist zwar darauf hin, dass es Rawls gelungen sei, seine Kritik an Eine Theorie der Gerechtigkeit zu widerlegen, sich jedoch aus dieser Widerlegung in Politischer Liberalismus einige neue problematische Aspekte ergeben hätten. In der vorliegenden Arbeit soll daher beispielhaft die Kritik Sandels an Rawls‘ politischem Liberalismus vorgestellt und auf ihren Gehalt und ihre Plausibilität überprüft werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 John Rawls‘ Theorie des politischen Liberalismus

2.1 Gerechtigkeit als Fairness

2.1.1 Gerechtigkeitsgrundsätze

2.1.2 Urzustand

2.2 Vorrang des Rechten vor dem Guten

2.3 Öffentlicher Vernunftgebrauch

3 Michael Sandels Kritik am politischen Liberalismus

3.1 Ausklammern gewichtiger moralischer Fragen

3.2 Überlegungsgleichgewicht umfassender Lehren

3.3 Restriktivität des öffentlichen Vernunftgebrauchs

4 Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kommunitaristische Kritik von Michael Sandel an der Theorie des politischen Liberalismus von John Rawls. Ziel ist es, die Plausibilität dieser Kritik zu hinterfragen und zu prüfen, ob Rawls' Modell durch die strikte Ausklammerung umfassender moralischer und religiöser Lehren tatsächlich zu restriktiv für eine demokratische Gesellschaft ist.

  • Die Grundlagen des Rawlsschen politischen Liberalismus.
  • Das Konzept des "Ausklammerns" moralischer Fragen im öffentlichen Diskurs.
  • Die Kritik an der Neutralität des Staates und am Vorrang des Rechten vor dem Guten.
  • Die moralischen und politischen Kosten einer restriktiven öffentlichen Vernunft.
  • Der Konflikt zwischen liberaler Neutralität und realen gesellschaftlichen Debatten.

Auszug aus dem Buch

3.1 Ausklammern gewichtiger moralischer Fragen

Wie bereits gezeigt wurde, geht der politische Liberalismus davon aus, dass in einer Gesellschaft unterschiedliche Auffassungen vom guten Leben existieren. Aus diesem Faktum eines vernünftigen Pluralismus ergibt sich, dass umfassende moralische und religiöse Lehren aus politischen Diskursen herausgehalten werden müssen (Sandel spricht in diesem Zusammenhang vom Ausklammern). Soziale Kooperation auf der Grundlage gegenseitigen Respekts wäre andernfalls nicht möglich (vgl. Rawls 1998, S. 317).

Für Sandel stellt sich nun die Frage, warum das Interesse an sozialer Kooperation schwerer wiegen sollte als die Interessen, die sich aus umfassenden moralischen und religiösen Ansichten gebildet haben (vgl. Sandel 1998, S. 196). Eine mögliche Antwort darauf sei, dass keine der ausgeklammerten moralischen oder religiösen Lehren für sich Wahrheit beanspruchen könne. Da Rawls aber immer wieder betone, seine Theorie sei unabhängig von der Skepsis gegenüber moralischen und religiösen Lehren (s. z.B. Rawls 1998, S. 45 u. S. 137), bestehe kein Grund daran zu zweifeln, dass einige von ihnen doch wahr sein könnten. Wenn dies aber der Fall sei, so Sandel weiter, warum sollte es dann nicht möglich sein, dass diese moralischen und religiösen Ansichten die politischen Werte übertrumpfen? (vgl. Sandel 1998, S. 196f.) Zur Illustration dieses Problems bedient Sandel sich zweier Beispiele, die ich im Folgenden darstellen und Sandels Argumentation bewerten will.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Debatte zwischen Rawls’ Gerechtigkeitstheorie und der kommunitaristischen Kritik ein und definiert das Ziel, Sandels Kritikpunkte kritisch zu beleuchten.

2 John Rawls‘ Theorie des politischen Liberalismus: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Konzepte Rawls', wie Gerechtigkeit als Fairness, den Urzustand und den öffentlichen Vernunftgebrauch, die das Fundament seiner Theorie bilden.

3 Michael Sandels Kritik am politischen Liberalismus: Hier werden Sandels Gegenargumente detailliert analysiert, insbesondere das problematische Ausklammern moralischer Fragen sowie die Restriktivität der öffentlichen Vernunft.

4 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Sandel berechtigte Mängel in der Rawlsschen Theorie aufgezeigt hat, was weiteren Forschungsbedarf nahelegt.

Schlüsselwörter

Politischer Liberalismus, John Rawls, Michael Sandel, Kommunitarismus, Gerechtigkeit als Fairness, Urzustand, Öffentlicher Vernunftgebrauch, Vorrang des Rechten, Pluralismus, Moralphilosophie, Demokratischer Verfassungsstaat, Politische Philosophie, Moralische Kosten, Sklaverei, Abtreibungsdebatte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung zwischen der liberalen Gerechtigkeitstheorie von John Rawls und der kommunitaristischen Gegenposition von Michael Sandel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die Themen staatliche Neutralität, das Verhältnis von Gerechtigkeit und Gemeinschaft sowie die Rolle von moralischen Lehren in demokratischen Gesellschaften ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung der Plausibilität und des Gehalts von Sandels Kritik an der Beschränkung politischer Diskurse durch den politischen Liberalismus.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor verwendet eine deskriptive und analysierende Methode, um Rawls' Konzepte darzustellen und diese anhand von Sandels Argumentation kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rawlsschen Grundlagen, Sandels Kritikpunkte wie die "Ausklammerung" und die "Restriktivität" der öffentlichen Vernunft sowie die damit verbundenen moralischen und politischen Kosten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Politischer Liberalismus, Kommunitarismus, Gerechtigkeit als Fairness, Öffentliche Vernunft und Politische Philosophie.

Warum hält Sandel die Idee des öffentlichen Vernunftgebrauchs für zu restriktiv?

Sandel argumentiert, dass diese Idee wichtige moralische und religiöse Überzeugungen aus der politischen Debatte ausschließt, was zu einem moralischen Vakuum und zur Förderung von Fundamentalismus führen kann.

Inwiefern spielt das Beispiel der Sklaverei eine Rolle in der Argumentation?

Das Beispiel der Sklaverei dient Sandel dazu zu belegen, dass eine neutrale politische Haltung oft nicht ausreicht, um grundlegendes Unrecht moralisch zu adressieren, da die Argumentation gegen die Sklaverei historisch oft auf moralischen Überzeugungen basierte.

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Details

Title
Die kommunitaristische Kritik am Liberalismus am Beispiel von Sandels Kritik an Rawls
College
University of Hagen
Course
Philosophische Reflexion von Staat und Politik
Grade
1,0
Author
Florian Wollenschein (Author)
Publication Year
2012
Pages
21
Catalog Number
V190848
ISBN (eBook)
9783656154778
ISBN (Book)
9783656154891
Language
German
Tags
Kommunitarismus Liberalismus Rawls Sandel Kritik Gerechtigkeit Urzustand Pluralismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Wollenschein (Author), 2012, Die kommunitaristische Kritik am Liberalismus am Beispiel von Sandels Kritik an Rawls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190848
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