In dieser Arbeit wird dargestellt, welche möglichen Ansätze einer kindgemäßen Leichtathletik den GrundschullehrerInnen zur Verfügung stehen und welche grundlegenden Eigenschaften sie bei der Vermittlung der Schulsportart Leichtathletik berücksichtigen müssen.
Folgende Fragen werden dabei genauer erarbeitet.
Wie kann man die Leichtathletik für Kinder attraktiv gestalten? Wie kann dafür in der Grundschule ein besserer Ansatz gefunden werden? Und inwieweit kann man die Leichtathletik attraktiver gestalten und wie ist sie dann in der Grundschule einsetzbar?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemstellung
3 Rahmenlehrplan Brandenburg für das Fach Sport
3.1 Rahmenvorgabe für das Themenfeld „Laufen, Springen, Werfen – Leichtathletik“ in den Jahrgängen eins bis sechs
3.2 Pädagogische Perspektiven in der Leichtathletik
3.3 Kompetenzerwerb durch Leichtathletik
4 Leichtathletik in der Grundschule
4.1 Unterrichtsziele in der Leichtathletik
4.2 Leichtathletikspezifische koordinative und konditionelle Fähigkeiten
4.3 Aufgabe der Leichtathletik im Grundschulsport – Was bedeutet kindgerecht?
4.4 Umsetzung der Schulsportart Leichtathletik – Vermittlungsformen
4.4.1 Spielleichtathletik
4.4.2 Kinderleichtathletik
4.4.3 Differenzielles Lehren und Lernen
4.5 Technikvermittlung im Grundschulalter
5 Wettkampf- bzw. Wettbewerbsformen
5.1 Bedeutung von Wettkämpfen bzw. Wettbewerben in der Grundschule
5.2 Mögliche Wettkampf- bzw. Wettbewerbsformen
6 Diskussion
7 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten und Ansätze für eine kindgerechte Vermittlung der Leichtathletik im Grundschulsport aufzuzeigen, um das Interesse der SchülerInnen nachhaltig zu fördern und Lehrkräften methodische Orientierungshilfen anzubieten.
- Pädagogische Anforderungen an einen kindgerechten Leichtathletikunterricht
- Entwicklung koordinativer und konditioneller Fähigkeiten im Grundschulalter
- Vorstellung alternativer Vermittlungsmethoden wie Spielleichtathletik und Differenzielles Lehren und Lernen
- Die Rolle von Wettkampf- und Wettbewerbsformen in der Primarstufe
- Bedeutung der Kooperation zwischen Schule und Verein
Auszug aus dem Buch
4.4.3 Differenzielles Lehren und Lernen
Eine weitere Methode Leichtathletik im Grundschulsport zu vermitteln, ist das von Schöllhorn und seinen Mitarbeitern entwickelte Differenzielle Lehren und Lernen. Im Nachfolgenden werden die Überlegungen und Ziele von Schöllhorn, Beckmann, Janssen und Michelbrink (2009) bezüglich des Differenziellen Lehrens und Lernens vorgestellt. Sie sehen es als einen Gewinn für den traditionellen Sportunterricht. Im Gegensatz zu den traditionellen Ansätzen hat es als Ziel keine Idealbewegung. Vielmehr wird darauf Wert gelegt, dass viele unterschiedliche Variationen von Bewegungsabläufen durchgeführt werden. Die in den traditionellen Ansätzen definierten Fehler werden bei dieser Methode nicht als solche, sondern als eine zusätzliche Variation betrachtet. Sie sehen die Fehler als Vorbereitung auf Bewegungsabweichungen, die es dem Athleten zum Beispiel beim Laufen ermöglichen, nach einem Stolpern wieder in die optimale Leistung zurückzukehren. Das Differenzielle Lehren und Lernen baut auf das Verständnis von Bewegungsvariabilitäten auf.
Schöllhorn et al. (2009) sehen die Variabilität als Ergebnis des individuellen Verhaltens eines Athleten und der ihm vorgegebenen Situation. Das Ausführen von Bewegungsabläufen ist demnach abhängig von der zeitlichen Vorgabe und der Person. Eine Bewegungsausführung mehrmals identisch durchzuführen, ist besonders im Schulsport demnach kaum möglich. Sie gehen davon aus, dass auch nach mehrfachen Wiederholungen keine identischen Bewegungen auftreten. Daher kamen sie darauf, dass ein beschleunigendes Lernen ermöglicht werden kann, wenn komplett unterschiedliche Ausführungen einer Bewegung durchgeführt werden. Dies wird durch eine Vielzahl von Übungsvariationen verstärkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der kindgerechten Leichtathletik ein und skizziert die methodischen Schwerpunkte sowie die Problemstellung des aktuellen Sportunterrichts.
2 Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert das sinkende Interesse an der Leichtathletik durch einseitige Vermittlung und die Herausforderungen für fachfremd unterrichtende Lehrkräfte.
3 Rahmenlehrplan Brandenburg für das Fach Sport: Es werden die offiziellen Anforderungen des Lehrplans, die pädagogischen Perspektiven und die angestrebten Kompetenzziele für die Grundschule dargelegt.
4 Leichtathletik in der Grundschule: Der Hauptteil analysiert die Zielsetzungen, physiologischen Grundlagen, Vermittlungsformen wie Spiel- und Kinderleichtathletik sowie innovative Ansätze wie das Differenzielle Lehren und Lernen.
5 Wettkampf- bzw. Wettbewerbsformen: Dieses Kapitel beleuchtet die psychologische Bedeutung von Wettkämpfen für Grundschulkinder und stellt verschiedene Formate wie "Kids' Athletics" oder die Bundesjugendspiele vor.
6 Diskussion: Die kritische Auseinandersetzung thematisiert die Herausforderungen durch den hohen Anteil fachfremder Lehrkräfte und die Bedeutung einer Kooperation zwischen Schule und Verein.
7 Ausblick: Der abschließende Abschnitt reflektiert die Chancen der neuen, kindgerechten Ansätze für die zukünftige Gestaltung des Sportunterrichts.
Schlüsselwörter
Leichtathletik, Grundschule, Kindgerecht, Vermittlungsformen, Spielleichtathletik, Kinderleichtathletik, Differenzielles Lehren und Lernen, Koordinative Fähigkeiten, Konditionelle Fähigkeiten, Sportunterricht, Wettkampf, Wettbewerb, Bewegungsfertigkeiten, Pädagogische Perspektiven, Handlungskompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den didaktischen Möglichkeiten, Leichtathletik in der Grundschule so zu vermitteln, dass sie den Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand der Kinder entspricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die physiologische Entwicklung der Kinder, die Vermittlung technischer Grundlagen, verschiedene spielerische Methodiken sowie die Einbettung von Wettkampfformen im Schulsport.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Lehrkräften Wege aufzuzeigen, wie sie die Leichtathletik attraktiver gestalten und durch kindgemäße Ansätze die Freude an der Bewegung sowie die individuelle Entwicklung fördern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Fachliteratur, aktueller Sportlehrpläne sowie Ergebnisse sportwissenschaftlicher Studien zur Trainingslehre und Pädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch den Rahmenlehrplan, die Analyse koordinativer und konditioneller Anforderungen sowie die detaillierte Darstellung neuer Lehrmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kindgerechte Vermittlung, Spielleichtathletik, Differenzielles Lehren und Lernen sowie Kompetenzerwerb charakterisiert.
Was unterscheidet das „Differenzielle Lehren und Lernen“ von traditionellen Methoden?
Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen gibt es hier keine „Idealbewegung“. Stattdessen werden vielfältige Bewegungsvariationen bewusst genutzt, um die Anpassungsfähigkeit der Kinder an wechselnde Situationen zu trainieren.
Warum ist die Kooperation zwischen Schule und Verein ein zentraler Punkt der Diskussion?
Da viele Grundschullehrkräfte fachfremd sind, bietet die Zusammenarbeit mit Sportvereinen zusätzliche Ressourcen und Expertisen, um die motorische Entwicklung der Kinder effektiver zu unterstützen.
- Quote paper
- Vanessa Kraus (Author), 2010, Vermittlung der Schulsportart Leichtathletik im primarspezifischen Bereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190853