Fallstudien Mathematikunterricht


Hausarbeit, 2010
12 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Fallstudien - Die Theorie
1.1 Was versteht man unter einer Fallstudie?
1.2 Vorgehen bei Fallstudien Uberblick uber die Phasen der Fallstudie
1.3 Welche Varianten von Fallstudien gibt es?

2 Der konkrete Fall: Strafe im Mathematikunterricht

3 Fallstudie am konkreten Fall
3.1 Konfrontation
3.2 Information
3.3 Exploration
3.4 Resolution
3.5 Disputation und Kollation

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Anhang

1 Fallstudien - Die Theorie

1.1 Was versteht man unter einer Fallstudie?

Erstmals wurde eine Fallstudie in Boston an der Harvard Business School entwickelt. Aus die- sem Grund wird sie haufig auch als Harvard-Methode (vgl. Kap. 1.3 ) bezeichnet.[1] Ursprunglich fand sie Anklang im juristischen Bereich. Hierzu wurde den Studenten ,,ein tatsachlicher oder ein fingierter ,Fall‘ vorgelegt, den es zu bearbeiten galt.“[2] Heutzutage werden Fallstudien in vielen wei- teren Bereichen angewendet.[3] Am verbreitetsten ist die Nutzung von Fallen in Deutschland in der Managementschulung und der Wirtschaftswissenschaft.[4]

Ziel einer Fallstudie war und ist es, den Studenten eine moglichst reale Situation zu bieten, die sie losen mussen, um moglichst viele Praxiserfahrungen schon wahrend der Ausbildung sammeln zu konnen, ohnejedoch tatsachlich in den betreffenden Betrieben anwesend sein zu mussen.

1.2 Vorgehen bei Fallstudien

Die Bearbeitung eines Falles lasst sich in sechs Phasen unterteilen und beginnt mit der Konfron- tation. In der Regel hat der hier prasentiert Fall einen Bezug zur Lebenssituation des Lernenden und ist somit fur ihn personlich bedeutsam.[5]

Anschliefiend beginnt die Phase der Information. Vorhandene Informationen werden ausgewertet und analysiert. Reichen diese nicht aus, mussen weitere Auskunfte eingeholt werden. Dies kann durch Erkundungen vor Ort geschehen, aber auch durch hilfreiche schriftliche Quellen, Internetre- cherchen oder Befragungen der Lehrkraft oder von in dem Fall Involvierten.[6]

Es folgt die Explorationsphase, bei der mogliche, unterschiedliche Falllosungen mit Hilfe der Hintergrundinformationen erarbeitet werden.[7]

In der Resolutionsphase wird aus den entworfenen Problemlosestrategien eine bestimmte ausge- wahlt, die begrundet die vermutlich erfolgreichste Alternative zu der im Fall erlebten Strategie bie- tet.[8]

In der Disputation wird die entsprechende Losung dem Plenum vorgetragen und diskutiert. Ziel ist es hierbei, die in den vorangegangenen Phasen entwickelte und ausgewahlte Losung zu verteidi- gen, um „so prufen zu konnen, ob[...] [die] Entscheidung der Kritik stand halt.“[9]

Nachdem die erarbeitete Losung in der Praxis angewendet wurde, wird sie abschliefiend in der Kollation reflektiert. Sollte hierbei ein neuer Fall entstanden sein, da die Losung in der Realitat nicht den erwarteten Erfolg erzielt hat, werden neue Problemlosungen entwickelt.[10]

Uberblick uber die Phasen der Fallstudie[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3 Welche Varianten von Fallstudien gibt es?

Grundsatzlich konnen Fallstudien in zwei Systematisierungsarten unterschieden werden: zum einen in Entdeckungs- und Entscheidungsfalle, zum anderen in die Tradition der Harvard Universi­ty.[12]

Beim Entdeckungsfall soll ein vorgegebenes Ereignis herausgefunden oder ein ,,komplexer Sach- verhalt, eine Regel oder eine Technik [...] erlernt (entdeckt) werden.“[13] Wird indes eine Losung ge- sucht, oder muss eine Entscheidung getroffen werden, handelt es sich um einen Entscheidungsfall. Mischformen dieser beiden Arten sind ebenfalls denkbar.

Bei der Tradition der Harvard University, bei der auf echte Falle zuruckgegriffen wird, konnen vier verschiedene Varianten der Fallstudie unterschieden werden.[14]

Die Case-Study-Method wirkt sehr komplex, da bei der Fallschilderung das gesamte Informati- onsmaterial beigelegt wird. Schwerpunkt ist hierbei die Problemanalyse, -synthese und Entschei- dungsfindung.[15]

Bei der Case-Problem-Method liegt der Schwerpunkt auf der Erarbeitung von Losungen und an- schliefienden Diskussionen. Probleme werden bei der Fallschilderung ausdrucklich genannt und In- formationen vorgegeben.[16]

Der Fall liegt bei der Case-Incident-Method hingegen nur luckenhaft vor. Da auf Grund dessen viele Informationen zum Fall selbst gewonnen werden mussen, scheint diese Methode sehr praxis- nah, da auch in der Realitat haufig der Prozess der Informationsgewinnung eine Rolle spielt.[17]

Vorgegebene Losungen mussen in der Stated-Problem-Method kritisch hinterfragt und mit den getroffenen Entscheidungen in der Wirklichkeit verglichen werden.[18]

2 Der konkrete Fall: Strafe im Mathematikunterricht

Im Folgenden wird eine Videosequenz aus einer Unterrichtsstunde in Mathematik beschrieben.

Die Schulerin F. steht allein vor der Tafel. Ihr gegenuber sitzen ihre Mitschuler/innen. F. ver- schrankt ihre Arme, lachelt beschamt, schaut immer wieder zu Boden und windet sich haufig hin und her. Viele Schuler der Klasse kichern, einige rufen auffordernd ihren Namen.

Ein Schuler: ,,Ich guck weg.“ Darauflachen die anderen.

„Nein, nein, nein, noch nicht, stopp“, erwidert sie und kichert.

Nach kurzer Zeit der Lehrer: „Los geht's, komm schon.“

F., grinsend und kichernd: „Okay, ich muss uberlegen“. Sie zieht die Armel ihres Pullover uber die Hande, wirkt unruhig und schaut kurz zur Decke.

Dann beginnt sie ohne viel Melodie das Lied ,,Verdammt ich lieb' dich“ zu singen. Sie unter- bricht sich immer kurz zum Auflachen. Ab und zu schaut sie wieder zur Decke.

Sobald sie die erste Strophe beendet hat, lauft sie schnell auf ihren Platz. Alle Schuler klatschen und lachen.

[...]


[1] vgl. http://lspace5.via-on-line.de

[2] http://lehrerfortbildung-bw.de

[3] vgl. ebd.

[4] vgl. http://lspace5.via-on-line.de

[5] vgl. ebd.

[6] vgl. ebd.

[7] vgl. ebd.

[8] vgl. ebd.

[9] http://lehrerfortbildung-bw.de

[10] vgl. http://lspace5.via-on-line.de

[11] vgl. http://lehrerfortbildung-bw.de

[12] vgl. http://lspace5.via-on-line.de

[13] ebd.

[14] vgl. ebd.

[15] vgl. ebd.

[16] vgl. ebd.

[17] vgl. ebd.

[18] vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Fallstudien Mathematikunterricht
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Autor
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V190865
ISBN (eBook)
9783656154501
ISBN (Buch)
9783656154570
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hausarbeit, Mathematik, Mathe, Mathematikunterricht, Matheunterricht, Bestrafung, Strafe, Singen, Video, Videosequenz, Videoauswertung
Arbeit zitieren
Markus Leuschner (Autor), 2010, Fallstudien Mathematikunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190865

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