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Demokratie und Medien

Eine vergleichende Fallstudie zur Unabhängigkeit politischer Berichterstattung in ausgewählten österreichischen Tageszeitungen sowie Implikationen zum Beitrag der Medien zur Demokratie

Title: Demokratie und Medien

Seminar Paper , 2012 , 58 Pages , Grade: 1

Autor:in: BA Markus Philipp Vogtenhuber (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Trotz einer von zahlreichen Autoren bestätigten bedeutenden Rolle von Medien für die Demokratie, sowie der großen Bedeutung kommunikativer Tätigkeiten zur Wahrnehmung von Souveränität in einer Massengesellschaft, wird den Medien als demokratische Institution in der politikwissenschaftlichen Demokratietheorie nur eine untergeordnete Rolle zugewiesen. So beschäftigen sich nur ein Bruchteil der Beiträge in politikwissenschaftlichen Fachzeitschriften mit dem Thema Medien und Kommunikation. Aufgrund dieses bescheidenen Interesses der Demokratietheorie an diesen Kommunikationsmitteln, möchten wir mit unserer Arbeit ein Stück weit zur Analyse der Rolle der Medien für die nationale Demokratie bzw. die Demokratisierung transnationaler politischer Systeme beitragen. Im Zentrum unserer Analyse liegt dabei das Augenmerk auf der Gefahr des potentiellen Manipulationscharakters durch die Medien, welcher ihnen aufgrund ihrer bedeutenden Stellung als „Gatekeeper“ und „Agenda-Setter“ zukommt. Dieser „Politikdependenzthese“, dass Medien als unabhängige Akteure agieren und die Politik von ihnen abhängig ist, werden wir die „Medienfunktionalisierungsthese“ von Manfred Prisching (2011) gegenüberstellen, welche besagt, dass Politiker die Medien instrumentalisieren können, um ihre Botschaften zu verbreiten, und Medien somit „abhängig“ seien.
Da jedoch weder manipulierende noch instrumentalisierte Medien als förderlich für ein demokratisches politisches System gesehen werden können, werden wir im Weiteren auf idealtypische Anforderungen an Medien zur Förderung von Demokratie eingehen und diese im Anschluss durch eine empirische Medienanalyse ausgewählter Tageszeitungen überprüfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Beitrag der Medien zur Demokratie

Beitrag der Medien zur Demokratisierung der Europäischen Union

Gefahr des potentiellen Manipulationscharakters der Medien

Anforderungen an die Medien zur Förderung der Demokratie

Forschungsleitende Fragestellung

Hypothese

Abgrenzung der Forschung

Forschungsdesign

Fallauswahl

Grundgesamtheit/ Stichprobe

2. Operationalisierungen

Politisches Machtverhältnis

Unabhängigkeit der Berichterstattung

Gewichtungsvariablen

Wie wurde gezählt?

Datenmatrix

Erwartete Ergebnisse

3. Hauptteil

Analyse Artikelhäufigkeiten – OÖ/OÖN

Analyse der Machteinheit als Einflussgröße – OÖ/OÖN

Analyse Artikelhäufigkeiten – Sbg./SN

Analyse der Machteinheit als Einflussgröße – Sbg./SN

4. Beantwortung der Fragestellung und Hypothese

Hypothese

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Unabhängigkeit der politischen Berichterstattung in österreichischen Tageszeitungen (Salzburger Nachrichten und Oberösterreichische Nachrichten) im Jahr 2011 und analysiert, inwieweit die mediale Darstellung politischer Akteure mit deren tatsächlicher Machtverteilung in den jeweiligen Bundesländern korreliert oder durch parteipolitische Einflüsse verzerrt wird.

  • Rolle und Funktion der Medien für die Demokratie
  • Entwicklung eines Modells zur Messung politischer Macht (Machteinheiten)
  • Empirische Untersuchung der Artikelhäufigkeiten und Gewichtung
  • Vergleich der Berichterstattung in regionalen Fallbeispielen
  • Analyse des Einflusses politischer Akteure auf die mediale Agenda

Auszug aus dem Buch

Beitrag der Medien zur Demokratie.

„Mehr als jede andere Form politischer Herrschaft ist Demokratie auf Kommunikation angewiesen. Während die Stabilität autoritärer Regime eines ausgebauten Systems der Geheimhaltung bedarf, basieren die Legitimität und Lebensfähigkeit der Demokratie auf Öffentlichkeit.“ Besonders demokratietheoretische Klassiker, wie Schriften von John Stuart Mill, schreiben dem freien und öffentlichen Austausch von Argumenten eine zentrale Bedeutung für die Entstehung einer demokratischen Gesellschaft zu. „Legitimität ist […] nur durch Kommunikation zu gewinnen“, daher ist ein abgesichertes System freier politischer Kommunikation die „conditio sine qua non“ der Demokratie, also eine Bedingung, ohne welche Demokratie nicht gewährleistet werden kann. Die demokratische Kommunikation ist lt. Heinrich Oberreuter somit der „Kitt“, der eine demokratische Gesellschaft in ihrem Innersten zusammenhält und damit auch stabilisiert und zeichnet sich durch einen wechselseitigen Kommunikationsprozess aus. Die demokratische Medienöffentlichkeit bietet dabei genau das Forum für den wechselseitigen Austausch aller Akteure des demokratischen Prozesses, denn lt. Voltmer können nur in der öffentlichen Kommunikation, Meinungsbildungsprozesse als „collective deliberation“ stattfinden. „Demokratische Herrschaft setzt eine Öffentlichkeit voraus und das ist im Zweifel eine medienerzeugte Öffentlichkeit.“ Es lässt sich somit feststellen, dass eine Demokratie ohne Medien nicht denkbar ist und eine defizitäre Öffentlichkeit folglich für eine defizitäre Demokratie steht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die demokratietheoretische Bedeutung von Medien, führt die Forschungsthematik sowie die Problemstellung der Medienunabhängigkeit ein und definiert die zentralen Begriffe.

2. Operationalisierungen: Beschreibt die methodische Vorgehensweise, insbesondere die Entwicklung des Modells der Machteinheiten zur Quantifizierung politischer Macht sowie die Auswahl der Gewichtungsvariablen für die Medienanalyse.

3. Hauptteil: Präsentiert die empirische Auswertung der Artikelhäufigkeiten in den Salzburger Nachrichten und den Oberösterreichischen Nachrichten und analysiert den Einfluss der Machteinheiten auf die Berichterstattung.

4. Beantwortung der Fragestellung und Hypothese: Zieht ein Fazit aus den Ergebnissen, bewertet die aufgestellte Hypothese und diskutiert die Rolle der Medien hinsichtlich der demokratischen Performanz.

Schlüsselwörter

Demokratie, Medien, Politik, Öffentlichkeitsdefizit, Machteinheiten, Medienfunktionalisierung, Gatekeeper, Agenda-Setting, politische Kommunikation, Zeitungsanalyse, Neutralität, Berichterstattung, Fallstudie, Österreich, Europäische Union.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Unabhängigkeit der politischen Berichterstattung in zwei österreichischen Tageszeitungen (SN und OÖN) und hinterfragt, ob die Medien als neutrale Vermittler fungieren oder politisch beeinflusst sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Rolle der Medien in der Demokratie, das Konzept der politischen Macht, Medienkonzentration sowie die methodische Messung von parteipolitischer Berichterstattung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die empirische Überprüfung, ob die Berichterstattung über politische Parteien deren realer Machtbasis im Bundesland entspricht oder ob eine Verzerrung zugunsten mächtiger Akteure vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse mittels einer eigens entwickelten Methode ("Machteinheiten") angewandt, um politische Macht und mediale Gewichtung messbar zu machen und mittels Regressionsanalysen auszuwerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die gesammelten Daten der Salzburger Nachrichten und Oberösterreichischen Nachrichten (Artikelhäufigkeiten und Gewichtungen) detailliert grafisch ausgewertet und statistisch analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Medienunabhängigkeit, Politische Macht, Demokratie, Medienfunktionalisierung und quantitative Medienanalyse geprägt.

Was sind "Machteinheiten" in dieser Untersuchung?

Machteinheiten sind ein von den Autoren entwickeltes Maß, das über die bloße Wahlstatistik hinausgeht und politische Macht durch eine Gewichtung von Mandaten, Bürgermeisterämtern und anderen politischen Funktionen im jeweiligen Bundesland berechnet.

Welches Ergebnis liefern die Analysen für die beiden untersuchten Zeitungen?

Beide Zeitungen zeigen eine eher ausgleichende Tendenz ("Zustand 2"), bei der kleine Parteien eher aufgewertet werden, was gegen eine einseitige politische Abhängigkeit der Zeitungen spricht.

Warum spielt das BZÖ in dieser Studie eine Sonderrolle?

Das BZÖ wird aufgrund seiner fehlenden Verankerung in den Landtagen der untersuchten Bundesländer als Sonderfall geführt, da es die Ergebnisse bei der Gewichtung aufgrund mangelnder Machteinheiten vor Ort verzerren könnte.

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Details

Title
Demokratie und Medien
Subtitle
Eine vergleichende Fallstudie zur Unabhängigkeit politischer Berichterstattung in ausgewählten österreichischen Tageszeitungen sowie Implikationen zum Beitrag der Medien zur Demokratie
College
University of Salzburg  (Politikwissenschaft und Soziologie)
Course
Theorie und Ideengeschichte - Demokratie jenseits des Staates
Grade
1
Author
BA Markus Philipp Vogtenhuber (Author)
Publication Year
2012
Pages
58
Catalog Number
V190908
ISBN (eBook)
9783656155591
ISBN (Book)
9783656156130
Language
German
Tags
demokratie medien eine fallstudie berichterstattung tageszeitungen implikationen beitrag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
BA Markus Philipp Vogtenhuber (Author), 2012, Demokratie und Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190908
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