Dieser Text soll einen Überblick über das Thema "Geistige Behinderung im Kinderbuch" geben. Um verschiedene Umgangsformen, sowohl in der Familie, als auch unter Freunden und in der Gesellschaft aufzuweisen, wurden zwei Bücher verglichen und zur Analyse herangezogen. Zum Einen das Buch "Tage mit Eddie oder was heißt schon normal" von Janet Tashjian. Dieses Buch wird schwerpunktmäßig zum Einsatz kommen und unterliegt der hauptsächlichen Analyse. Zum Vergleich wurde ein zweites Buch, "Eine wunderbare Liebe" von Kirsten Boie, herangezogen. Dieses wird zum Schluss des Textes als Vergleichsmaterial genutzt.
Geistige Behinderung ist ein Thema, welches in der heutigen Gesellschaft immer noch einem Tabu unterliegt. Es wird kaum darüber gesprochen und betroffene Menschen, vor allem betroffene Kinder, werden ausgegrenzt und erleiden Spott und Kränkungen. Auffällig dabei ist jedoch, dass Erwachsene meist die Personen sind, die Vorurteile gegenüber Behinderten hegen und verbreiten, indem sie diese, meist unbewusst, ihren Kindern weitergeben. Kinder, die keine Vorurteile kennen, gehen sehr vernünftig und unvoreingenommen mit betroffenen Personen um. Diese unterschiedlichen Umgangsformen und Klischees sollen anhand der zwei bearbeiteten Bücher dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Inhaltsangabe
3 Fragestellungen
3.1. Fremdheitswahrnehmung
3.2. Erzählstruktur und Erzählverhalten
3.3. Wie geht True, als gesunder Zwillingsschwester, mit dem Anderen an Eddie um?
3.4. Konfliktlösung
4 Vergleiche
4.1. Wer ist Marlon?
4.2. Wie geht Mona mit einem behinderten Menschen um?
4.3. Monas Eltern und der Umgang mit dem ‚Anderen‘
4.4. Konfliktlösung
4.5. Nachwort
5 Pädagogischer Wert des Buches: „Tage mit Eddie oder was heißt schon normal“
6 Persönliches Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von geistiger Behinderung in der zeitgenössischen Kinder- und Jugendliteratur. Ziel ist es, durch die Analyse und den Vergleich zweier ausgewählter Romane aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Vorurteile, Ausgrenzung und der Umgang mit dem „Anderen“ in der Literatur verarbeitet werden und welche pädagogische Relevanz diese Thematik für den Unterricht besitzt.
- Analyse der Fremdheitswahrnehmung von Menschen mit Behinderung
- Vergleich der familiären und gesellschaftlichen Umgangsformen mit Betroffenen
- Untersuchung der Rolle von Außenseiterfiguren in der Kinderliteratur
- Evaluation des pädagogischen Potentials zur Förderung von Toleranz
- Reflexion über Mechanismen von Vorurteilsbildung und gesellschaftlicher Normierung
Auszug aus dem Buch
3.1. Fremdheitswahrnehmung
Bei der Figur ‚Eddie‘ handelt es sich um die Figur des Außenseiters. Er wird von der Gesellschaft ausgegrenzt und stigmatisiert. Für viele Menschen stellen Behinderte eine normabweichende Person dar. Für sie ist eine geistig behinderte Person beängstigend und unberechenbar, da sie nicht wissen, wie sie mit ihnen umzugehen haben. Malte Dahrendorf stellte das Motiv des Außenseiters als sehr beliebt dar, da die Menschen darin eine Situation vorfinden, in der sie zu der Figur aufsehen oder herabsehen können. Dahrendorf bezeichnet dies als die Befriedigung der ambivalenten menschlichen Grundbedürfnisse. Eddie zählt, nach Mayer, demnach zu den existenziellen Außenseitern. Er bietet Identifikationsmöglichkeit für andere Betroffene. Durch True soll dem Leser bewusst gemacht werden, dass auch Eddie ein normaler Mensch ist, der weder normabweichend, noch beängstigend sein will und ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der geistigen Behinderung im Kinderbuch ein und benennt die zwei zu analysierenden Werke als Vergleichsgrundlage.
2 Inhaltsangabe: Es werden die inhaltlichen Kernpunkte des Buches „Tage mit Eddie oder was heißt schon normal“ zusammengefasst.
3 Fragestellungen: Dieses Kapitel widmet sich der formalen Struktur sowie dem Umgang zwischen der Hauptfigur True und ihrem Zwillingsbruder Eddie.
3.1. Fremdheitswahrnehmung: Hier wird die Figur des Eddie als Außenseiter in der Gesellschaft und dessen Funktion als Identifikationsfigur analysiert.
3.2. Erzählstruktur und Erzählverhalten: Es wird die Erzählperspektive der Ich-Erzählerin True sowie die Wirkung ihrer subjektiven Sichtweise untersucht.
3.3. Wie geht True, als gesunder Zwillingsschwester, mit dem Anderen an Eddie um?: Dieses Kapitel beleuchtet das ambivalente Verhältnis von True zu ihrem Bruder zwischen Akzeptanz und der Auseinandersetzung mit dessen Behinderung.
3.4. Konfliktlösung: Die inhaltliche Entwicklung von True durch den Kontakt mit Chatpartnern und ihr Erkenntnisgewinn über ihr eigenes Verhalten stehen hier im Fokus.
4 Vergleiche: Ein direkter Vergleich zwischen den Umgangsweisen mit behinderten Menschen in den zwei gewählten Kinderbüchern wird durchgeführt.
4.1. Wer ist Marlon?: Charakterisierung der Hauptfigur aus Kirsten Boies „Eine wunderbare Liebe“.
4.2. Wie geht Mona mit einem behinderten Menschen um?: Analyse der kindlich naiven Annäherung Monas an die Figur Marlon und ihre spätere Einstellungsänderung.
4.3. Monas Eltern und der Umgang mit dem ‚Anderen‘: Darstellung der vorurteilsbehafteten Reaktionen der Erwachsenen auf die Behinderung Marlons.
4.4. Konfliktlösung: Untersuchung des Mangels an echter Konfliktlösung und der Resignation Monas angesichts gesellschaftlicher Normen.
4.5. Nachwort: Reflexion über das Ende der Geschichte und dessen Funktion, den Leser mit der Realität zu konfrontieren.
5 Pädagogischer Wert des Buches: „Tage mit Eddie oder was heißt schon normal“: Diskussion über den Einsatz des Buches im schulischen Umfeld und dessen Potential zum Abbau von Vorurteilen.
6 Persönliches Fazit: Eine abschließende Betrachtung der Notwendigkeit von Aufklärungs- und Integrationsarbeit.
Schlüsselwörter
Geistige Behinderung, Kinderbuch, Außenseiter, Vorurteile, Inklusion, Literaturanalyse, Sozialisation, Fremdheitswahrnehmung, Identitätsentwicklung, Toleranz, Integrationsarbeit, Kinder- und Jugendliteratur, Gesellschaftsbild, Normabweichung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie geistige Behinderung in der zeitgenössischen Kinder- und Jugendliteratur dargestellt wird und welche gesellschaftlichen Wahrnehmungsmuster dabei durch die Protagonisten widergespiegelt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Ausgrenzung, der Umgang mit dem „Anderen“, die Identitätsentwicklung von Geschwistern oder Freunden behinderter Menschen sowie die Auswirkungen elterlicher Vorurteile auf die soziale Integration.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den pädagogischen Wert literarischer Werke aufzuzeigen, die Behinderung nicht tabuisieren, sondern dazu beitragen können, Vorurteile bei Kindern abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der zwei ausgewählte Kinderbücher hinsichtlich ihrer Erzählstruktur, Figurengestaltung und inhaltlichen Aussagekraft vergleichend untersucht werden.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Reaktionen von Kindern und Erwachsenen auf Behinderung und beleuchtet die persönliche Entwicklung der Romanfiguren im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und zwischenmenschlicher Empathie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Geistige Behinderung, Außenseiter, Inklusion, Vorurteilsbildung, Integrationsarbeit und Literaturpädagogik.
Wie wird das Verhältnis von True zu ihrem Bruder Eddie charakterisiert?
Es wird als ambivalenter Prozess beschrieben, der von einer anfänglichen Phase der „Heilungsversuche“ und Unsicherheit hin zu einer reflektierten Akzeptanz und Anerkennung der Eigenständigkeit Eddies führt.
Warum scheitert die Freundschaft zwischen Mona und Marlon in „Eine wunderbare Liebe“?
Sie scheitert primär an der Unfähigkeit Monas, dem gesellschaftlichen Druck und den Vorurteilen ihres Umfelds standzuhalten, da ihr das notwendige Selbstbewusstsein fehlt, um sich gegen die ablehnende Haltung ihrer Freunde und Eltern zu behaupten.
- Citar trabajo
- Julia Kloiber (Autor), 2003, Der Umgang mit Behinderungen im Kinderbuch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19090