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Faserland - eine Gattungsbestimmung

Einordnung von Christian Krachts Roman in das Genre des Adoleszenzromans in Abgrenzung zum Bildungsroman

Titel: Faserland - eine Gattungsbestimmung

Hausarbeit , 2011 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Lara R. (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als Einleitung fungiert ein Einblick in die Rezensionen über den Roman Faserland und die damit verbundene Selbstinszenierung des Autors Christian Kracht in den Medien. Dadurch wird Literatur selbst zu einem Medienereignis.
In vielen Rezensionen ist auch die Rede vom „Bildungsroman Faserland“. In dieser Arbeit soll gezeigt werden, dass es sich jedoch nicht um einen Bildungsroman, sondern vielmehr um einen Adoleszenzroman handelt.
Dazu wird zunächst der Begriff des Bildungsromans näher ausgeführt und erläutert. Auf dieser Gattungsbestimmung basierend wird im Folgenden untersucht, inwiefern die charakteristischen Merkmale des Bildungsromans, auf Faserland zutreffen. Hierfür werden die Merkmale des Alters, des Entwicklungsprozesses und der gedanklichen Ausflüchte aus der Gegenwart (in die Vergangenheit oder Zukunft) näher betrachtet. Auch das Reisemotiv und das Ende des Romans werden analysiert.
Dabei lässt sich erkennen, dass es sich bei Faserland nicht um einen Bildungsroman handeln kann. Zwar scheinen die Merkmale des Bildungsromans oberflächlich erfüllt zu sein, doch bei genauerer Betrachtung fällt auch, dass sie eher in die entgegengesetzte Richtung laufen, also ironisch und parodistisch verwendet werden. Deswegen kann der Roman von Christian Kracht auch als Anti-Bildungsroman bezeichnet werden.
Damit bleibt die Frage nach der zuzuordnenden Gattung weiterhin offen.
Seit den 80er Jahren hat sich eine neue Gattungsbezeichnung herausgebildet, die für den Roman passend scheint: der Adoleszenzroman. Um diesen zu bestimmen, wird zunächst auf den Begriff der ‚Adoleszenz’ näher eingegangen. Anhand der Geschichte des Adoleszenzromans werden anschließend dessen Merkmale herausgearbeitet. Im Folgenden wird Faserland auf diese Merkmale hin untersucht; dabei werden der Umgang mit Gleichaltrigen, der mit älteren Generationen und die Ablehnung der Bildung näher betrachtet. Hierbei wird festgestellt, dass Faserland der Gattung des Adoleszenzromans zuzuordnen ist.
Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt; zudem wird ein Ausblick über die Entwicklung des Adoleszenzromans in der deutschen Literatur nach Erscheinen von Faserland (1995) bis 2010 gegeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bildungsroman

2.1 Gattungsbestimmung

2.2 Einordnung von Faserland in die Gattung des Bildungsromans

2.2.1 Einordnung anhand des Alters

2.2.2 Einordnung anhand des Entwicklungsprozesses

2.2.3 Einordnung anhand der Ausflüchte aus der Gegenwart

2.2.4 Einordnung anhand des Reisemotivs

2.2.5 Einordnung anhand des Endes des Romans

2.3 Resümee

3. Adoleszenzroman

3.1 Bestimmung des Begriffs ‚Adoleszenz’

3.2 Geschichte des Adoleszenzromans

3.3 Einordnung von Faserland in die Gattung des Adoleszenzromans

3.3.1 Einordnung anhand des Umgangs mit Gleichaltrigen

3.3.2 Einordnung anhand des Umgangs mit älteren Generationen

3.3.3 Einordnung anhand der Ablehnung der Bildung

3.4 Resümee

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Christian Krachts Roman "Faserland" im Hinblick auf eine gattungstheoretische Einordnung. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob das Werk den Kriterien eines klassischen Bildungsromans entspricht oder ob es treffender als Adoleszenzroman zu klassifizieren ist, wobei insbesondere die Rolle der Popliteratur Berücksichtigung findet.

  • Analyse der Gattungsmerkmale von Bildungsromanen
  • Kritische Einordnung von "Faserland" in die Bildungsroman-Tradition
  • Definition und historische Entwicklung des Adoleszenzromans
  • Untersuchung von Identitätskonstruktion und sozialer Abgrenzung in "Faserland"
  • Beleuchtung des popliterarischen Kontextes und der Oberflächlichkeit als Stilmittel

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Einordnung anhand des Alters

Betrachtet man beispielsweise das Merkmal des Alters, so fällt auf, dass eine Diskrepanz zwischen einem Bildungsroman und Faserland vorliegt. Während im Bildungsroman die Handlung ausdrücklich von einem „jungen Protagonisten“ bestritten wird, ist der namenlose Ich-Erzähler in Faserland zwar noch kein alter Mann, doch als wirklich jung kann er auch nicht bezeichnet werden, denn er hat die Schule bereits seit einigen Jahren beendet und sagt von sich selbst: „Vielleicht sind wir ja auch schon zu alt.“ Baßler spricht gar von einer „Literatur für fortgeschrittene Junggesellen“.

Allerdings scheint die verwendete Sprache „von einer fast naiven Unbedarftheit und linkischen Umständlichkeit zu sein, imitiert sein [Anm. L.R.: Krachts] Stil den eines verunsicherten Kindes, das sich ständig fragt, ob es sich richtig ausdrückt“. Viele Einschübe unterstreichen die Unsicherheit des Erzählers, indem sie bereits gesagtes relativieren: „[…] ich weiß jetzt nicht, ob ich mich da richtig ausgedrückt habe. Ich kann mich natürlich auch täuschen.“ (FL, S. 17); „Ich weiß nicht, ob ich das richtig erklärt habe.“ (FL, S. 45)

Doch diese Wendungen „verstellen absichtsvoll den Blick auf die enorme Kunstfertigkeit, mit der diese Sprache gebaut ist. Eine Sprache, der es vor allem um Eingängigkeit geht, um Rhythmus, um Leichtigkeit“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Rezeption von "Faserland" ein, beleuchtet das Aufsehen um den Roman als Kultbuch der Popliteratur und definiert die Zielsetzung, den Text gattungstheoretisch zu verorten.

2. Bildungsroman: Dieses Kapitel erörtert das Gattungskonzept des Bildungsromans und arbeitet anhand spezifischer Kriterien heraus, warum Krachts Roman nicht in diese traditionelle Form passt, was ihn eher zu einem Anti-Bildungsroman macht.

3. Adoleszenzroman: Hier wird das Genre des Adoleszenzromans als moderne Gattungsbezeichnung eingeführt, historisch kontextualisiert und detailliert auf "Faserland" angewendet, wobei Identitätskrisen und soziale Abgrenzung im Vordergrund stehen.

4. Schluss: Der Schlussteil synthetisiert die Ergebnisse und hält fest, dass "Faserland" aufgrund seiner parodistischen Züge und der verweigerten Selbstentwicklung als Adoleszenzroman in der Sackgasse der Entfremdung zu lesen ist.

Schlüsselwörter

Faserland, Christian Kracht, Bildungsroman, Adoleszenzroman, Popliteratur, Identitätskrise, Postmoderne, Markenfetischismus, Gattungsbestimmung, Lebenswelt, soziale Entfremdung, Anti-Bildungsroman, Jugendkultur, literarische Analyse, Konsumgesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literaturwissenschaftlichen Kategorisierung von Christian Krachts Roman "Faserland" und stellt die Frage, ob das Werk dem klassischen Bildungsroman oder dem modernen Adoleszenzroman zugeordnet werden sollte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Gattungsmerkmale des Bildungs- und Adoleszenzromans, die Rolle der Popliteratur, die Konstruktion von Identität bei jungen Erwachsenen sowie die Bedeutung von Konsum und Marken als Distinktionsmerkmale.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Krachts "Faserland" die Anforderungen an einen Bildungsroman parodiert und warum eine Einordnung als Adoleszenzroman die textimmanenten Prozesse besser erfasst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die gattungstheoretische Begriffe definiert und diese durch eine systematische Untersuchung des Romantextes sowie unter Einbezug von Sekundärliteratur auf das Werk anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Bildungsroman, eine Definition und historische Einordnung des Adoleszenzromans sowie eine konkrete Untersuchung von Aspekten wie dem Reisemotiv, dem Umgang mit Altersgenossen und der Ablehnung von Bildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Adoleszenzroman, Popliteratur, Identitätskrise, Markenfetischismus, Faserland und Anti-Bildungsroman.

Warum wird "Faserland" im Text als Anti-Bildungsroman bezeichnet?

Weil die Merkmale des Bildungsromans zwar aufgegriffen, jedoch durch die mangelnde Entwicklung des Protagonisten, seine Oberflächlichkeit und parodistische Überspitzung in ihr Gegenteil verkehrt werden.

Welche Bedeutung hat das offene Ende des Romans für die Interpretation?

Das offene Ende unterstreicht das Scheitern einer klaren Identitätsfindung und bestätigt die Lesart als Adoleszenzroman, da der Protagonist in seiner existentiellen Krise verharrt und keine "Bildung" im klassischen Sinne erlangt.

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Details

Titel
Faserland - eine Gattungsbestimmung
Untertitel
Einordnung von Christian Krachts Roman in das Genre des Adoleszenzromans in Abgrenzung zum Bildungsroman
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Autor
Lara R. (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
21
Katalognummer
V191047
ISBN (eBook)
9783656156635
ISBN (Buch)
9783656156970
Sprache
Deutsch
Schlagworte
faserland gattungsbestimmung einordnung christian krachts roman genre adoleszenzromans abgrenzung bildungsroman
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lara R. (Autor:in), 2011, Faserland - eine Gattungsbestimmung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191047
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Leseprobe aus  21  Seiten
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