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Die Kreuzzüge – Bewaffnete Wallfahrten ins Heilige Land?

Titel: Die Kreuzzüge – Bewaffnete Wallfahrten ins Heilige Land?

Hausarbeit , 2012 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Gabriele Grenkowski (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Kreuzzügen, insbesondere jenen, die Jerusalem als Ziel hatten. Die Hauptfrage, welche ich diskutieren möchte, ist die, ob die Kreuzzüge wirklich als Wallfahrt oder Pilgerfahrt angesehen werden können bzw. ob die Kreuzfahrer selbst sich als Pilger ins Heilige Land sahen.
Um zu klären, was man unter dem Begriff Kreuzzug versteht bzw. zur Zeit der Kreuzzüge verstand, werde ich zuerst auf jene Quellen zurückgreifen, welche sich mit dem Kreuzzugsaufruf Papst Urbans II. im Jahre 1095 und dem darauf folgenden Ersten Kreuzzug beschäftigen. Hier bieten sich fünf Quellen besonders an, nämlich die Berichte Fulcher von Chartres, Robert von Reims, Guibert von Nogents und Raimund von Dols, sowie die von einem anonymen Autor verfassten Gesta Francorum et aliorum hierosolimitanorum, welche alle den Kreuzzugsaufruf des Papstes in Clermont und die darauf folgenden Ereignisse wiedergeben. Ich werde mich hier insbesondere auf den Bericht Fulcher von Chartres konzentrieren, welcher mir am glaubwürdigsten erscheint, besonders da Fulcher selbst in Clermont anwesend und schließlich auch Teilnehmer des Ersten Kreuzzuges war. Jedoch sollen auch andere Chroniken, wie die Alberts von Aachen oder Wilhelms von Tyrus durchaus Erwähnung finden. Wo mir Übersetzungen vorliegen werde ich in Deutsch oder Englisch zietieren, ansonsten zitiere ich das lateinische Original.
Nachdem ich den Kreuzzugsaufruf näher beleuchtet habe, möchte ich auf die Kreuzzüge selbst zu sprechen kommen und die Geschehnisse anhand des Verlaufs des ersten Kreuzzugs näher betrachten. Neben der Frage, was genau die Kreuzzüge waren, stellen sich z.B. die Fragen, wie es zu Massakern an der jüdischen Bevölkerung des Rheinlands durch Kreuzfahrer kommen konnte, und ob die gewaltsame Eroberung Jerusalems im Jahre 1099 und der damit einhergehende Umgang mit der Zivilbevölkerung der Stadt mit christlichen Werten zu vereinbaren ist.
Was Sekundärliteratur angeht, so werde ich mehrere Werke, welche sich mit den Kreuzzügen beschäftigen, verwenden. Hier bieten sich die Werke von Nikolas Jaspert, Eberhard Mayer, Steven Runciman sowie Hans Wollschläger an. Hierbei unterscheidet sich das letzte Werk „Die Kreuzzüge – bewaffnete Wallfahrten gen Jerusalem“ von den anderen durch die sehr offene Kritik des Autors an Kreuzzügen und Kirche.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der erste Kreuzzug

2.1 Der Kreuzzugsaufruf

2.2 Der Verlauf des ersten Kreuzzugs

2.2.1 Der Volkskreuzzug

2.2.2 Das Kreuzfahrerheer

2.3 Die Folgen des ersten Kreuzzugs

3. Kreuzzug gleich Wallfahrt?

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob die mittelalterlichen Kreuzzüge, insbesondere der Erste Kreuzzug, historisch und ideologisch als Wallfahrten beziehungsweise Pilgerreisen klassifiziert werden können oder ob diese Einordnung eine spätere Verklärung darstellt.

  • Analyse der zeitgenössischen Kreuzzugsaufrufe und der Rolle von Papst Urban II.
  • Untersuchung der Ereignisse während des sogenannten Volkskreuzzuges und des organisierten Kreuzfahrerheeres.
  • Kritische Beleuchtung der Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung und die Zivilgesellschaft im Heiligen Land.
  • Diskussion des Begriffs "peregrinatio" im Kontext mittelalterlicher Kriegszüge.
  • Bewertung der Kreuzzüge als "Imitatio Christi" versus militärische Eroberungsunternehmungen.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Der Volkskreuzzug

Der erste Kreuzzug begann schließlich im Jahr 1096. Die erste Phase ist heute unter der Bezeichnung „Volkskreuzzug“ bekannt. Diese Phase des Kreuzzugs, deren Teilnehmer größtenteils einfache Leute und ganze Familien, aber auch einige Adlige, waren, begann noch vor dem eigentlichen Termin, welcher zum Beginn des Kreuzzugs festgelegt worden war. Es handelt sich hierbei um drei Gruppen, angeführt von Peter dem Einsiedler, Walter de Sans-Avoir aus Frankreich, sowie Gottschalk und Folkmar aus Deutschland. Besonders Peter der Einsiedler muss eine bemerkenswerte Person gewesen sein, wenn man den Worten Guibert von Nogents in seiner Chronik Gesta Dei per Francos glauben schenken darf. Ich zitiere hier aus der mir vorliegenden englischen Übersetzung:

“While the leaders, who needed to spend large sums of money for their great retinues, were preparing like careful administrators, the common people, poor in resources but copious in number, attached themselves to a certain Peter the Hermit, and they obeyed him as though he were the leader, as long as the matter remained within our own borders. If I am not mistaken, he was born in Amiens, and, it is said, led a solitary life in the habit of a monk in I do not know what part of upper Gaul, then moved on, I don't know why, and we saw him wander through cities and towns, spreading his teaching, surrounded by so many people, given so many gifts, and acclaimed for such great piety, that I don't ever remember anyone equally honored. He was very generous to the poor with the gifts he was given, making prostitutes morally acceptable for husbands, together with generous gifts, and, with remarkable authority, restoring peace and treaties where there had been discord before.”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, das Verhältnis von Kreuzzug und Wallfahrt zu hinterfragen und benennt die verwendeten Primärquellen und Sekundärliteratur.

2. Der erste Kreuzzug: Dieses Kapitel zeichnet den Ablauf des Ersten Kreuzzuges nach, unterteilt in den Volkskreuzzug, das organisierte Heer sowie die Folgen der Eroberungen.

2.1 Der Kreuzzugsaufruf: Hier werden die Aufrufe von Papst Urban II. und deren unterschiedliche Deutungen in den Chroniken kritisch beleuchtet.

2.2 Der Verlauf des ersten Kreuzzugs: Ein detaillierter Bericht über die militärischen und gesellschaftlichen Etappen des Kreuzzuges, von den ersten Gruppen bis zur Eroberung Jerusalems.

2.2.1 Der Volkskreuzzug: Dieses Unterkapitel thematisiert die frühe, unorganisierte Phase sowie die Gräueltaten an jüdischen Gemeinden im Rheinland.

2.2.2 Das Kreuzfahrerheer: Hier wird die strukturierte zweite Phase des Kreuzzuges unter adliger Führung und deren Auseinandersetzungen mit Byzanz beschrieben.

2.3 Die Folgen des ersten Kreuzzugs: Zusammenfassung der Gründung der Kreuzfahrerstaaten und des langfristigen Schicksals des Königreichs Jerusalem.

3. Kreuzzug gleich Wallfahrt?: Analyse der Begrifflichkeiten "peregrinatio" und "Kreuzzug" sowie deren wissenschaftliche Einordnung im historischen Kontext.

4. Fazit: Die abschließende Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern die Gleichsetzung von Kreuzzug und Wallfahrt als Euphemismus für militärische Expansion zu sehen ist.

Schlüsselwörter

Kreuzzüge, Erster Kreuzzug, Wallfahrt, Pilgerfahrt, Papst Urban II., Volkskreuzzug, Jerusalem, Kreuzfahrerheer, Antijudaismus, Reliquien, Gesta Francorum, Imitatio Christi, mittelalterliche Geschichte, peregrinatio, Heiliges Land.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Hausarbeit untersucht, ob die historischen Kreuzzüge des Mittelalters tatsächlich als religiöse Wallfahrten einzustufen sind oder ob diese Interpretation eine spätere Verklärung darstellt, die den kriegerischen Charakter der Unternehmungen verschleiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der ideologischen Rechtfertigung durch den Papst, der Unterscheidung zwischen Volks- und Adelskreuzzügen, der Gewalt gegen Zivilisten und der begrifflichen Analyse des lateinischen Begriffs "peregrinatio".

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob sich die Kreuzfahrer selbst als Pilger wahrnahmen und ob die Gleichsetzung von Kreuzzug und Wallfahrt in der Forschung historisch haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse zeitgenössischer Chroniken (wie Fulcher von Chartres) und einer Auswertung aktueller Sekundärliteratur zur Kreuzzugsforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Darstellung des Verlaufs des Ersten Kreuzzuges und die anschließende kritische Auseinandersetzung mit der Identität der Kreuzfahrer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kreuzzug, Wallfahrt, Pilgerfahrt, Imitatio Christi, Antijudaismus, Jerusalem und das Verständnis des Begriffs "peregrinatio".

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Volkskreuzzuges?

Sie beschreibt ihn als unorganisierte, frühe Phase, die durch mangelnde Disziplin und schwere Pogrome an der jüdischen Bevölkerung gekennzeichnet war.

Welche Bedeutung kommt der "Imitatio Christi" zu?

In der Arbeit wird argumentiert, dass der Kreuzzug in zeitgenössischen Schriften oft als Nachahmung des Leidensweges Christi verstanden wurde, was über den rein wallfahrtsbezogenen Charakter hinausging.

Warum wird die Gleichsetzung von Kreuzzug und Wallfahrt im Fazit kritisiert?

Die Autorin sieht darin einen Euphemismus, der die tatsächliche Natur der Kreuzzüge als bewaffnete, teils gewaltsame Eroberungs- und Kriegszüge verschleiern könnte.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Kreuzzüge – Bewaffnete Wallfahrten ins Heilige Land?
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Übung Wallfahrten im Mittelalter
Note
2,0
Autor
Gabriele Grenkowski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V191068
ISBN (eBook)
9783656157595
ISBN (Buch)
9783656157786
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kreuzzüge bewaffnete wallfahrten heilige land
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gabriele Grenkowski (Autor:in), 2012, Die Kreuzzüge – Bewaffnete Wallfahrten ins Heilige Land? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191068
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Leseprobe aus  17  Seiten
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